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Donnerstag, 29. Januar 2026

NATO-Übung „Steadfast Dart 2026“ startet am Marinestützpunkt Rota in Spanien

Zum Beginn der NATO-Übung "Steadfast Dart 2026" reisete General Ingo Gerhartz (Kommandeur des NATO Allied Joint Force Command Brunssum) heute auf den Marinestützpunkt Rota in Spanien. Rota liegt an der Atlantikküste, etwa 150 Kilometer nordwestlich von Gibraltar.


Wegen des Wetters (Sturm und Regen) wurde kurzerhand das Programm umgestellt und viele Teile fanden innerhalb des Landungsschiffes L52 Castilla statt. Die L52 Castilla ist ein Landeplattformdock der Galicia-Klasse. Sie ist das Schwesterschiff des Amphibischen Angriffsschiffs Galicia. Das Schiff wird unter anderem für den Transport spanischer Marineinfanteristen und deren Fahrzeugen und Material genutzt. Aber auch humanitäre Einsätze wurden damit schon durchgeführt. Im hinteren Teil des Schiffes befinden sich Rampen und ein verdecktes Becken zur Aufnahme von bis zu vier Landungsbooten. Auf dem Hubschrauberdeck haben vier bis sechs Helikopter Platz. Je nach Fahrzeuggröße können 90 bis 170 Fahrzeuge mitgeführt werden. Die L52 Castilla verfügt zudem über einen Operationssaal.


Nach der Pressekonferenz mit General Gerhartz und Vizeadmiral Juan Bautista Pérez Puig (Kommandeur des spanischen Marine-Hauptquartiers) erfolgte eine dynamische Vorführung mit Fahrzeugen und Landungsbooten. Der Aufenthalt in Rota endete nach nur drei Stunden mit dem Rückflug nach Berlin. Die Zeit wurde jedoch effizient genutzt für  umfangreichen Hintergrundgespräche und die Vernetzung mit den spanischen Kräften.

"Steadfast Dart 2026" ist eine Verlegeübung der NATO Allied Reaction Force (ARF) mit etwa 7.300 Soldaten aus Deutschland, Griechenland, Italien, Tschechien und der Türkei. Diese bringen sich mit unterschiedlichen Komponenten zu Wasser, zu Land und zur Luft ein. Es geht darum, Einsatzbereitschaft und Einheit zu demonstrieren und die schnelle Verlegung von Personal und Material zu trainieren. "Steadfast Dart 2026" geht von Ende Januar bis März 2026 und bewegt sich zur See im Atlantik, dem Mittelmeer, der Nordsee und der Ostsee. Auf dem Land- und Luftweg erstreckt sich die Übung über Türkei, Griechenland, Italien bis nach Deutschland. Deutschland gilt als Host Nation und trainiert seine Funktion als logistische Drehscheibe.

Weitere Infos:
https://jfcbs.nato.int/stdt26 und
https://www.bundeswehr.de/de/auftrag/uebungen/steadfast-dart-2026

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Neues Sturmgewehr G95 HK416 an die Truppe übergeben

Heute  Abend wurde das neue Sturmgewehr G95 HK416 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr an das Panzergrenadierbataillon 122 übergeben. Der Appell hatte erst kurz nach 21 Uhr angefangen, weil es sich Generalleutnant Hübner und Vizeadmiral Stawitzki nicht nehmen lassen wollten, diese symbolträchtige Übergabe selbst vorzunehmen. Wetter und Terminlage hatten ihr Erscheinen stark verzögert.


Diese Übergabe bildet den Startschuss für die breite Umstellung des Sturmgewehrs von G36 auf G95. Das G36 war in die Kritik geraten, weil es bei mehrstündigen Kamphandlungen in Afghanistan an Präzision verloren hatte. Das lag daran, dass der Lauf irgendwann heißgeschossen war und nicht – wie beim Maschinengewehr – gewechselt werden konnte.

Das G95 kann mit einer solchen Verwendung besser umgehen. Es wird schon seit vielen Jahren von Spezialkräften wie dem KSK oder den Kampftauchern verwendet. Auch ausländische Spezialeinheiten nutzen es. Im September 2025 durften die 1. Kompanie des Wachbataillons und die in Deutschland akkreditierten Militärattachés erste Erfahrungen im scharfen Schuss sammeln.

Sturmgewehr G96 HK416 Truppenausführung

Das G95 ist griffiger als das G36 und hat seinen Schwerpunkt weiter hinten, was die Ermüdung bei längerem Anschlag deutlich reduziert. Zudem ist es schmaler und hat schmalere Magazine. An die Truppe wird es in den beiden Varianten G95A1 und G95KA1 ausgeliefert. Die Kurzversion G95KA1 wird beispielsweise von Truppführern der Panzergrenadiere genutzt.

Die Farbe Grünbraun (RAL 8000) wird von Laien heftig diskutiert und kritisiert. Die Testpersonen aus dem Panzergrenadierbataillon 122 finden die Farbgebung zur Tarnung sinnvoll, da echtes Schwarz in der Natur zu selten vorkomme. Bei der vorgesehenen Optik gab es vor Auslieferung noch Probleme, so dass zunächst die Hensoldt-Optik montiert wurde: oben Rotpunkt und unten 4x30 Visier mit Fadenkreuz.

Eine wirkliche Umstellung wird es nur beim Spannhebel geben: Dieser ist Beim G95 hinten statt seitlich (G36) angebracht. Ansonsten kann auch das G95 beidhändig bedient werden.

 

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 16. November 2025

Volkstrauertag 2025 und die vielen Gedenkveranstaltungen in Berlin

Zwei Wochen vor dem 1. Advent findet der Volkstrauertag statt. Diesmal fiel er auf Sonntag, den 16. November 2025. Schon am Samstag hat der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. alle Hände voll zu tun. Er gestaltet oder begleitet am Wochenende des Volkstrauertages so viele Veranstaltungen, dass sich die Verantwortlichen aufteilen müssen und für Außenstehende kaum ein Überblick zu behalten ist. Wir haben an den zwei Tagen sechs Veranstaltungen begleitet.

Es begann am Samstag um 12 Uhr mit der Gedenkfeier des Jugendarbeitskreises des Landesverbandes des Volksbundes. Diese findet traditionell in Plötzensee statt. Jugendliche stellen die Ergebnisse von Geschichtsprojekten vor und lesen das Totengedenken. Sie sind voll bei der Sache und engagieren sich auch übers Jahr bei der Pflege von Grabstätten, bei Vorträgen oder Einsätzen im Ausland. Es besteht reger Kontakt zu Jugendlichen ausländischer Kriegsgräber-Organisationen.


Am späten Nachmittag fanden sich die in Deutschland akkreditierten Militärattachés zur Gedenkstunde auf dem Standortfriedhof Lilienthalstraße in Neukölln ein. Die hereinbrechende Dunkelheit wird dort traditionell von Fackelträgern des Wachbataillons erhellt. Die Gedenkrede hielt diesmal der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär beim BMVg, Dr. Peter Tauber.


Am Sonntag im Morgengrauen trafen sich das Landeskommando Berlin, der Generalinspekteur, die Landespolizei, die Landespolitik und der israelische Verteidigungsattaché, um auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee Kränze niederzulegen. Die Gedenkrede hielt die Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld. Auch der Militrärbundesrabbiner Szolt Balla und die ehemalige Wehrbeauftragte, Dr. Eva Högl, waren zugegen. Der aktuelle Wehrbeauftragte, Henning Otte, hatte sich bei allen Kranzniederlegungen vertreten lassen.


Die nächste Gedenkstunde fand um 10.30 Uhr im Bendlerblock statt. Hier waren die Angehörigen der im letzten Jahr verstorbenen Bundeswehrsoldaten eingeladen. Auch Militärattachés und hochrangige Generale und Admirale nahmen an der Veranstaltung teil. Die Gedenkrede hielt der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer. Der Kranz des Wehrbeauftragten war kurzerhand weggelassen worden, weil weder er noch ein Vertreter erschienen waren.


Gegen 12.30 Uhr legten die Verfassungsorgane – also Bundespräsident, Bundeskanzler, Bundestagspräsidentin und Präsident des Bundesverfassungsgerichtes – ihre Kränze an der Neuen Wache nieder. Der Präsident des Bundesrates, Andreas Bovenschulte, war nicht erschienen. In der zweiten Reihe legten der Regierende Bürgermeister von Berlin, die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, der Generalinspekteur und der Präsident des Volksbundes, General a.D. Wolfgang Schneiderhan ihre Kränze nieder. Als Staatsgast war diesmal der italienische Präsident, Sergio Mattarella, erschienen.


Nach dieser Kranzniederlegung ging es in den Deutschen Bundestag zur zentralen Gedenkfeier mit Rede des italienischen Präsidenten. Für den Abend hatte der Volksbund zum Abschluss des Gedenkwochenendes zu einen Konzert mit dem Stabsmusikkorps im Berliner Dom eingeladen. Oberstleutnant Kiauka und Frau Hauptmann Holzschuh zeigten hier die Fähigkeiten dieses einzigartigen Klangkörpers. Sie überraschten die Zuhörer wieder mit völlig neuen Stücken.

Autor: Matthias Baumann