Heute
Vormittag wurden vier Botschafter aus Südamerika, der Karibik und Vietnam im
Schloss Bellevue akkreditiert. Die Frauenquote lag bei 50 Prozent. Die
komplexen Abläufe des militärischen Zeremoniells wurden durch die 5. Kompanie
des Wachbataillons durchgeführt. Und urlaubsbedingt war der Spielmannszug des
Musikkorps der Bundeswehr aus Siegburg eingesetzt.
Als
Erstes erschien die Botschafterin der Argentinischen Republik,
Betina Alejandra Pasquali, vor dem Schloss Bellevue:
Eine halbe Stunde später folgte
der Botschafter der Föderativen Republik Brasilien, Rodrigo de Lima Baena
Soares:
Danach erschien der Botschafter der Sozialistischen Republik
Vietnam, Nguyen Dac Thanh:
Zum Abschluss der heutigen Akkreditierungen wurde die Botschafterin
von Barbados, Nicolla Simone Rudder, vor das Schloss chauffiert:
Kurz vor der Sommerpause wurden
heute noch drei Botschafter bei Bundespräsident Steinmeier im Schloss Bellevue
akkreditiert. Jeder Botschafter bleibt etwa eine halbe Stunde im Schloss. Zum
Standardprogramm gehört die Begrüßung am Fahrzeug, der Eintrag ins Gästebuch,
das Portrait-Foto des Botschafters ohne Bundespräsident, die Übergabe des
Beglaubigungsschreibens, das Foto mit dem Bundespräsidenten, das Gespräch mit
dem Bundespräsidenten, das Gruppenfoto mit Delegation ohne Bundespräsident, die
militärische Ehrenbezeigung des Hissens der Flagge und die Verabschiedung am
Fahrzeug.
Da die Botschafter in letzter Zeit
immer sehr lange Texte ins Gästebuch schreiben, werden neuerdings zwei Gästebuchseiten
je Botschafter bereitgestellt. Senegal hatte diese heute tatsächlich genutzt.
Auch bei den Flaggen gab es ein
Novum: Sie waren in der Reihenfolge der militärischen Ehrenzeremonie gehisst
worden und nicht wie bisher in Bezug auf das Gebäude. Das BMVg hat sich nach drei Jahren der Klärung gegenüber dem
Bundespräsidialamt durchsetzen können. Das Flaggenprotokoll sieht vor, dass
Flaggen immer von links nach rechts vom Großen zum Kleineren, vom Gast zum
Gastgeber und bei gleichrangigen Flaggen nach Alphabet beflaggt wird.
Wenn die Flagge des Gastes bei dessen Eintreffen bereits gehisst ist, gilt diese Regel für die Ansicht der Flaggen vor dem Gebäude. Wenn die Flagge erst im Beisein des Gastes gehisst wird,
gilt die Regel entsprechend des Standpunktes und der Blickrichtung des Gastes. Deshalb wurde die
Beflaggung am Schloss Bellevue heute komplett umgedreht: vom Eingang aus gesehen EU - Flagge des Gastes - Deutschland. Die Touristen vor dem Schloss hingegen haben die Reihenfolge Deutschland - Flagge des Gastes - EU gesehen. Nach den drei Botschafter-Akkreditierungen wurden die Flaggen von EU und Deutschland wieder in die Gebäude-Reihenfolge umgehisst. Das formale Umhissen derFlaggen von EU und Deutschland durch das Wachbataillon dauert etwa 12 Minuten.
Nun aber zu den neuen Botschaftern:
Um 10 Uhr traf die Botschafterin der
Republik Angola, Maria Isabel G. Godinho de Resende Encoge, am Schloss ein:
Es folgte der Botschafter der
Slowakischen Republik, Juraj Machác:
Um 11 Uhr wurden die heutigen
Akkreditierungen mit der Vorfahrt des Botschafters der Republik Senegal,
Moustapha Ndour, abgerundet:
Bundespräsident Steinmeier
veranstaltet jedes Jahr eine Reise mit dem Diplomatischen Korps und stellt
dabei verschiedene Regionen Deutschlands vor. Dieses Mal ging es nach
Mecklenburg-Vorpommern und auf die Gorch Fock.
Die Diplomaten hatten sich zunächst
die Mecklenburger Metallguss GmbH angeschaut, waren anschließend zum
Mittagessen nach Schwinkendorf zum Schloss und Gut Ulrichshusen gefahren und
durften nach einer Ansprache des Bundespräsidenten das Mittagessen einnehmen.
Dann bewegte sich der lange Konvoi aus schwarzen Limousinen und Bussen nach
Rostock, wo eine Hafenrundfahrt geplant war.
Der letzte Programmpunkt der Reise
in den Nordosten Deutschlands war ein Empfang auf dem Segelschulschiff der
Bundeswehr „Gorch Fock“. Die „Gorch Fock“ ist prädestiniert für diplomatische
Anlässe. Es reist um die Welt, gibt Empfänge in den jeweiligen Häfen und führt
dort die internationalen Schlüsselpersonen zusammen. Auch die Kadetten sind
sehr international aufgestellt, so dass deutsche Marinesoldaten und die
Stammbesatzung immer vom Wind der weiten Welt umweht sind.
Die „Gorch Fock“ an sich erregte
schon jede Menge Aufmerksamkeit bei Urlaubern und Passanten an der Mittelmole
in Warnemünde. Die hohe Präsenz an Polizei, Feldjägern und Marinesoldaten zog
weitere Schaulustige an. Dicht gedrängt und mit fotobereitem Handy warteten sie
auf das, was gleich passieren würde. Zwei Schlauchboote mit Marinesicherungssoldaten
patrouillierten zwischen den Molen. Kurz vor 18 Uhr legten der Bundespräsident
und seine Gäste an. Auch Ministerpräsidentin Manuela Schwesig war dabei.
Die Urlauber waren ganz aus dem
Häuschen und sorgten dafür, dass Frau Schwesig und der Bundespräsident in der
Gunst des Volkes baden konnten. Das ließen sie sich nicht entgehen und
begrüßten die Zuschauer mit Handschlag und Smalltalk. Im Protokoll war das wohl
nicht vorgesehen. Die Botschafter stellten sich währenddessen bereits zum
Gruppenfoto vor der „Gorch Fock“ auf. Nach dem Foto wurde für den
Bundespräsidenten „Seite gepfiffen“ und seine Flagge gehisst. Die Diplomaten folgten
und der Empfang auf dem Schiff konnte beginnen.
In Deutschland sind etwa 130
Botschafter akkreditiert, von denen etwa 2/3 an der Fahrt teilgenommen hatten.
Entsprechend gut war das Deck des Schiffes gefüllt. Das Essen für diese
Empfänge bereitet das Schiffspersonal selbst vor. Der Kreativität sind keine
Grenzen gesetzt. Zudem passt das Buffet immer zum Anlass oder dem jeweils
besuchten Ort oder Land.
Heute wurden zwei neue Botschafter
bei Bundespräsident Steinmeier im Schloss Bellevue akkreditiert. Botschafter-Akkreditierungen
werden mit einem militärischen Zeremoniell begleitet, das als eines der
komplexesten bezeichnet werden kann. Ehrenzug, Flaggenkommando und Ehrenposten
interagieren jeweils für eine halbe Stunde in höchster Präzision miteinander.
Jeder Botschafter und dessen Delegation halten sich für etwa eine halbe Stunde
auf dem gelände des Schlosses auf. Gerne überzieht der Bundespräsident die
Gespräche mit den Botschaftern – insbesondere, wenn er deren Länder bereist hat
oder eine Reise dorthin plant.
Die Portugiesische Republik hat seine Botschafterin Maria
Madalena Lobo Carvalho Fischer nach Berlin entsandt:
Der Unabhängige Staat
Papua-Neuguinea hat seinen Botschafter Joseph Varo nach Berlin entsandt:
Am 23. Mai 2025 wurde eine Urkunde
zur Partnerschaft zwischen der Garde des österreichischen Bundesheeres und dem
Wachbataillon unterzeichnet. Eingebettet war das in einen Appell auf dem
Hubschrauberlandeplatz der Julius-Leber-Kaserne.
Die Beziehungen zwischen Garde und
Wachbataillon sind schon lange sehr eng. Es gibt Besuche hin und her und auch
gemeinsame Übungen im Gelände werden durchgeführt. Im Traditionsraum der Garde
in Wien geht der Besucher als erstes an einer Uniform des Wachbataillons vorbei.
Neben den Kommandeuren der
Schwestereinheiten war auch der Botschafter der Republik Österreich erschienen.
Er übergab bei diesem Appell ein neues Fahnenband ans Wachbataillon. Das
bisherige Fahnenband Österreichs war bereits in die Jahre gekommen und stark ausgeblichen.
Apropos Übergabe: Auch die
Wehrbeauftragte Dr. Eva Högl (SPD) war vor Ort. Sie gab uns das letzte
Interview ihrer Amtszeit. In dieser Woche hatte sie sich mit ihrem Nachfolger
Henning Otte (CDU) getroffen und ihm die Dienststelle des Wehrbeauftragten
übergeben. Sie zeigte sich erfreut, dass unter Demokraten so konstruktiv
zusammengearbeitet werden könne. Henning Otte war lange Zeit Mitglied des
Verteidigungsausschusses und tritt das Amt mit entsprechender Expertise an. Eva
Högl hatte sich nach anfänglicher, allgemeiner Skepsis sehr schnell
eingearbeitet und einen guten Draht zur Truppe aufgebaut. Sie war stets selbst
antwortfähig zu egal welchem Thema der Bundeswehr.