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Dienstag, 10. Februar 2026

Präsident der Republik Malediven, Mohamed Muizzu, zu Gast in Berlin

Heute Nachmittag wurde der Präsident der Republik Malediven, Mohamed Muizzu, durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren am Schloss Bellevue empfangen.


Es ist keine Seltenheit, dass Staatsgäste aus Ländern in der Nähe des Äquators bei winterlichen Temperaturen in Berlin empfangen werden. Die Malediven liegen südwestlich von Indien im Indischen Ozean. Die Flugzeit bis Berlin beträgt mehr als zehn Stunden. Die Malediven haben nur etwa 400.000 Einwohner, die weitestgehend muslimisch geprägt sind. Das Bruttoinlandsprodukt beläuft sich auf 7,64 Milliarden USD von denen 110 Millionen USD zur Verteidigung abgezweigt werden. Die 4.000 aktiven Militärangehörigen sich hauptsächlich auf die Marine und den Küstenschutz verteilt. Die kleine maledivische Luftwaffe hat keine Flugzeuge, sondern arbeitet mit türkischen Drohnen. Die Malediven unterhalten gute Beziehungen zu China, aber auch zum US-Militär.

Seit vielen Jahren engagieren sich die Malediven im Umweltschutz, weil deren Inselgruppe maßgeblich von Klimawandel und Anstieg des Meeresspiegels betroffen sein wird. Es ist anzunehmen, dass auch dieses Thema neben dem Tourismus aus Deutschland Gegenstand der Gespräche zwischen Mohamed Muizzu und Frank-Walter Steinmeier sein wird.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 27. Januar 2026

Kranzniederlegung zum 20. Todestag von Bundespräsident a.D. Johannes Rau

Vor 20 Jahren starb Johannes Rau. Er war von 1999 bis 2004 Bundespräsident. Wegen seines klaren Bekenntnisses zum Christentum wurde er zuweilen auch als „Bruder Johannes“ bezeichnet. Während die CDU eine starke Fraktion von Katholiken beheimatet, finden sich in der SPD die Protestanten. So ist es kaum verwunderlich, dass an der heutigen Kranzniederlegung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte neben dem amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) weitere SPD-Politiker teilgenommen haben.


Die Kranzniederlegung war ein guter Anlass, noch einmal das Wirken von Johannes Rau ins Gedächtnis zu rufen. Er war als Politiker der alten Schule im Gedächtnis geblieben und Bürger, die ihn noch bewusst erlebt hatten waren erschrocken, dass er nun schon 20 Jahre tot ist. Statt einer Grabrede las die Witwe des Präsidenten a.D. die Tagesverse aus der Herrnhuter Losung vor. Auf seinem Grabstein ist der provokante Vers zu lesen: „Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth.“ Im Kontext geht es um Petrus, der sich aus der Ferne die Verurteilung von Jesus anschaut und plötzlich als dessen Anhänger erkannt wird. Kurz darauf hat Petrus so getan, als kenne er Jesus nicht.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 13. Januar 2026

Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps im Schloss Bellevue

Heute fand der traditionelle Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps bei Bundespräsident Steinmeier statt.


Bei weit über 100 diplomatischen Vertretungen und internationalen Organisationen kann allein schon das Defilee mehr als eine Stunde dauern. Normalerweise wird die Begrüßungszeremonie durch den Doyen des Diplomatischen Korps angeführt und erfolgt dann in der Reihenfolge ihrer Akkreditierung. Bei der Akkreditierung kommt es neben dem Datum auch auf die Uhrzeit an. Mitte Dezember 2025 waren noch die drei Botschafter aus Indonesien, der Komoren und von São Tomé und Príncipe in ebendieser Reihenfolge akkreditiert worden.

Dem Defilee schließen sich die Reden des Bundespräsidenten und des Doyen an und gehen dann in ein kurzes Stehbankett über. Letzteres ist im diplomatischen Dienst besonders wichtig, weil dort auf kurzem Wege so manch eine wichtige Verabredung getroffen werden kann. Wenn ein Land diplomatische Beziehungen zum Vatikan unterhält, wird der Doyen in der Regel durch den „Apostolischen Nuntius des Heiligen Stuhls“ gestellt. Seit 2013 fungiert der aus Kroatien stammende Erzbischof Nikola Eterovic als Doyen für das Diplomatische Korps in Deutschland.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 6. Januar 2026

Sternsinger schreiben 20*C+M+B+26 ans Schloss Bellevue

Heute besuchten 20 Sternsinger aus der Pfarrei St. Ewaldi in Dortmund-Aplerbeck den Bundespräsidenten und seine Gattin im Schloss Bellevue. Die Pfarrei gehört zum Erzbistum Paderborn. Die Kinder sammeln in diesem Jahr für Kinder in Bangladesch. Auch der Bundespräsident übergab eine Spende.

 

Der 6. Januar wird von der katholischen Kirche als Dreikönigstag gefeiert. Mit den drei Königen sind die "Weisen aus dem Morgenland" oder richtiger übersetzt "Magier aus dem Osten" gemeint, deren Besuch beim neugeborenen Jesus in Matthäus 2 beschrieben wird. Später wurden daraus die drei Könige Kaspar (Anklang an das hebräische Wort für Gold/Geld), Melchior (Anklang an das hebräische Wort für König) und Balthasar (vom babylonischen Wort Schutz). Seit 68 Jahren gibt es das Sternsingen, bei dem Kinder als Könige verkleidet durch die Straßen ziehen und Spenden für Projekte und Hilfswerke sammeln. Dabei gehört es zur Tradition, auch das Bundeskanzleramt und den Bundespräsidenten zu besuchen und dabei den Segen an die Tür zu schreiben: 20*C+M+B+26. Die Auflösung dieser Seegensformel ist folgende: 20...26 bedeutet das neue Jahr. CMB ist die Abkürzung für den lateinischen Spruch "Christus mansionem benedicat!" (Christus segne diese Wohnung). Wichtig ist auch die Anordnung der Zeichen zwischen den Zahlen und Buchstaben: Zuerst wird ein Stern gesetzt, der die Geburt von Jesus Christus symbolisiert und danach werden 3 Kreuze gesetzt, die sich auf seine Kreuzigung beziehen.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 19. Dezember 2025

Botschafter von Indonesien, der Komoren und São Tomé und Príncipe akkreditiert

Das Jahresende und der Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps nahen. So wurden heute noch drei neue Botschafter im Schloss Bellevue akkreditiert. Diese bilden dann gemäß ihres Akkreditierungszeitpunktes den Abschluss des Defilees. Bei etwa 130 diplomatischen Vertretungen in Deutschland dauert das Händeschütteln zum Neujahrsempfang gerne mal eine Dreiviertelstunde.

Botschafter-Akkreditierungen stellen auch einen der komplexesten protokollarischen Abläufe für das Wachbataillon dar. Ehrenzug, Ehrenposten und Flaggenkommando müssen exakt aufeinander abgestimmt sein und zum richtigen Zeitpunkt aufeinander reagieren. Heute war die 7. Kompanie, eine Heereskompanie, eingesetzt. Das Zeremoniell je Botschafter dauert eine halbe Stunde. Dass vier bis sechs Botschafter an einem Tag akkreditiert werden, ist durchaus normal. Botschafter wechseln nach etwa drei Jahren – außer der Apostolische Nuntius, der schon seit vielen Jahren den Vatikan vertritt und als Doyen des Diplomatischen Korps fungiert.

Die Frauenquote lag heute bei null. Dafür kamen alle drei Botschafter aus Regionen im Äquatorbereich: Indonesien, Komoren und São Tomé und Príncipe. Botschafter Abdul Kadir Jailani aus der Republik Indonesien eröffnete die Akkreditierungsserie. Indonesier sind besonders hartnäckig in der Forderung, endlich einmal ihre Hymne vom Stabsmusikkorps gespielt zu hören. Leider wurde der passende Staatsbesuch im November 2025 abgesagt.

 

Indonesien hat über 280 Millionen Einwohner. Es liegt zwischen Thailand und Australien. Die Flagge Indonesiens könnte mit der Flagge Polens verwechselt werden. Die Farben sind allerdings vertauscht: Rot oben und Weiß unten. Indonesien verfügt mit seinen 400.500 aktiven Soldaten über die größte Streitmacht in Südostasien. Sie sind für die Innere Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus zuständig. Beim Kampf gegen den IS gab es eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten. Auch das Engagement Chinas im Südchinesischen Meer haben dazu geführt, dass die Staaten der Region erhöhte Präsenz zeigen und miteinander kooperieren – auch über religiöse Befindlichkeiten hinweg.

Mit dem nächsten Botschafter, Mohamed Chatur Badaoui von der Union der Komoren, gehen wir westwärts auf dem Globus. Die Inselgruppe der Union der Komoren liegt zwischen der Nordspitze Madagaskars und dem nördlichen Mosambik. Bis 1975 war es eine französische Kolonie und wurde dann von islamischen Kräften übernommen. Seitdem gibt es dort immer wieder bewaffnete Putsche, die aber lediglich das Personal an der Regierungsspitze verschieben. Die Komoren zählen weniger als eine Million Einwohner. Von daher ist es verständlich, dass sie keine eigene Botschaft in Deutschland unterhalten, sondern die europäischen Beziehungen von Frankreich aus bearbeitet werden. Für komorische Botschaftsangehörige gibt es also auch kein deutsches Diplomatenkennzeichen.


Mit José Cardoso dos Ramos Cassandra aus der Demokratischen Republik São Tomé und Príncipe überspringen wir den afrikanischen Kontinent westwärts und landen auf einer Inselgruppe vor Gabun und Äquatorialguinea. Die Inselgruppe stand von 1471 bis 1975 unter portugiesischer Herrschaft. Portugiesisch ist auch heute noch die Amtssprache. Die Bevölkerung ist ethnisch stark durchmischt und weist ein erhebliches Wachstum auf. Waren es vor 75 Jahren nur etwa 60.000 Einwohner, so ist deren Zahl inzwischen auf 200.000 angestiegen.

Auch José Cardoso dos Ramos Cassandra vertritt sein Land in mehreren Staaten Europas. Deshalb gibt es auch für Botschaftsfahrzeuge aus São Tomé und Príncipe kein deutsches Diplomatenkennzeichen.


Autor: Matthias Baumann