Heute fand die erste Botschafter-Akkreditierung mit
militärischem Zeremoniell am neuen Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen
statt.
Den Auftakt machte um 9 Uhr die neue Botschafterin der
Republik Zypern, Charis Christodoulidou. Vor 30 Jahren hatte sie ihre diplomatische
Laufbahn als Attaché im Außenministerium Zyperns begonnen. Danach war sie in
verschiedenen Abteilungen ihres Ministeriums und ein Jahr als Attaché in
Finnland tätig. Von 2018 bis 2023 leitete sie als Botschafterin die Vertretung
in Irland. Charis Christodoulidou spricht Griechisch, Englisch und ein wenig
Deutsch. Der durch sie repräsentierte Südteil von Zypern hat 1,3 Millionen Einwohner
und dient als wichtiger Stützpunkt für internationales Engagement im Mittelmeerraum
und im Nahen Osten.
Der Botschafter der Republik Korea, Koh Kyungsok, erschien
im traditionellen koreanischen Gewand. Die Republik Korea ist der südliche Teil
der koreanischen Halbinsel. Der im Einparteiensystem geführte Nordteil nennt
sich Demokratische Volksrepublik Korea. Je mehr „Demokratie“ und „Volk“ im
Namen eines Staates stehen, umso diktatorischer wird das Land geführt. Südkorea
hat 51 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 1,94 Billiarden
USD. Nordkorea hat nur 26 Millionen Einwohnen, von denen aber 1,28 Millionen
unter Waffen stehen. Südkorea unterhält aktive Streitkräfte in der Stärke von
450.000 Soldaten. Diese gelten aber als die am besten ausgestatteten in der
Region. Nordkorea spielt regelmäßig mit seinen nuklearen Möglichkeiten, was
Südkorea dauerhaft in Alarmbereitschaft hält. Auch die Grenze zwischen den
beiden Staaten ist so mit Waffentechnik ausgestattet, dass ein Angriff in einer
Katastrophe ungeahnten Ausmaßes enden würde.
Koh Kyungsok ist 58 Jahre alt und blickt auf eine 31-jährige
diplomatische Karriere zurück. Seine bisherigen Auslandsverwendungen reichen
von Frankreich über Katar bis Italien und Deutschland. Er spricht Koreanisch,
Englisch und Deutsch.
Anschließend traf die Botschafterin der Republik Lettland,
Ilze Rūse, ein. Auch Ilze Rūse begann ihre diplomatische Karriere vor 30
Jahren. Sie war zunächst als Attaché an der lettischen Botschaft in Schweden tätig.
Dann ging sie für einige Jahre an ihr Außenministerium, um ab 2006 wieder
international unterwegs zu sein: Österreich, Estland, Belgien, Luxemburg,
Schweden und nun auch Deutschland. Ilze Rūse spricht Englisch, Schwedisch,
Russisch und Deutsch.
Lettland hat knapp zwei Millionen Einwohner und liegt wie
ein Sandwich zwischen Estland und Litauen. Wie alle baltischen Staaten ist auch
Lettland sehr beunruhigt über die russischen Expansionspläne. Derzeit erden
Estland und Lettland durch das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) geschützt.
Der Platz am Interimsbau des Bundespräsidenten war eng
bemessen und die Flaggen beim Hissen nur von außen gut zu sehen. Das
Wachbataillon arrangierte sich in der gewohnt professionellen Art mit der
räumlichen Situation. Ansonsten wirkten Vorfahrt und Abfahrt der Botschafter
wenig repräsentativ. Ungewöhnlich war zudem die Nutzung des Fahrstuhls, um dem
Bundespräsidenten in der 6. Etage das Beglaubigungsschreiben übergeben zu
können. Hier wird seitens des Protokolls und des Bundespräsidialamtes noch
nachjustiert.
Am 23. Juli 2026 wurden sieben
Botschafter akkreditiert. Die Akkreditierungen fanden im Gästehaus des
Auswärtigen Amtes, der Villa Borsig, am Tegeler See statt. Das Schloss Bellevue
wird in den nächsten Jahren saniert und der Interimsbau des Präsidialamtes ist
zu klein und wenig repräsentativ. Deshalb finden protokollarische Anlässe
dieser Art unter anderem in der Villa Borsig statt. Auch für das Wachbataillon
war das der erste Einsatz bei einer Botschafter-Akkreditierung vor der Villa
Borsig. Botschafter-Akkreditierungen stellen eines der komplexesten
protokollarischen Anlässe dar, weil Ehrenposten, Ehrenzug, Spielmannszug und
Flaggenkommando punktgenau interagieren müssen.
In folgender Reihenfolge wurden die
Botschafter heute akkreditiert:
Botschafter von Georgien, Aleksandre Kartozia Botschafter der Republik Chile, Jorge Eduardo Sandrock
Carrasco Botschafterin der Republik Honduras, Sandra Yamileth Ponce
Aguilera Botschafter der Bundesrepublik Nigeria, Ita Solomon James
Enang Botschafter der Islamischen Republik Mauretanien, Sidi Aly
Sidi Aly Apostolischer Nuntius, Erzbischof Hubertus Matheus Maria Van
Megen Botschafter der Republik Madagaskar, Alain Manajary
Razafimbelo
Es begann um 10.30 Uhr mit Aleksandre Kartozia aus Georgien.
Aleksandre Kartozia ist 67 Jahre alt und hat langjährige Beziehungen zu
Deutschland. Von 1977 bis 1979 hatte er an der Humboldt-Universität studiert,
später eine deutsche Schule in Tblissi geleitet und an der Viadrina in
Frankfurt/Oder gearbeitet. Er ist Sprachwissenschaftler mit Schwerpunkt
Deutsch. Georgien hat knapp fünf Millionen Einwohner und ein
Bruttoinlandsprodukt von 40 Milliarden USD. Nach dem russischen Überfall und
der Abspaltung von Abchasien und Südossetien im Sommer 2008 wendet sich
Georgien der NATO zu. Die instabile innenpolitische Situation erfreut sich im
Westen allerdings einer gewissen Skepsis, so dass Georgien immer noch
bündnislos in der Region umherwabert. Flankiert wird diese Skepsis durch mehr
als 12.000 straffällige Georgier, die 2025 allein in Deutschland auffällig
geworden sind.
Es folgte der Botschafter der Republik Chile, Jorge Eduardo
Sandrock Carrasco. Chile hat 19 Millionen Einwohner und ein
Bruttoinlandsprodukt von 363 Milliarden USD. Sicherheitspolitisch ist es eher
ruhig in Chile. Man konzentriert sich auf Katastropheneinsätze und die
Modernisierung des Materials wie zum Beispiel der Fregatten oder die
Anschaffung eines Eisbrechers für Antarktis-Missionen. Chile unterhält gute
Beziehungen zu den USA, aber auch zu Brasilien und Kolumbien. Das chilenische
Militär war ab 1886 maßgeblich durch den preußischen Hauptmann Emil Körner
geprägt worden: Generalstab, Wehrpflicht, Uniformen, Musik und Militärdoktrin.
Körner konnte sich auf diese Weise innerhalb weniger Jahre zum Oberbefehlshaber
der chilenischen Streitkräfte hocharbeiten.
Die einzige Frau im heutigen Akkreditierungsmarathon war
Sandra Yamileth Ponce Aguilera aus der Republik Honduras. Honduras hat knapp
zehn Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von etwa 41 Milliarden
USD. Honduras hat – ähnlich Costa Rica – den Atlantik (Karibik) im Norden und
den Pazifik im Süden. Wobei die Pazifikküste als eine Bucht zwischen El
Salvador und Nicaragua bezeichnet werden könnte. Organisierte Kriminalität und
Drogenschmuggel sind die wichtigsten sicherheitspolitischen Herausforderungen
des Landes. Bei deren Behandlung wird Honduras maßgeblich von den USA
unterstützt.
Anschließend erschien Ita Solomon James Enang aus der
Bundesrepublik Nigeria. Ita Solomon James Enang ist 63 Jahre alt und blickt auf
eine langjährige politische Karriere zurück. Bereits 1987 wurde er als
politischer Berater engagiert, brachte seine Region wirtschaftlich voran und
kandidierte für den Senat der Nordost-Region seines Landes. Nigeria hat über
240 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 334 Milliarden USD.
Sicherheitspolitisch hat Nigeria mit inländischen und internationalen
Terrorgruppen umzugehen und nimmt dafür gerne die Hilfe von Deutschland,
Großbritannien und den USA in Anspruch. 80 britische Soldaten sind in Nigeria
stationiert. Nigeria beteiligt sich an verschiedenen Auslandseinsätzen der UNO.
Ansonsten unterhält das Land gute Beziehungen zu Pakistan.
Sidi Aly Sidi Aly wird zukünftig die Islamische Republik
Mauretanien vertreten. Mauretanien ist das riesige Land, das Mali im Westen vom
Atlantik trennt. Mauretanien hat fünf Millionen Einwohner, ein
Bruttoinlandsprodukt von knapp 13 Milliarden USD und eine beeindruckende
Wüstenlandschaft, zu der auch die berühmte Richat Structure gehört. Aufgrund
der Lage hat das Land erhebliche Herausforderungen bezüglich des
grenzüberschreitenden Terrorismus und der zentralafrikanischen Migrationsrouten
zu meistern. Kein Wunder also, dass die EU und die USA das Land unterstützen.
Ansonsten ist man in Mauretanien eher auf China ausgerichtet.
Der Apostolische Nuntius des Heiligen Stuhls, ErzbischofHubertus Matheus Maria Van Megen, ist der neue Botschafter des Vatikans und löst
Erzbischof Nicola Eterovic ab. Dieser hatte den Vatikan von 2013 bis 2026
vertreten und als Doyen (Leiter) des Diplomatischen Korps in Deutschland
fungiert. Mit 75 Jahren hat er nun seine Karriere beendet. Normalerweise
richtet sich die Rangfolge beim Diplomatischen Korps nach dem Zeitpunkt der
Akkreditierung im Gastland. Es ist also auch wichtig, wer heute in welcher
Reihenfolge akkreditiert wurde. In Ländern, in denen der Vatikan eine Botschaft
unterhält, ist es jedoch üblich, deren Apostolischen Nuntius automatisch als
Doyen des Diplomatischen Korps einzusetzen – so auch in Deutschland. Er wird
die offiziellen Reden bei diplomatischen Empfängen halten und bei Defilees als
Erster den Gastgeber begrüßen. Bei Defilees folgen dann die weiteren Botschafter
in der Reihenfolge ihres Akkreditierungszeitpunktes. Erzbischof Hubertus
Matheus Maria Van Megen ist 64 Jahre alt und stammt aus Limburg in den
Niederlanden. 1987 wurde er zum Priester geweiht, hat langjährige diplomatische
Erfahrungen in Afrika, bei der UNO und in Genf. Er spricht fließend Deutsch.
Zum Abschluss der heutigen Akkreditierungen erschien der
Botschafter der Republik Madagaskar, Alain Manajary Razafimbelo. Madagaskar ist
eine riesige Insel östlich von Tansania, Mosambik und Südafrika. Madagaskar hat
30 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 21 Milliarden USD.
Historisch betrachtet haben die Franzosen ihren Fußabdruck in Madagaskar
hinterlassen. Französisch wird dort neben Malagasy als weitere Amtssprache
geführt. Worte und Namen in Malagasy sind extrem lang, aber durch den Wechsel
von Konsonanten und Vokalen gut aussprechbar. Madagaskar fühlt sich seit seiner
Unabhängigkeit von Frankreich mit Russland und China verbunden. Madagaskar hat
einige Einzigartigkeiten zu bieten. Dazu gehören die Lemuren, riesige
Affenbrotbäume und die Tsingy-Landschaft im mittleren Westen der Insel.
Heute wurden zwei Botschafter bei
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue akkreditiert.
Die neue Botschafterin von
Neuseeland, Jane Charlotte Coombs, blickt auf eine längere diplomatische
Karriere zurück. Sie war Botschafterin in Südkorea, ständige Vertreterin bei
der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und
darüber hinaus in Frankreich, Monaco, Portugal und Senegal akkreditiert.
Neuseeland hat etwa fünf Millionen
Einwohner, ein Verteidigungsbudget von 3,25 Milliarden USD und 8.900 aktive
Militärangehörige. Neuseeland konzentriert sich angesichts der chinesischen
Expansionspolitik auf den Ausbau seiner maritimen Fähigkeiten. Unterstützt wird
der Inselstaat durch Australien und die USA.
Anschließend wurde der Botschafter
der Mongolei, Oyunbaatar Jagdag, akkreditiert. Er erschien in traditioneller
mongolischer Kleidung und wurde von Prof. Dr. Corff übersetzt. Da das Schloss Bellevue
demnächst renoviert werden soll und der Hauptteil und der Nordflügel bereits
gesperrt sind, könnte diese Akkreditierung der letzten offiziellen Anlässe dort
gewesen sein.
Die Mongolei liegt zwischen dem
asiatischen Teil Russlands im Norden und China im Süden. Wegen der kriegerischen
Geschichte der Mongolei hatten die Chinesen an ihrer Nordgrenze die berühmte
chinesische Mauer errichtet. Die Mongolei hat 3,5 Millionen Einwohner und 9.700
aktive Soldaten. Sie verfügt jedoch über 137.000 Reservisten. Das Land versucht
gute Beziehungen zu seinen Nachbarn zu erhalten und führt gemeinsame Übungen
mit Russland und China durch. Die Mongolei unterhält aber auch Kontakte zur
NATO – insbesondere zur Türkei, den USA, Deutschland und Tschechien. Zudem
beteiligt sich die Mongolei an verschiedenen UN-Einsätzen wie UNIFIL, UNMISS,
UNISFA, MINURSO, MONUSCO, MINUSCA und UNFICYP.
Heute fand der traditionelle Neujahrsempfang des
Diplomatischen Korps bei Bundespräsident Steinmeier statt.
Bei weit über 100 diplomatischen Vertretungen und
internationalen Organisationen kann allein schon das Defilee mehr als eine Stunde dauern. Normalerweise wird die Begrüßungszeremonie durch den Doyen des
Diplomatischen Korps angeführt und erfolgt dann in der Reihenfolge ihrer
Akkreditierung. Bei der Akkreditierung kommt es neben dem Datum auch auf die
Uhrzeit an. Mitte Dezember 2025 waren noch die drei Botschafter aus Indonesien,
der Komoren und von São Tomé und Príncipe in ebendieser Reihenfolge akkreditiert
worden.
Dem Defilee schließen sich die Reden des Bundespräsidenten
und des Doyen an und gehen dann in ein kurzes Stehbankett über. Letzteres ist
im diplomatischen Dienst besonders wichtig, weil dort auf kurzem Wege so manch
eine wichtige Verabredung getroffen werden kann. Wenn ein Land diplomatische
Beziehungen zum Vatikan unterhält, wird der Doyen in der Regel durch den
„Apostolischen Nuntius des Heiligen Stuhls“ gestellt. Seit 2013 fungiert der
aus Kroatien stammende Erzbischof Nikola Eterovic als Doyen für das
Diplomatische Korps in Deutschland.
Das Jahresende und der Neujahrsempfang des Diplomatischen
Korps nahen. So wurden heute noch drei neue Botschafter im Schloss Bellevue
akkreditiert. Diese bilden dann gemäß ihres Akkreditierungszeitpunktes den
Abschluss des Defilees. Bei etwa 130 diplomatischen Vertretungen in Deutschland
dauert das Händeschütteln zum Neujahrsempfang gerne mal eine Dreiviertelstunde.
Botschafter-Akkreditierungen stellen auch einen der komplexesten
protokollarischen Abläufe für das Wachbataillon dar. Ehrenzug, Ehrenposten und
Flaggenkommando müssen exakt aufeinander abgestimmt sein und zum richtigen
Zeitpunkt aufeinander reagieren. Heute war die 7. Kompanie, eine
Heereskompanie, eingesetzt. Das Zeremoniell je Botschafter dauert eine halbe
Stunde. Dass vier bis sechs Botschafter an einem Tag akkreditiert werden, ist
durchaus normal. Botschafter wechseln nach etwa drei Jahren – außer der
Apostolische Nuntius, der schon seit vielen Jahren den Vatikan vertritt und als
Doyen des Diplomatischen Korps fungiert.
Die Frauenquote lag heute bei null. Dafür kamen alle drei
Botschafter aus Regionen im Äquatorbereich: Indonesien, Komoren und São Tomé
und Príncipe. Botschafter Abdul Kadir Jailani aus der Republik Indonesien
eröffnete die Akkreditierungsserie. Indonesier sind besonders hartnäckig in der
Forderung, endlich einmal ihre Hymne vom Stabsmusikkorps gespielt zu hören.
Leider wurde der passende Staatsbesuch im November 2025 abgesagt.
Indonesien hat über 280 Millionen Einwohner. Es liegt
zwischen Thailand und Australien. Die Flagge Indonesiens könnte mit der Flagge
Polens verwechselt werden. Die Farben sind allerdings vertauscht: Rot oben und
Weiß unten. Indonesien verfügt mit seinen 400.500 aktiven Soldaten über die
größte Streitmacht in Südostasien. Sie sind für die Innere Sicherheit und den
Kampf gegen den Terrorismus zuständig. Beim Kampf gegen den IS gab es eine enge
Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten. Auch das Engagement Chinas im Südchinesischen
Meer haben dazu geführt, dass die Staaten der Region erhöhte Präsenz zeigen und
miteinander kooperieren – auch über religiöse Befindlichkeiten hinweg.
Mit dem nächsten Botschafter, Mohamed Chatur Badaoui von der
Union der Komoren, gehen wir westwärts auf dem Globus. Die Inselgruppe der
Union der Komoren liegt zwischen der Nordspitze Madagaskars und dem nördlichen
Mosambik. Bis 1975 war es eine französische Kolonie und wurde dann von
islamischen Kräften übernommen. Seitdem gibt es dort immer wieder bewaffnete Putsche,
die aber lediglich das Personal an der Regierungsspitze verschieben. Die
Komoren zählen weniger als eine Million Einwohner. Von daher ist es
verständlich, dass sie keine eigene Botschaft in Deutschland unterhalten,
sondern die europäischen Beziehungen von Frankreich aus bearbeitet werden. Für
komorische Botschaftsangehörige gibt es also auch kein deutsches
Diplomatenkennzeichen.
Mit José Cardoso dos Ramos Cassandra aus der Demokratischen
Republik São Tomé und Príncipe überspringen wir den afrikanischen Kontinent
westwärts und landen auf einer Inselgruppe vor Gabun und Äquatorialguinea. Die
Inselgruppe stand von 1471 bis 1975 unter portugiesischer Herrschaft.
Portugiesisch ist auch heute noch die Amtssprache. Die Bevölkerung ist ethnisch
stark durchmischt und weist ein erhebliches Wachstum auf. Waren es vor 75
Jahren nur etwa 60.000 Einwohner, so ist deren Zahl inzwischen auf 200.000
angestiegen.
Auch José Cardoso dos Ramos Cassandra vertritt sein Land in
mehreren Staaten Europas. Deshalb gibt es auch für Botschaftsfahrzeuge aus São
Tomé und Príncipe kein deutsches Diplomatenkennzeichen.