Donnerstag, 1. Oktober 2026

Bundeskanzler besucht das 1. Deutsch-Niederländische Korps in Münster

Heute besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) in Münster. Er traf dort auch den niederländischen Premierminister Rob Jetten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte.


Das 1GNC ist seit Ende Juni 2026 für den Schutz derNATO-Ostflanke in Estland und Lettland zuständig. Entsprechend intensiv verliefen die Gespräche, an denen auch Generalinspekteur Carsten Breuer, Generalleutnant Mirow und hochrangige niederländische Generale teilnahmen. Bei der anschließenden Pressekonferenz wurde klare Botschaften in Richtung Moskau formuliert. Fragen waren aber nicht zugelassen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 30. September 2026

Kommandowechsel bei der Deutschen Marine

Heute Nachmittag wurde das Kommando der Deutschen Marine von Vizeadmiral Jan Christian Kaack an Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry übergeben. Die Übergabe erfolgte unter Nutzung der Kulisse der Marineschule Mürwik in Flensburg.


Vizeadmiral Kaack war im März 2022 zum Inspekteur der Marine ernannt worden und hatte die Aufgabe, die Marine auf „Kriegstüchtigkeit“ umzubauen. Diese Aufgabe ging er mit viel Engagement an und sein Motto „Stahl ins Wasser“ zu bringen, ist vielen Marineangehörigen präsent. Auch seine Führungsqualitäten werden vielfach seitens der Truppe gelobt.

Sein Nachfolger Wilhelm Tobias Abry wird morgen zum Vizeadmiral ernannt. Er kennt die Marineschule Mürwik sehr gut, da er diese von 2018 bis 2021 führen durfte. Abry machte in seiner Rede deutlich, dass er den Kurs seines Vorgängers konsequent fortsetzen werde.


Am Abend wurde Vizeadmiral Kaack mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet. Auch dafür wurde die Marineschule Mürwik genutzt.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 29. September 2026

1. Kompanie des Wachbataillons

Wert im Rampenlicht steht, brauch gute Kräfte im Hintergrund, damit es im Rampenlicht möglichst keine Pannen gibt. Die 1. Kompanie des Wachbataillons ist bei Protokolleinsätzen so gut wie nie zu sehen, leistet aber die wertvolle Arbeit drum herum.


So fahren Soldaten der 1. Kompanie kurz vor den militärischen Ehren die Strecke ab, prüfen die Strecke auf neue Baustellen und Hindernisse, begehen den Ort des Einsatzes und prüfen auch dort, ob alles wie geplant stattfinden kann. Sie spannen die Drähte für die korrekte Aufstellung der Formation und sie zeichnen Kreidemarkierungen auf das Pflaster, damit der Kommandierende und die Truppenfahne an der passenden Position stehen bleiben.

Bei mehrtägigen Staatsbesuchen kommt auch der Salut-Zug der 1. Kompanie zum Einsatz. Dieser ist in der Bundeswehr einzigartig und rück normalerweise mit sechs Haubitzen des Typs M101 Kaliber 105mm an. Es werden dann gemäß seemännischer Tradition 21 Schuss abgegeben. Der Salut-Zug schießt aber auch gelegentlich bei der Kieler Woche.

Die Kompanie verfügt über viele schwere LKWs, entsprechende Anhänger und kleinere Fahrzeuge wie VW-Busse und Pritschen. Neben Lagerhaltung und Lagerbewirtschaftung ist die Kompanie auch für den Transport des Wachbataillons und dessen Materialien wie Munition, Zelten, Schlauchbooten usw. zuständig. Wer ölverschmierte Hände mag, findet diese in den Hallen des Instandsetzungszuges. Dort werden Waffen, Fahrzeuge und Fernmeldegerät gewartet und repariert.

Die 1. Kompanie ist zudem für die Verpflegung des Bataillons im Gelände oder beim Protokolleinsatz verantwortlich. Davon, dass das Team auch themenspezifisch im Gelände auftischen kann, können sich zum Beispiel die inDeutschland akkreditierten Militärattachés Jahr für Jahr zum Abschluss ihresSchieß-Events überzeugen.

Autor: Matthias Baumann

Präsident von Kasachstan in Berlin empfangen

Heute Mittag wurde der Staatspräsident der Republik Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen Ehren im Bendlerblock empfangen.


Das Protokoll testet immer noch geeignete Orte für militärische Ehren des Bundespräsidenten aus. Der kürzlich empfangene Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate hatte es abgelehnt, vor dem Interimsbau empfangen zu werden, so dass noch einmal zur Villa Borsig ausgewichen werden musste. Im Auswärtigen Amt zeigt man sich wenig erfreut darüber, dass deren Gästehaus ständig von Bundespräsident und Bundeskanzler genutzt wird. Der Bendlerblock hat mehrere Vorteile: Er ist in Relation zum Interimsbau am Spreebogen gut gelegen und die Hauptstadtpresse hat keine Ausrede mehr, die Termine des Bundespräsidenten wegen der suboptimalen Anreise zu boykottieren.

Kassym-Schomart Tokajew ist 73 Jahre alt und seit 2019 Präsident seines Landes. Der Mann hat Rückgrat und emanzipiert sich auch gegenüber der typisch russischen Übergriffigkeiten. Als er im Dezember 2019 seinenAntrittsbesuch bei Angela Merkel absolvierte, standen zwei Stühle auf dem Podest, damit die Kanzlerin im Sitzen der Nationalhymnen lauschen konnte. Zur kasachischen Hymne stand Tokajew auf und legte seine rechte Hand auf die Brust. Das tat er auch heute. Zusätzlich sang die Begleitpresse den Text der Hymnemit. Das ist schon einzigartig.

Kasachstan hat 20 Millionen Einwohner. Auch wenn Russland noch einen traditionellen Einfluss ausübt, spricht man dort kein Russisch, sondern Kasachisch. Viele Spätaussiedler hatten zuletzt in Kasachstan gelebt. Von daher ist es wenig verwunderlich, dass in Berliner Kleingartenanlagen zuweilen die blaue Flagge Kasachstans weht.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 28. September 2026

Das Buch zum Nationalen Sicherheitsrat

Der Nationale Sicherheitsrat (NSR) steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Seine „Mutter“ ist die Politologin Christina Moritz. In ihrem kurzweilig geschriebenen „Buch zum Nationalen Sicherheitsrat“ stellt sie fest, dass er noch nicht so wirklich laufen gelernt hat.

Bereits 2016 hatte sie ihr Konzept zum NSR vorgestellt und war auf sehr unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Da gab es die Bedenkenträger, die Verhinderer sowie die Sammler neuer Posten.

Umso erstaunter war die Autorin, dass mit Beginn der Regierung Merz auch die Gründung eines NSR auf die Tagesordnung kam. Seitdem wurde der NSR mehrmals einberufen, um aktuellen Ereignissen wie dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig oder Anschlägen auf die Stromversorgung hinterher zu hecheln.

Wenn es nach Christina Moritz ginge, würde das Alles viel schneller und konzeptionell besser strukturiert ablaufen. Sie plädiert nicht nur für eine Rotation der Spitzenposten, sondern auch für eine breite Sicht in die Gesellschaft. So sollten Informationen von Wirtschaft, Bürgern, Institutionen, Behörden und Diensten gleichermaßen betrachtet und daraus ein realistisches Lagebild gebaut werden.

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt, die auch selektiv oder in einer anderen Reihenfolge gelesen werden können. Die Überschriften geben das Thema vor und referenzieren auf bekannte Zitate und Ereignisse von Bibel bis Star Trek.

Autor: Matthias Baumann