Heute besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius seinen
Amtskollegen, Dr. Romulusz Ruszin-Szendi, in Budapest.
Das Programm war eng getaktet. Nach fünf Stunden flog die
Delegation schon wieder nach Berlin zurück. Zunächst gab es auf dem Heldenplatz
militärische Ehren mit Hymnen und einer Kranzniederlegung. Dann ging es weiter
ins benachbarte Verteidigungsministerium, wo bilaterale Gespräche auf Minister-
und Delegationsebene stattfanden. Die anschließende Pressekonferenz dauerte
wegen des konsekutiven Dolmetschens (Deutsch und Ungarisch nacheinander) fast
eine Stunde. Die wichtigste Botschaft war wohl, dass Ungarn zurück am Tisch der
europäischen Staaten ist und zwar nicht als Nettoempfänger, sondern als
konstruktiver Partner. Zum Abschluss besuchte Boris Pistorius noch die Gedenkstätte
und die Synagoge in der Dohánystraße und legte auch dort einen Kranz und einen
Stein nieder.
Heute Abend wurde im Beisein von Verteidigungsminister Boris
Pistorius in Berlin-Gatow mit einem Großen Zapfenstreich der 70. Gründungstag
der Luftwaffe gefeiert.
Die Luftwaffe blickt auf eine bewegte Zeit zurück. Während
des Kalten Krieges waren die Auslandseinsätze der Luftwaffe vorrangig humanitärer
Natur. So leistete sie in Äthiopien, Sudan, Mosambik und Marokko Hilfe bei
Naturereignissen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurden NVA-Soldaten
und deren Technik wie die MiG-29 in die Bundeswehr eingegliedert. Ab 1991 wurde
es robuster und die Luftwaffe nahm an der Operation Ace Guard im Golfkrieg, der
Sarajevo-Luftbrücke, der Operation Deliberate Force in Bosnien und der
Operation Allied Force im Kosovo teil. Seit den islamistischen Anschlägen auf
das World Trade Center in New York City am 11. September 2001 ist die Luftwaffe
zunehmend mit globalen Krisen und der Bündnisverteidigung beschäftigt. Dazu
gehört der langjährige Einsatz in Afghanistan und die dramatische
Evakuierungsaktion im August 2021. Einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der
NATO-Ostflanke leistet die Luftwaffe beim Air Policing in Rumänien und Polen,
aber auch im GIUK-Gap (Seewege zwischen Grönland, Island und Großbritannien).
2024 und 2025 warfen A400M der Luftwaffe Lebensmittel über Gaza ab. Zu erwähnen
wäre hier auch noch die Großübung Pacific Skies 2024, bei der von Alaska über
Japan und Australien bis nach Indien zusammen mit europäischen und regionalen
Partnerstreitkräften trainiert wurde.
Der Arbeitstag in der Truppenküche der Hanse-Kaserne Rostock
beginnt um 5.30 Uhr. Bis zum Frühstück für die Mitarbeiter des Marine-Kommandos
steht für das Küchenteam noch eine prall gefüllte Stunde auf dem Programm.
Erste Waren werden geliefert und müssen überprüft und eingelagert werden. Die Kühlräume
werden abgegangen und die Temperaturen protokolliert. Salate werden
geschnippelt. Brötchen werden aufgebacken. Erste Vorbereitungen für das
Mittagessen werden getroffen.
Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 270 Truppenküchen und
täglich um die 30.000 Essensgäste. Je nach Standort variieren die
Öffnungszeiten. Im Gegensatz zu Truppenübungsplatz-Kasernen ist in
Kommandobehörden eine Abendversorgung oft nicht nachgefragt. Was gekocht wird,
bestimmt das Verpflegungsamt der Bundeswehr. Hier gibt es grundsätzlich vier
Linien zum Mittag: Feldkost für eine mögliche Verbringung ins Gelände, Vegetarisches
für Vegetarier, Fitnesskost mit kalorienoptimierten Bestandteilen sowie das
Highlight-Essen mit einem erhöhten Kalorienrahmen. Zu letzterem zählen das
Schnitzel oder der panierte Fisch.
Die Truppenküchen und deren Personal sind dem Bundeswehr
Dienstleistungszentrum (BwDLZ) untergeordnet. Es arbeiten nur Zivilisten dort.
Ab und zu werden sie durch Feldköche unterstützt, wenn diese ihre vierwöchige
Pflichtzeit in der Truppenküche zu absolvieren haben. Fachlich sind die
Truppenküchen dem Verpflegungsamt der Bundeswehr unterstellt und haben sich weitestgehend
an deren rotierendem 13-Wochen-Plan zu halten. Das heißt, das jede Truppenküche
das gleiche Mittagsangebot hat. Dieses kann saisonal oder gemäß der Nutzerstruktur
leicht angepasst werden. Eigene Kreationen der Köche sind nur bei beantragten
Sonderessen möglich. Die Truppenküchen stellen auch Lunchpakete zusammen. Auch
das erfolgt nach den Vorgaben des Verpflegungsamtes.
Die Preisgestaltung ist nicht nur für Bundeswehrangehörige
interessant. Auch zivile Besucher ohne aufladbare Verpflegungskarte essen in
Truppenküchen zum Selbstkostenpreis. In den Offizierheimgesellschaften sind die
Mahlzeiten etwas teurer, dafür aber deutlich größer portioniert als in den Restaurants
außerhalb der Kasernen.
Hygiene wird in der Truppenküche großgeschrieben. Nach
sämtlichen Arbeiten werden die Gerätschaften und Räume mit Fett- und Eiweißlöser
behandelt und desinfiziert. Das betrifft auch Wände und Türen. Gearbeitet wird
mit Handschuhen und Kappen für die Haare. Zudem werden umfangreiche Lebensmittelproben
genommen und für sieben Tage aufbewahrt, um die Lebensmittelsicherheit zu
gewährleisten und bei eventuellen Magenverstimmungen die Proben analysieren zu
können.
Wenn das Fahrzeug mit der Aufschrift „Range Control“
erscheint, zuckt die übende Truppe zusammen und schaut sich erst einmal um, ob
sie irgendetwas falsch gemacht habe und möglicherweise das Schießvorhaben
gestoppt werde.
Dabei sind die Soldaten der Truppenübungsplatzkommandantur
darauf bedacht, der Truppe einen möglichst hohen Trainingserfolg bei
gleichzeitig hohem Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Weil auch ausländische
Streitkräfte gerne die deutschen Kapazitäten nutzen, beginnen die Planungen oft
schon bis zu drei Jahren im Voraus. Wenige Wochen vor der eigentlichen Übung
werden die Pläne präzisiert. Hier muss Einiges beachtet werden: Mit welchen
Waffen wird geschossen? Welche Bewegungsabläufe sollen geübt werden? Auf welche
Entfernung wirkt die Munition? Welche Munition wird eingesetzt? Anhand der
Antworten können mit verschiedenen Schablonen die möglichen Bereiche auf der
Karte ermittelt werden. Dabei kommt es vor, dass sich mehrere Schießbahnen
dasselbe Zielgebiet teilen. Am Tag der Übung gleicht die Schießsicherheit die vorhandene Munition mit der angemeldeten Munition ab.
Die Schießbahnen werden erst freigegeben, wenn sich niemand
mehr im Gefahrenbereich befindet. Das können eigene Wartungsteams oder die Bundeswehr-Feuerwehr
sein. In der Leitstelle der Kommandantur laufen dazu alle Fäden zusammen. Die
Truppe muss sich mit Code-Worten legitimieren und besondere Vorhaben anzeigen.
Auch kurzfristige Änderungen sind möglich, wenn sie eng mit dem Range Control
abgestimmt und durch diesen genehmigt wurden.
Besonders sensibel ist das Thema Feuer: Durch intensiven
Beschuss oder bei Trockenheit kann die Heide schnell mal Feuer fangen, das sich
je nach Wind und Lage in benachbarte Wälder ausbreiten kann. Hier stoppen die
Range Controler je nach Situation das Schießen und prüfen die Möglichkeit zur
Brandbekämpfung. Feuerwehren dürfen erst eingesetzt werden, wenn die Kameraden
der Schießsicherheit grünes Licht für die Befahrbarkeit der Wege gegeben hat.
Ist das Gebiet zu stark durch Munition und Blindgänger kontaminiert besteht ein
erhebliches Risiko für die Löschkräfte.
Range Controler haben in der Regel den Lehrgang Fachkunde
Munition absolviert und sich dann in Richtung Kampfmittelabwehr, eine
Pionieraufgabe, oder Schießsicherheit, das klassische Range Control, oder
Feuerwerker, also Munitionsbewirtschaftung, qualifiziert. Nachdem sie den
Truppenübungsplatz mit seinen Besonderheiten kennengelernt haben, dürfen sie
auch den Leitstand bedienen. Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich, da
ständig andere Truppen mit ständig wechselnden Übungsszenarien zugegen sind und
auf Situationen schnell und kompetent reagiert werden muss.
Außerhalb der genehmigten Schießzeiten werden
Wartungsarbeiten am Übungsplatz vorgenommen: Zielscheiben werden repariert oder
ersetzt. Blindgänger werden gesucht, markiert und gesprengt. Zu hoher Bewuchs
wird kontrolliert abgebrannt.
Gestern wurde der Premierminister der Republik Irak, Ali
Falih Kadhim al-Saidi, unter anderem durch Bundeskanzler Friedrich Merz
empfangen.
Ali Falih Kadhim al-Saidi (mit anderer Umschrift des
Arabischen auch „Al-Zaidi“ genannt) ist seit Mai 2026 im Amt. Er ist 40 Jahre
alt und damit der jüngste Premierminister in der Geschichte des Irak. Beruflich
hatte er seit 2017 eine steile Karriere als Banker und Unternehmensinhaber
hingelegt. Er gilt als Multimillionär, der Firmen in verschiedenen Branchen unterhält.
Bis 2019 war auch Vorsitzender des Verwaltungsrates der Al-Janoob Islamic Bank,
die 2024 wegen mutmaßlicher Geldwäsche für das iranische Regime auf der
US-Sanktionsliste landete. Iran und Irak liegen geografisch bei einander, haben
aber historisch gesehen ihre eigene Geschichte. Die Iraner sind Perser und die
Iraker sind Chaldäer – auch als Babylonier bekannt. Heutiges Bindeglied ist der
schiitische Islam.
Wegen der unternehmerischen Kompetenzen des Premierministers
treffen irakische und deutsche Interessen in Sachen Wirtschaft und Energieversorgung
auf offene Türen. Im Kanzleramt wurde nach der Begrüßung mit militärischen Ehren eine Vereinbarung mit
Siemens Energy unterzeichnet.