Auch an diesem 8. Mai wurde des Endes des Zweiten Weltkriegs
gedacht. Der Landesverband Berlin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
e.V. führte seine erste Gedenkstunde an diesem Tag zusammen mit dem Bezirk Spandau auf dem Friedhof
In den Kisseln durch.
Nach drei Ansprachen, die durch Musikstücke des "Trio Marschwind" des Heeresmusikkorps Neubrandenburg untermalt worden waren, ging es zum großen
Kreuz inmitten der Kriegsgräberfläche. Pfarrer Thorsten Daum und Superintendent
Florian Kunz lasen einen Text aus der Bibel, beteten und sprachen den Segen.
Anschließend gab es eine Gedenkminute, die zur Verlesung der auf diesem
Friedhof beigesetzten Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung überleitete.
Um den 8. Mai 2026 herum führt der Landesverband des
Volksbundes mindestens sechs Veranstaltungen durch. Die wenigen hauptamtlichen
Mitarbeiter werden tatkräftig durch ehrenamtliche Mitglieder und Helfer
unterstützt – darunter viele Jugendliche und Angehörige der Bundeswehr.
Zurzeit stellt das Heer auf dem Truppenübungsplatz Munster
seine zukünftige Kampfweise vor. Wer das Gefechtsschießen bei den ILÜs (Informationslehrübungen)
im Gedächtnis hat, wird mit verschiedenen Neuerungen überrascht. Es sind nicht
nur die neuen Module für den GTK Boxer, sondern auch Unmengen an Drohnen: Landdrohnen
mit schweren Maschinengewehren, Landdrohnen mit Transportfunktion, Landdrohnen
als Basis für Drohnenschwärme, große Aufklärungsdrohnen, kleine Aufklärungsdrohnen,
Drohnen zum Minenlegen oder Drohnen als Loitering Munition (warten auf das
Vorbeikommen eines Ziels).
All diese neuen Gerätschaften, aber auch altbewährte Systeme
wie die Panzerhaubitze 2000, der Wiesel, der Leopard 2, der Puma, der Tiger und
der Fuchs werden im zukünftigen Gefecht eingesetzt. Nur eben anders und gemäß
der sich wandelnden Situation auf dem Gefechtsfeld. Es geht um billige Masse,
um Abstand, um Präzision und um Geschwindigkeit. Dass einzelne Waffensystem, wie
groß und laut es auch sein mag, geht im Verbund der Waffen auf. Man könnte es mit
einem Orchester vergleichen, welches auch nur im Zusammenspiel einen guten
Klang entfaltet und einzelne Instrumente nur punktuell aus der Teamarbeit
hervortreten.
Da das Gefechtsfeld inzwischen sehr transparent geworden
ist, müssen Schutzschirme aufgebaut werden, die die eigenen Kräfte in
verschiedenen Dimensionen und Höhen absichern. Dabei ist der Gegner möglichst
auf Abstand zu halten. Hier kommen Abstandswaffen wie die bewährte Panzerhaubitze
2000, der fernsteuerbare RCH155 (Artillerie auf GTK Boxer) oder der
Raketenwerfer MARS II zum Einsatz. Letzterer hat eine Kampfentfernung von bis
zu 84 Kilometern bei einer hohen Trefferwahrscheinlichkeit. Rückt der Feind
näher, werden ihm zunächst unbemannte Systeme entgegengeschickt. Ist das Areal
gesichert, folgen die bemannten Kräfte. Besonders kritisch und tödlich ist es,
wenn sich der eigene Schutzschirm mit dem des Gegners überschneidet. Hier kommt
es auf Geschwindigkeit bei Erfassung des Lagebildes, Entscheidung und schneller,
präziser Wirkung auf die vulnerablen Punkte der Gegenseite an.
Das Heer hat sich sehr genau die Entwicklungen in der
Ukraine angeschaut. Nachdem viele Ukrainer in Deutschland ausgebildet worden
waren, greift die Bundeswehr inzwischen auf deren Fronterfahrung zurück und
profitiert von deren Wissen. Auch die Rüstungsindustrie klinkt sich in die
innovativen Entwicklungen der Ukrainer ein. So kehrt das jahrelange Investment
nach Deutschland zurück.
Heute stellte sich Reza Pahlavi den Fragen der Presse zur
Lage im Iran. Reza Pahlavi ist der älteste Sohn des Schahs von Persien (Schah
von Iran). Als sein Vater 1979 durch das Mullah-Regime gestürzt wurde, war er
18 Jahre alt. Er wird vom westlich orientierten Teil der Perser als
Führungspersönlichkeit gewünscht. Auch von den Demonstranten, die parallel zur Pressebegegnung
vor dem Haus der Bundespressekonferenz demonstrierten.
Die Pressekonferenz machte deutlich, dass es einem Großteil
der Journalisten egal zu sein scheint, dass das Mullah-Regime Tausende von Menschen
tötet, die für eine freiheitlich demokratische Ordnung im Iran eintreten. Die
Fragesteller stellten die Behauptung in den Raum, dass es „viele zivile Opfer“
durch israelische und amerikanische Bomben gebe. Diese konnten jedoch nicht
näher beziffert werden und betreffen hauptsächlich die Kombattanten des Mullah-Regimes. Reza Pahlavi
reagierte souverän auf diese Provokationen und zeigte letztlich, dass er fester
auf dem Boden freiheitlich demokratischer Prinzipien und Werte steht als so manch
ein Fragesteller.
Heute wurde der indische Verteidigungsminister, Rajnath
Singh, mit militärischen Ehren durch seinen Amtskollegen Boris
Pistorius im Bendlerblock empfangen. Am Nachmittag reisten Boris Pistorius und Rajnath
Singh zu thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nach Kiel.
Rajnath Singh ist 74 Jahre alt und fungierte mehrfach als
Vorsitzender seiner konservativen, hinduistisch geprägten Partei BJP. Seit 2019
ist er für das Verteidigungsressort im Kabinett Modi zuständig.
Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ein stattliche
Verteidigungsbudget von 78,3 Milliarden USD. Damit rangiert Indien auf Platz 6
der Weltrangliste. Hauptgegner ist nach wie vor Pakistan. Pakistan und Indien
besitzen Atomwaffen. Indien hatte bislang sehr enge Kontakte zu Russland
unterhalten. Russland konnte allerdings wegen seines andauernden Ukraine-Abenteuers
viele Bestellungen nicht mehr ausliefern, so dass sich Indien schon seit 2023
westwärts orientiert – nach dem Handelsprinzip: „Wenn A nicht liefert, kaufe
ich bei B“. Indien schaut sehr kritisch auf das chinesische Engagement Chinas
im Indipazifik und nimmt deshalb auch gerne an multinationalen Übungen wiePacific Skies 2024 teil.
Zurzeit findet in Rostock und Warnemünde die
zivil-militärische Übung „Data2Sea 2026“ des SeaSEC statt. SeaSEC steht für
Seabed Security Experimentation Centre (Meeresboden-Sicherheit-Experimentierzentrum).
Bei SeaSEC treffen sich Rüstungsunternehmen und innovative
zivile Firmen für mehrere Wochen, um gemeinsam Lösungen zur Abwehr von
Szenarien der Bedrohung, des Angriffs, der Spionage oder der Sabotage zu
erarbeiten. SeaSEC läuft wie ein Wettbewerb ab, bei dem die teilnehmenden
Firmen tageweise zu Konsortien zusammengeschlossen werden und mit ihren jeweiligen
Kompetenzen und Produkten gemeinsam(!) die gestellten Herausforderungen zu
meistern versuchen. Die Konsortien werden dann wieder gemischt, so dass ein
breiter Austausch stattfindet, neue Geschäftsbeziehungen entstehen,
Fähigkeitslücken erkannt und Prozesse optimiert werden. Das jeweilige
Konsortium hat ganzheitliche Lösungen für eine Problemstellung zu erarbeiten
und muss bei physischen Einflüssen wie Wellengang, regen oder Motordefekt seine
Kreativität spielen lassen. Entscheidend ist das Ergebnis: Angriff erkannt,
verfolgt, identifiziert, analysiert und bekämpft. Die zu sichernden Objekte
können sehr unterschiedlich sein: Seekabel, Off-Shore-Plattformen oder
Hafenanlagen.
Hier die Pressebegegnung mit Konteradmiral Richard Ernst
Kesten (Chef des Stabes Marinekommando), Normen Großmann (Präsident der
Bundespolizei) und Carine van Bentum (Direktorin des SeaSEC - Seabed Security
Experimentation Centre):