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Mittwoch, 24. Juni 2026

Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina in Berlin

Am frühen Nachmittag wurde der Vorsitzende des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Denis Bećirović, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Arbeitsbesuch empfangen. Wegen der renovierungsarbeiten am Schloss Belevue und einer Kunstausstellung weicht der Bundespräsident öfter in die Villa Borsig aus oder nutzt andere Röume im Schloss Bellevue. Diesmal empfing er den Gast am Garteneingang.


Bosnien und Herzegowina hat 3,6 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 36 Milliarden USD. Das Verteidigungsbudget liegt bei homöopathischen 240 Millionen USD. Die Streitkräfte gelten als professionell aufgestellt und repräsentieren alle drei ethnischen Hauptgruppen des Landes: muslimische Bosniaken, orthodoxe Serben und katholische Kroaten. Bosnien und Herzegowina ist Beitrittskandidat sowohl bei der EU als auch der NATO. Die militärische Ausrüstung ist veraltet und stammt oft noch aus sowjetischer Produktion. Mit der Hinwendung zur NATO könnte sich das bald ändern. Das Land produziert Kleinwaffen und Munition. Bei Letzterer ist eine zunehmende Nachfrage zu verzeichnen.

Wer sich fragt, warum es in Bosnien und Herzegowina keinen Präsidenten gibt, sondern einen Vorsitzendes des Staatspräsidiums: Wegen der drei genannten ethnischen Gruppen, die zuweilen etwas robuster miteinander umgehen, wurde im Dayton-Friedensabkommen (1995) festgelegt, dass es einen dreiköpfigen Präsidialrat geben solle, der alle acht Monate wechselt.

Denis Bećirović ist ein bosnischer Sozialdemokrat, der bereits 2024 als Vorsitzender der Staatspräsidiums fungierte und nun wieder an der Reihe ist, also vom 16. März bis zum 16. November 2026. Sein beruflicher Hintergrund ist die Geschichtswissenschaft. Er hatte auch eine außerordentliche Professur für Zeitgeschichte an der Universität Tuzla inne.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 23. Juni 2026

F-16 und Eurofighter im Formationsflug über Berlin

Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Heute fand dazu ein Empfang im Palais am Funkturm statt. Als besonderes Highlight gab es einen Überflug von vier Kampfflugzeugen: zwei F-16 des 52. Jagdgeschwaders der amerikanischen Luftwaffe aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz und zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" aus Laage.

 

Die angekündigte Flugroute war von Nordost nach Südwest. Tatsächlich geflogen wurde von West nach Ost, was einige der gewählten Bildpositionen suboptimal machte. Der Überflug sollte in einer Höhe von 1.000 ft stattfinden, was in etwa 300 Metern entspricht. Es sah deutlich höher aus und war auch deutlich leiser als befürchtet. Anwohner berichten, dass das Feuerwerk am Abend hingegen sämtliche Erfahrungswerte an Lautstärke in den Schatten gestellt habe.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 21. Juni 2026

2. Nationaler Veteranentag am Reichstag

Eine Woche lang wurde mit vielen regionalen Aktionen der 2. Nationale Veteranentag begangen. Die zentrale Veranstaltung fand heute zwischen Reichstag und Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt statt.


Das Areal war größer als im letzten Jahr. Während am Südostende die große Bühne stand, steppte am Nordwestende der Bär – oder besser gesagt die Tragtiere der Härtefallstiftung. Beide Ende waren durch Zelte verbunden, in denen sich Veteranenvereine, die Teilstreitkräfte, der Bundestag, Hilfswerke und Caterer vorstellten. Mittendrin die Nebenbühne mit einem Programm, das von Umgang mit PTBS bis Veteranen in der Wirtschaft reichte.

Das Programm auf der Hauptbühne musste gegen 11.30 Uhr wegen Starkregen und Gewitter unterbrochen werden. Dann trat der Regierende Bürgermeister von Berlin ans Rednerpult und die Sonne kam wieder heraus. Das Wetter blieb wechselhaft, was sich auf die Anzahl der Zuschauer an der Hauptbühne auswirkte, denn auch die Tribüne bot nur bedingt Schutz vor dem Regen. Besondere Highlights waren die Auftritte von The „BossHoss“ und „Heavysaurus“. Später wurde es etwas ruhiger mit Heinz Rudolf Kunze. Kai Wegner, Friedrich Merz, Julia Klöckner, Boris Pistorius und General Breuer absolvierten Rundgänge und hielten reden, verteilten oder bekamen Veteranenabzeichen und beteiligten sich an Paneldiskussionen zu verschiedenen Themen. Bemerkenswert war, wie gut die Bühnentechnik logistisch abgestimmt war und dass bei den ständigen Wechseln - auch vor den Bandauftritten - kein Soundcheck nötig war.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 11. Juni 2026

ILA 2026 mit Drohnen, Bundeskanzler und Vorführungen

Vom 10. bis 14. Juni findet am Berlin ExpoCenter Airport - auf der Westseite des Flughafens BER - die ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) statt. Die Tage vor dem Wochenende sind für Fachbesucher vorgesehen. Bundeskanzler Friedrich Merz hielt gestern seine Eröffnungsrede, absolvierte einen dreistündigen Rundgang und enthüllte dabei eine Drohne.


Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Drohnen, der Weltraum und Verteidigung. Von IRIS-T über Skyranger bis F-35 ist alles ausgestellt, was derzeit nachgefragt wird. Militärattachés, Minister, Regionalpolitiker und Bundeswehroffiziere geben sich bei der Industrie die Klinke in die Hand.

Passend zur ILA 2026 wurde das deutsch-französische Projekt FCAS abgesagt und eine Luftfahrtstrategie der Bundesregierung unter dem Titel „Deutschland als führende Luftfahrtnation, wettbewerbsfähig, souverän, resilient und nachhaltig veröffentlicht.

Besonders beeindruckend war die Vorführung des italienischen Kampfhubschraubers Leonardo AW249. Dieser glänzt durch Agilität, Geschwindigkeit und Rückwärtsflug. Die Vorführung war eine atemberaubende Choreografie, die mit klassischer Musik unterlegt worden war.


 
Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 9. Juni 2026

Tschechischer Verteidigungsminister Jaromír Zůna zum Antrittsbesuch in Berlin empfangen

Heute Mittag wurde der neue tschechische Verteidigungsminister, Jaromír Zůna, mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch im Bendlerblock empfangen.


Jaromír Zůna  ist seit Dezember 2025 stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister. Diese Kombination der Ämter ist in verschiedenen Ländern so üblich – auch in Polen. Er stammt aus einer Offiziersfamilie und ging bereits mit 16 Jahren auf ein Militärgymnasium. Den Abschluss auf der Militärakademie Vyškov machte er mit 24 Jahren. Er diente dann in verschiedenen Verwendungen des tschechischen Heeres und wollte immer ins Militärische Nachrichtenwesen einsteigen. Trotz mehrerer Anläufe klappte es aus verschiedenen Gründen nicht. Die Karriere lief dennoch weiter, so dass er im Mai 2019 zum Generalleutnant befördert wurde. Von 2023 bis 2024 war er als Militärattaché an der tschechischen Botschaft in Peking eingesetzt.

Entgegen seiner Parteilinie setzt sich Jaromír Zůna für eine Unterstützung der Ukraine ein und macht sich insbesondere für das Hochfahren der Munitionsbestände stark. Tschechien hat auch den Zuschlag für die neue Dienstpistole der Bundeswehr bekommen: die P13 – auch bekannt als CZP-10 C OR.

Autor: Matthias Baumann