Donnerstag, 25. Juni 2026

Warum David Matei für Deutschland kämpfen würde

Mit „Deutschland ist es Wert“ hat der ehemalige Gebirgsjäger und Jugendoffizier David Matei ein Buch verfasst, das mit viel Ehrlichkeit, Emotionen, persönlichen Erfahrungen und daraus abgeleiteten Prinzipien punktet.

Das Buch regt zum Nachdenken an und liefert wertvolle Argumentationshilfen für den politischen Diskurs um Wehrpflicht, Abschreckung, Rüstung und Gesamtverteidigung.

Seine TikTok-Aktivitäten mit Erklärvideos zu sicherheitspolitischen Themen haben ihn von Russland bis in die USA bekannt gemacht und so manch eine spannende Reise ermöglicht. Der kurzweilige Schreibstil entspricht seinem Wesen.

Den Hauptmann der Reserve David Matei hatte ich auf der Reise nach Alaskaund Washington D.C. im Sommer 2024 kennengelernt. Im Flugzeug saß er direkt hinter mir. Die Schilderungen aus Kapitel 8 kann ich so bestätigen. Einen Monat später waren wir zusammen in Indien. Wieder saß er hinter mir und wurde Zeuge eines größeren Malheurs mit Tomatensaft. Ansonsten hatten wir einen sehr guten Austausch über Medienstrategien und die dafür sinnvollen Plattformen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 24. Juni 2026

E5 European Group of Five trifft sich in Berlin

Die European Group of Five (Europäische Gruppe der Fünf, kurz E5) besteht aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen. Am späten Nachmittag und Abend fand heute das Treffen der E5 im Bundeskanzleramt in Berlin statt.

 

Inzwischen ist der amerikanische Druck in Europa angekommen, auch mal selbst Verantwortung für die eigene Sicherheit und freie Handelswege zu tun. Ende 2024 kamen deshalb fünf europäische Staaten „in die Puschen“ und gründeten das Format Group of Five, das aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen besteht. Die ersten sechs Treffen fanden auf Ebene der Verteidigungsminister statt. Am heutigen Treffen nahmen erstmals die Regierungschefs der E5 teil. Auch der NATO-Generalsekretär wird gerne einbezogen. Dieser war aber diesmal anderweitig beschäftigt und konnte nur online dabei sein.

Autor: Matthias Baumann

Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina in Berlin

Am frühen Nachmittag wurde der Vorsitzende des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Denis Bećirović, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Arbeitsbesuch empfangen. Wegen der renovierungsarbeiten am Schloss Belevue und einer Kunstausstellung weicht der Bundespräsident öfter in die Villa Borsig aus oder nutzt andere Röume im Schloss Bellevue. Diesmal empfing er den Gast am Garteneingang.


Bosnien und Herzegowina hat 3,6 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 36 Milliarden USD. Das Verteidigungsbudget liegt bei homöopathischen 240 Millionen USD. Die Streitkräfte gelten als professionell aufgestellt und repräsentieren alle drei ethnischen Hauptgruppen des Landes: muslimische Bosniaken, orthodoxe Serben und katholische Kroaten. Bosnien und Herzegowina ist Beitrittskandidat sowohl bei der EU als auch der NATO. Die militärische Ausrüstung ist veraltet und stammt oft noch aus sowjetischer Produktion. Mit der Hinwendung zur NATO könnte sich das bald ändern. Das Land produziert Kleinwaffen und Munition. Bei Letzterer ist eine zunehmende Nachfrage zu verzeichnen.

Wer sich fragt, warum es in Bosnien und Herzegowina keinen Präsidenten gibt, sondern einen Vorsitzendes des Staatspräsidiums: Wegen der drei genannten ethnischen Gruppen, die zuweilen etwas robuster miteinander umgehen, wurde im Dayton-Friedensabkommen (1995) festgelegt, dass es einen dreiköpfigen Präsidialrat geben solle, der alle acht Monate wechselt.

Denis Bećirović ist ein bosnischer Sozialdemokrat, der bereits 2024 als Vorsitzender der Staatspräsidiums fungierte und nun wieder an der Reihe ist, also vom 16. März bis zum 16. November 2026. Sein beruflicher Hintergrund ist die Geschichtswissenschaft. Er hatte auch eine außerordentliche Professur für Zeitgeschichte an der Universität Tuzla inne.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 23. Juni 2026

F-16 und Eurofighter im Formationsflug über Berlin

Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Heute fand dazu ein Empfang im Palais am Funkturm statt. Als besonderes Highlight gab es einen Überflug von vier Kampfflugzeugen: zwei F-16 des 52. Jagdgeschwaders der amerikanischen Luftwaffe aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz und zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" aus Laage.

 

Die angekündigte Flugroute war von Nordost nach Südwest. Tatsächlich geflogen wurde von West nach Ost, was einige der gewählten Bildpositionen suboptimal machte. Der Überflug sollte in einer Höhe von 1.000 ft stattfinden, was in etwa 300 Metern entspricht. Es sah deutlich höher aus und war auch deutlich leiser als befürchtet. Anwohner berichten, dass das Feuerwerk am Abend hingegen sämtliche Erfahrungswerte an Lautstärke in den Schatten gestellt habe.

Autor: Matthias Baumann

Ihr habt die Uhren. Wir haben die Zeit. Staatspräsident von Senegal in Berlin empfangen.

Heute wurde der Staatspräsident der Republik Senegal, Bassirou Diomaye Diakhar Faye, zu seinem Antrittsbesuch empfangen. Bundeskanzler Friedrich Merz empfing ihn mit militärischen Ehren. Dabei wurde die in Deutschland sehr selten gehörte Hymne von Senegal gespielt:


Anschließend fuhr er weiter und besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig. Die Villa Borsig wird in letzhter zeit öfter genutzt, weil einerseits Friedrich Merz mit der Merkel-Hinterlassenschaft Meseberg fremdelt und der Bundespräsident wegen der Renovierung von Schloss Bellevue geeignete Räume für Staatsbesuche benötigt.


Afrikaner haben einen anderen Bezug zu Zeit und Gemeinschaft. Dort heißt es: „Ihr habt die Uhr. Wir haben die Zeit“. Auch ist es dort egal, wann jemand erscheint. Hauptsache, er erscheint irgendwann. So erschien Bassirou Diomaye Diakhar Faye mit 15 Minuten Verspätung im Bundeskanzleramt. An der Villa Borsig sollte er plötzlich eine halbe Stunde vor der geplanten Zeit eintreffen. Er sei bereits vom Kanzleramt losgefahren. Tatsächlich traf er aber erst zur ursprünglich geplanten Zeit ein – ungünstig für den Ehrenposten des Wachbataillons, der etwa 45 Minuten in der Hitze am Eingang stehen musste.

Bassirou Diomaye Diakhar Faye hat an der Universität von Dakar einen Masterabschluss in Rechtswissenschaften erworben und anschließend eine Ausbildung für Führungskräfte in der Verwaltung durchlaufen. Zunächst war er gewerkschaftlich und in seiner „Partei der Patrioten Senegals“ aktiv. 2024 konnte er sich im ersten Wahlgang gegen seine politischen Wettbewerber durchsetzen und ist seitdem Staatspräsident der Republik Senegal. Insbesondere seine Wahlversprechen, die Korruption zu beseitigen und den Nutzen der Rohstoffaufkommen der Gesellschaft zu gute kommen zu lassen, führten zum Erfolg. Seine Partei hat inzwischen mehr als die Hälfte der Parlamentssitze inne.

Senegal hat 19 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 40 Milliarden USD. Das Verteidigungsbudget liegt bei 543 Millionen USD. Küstenschutz sowie der Kampf gegen Islamisten und Aufstände sind die militärischen Schwerpunkte von Senegal. Aus der kolonialen Historie heraus bestehen intensive Beziehungen zu Frankreich. Auch die Amtssprache in Senegal ist Französisch.

Autor: Matthias Baumann