Mittwoch, 22. April 2026

Indischer Verteidigungsminister im Bendlerblock empfangen

Heute wurde der indische Verteidigungsminister, Rajnath Singh, mit militärischen Ehren durch seinen Amtskollegen Boris Pistorius im Bendlerblock empfangen. Am Nachmittag reisten Boris Pistorius und Rajnath Singh zu thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nach Kiel.

Rajnath Singh ist 74 Jahre alt und fungierte mehrfach als Vorsitzender seiner konservativen, hinduistisch geprägten Partei BJP. Seit 2019 ist er für das Verteidigungsressort im Kabinett Modi zuständig.

Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ein stattliche Verteidigungsbudget von 78,3 Milliarden USD. Damit rangiert Indien auf Platz 6 der Weltrangliste. Hauptgegner ist nach wie vor Pakistan. Pakistan und Indien besitzen Atomwaffen. Indien hatte bislang sehr enge Kontakte zu Russland unterhalten. Russland konnte allerdings wegen seines andauernden Ukraine-Abenteuers viele Bestellungen nicht mehr ausliefern, so dass sich Indien schon seit 2023 westwärts orientiert – nach dem Handelsprinzip: „Wenn A nicht liefert, kaufe ich bei B“. Indien schaut sehr kritisch auf das chinesische Engagement Chinas im Indipazifik und nimmt deshalb auch gerne an multinationalen Übungen wiePacific Skies 2024 teil.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 19. April 2026

Lula da Silva mit militärischen Ehren in Hannover empfangen

Am Nachmittag wurde der brasilianische Präsident, Luiz Inácio Lula da Silva, auf Schloss Herrenhausen in Hannover mit militärischen Ehren empfangen. Anlass des Besuchs sind die 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen. Teil des Programms sind Begegnungen mit Wirtschaftsvertretern sowie ein Rundgang auf der Hannover-Messe.


Lula da Silva hatte zuvor an der Konferenz „Global Progressive Mobilisation“ in Barcelona teilgenommen. Auch Lars Klingbeil und Funktionäre seiner Partei waren dabei. Die Teilnehmer hatten darüber beraten, wie sie der schwindenden Akzeptanz sozialistischer Ideen entgegentreten können.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 16. April 2026

Irlands Taoiseach Micheál Martin zum Antrittsbesuch in Berlin

Heute wurde der Taoiseach der Republik Irland, Micheál Martin, mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch im Bundeskanzleramt begrüßt. Seit einigen jahren ist die Eigenart zu beobachten, dass Fremdwörter statt der übersetzten Bezeichnungen verwendet werden. Taoiseach wird in etwa „Tie-Schach“ ausgesprochen mit Regierungschef oder Premierminister übersetzt.


Micheál Martin ist 65 Jahre alt und seit 1985 in der Politik tätig. Er ist liberal-konservativ und hat sich über die Jahre durch die politischen Instanzen hochgearbeitet. Er war Gesundheitsminister und leitete das Außenministerium. Von 2020 bis 2022 war er bereits Premierminister und wurde 2025 erneut in dieses Amt berufen. Privat hatte er einige Herausforderungen zu meistern: zwei seiner fünf Kinder waren 2000 und 2010 und aus gesundheitlichen Gründen verstorben.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. April 2026

53. Treffen der Ukraine Defense Contact Group UDCG in Berlin

Heute fand im Bendlerblock das 53. Ministertreffen der Ukraine Defense Contact Group (UDCG) statt. Daran nahmen Verteidigungsminister Boris Pistorius, NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der britische Verteidigungsminister John Healey und der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Federov teil.


Bei diesen Treffen ist es üblich, dass sich die anwesenden Minister in verschiedenen Kombinationen austauschen: bilateral, trilateral oder multilateral und dann die Ergebnisse des jeweiligen Treffens zusammenfassen.

Das erste Treffen dieses Koordinierungsgremiums für die materielle Unterstützung der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russland fand am 26. April 2022 in Ramstein statt. Es war von den USA initiiert worden und hieß zunächst Ramstein-Format. Im Laufe der Zeit wurde es in Ukraine Defense Contact Group (UDCG) umbenannt und seit April 2025 unter deutsch-britischem Vorsitz durchgeführt. Normalerweise tagt die UDCG im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Es wird jedoch ausdrücklich betont, dass die UDCG kein NATO-Gremium ist. Inzwischen gehören 50 westliche Nationen zum Unterstützerkreis der UDCG.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 13. April 2026

Tradition und Brauchtum des Wachbataillons

Im März 2026 wurde die neue Militärgeschichtliche Sammlung (MGS) im Stabsgebäude des Wachbataillons in der Julius-Leber-Kaserne eröffnet. Diese konzentriert sich auf zwei Räume, einen Flur und das Treppenhaus. Sie ist in vier Kapitel eingeteilt, die sich mit allgemeinen Betrachtungen von Garden, deren Besonderheiten wie das Gardemaß, mehr oder weniger tradierenden Persönlichkeiten, Zeitachsen und der fast 70-jährigen Geschichte des heutigen Wachbataillons beschäftigen. Bei einer Begehung der Ausstellung erklärt der Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, das Traditionsverständnis seines Verbandes und die Identität stiftende Neubelebung des Schlachtrufs „Semper talis!“:


Bis vor zehn Jahren stand beim Wachbataillon noch die Traditionslinie zum Ersten Garderegiment zu Fuß (EGRzF) im Raum. Dieses Regiment war 1806 nach der Niederlage gegen Napoleon aufgestellt worden. Die Kaserne des EGRzF lag gegenüber der Garnisonkirche in Potsdam. 1819 wurde das Infanterie-Lehrbataillon gegründet und dem Ersten Garderegiment zu Fuß unterstellt. Dieses Elitebataillon hatte nicht nur Schutz- und Repräsentationsaufgaben, sondern durfte auch sämtliche neuen Waffen und Taktiken erproben. 1820 führte König Friedrich Wilhelm III. das Schrippenfest ein. Das Schrippenfest diente der Gemeinschaftsförderung zwischen den Familien der Soldaten. Hier konnten sich die Angehörigen mal so richtig sattessen.

In Bonn hatte das Wachbataillon ein jährliches Bataillonsfest gefeiert, das im kleinen Rahmen nach Innen wirken und dem Zusammenhalt des Verbandes inklusive dessen Familienangehöriger dienen sollte. Mit dem Umzug nach Berlin war das uralte Schrippenfest wieder aufgegriffen worden. Dieses wurde dann bis 2019 mit viel Aufwand durch das Wachbataillon gestaltet.

2018 wurde der neue Traditionserlass der Bundeswehr herausgegeben. Eine angespannte Personalsituation, das Tagesgeschäft, drei Ministerwechsel und COVID ließen das Thema Tradition in den Hintergrund treten. Mit einer Entspannung der Lage wurde dann ab 2023 überlegt, wie man Identität stiftend und zeitgemäß mit den preußischen Exponaten von Möllendorff-Degen über alte Gemälde, Pickelhauben und Grenadiersmützen bis hin zu kunstvoll gestalteten Truppenfahnen umgehen solle. Auch wurde über den Schlachtruf „Semper talis!“ (immer gleich) diskutiert. Das Ergebnis wird nun einerseits in der Ausstellung präsentiert und andererseits in die politische Bildung des Verbandes integriert. Die Buchstaben von "Semper talis!" wurden mit Identität stiftenden Begriffen untermauert.

Autor: Matthias Baumann