Freitag, 6. November 2026

König von Tonga besucht Deutschland

Heute Vormittag wurde der König des Königreichs Tonga, Tupou VI., durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren im Bendlerblock empfangen.


Tonga hat etwa 100.000 Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 616 Millionen USD. Der Inselstaat liegt östlich von Australien im Südpazifik und ist als maritime Zwischenstation für Seemächte interessant. Das Deutsche Reich sicherte sich 1876 im Zuge seiner beginnenden kolonialen Interessen die Nutzung der tongaischen Häfen für seine Kriegsschiffe. Nur 23 Jahre wurden diese Rechte an die Briten übertragen. 1970 wurde Tonga unabhängig, gehört aber weiterhin dem Commonwealth an.

König Topou VI. ist Thronfolger einer Erbmonarchie, die mit König George Tupou I. um 1852 seinen Anfang nahm. Damit gingen 50 Jahre der Stammesfehden zu Ende. George Tupou I. hieß vorher Siaosi Taufaʻahau Tupou und wurde bei seiner Hinwendung zum christlichen Glauben auf George Tupou I. getauft. Vor diesen Stammesfehden hatte für etwa 900 Jahre das tongaische Imperium existiert. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Inselgruppe schon seit 5.000 Jahren bewohnt ist.

König Topou VI. und seine Gattin weilen schon seit Montag in Deutschland. Die in London ansässige Botschafterin des Königreichs Tonga war am19. Oktober 2026 akkreditiert worden.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 5. November 2026

Kommandowechsel beim Wachbataillon

Heute Nachmittag wurde das Kommando des Wachbataillons von Oberstleutnant Maik Teichgräber an Oberstleutnant Jens Jänicke übergeben.


Neue Kommandeure des Wachbataillons sind oft einmedial unbeschriebenes Blatt, so dass auch über Jens Jänicke im Internet kaum etwas zu finden ist, außer dass er 2008 das Ehrengeleit für Philipp Freiherr vonBoeselager in Ahrweiler geführt hatte. Diese Verwendung im Wachbataillon als Zugführer und später auch Kompaniechef bestätigte auch der Kommandeur desKommandos Feldjäger, Brigadegeneral Sandro Wiesner, in seiner heutigenAnsprache. Jens Jänicke hat einige Karriereüberschneidungen mit dem scheidenden Kommandeur.

Oberstleutnant Teichgräber hatte am 30. November 2023 recht kurzfristig das Wachbataillon übernommen und dieses nun drei Jahre lang geführt. Sein erklärter Schwerpunkt war die Herausstellung des Doppelauftrages als infanteristischer Schutzverband und als Verband für den protokollarischen Ehrendienst. So erfolgten regelmäßige Übungen im Grünen – auch im Ausland - und so medienwirksame Trainings wie „Bollwerk Bärlin“, das maßgeblich durch einen verbandsinternen Fallschirmjäger-Major konzipiert und geleitet worden war. Seit 2023 wuchs der Personalbestand auf und der Bart wurde erlaubt. Letzteres war bei internen Diskussionsrunden als Personalbindungsmittel identifiziert worden.

Im Oktober 2024 wurde das Wachbataillon dem Kommando Feldjäger unterstellt. Das geschah im Zuge verschiedener Umstrukturierungen in der Bundeswehr. Mit den Feldjägern arbeitet das Wachbataillon insbesondere bei Minister- oder Inspekteursbesuchen zusammen.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 3. November 2026

Berlin Security Conference 2026 mit Schwerpunkt Litauen

Heute und morgen findet die Berlin Security Conference (BSC) statt. Es ist gute Tradition, dass die BCS den Fokus auf einen Staat setzt, der gleichzeitig aktiv an der Gestaltung der Konferenz mitwirkt. Im letzten Jahr war es Schweden unter Beteiligung hochrangiger Gäste wie der Kronprinzessin. In diesem Jahr ist es Litauen, deren Präsident eigens dafür angereist. Vorab war er noch mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt begrüßt worden.


Wegen des Russland-Problems war Schweden der NATO beigetreten und Litauen baut seit Jahren aktiv seine Verteidigungsstrukturen aus. Deutschland leistet hier einen wichtigen Beitrag. In einigen Bereichen wie dem Konzept der Gesamtverteidigung sind Länder wie Schweden und Litauen deutlich weiter als Deutschland. Hier können wir noch viel lernen. Deutschland hole laut eines PwC-Analysten schnell auf, aber es gehe immer noch zu langsam. So wisse der Bürger in Deutschland bisher nicht, was seine Rolle im Falle eines Krieges oder einer größeren Krise sei. Taiwan beispielsweise bereitet seine Bevölkerung auf einen Angriff durch China vor und bedient sich dazu ähnlicher Mittel wie Schweden. Fei Fan Lin, der stellvertretende Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates Taiwans, zeigte dazu heute stolz das kleine Heft „In Case of Crisis“. Abschreckung sei nur dann glaubhaft, wenn der Gegner den Eindruck habe, dass die gesamte Gesellschaft wehrhaft reagiere.

Die BSC war noch nie so gut besucht wie heute. Da für den Nachmittag auch der ukrainische Präsident Selenskyj erwartet wurde, waren die Sicherheitsvorkehrungen auf die höchste Stufe gefahren worden. Wer einen Laptop oder eine Tasche dabeihatte, musste mit Wartezeiten bis zu 90 Minuten rechnen. Auch bei S-Bahn, U-Bahn, Tram und Autoverkehr gab es erhebliche Einschränkungen. Viele Berliner waren darauf nicht vorbereitet.

Als Selenskyj mit einiger Verspätung eintraf wurde er mit Standing Ovations und zahllose Handyaufnahmen empfangen. Der Saal war bis zum letzten Stehplatz gefüllt. Selenskyj zeigte sich sehr dankbar gegenüber den Unterstützern der Ukraine. Deutschland sei ein Garant für Freiheit und Stabilität in Europa. Allerdings erkenne er auch, dass die Bevölkerung in Deutschland nicht bereit sei für die aktuelle Phase des Krieges gegen den Westen. Man müsse mit Russland die gleiche Sprache sprechen, die es selbst anwende, weil es die Sprache der Diplomatie weder verstehe noch spreche.

Der Umgang mit Russland zog sich durch sämtliche Podiumsdiskussionen und Nebenveranstaltungen. Russland müsse auf hybride Maßnahmen ausweichen, da es die NATO auf konventionellem Wege nicht schlagen könne. Ein regelmäßig getesteter Punkt ist die Einheit innerhalb der NATO. Generalleutnant a.D. Ben Hodges plädierte dafür, das Problem endlich beim Namen zu nennen und nicht immer nur von „Grauzonen“ oder „hybridem Krieg“ zu reden: „Russland ist im Krieg mit dem Westen.“ NATO-General Ingo Gerhartz ging darauf ein, dass Europa immer unterstellt werde, es tue zu wenig. Das sei nicht richtig. Man führe Manöver an der Ostflanke durch und zeige Russland, dass man entschlossen und fähig sei, Kaliningrad einzunehmen, wenn es denn sein muss. Die Kosten für Russland müssen so in die Höhe getrieben werden, dass ein Angriff unattraktiv erscheint.

Das Programm der BSC ist umfangreich: Auf der Hauptbühne gibt es Diskussionsrunden zu Wachsamkeit, glaubhafter Abschreckung, Gesamtverteidigung unter Einbeziehung der gesamten Gesellschaft, Engagement an Nebenschauplätzen, Zusammenhalt in der NATO, hybride Sicherheitsszenarien und sich wandelnde gegnerische Akteure, militärische Fähigkeiten und Drohnen. Regional wird auf das Baltikum, das Mittelmehr und den Indo-Pazifik geschaut. Jede Teilstreitkraft der Bundeswehr hat hochkarätig besetzte Workshops. Und in den Pausen gibt es viel Gelegenheit zur Vernetzung. Militärattachés, die Rüstungsindustrie, Generale, Minister und Verteidigungsexperten sind hier auf engstem Raum zusammen und können sich gar nicht übersehen.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 2. November 2026

Britischer Verteidigungsminister Wes Streeting zum Antrittsbesuch empfangen

Am Nachmittag wurde der neue britische Verteidigungsminister, Wesley Paul William Streeting - kurz Wes Streeting – durch Boris Pistorius mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch empfangen. Anschließend gab es Gespräche und eine Pressekonferenz.


Wes Streeting ist 43 Jahre alt, hat in Cambridge Geschichte studiert und ist seit 2015 Abgeordneter des britischen Unterhauses. Von 2024 bis 2026 war er Gesundheitsminister und seit Juli 2026 fungiert er als Verteidigungsminister. Entsprechend groß ist die Skepsis gegenüber seiner militärischen Kompetenz.

Dieses Defizit gleicht er damit aus, dass er eine klare Linie in der Verteidigungspolitik fährt und sich mit fachkundigem Personal umgibt. Schon Clausewitz plädierte vor mehr als 200 Jahren dafür, dass der Verteidigungsminister von einem Zivilisten geführt werde. Gleiches wurde noch einmal von den Gründungsvätern der Bundeswehr bekräftigt. Ein Verteidigungsminister muss in zwei Richtungen arbeiten: Erstens muss er die Truppe verstehen und einen guten Draht zu ihr aufbauen. Und zweitens muss er in der Politik gut vernetzt sein, um die Bedürfnisse der Truppe im Parlament durchzubekommen. Wes Streeting wird Durchsetzungsstärke nachgesagt, so dass er in diesem Amt durchaus brillieren könnte. Quellen aus dem militärisch-diplomatischen Umfeld bestätigen, dass er im britischen Verteidigungsministerium gut ankomme.

Mit Boris Pistorius hat er sich bereits in anderen Formaten getroffen und nun endlich den offiziellen Antrittsbesuch nachgeholt. Neben der Ukraine ging es bei dem Treffen um konkrete, gemeinsame Rüstungsprojekte.

Pressebegegnung mit Boris Pistorius und Wes Streeting im Originalton: https://youtu.be/Ejg0DnixO-Y

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Großer Zapfenstreich für Generalleutnant Kohlhaus und Generalleutnant Poschwatta

Unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit wurden heute Abend Generalleutnant Lutz Kohlhaus und Generalleutnant Thorsten Poschwatta mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand versetzt.

Generalleutnant Kohlhaus war zuletzt als stellvertretender Inspekteur der Luftwaffe eingesetzt. Er blickt auf 46 Dienstjahre bei der Bundeswehr zurück. Sein Schwerpunkt war die Raketenflugabwehr. Neben dem deutschen Generalstabslehrgang absolvierte er auch den französischen. Französisch stellt in der Bundeswehr eine Mangelressource dar.

Generalleutnant Poschwatta blickt auf 45 Dienstjahre bei der Bundeswehr zurück. Seit 2021 war er in verschiedenen Verwendungen beim Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) in Kalkar eingesetzt – seit 2025 als Kommandeur Air Component Command und als NATO-Commander des Combined Air Operations Centre (CAOC) in Uedem. Seine ersten Dienstjahre verbrachte er beim Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“. Im weiteren Verlauf war er oft im Ausland tätig und kehrte bis ins Jahr 2000 in verschiedenen Funktionen mehrfach zu seiner Stammeinheit „Boelcke“ zurück. Von 2004 bis 2007 war er Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ in Jagel. Von 2014 bis 2020 war Thorsten Poschwatta stellvertretender Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Schwielowsee bei Potsdam.

Autor: Matthias Baumann