Mittwoch, 27. Mai 2026

Botschafter von Neuseeland und der Mongolei akkreditiert

Heute wurden zwei Botschafter bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue akkreditiert.


Die neue Botschafterin von Neuseeland, Jane Charlotte Coombs, blickt auf eine längere diplomatische Karriere zurück. Sie war Botschafterin in Südkorea, ständige Vertreterin bei der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und darüber hinaus in Frankreich, Monaco, Portugal und Senegal akkreditiert.

Neuseeland hat etwa fünf Millionen Einwohner, ein Verteidigungsbudget von 3,25 Milliarden USD und 8.900 aktive Militärangehörige. Neuseeland konzentriert sich angesichts der chinesischen Expansionspolitik auf den Ausbau seiner maritimen Fähigkeiten. Unterstützt wird der Inselstaat durch Australien und die USA.


Anschließend wurde der Botschafter der Mongolei, Oyunbaatar Jagdag, akkreditiert. Er erschien in traditioneller mongolischer Kleidung und wurde von Prof. Dr. Corff übersetzt. Da das Schloss Bellevue demnächst renoviert werden soll und der Hauptteil und der Nordflügel bereits gesperrt sind, könnte diese Akkreditierung der letzten offiziellen Anlässe dort gewesen sein.

Die Mongolei liegt zwischen dem asiatischen Teil Russlands im Norden und China im Süden. Wegen der kriegerischen Geschichte der Mongolei hatten die Chinesen an ihrer Nordgrenze die berühmte chinesische Mauer errichtet. Die Mongolei hat 3,5 Millionen Einwohner und 9.700 aktive Soldaten. Sie verfügt jedoch über 137.000 Reservisten. Das Land versucht gute Beziehungen zu seinen Nachbarn zu erhalten und führt gemeinsame Übungen mit Russland und China durch. Die Mongolei unterhält aber auch Kontakte zur NATO – insbesondere zur Türkei, den USA, Deutschland und Tschechien. Zudem beteiligt sich die Mongolei an verschiedenen UN-Einsätzen wie UNIFIL, UNMISS, UNISFA, MINURSO, MONUSCO, MINUSCA und UNFICYP.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 20. Mai 2026

Automitive-Industrie sucht Anschluss bei der Rüstungsproduktion

Gestern fand im Marienpark Berlin-Tempelhof ein Netzwerktreffen der Automotive-Industrie und Partnern aus der Ukraine statt. Das Thema war "From Prototype to Arsenal, Applying Automotive Principles to Scale Europe's Drone Production" (Vom Prototyp zum Arsenal: Anwendung von Prinzipien aus der Automobilindustrie zur Skalierung der europäischen Drohnenproduktion).


Es ist ein ermutigendes Zeichen im Sinne der Gesamtverteidigung, dass sich allerorts auch zivile Akteure Gedanken um ihren Beitrag machen. Für die Koordinierung dieser Initiativen wäre das Innenministerium zuständig, hat sich aber durch sein zu langes Zögern selbst von der Entwicklung abgehängt. Die Bundeswehr und das BMVg, die dafür nur marginal zuständig zeichnen, sind eine treibende Kraft, die Fähigkeiten zu bündeln, können und wollen das aber nicht vollumfänglich leisten.

So entwickeln sich Insellösungen parallel und bilden ab und zu Schnittstellen. Die IHK Berlin unter Manja Schreiner hatte am 27. April 2026 den „TechHUB SVI Ost“ vorgestellt, an dem der Regierende Bürgermeister, die Senatsverwaltung für Wirtschaft, Berlin Partner, die Unternehmensverbände (UVB) Berlin-Brandenburg und die Privatwirtschaft beteiligt sind. Bei diesem ganztägigen Anlass kamen auch die Entwickler des Marienparks in Berlin-Tempelhof zu Wort. Der Marienpark solle über die nächsten Jahre zu einem Zentrum der DefTech (Verteidigungstechnologie) mit öffentlichen und gesicherten Bereichen werden.

Interessant also, dass sich die Automotiv-Industrie gerade dort traf. Interessant aber auch, dass es offensichtlich keine Verbindungen zu anderen Akteuren wie dem „TechHUB SVI Ost“ gab. Auch kannte kaum jemand von den Teilnehmern den Bundesverband der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie e.V., welcher sich als Übersetzer im Dialog zwischen Rüstungsindustrie und Behörden versteht. Die Firmen der Automotiv-Industrie erleben derzeit eine mehr oder weniger große Flaute, die sie mit Rüstungsprodukten oder Einzelkomponenten aufzufangen suchen. Sie haben sich ihren eigenen Weg zur Umsetzung gesucht und Kontakt zu ukrainischen Herstellern und Endabnehmern aufgenommen. Der Vernetzungsgrad ist sehr hoch und es werden auch schon Geschäfte gemacht.

Besonders interessant waren die Vorträge der ukrainischen Gäste, da sie den direkten und täglichen Bezug zu den Produkten haben. Die Ukrainer freuen sich, wenn sie deutsche Produkte im Realszenario testen können und bieten diese Tests proaktiv an. Der Flaschenhals sei nicht die eigentliche Herstellung, sondern der Test im realen Szenario. Besteht ein Produkt den Test und liefert entsprechende Ergebnisse, wird das Produkt sehr schnell vom ukrainischen Verteidigungsministerium zertifiziert und in die Truppe integriert. Gleichzeitig beginnt das Training der Soldaten am Produkt und die Serienproduktion kann beginnen. Oftmals zieht das sogar eine globale Nachfrage nach sich, wodurch die Umsätze erheblich gesteigert werden können. Den Zuhörern wurden einige dieser Erfolgsgeschichten vorgestellt.

Aber Achtung! Die Ukrainer geben bei aller Begeisterung über insbesondere deutsche Rüstungsgüter zu bedenken, dass diese sehr gut, aber nur bis 2022 nützlich sind. Hier müsse ein Umdenkungsprozess stattfinden: Zeitgemäße Rüstungsprodukte müssten demnach günstig in der Anschaffung, reichlich verfügbar und modular aufgebaut sein. Zudem sollten Firmen immer auch eine Zerstörung ihrer Produktionsstätte einkalkulieren und Maßnahmen zur lückenlosen Weiterproduktion ergreifen. Auch sei es wichtig, mögliche Gegenprodukte mitzudenken, um schnell auf die Einführung dieser Gegenmaßnahmen reagieren zu können. Die Zeitzyklen der Entwicklung werden immer kürzer. Ging man 2022 von Mitteln aus, die ein Ziel bekämpfen und manuell gesteuert werden, sind es aktuell ferngesteuerte Systeme, die 50 Ziele bekämpfen können. Bis 2029 wird erwartet, dass autonome Systeme bis zu 500 Ziele bekämpfen können. 2029 ist in drei Jahren und entspricht dem Jahr, in dem die Bundeswehr einen russischen Angriff auf die NATO für möglich hält.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 19. Mai 2026

Schweizerischer Präsident Guy Parmelin zum Arbeitsbesuch im Kanzleramt

Heute wurde der Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Guy Parmelin, durch Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Gesprächstermin empfangen.


Die Schweiz begibt sich in Sicht auf die gestiegene Bedrohungslage immer weiter unter den Schirm europäischer Abwehrmaßnahmen wie der European Sky Shield Initiative (ESSI). Die Initiative wurde auf deutsche Anregung hin ins Leben gerufen und steht auch neutralen Staaten wie Schweiz oder Österreich zur Verfügung, wenn sie es den wollen. In den Gesprächen ging es aber auch um die wirtschaftlichen Beziehungen.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 18. Mai 2026

Bulgariens Ministerpräsident von Friedrich Merz empfangen

Heute Nachmittag wurde der Ministerpräsident der Republik Bulgarien, Rumen Ravew, zu seinem Antrittsbesuch mit militärischen Ehren durch Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundeskanzleramt empfangen.


Rumen Ravew ist 62 Jahre alt und ehemaliger Kampfpilot. Seine militärische Karriere beendete er als Generalmajor. Zwischen 2014 und 2016 war er Kommandeur der bulgarischen Luftwaffe. 2017 wechselte er in die Politik und fungierte bis Januar 2026 Präsident von Bulgarien. Bei den jüngsten Parlamentswahlen gewann sein Parteienbündnis „Progessives Bulgarien“. Dadurch wurde er zum Ministerpräsidenten. Das „Progressive Bulgarien“ vereint ein Spektrum aus sozialdemokratischen bis linksextremistischen Parteien mit einem starken nationalen Fokus und hoher Skepsis gegenüber der EU.

Autor: Matthias Baumann

Sultan von Brunei Darussalam in der Villa Borsig empfangen

Heute Vormittag wurde Sultan Haji Hassanal Bolkiah von Brunei Darussalam durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig zu einem Arbeitsbesuch empfangen.


Brunei Darussalam wird im Osten, Süden und Westen durch Malaysia umschlossen und grenzt im Norden an das Westphilippinische Meer. Es liegt damit etwa auf halbem Seeweg zwischen Singapur und den Philippinen. Brunei Darussalam hat etwa 500.000 Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 16,5 Milliarden USD. Die Streitkräfte umfassen 7.200 Soldaten und konzentrieren sich hauptsächlich auf die Bekämpfung von Terrorismus und Aufständen. Brunei stellt Trainingsgebiete für Singapur zur Verfügung. Trotz seiner kleinen Streitkraft beteiligt es sich mit 30 Soldaten an der UN-Mission UNIFIL im Libanon.

Die Villa Borsig liegt am Tegeler See im Nordwesten von Berlin und dient als Gästehaus des Auwärtigen Amtes. Seit 2025 wird die Villa Borsig vermehrt für Staatsbesuche und internationale Gespräche genutzt. Friedrich Merz fremdelt wohl mit Schloss Meseberg, weil dieses durch seine innerparteiliche Erzrivalin Angela Merkel für die Bundesregierung aktiviert worden war. Aufgrund der Renovierung von Schloss Bellevue sucht nun auch der Bundespräsident nach geeigneten Liegenschaften für diplomatische Anlässe. Heute fand sein erster Test mit der Villa Borsig statt. Für militärische Ehren mit Ehrenbataillon ist das Areal aber nicht geeignet. Deshalb ist derzeit die Kastanienrampe zwischen Innenministerium und Bundeskanzleramt im Gespräch. Es liegt jedoch noch keine abschließende Entscheidung vor.

Autor: Matthias Baumann