Das G82 wiegt knapp 13 kg und hat eine maximale
Kampfentfernung von 1.800 Metern. Die Kampfentfernung ergibt sich durch die
standardisierte Optik. Rein technisch kann das G82 mit der Munition von 12,7 x
99 mm bis auf 7.000 Meter Wirkung erzielen.
Es wird gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt, bei
denen idealerweise der Motor oder wichtige Teile des Fahrwerks getroffen
werden, damit das jeweilige Fahrzeug bewegungsunfähig wird. Das G82 wird aber
auch eingesetzt, um die Optik auf gepanzerten Fahrzeugen zu zerstören und damit
deren Manövrierfähigkeit zu erschweren. Gegen Personen wird es nicht
eingesetzt.
Das G82 ist in vielen Jägertrupps anzutreffen. Diese führen
es immer dann mit, wenn ein Gegner mit leicht gepanzerten Fahrzeugen erwartet
wird. Scharfschützen nutzen das G82 nur dann, wenn es ihnen für den jeweiligen
Auftrag zweckmäßig erscheint.
Nach der Annexion
der Krim durch Russland wurde das Enhanced Air Policing der NATO eingerichtet.
Auch deutsche Eurofighter übernehmen regelmäßig die Sicherungsaufgaben bei AirPolicing North oder South an der rumänischen Schwarzmeerküste oder im Nordosten
Polens.
Sobald Drohnen,
Luftfahrzeuge ohne Transpondersignal oder Nicht-NATO-Militärflugzeuge in den
Luftraum eindringen, wird die Alarmrotte - Neudeutsch Quick Reaction Alert
(QRA) – aktiviert. Die Alarmrotte hat eine Reaktionszeit von 15 Minuten: Auslösung
des Alarms, Ausrüstung anlegen, zum Flugzeug rennen, Triebwerke und Bordsysteme
hochfahren, die Munition entsichern, zur Startbahn rollen, starten und auf mindestens
5.000 Meter Höhe aufsteigen. Ein Flug von Constanta in Rumänien bis zur
Ukrainischen Grenze dauert beispielsweise maximal 5 Minuten. Am längsten dauert
das Hochfahren der Treibwerke und Bordsysteme. Wenn sich ein Einsatz anbahnt,
kann der Alarm so früh ausgelöst werden, dass schon alles hochgefahren ist,
wenn der finale Befehl zum Start erfolgt. Bei wichtigen Ereignissen mit hohem
Schutzbedürfnis kommt es auch vor, dass die Alarmrotte aufsteigt und sich auf
Bereitschaft im Luftraum aufhält. Da die Eurofighter zweimal 1.000 Liter
Kraftstoff zusätzlich mitführen, haben sie eine entsprechende Durchhaltezeit.
Die kürzeste Flugdauer bei ständiger Nutzung des Nachbrenners liegt bei einer
halben Stunde. Zur Not gibt es auch noch die Option der Luftbetankung.
Die für den Einsatz
relevante Munition ist bereits montiert und muss lediglich mechanisch
entsichert werden. Das passiert vor einem eigens dafür aufgeschütteten
Sandwall. Der Sandwall dient als eine Art Kugelfang, wie man ihn von der Jagd
oder vom Truppenübungsplatz kennt. Die Eurofighter der Luftwaffe nehmen IRIS-T AIM-2000
sowie METEOR und AIM 120-B AMRAAM mit auf den Flug. Während IRIS-T seine Ziele
optisch erfasst, verfolgen METEOR und AMRAAM ihre Ziele per Radar. Mit diesen
Raketen können die Eurofighter einen Gegner auf Abstand halten und auf weite
Entfernung bekämpfen. Für einen Kampf im
Nahbereich steht dem Eurofighter noch eine Bordkanone Mauser BK-27 mit 140
Schuss 27mm zur Verfügung.
Die Alarmrotte besteht immer aus mindestens zwei
Kampfflugzeugen. In der Luft verschafft sich der Rottenführer zuerst ein Bild
der tatsächlichen Lage und stimmt sich mit dem Personal am Boden über das
weitere Vorgehen ab. Zivile Luftfahrzeuge können in der Regel mit Zeichen
umgelenkt werden. Ein Blick ins Cockpit dient der Erkennung, ob es sich um eine
Entführung handelt. Das System der Alarmrotten war wegen der
Flugzeugentführungen am 11. September 2001 ins Leben gerufen worden. An der
NATO-Ostflanke werden vermehrt Drohnen bekämpft und russische Militärflugzeuge
abgedrängt. Russland testet seit 2022 verstärkt die Reaktionszeiten der NATO.
Zum Schutz des deutschen Luftraumes gibt es auch Alarmrotten,
die 24/7 einsatzfähig sind. Diese sind in Neuburg an der Donau, in Wittmund und
in Laage stationiert, wobei die Kräfte aus Wittmund derzeit von Laage aus
agieren. Gesteuert werden die Alarmrotten von Uedem aus. Dort befindet sich das
Nationale Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NFLZ SiLuRa).
Wie die Alarmrotten praktisch funktionieren und dass die
schnelle Reaktionszeit tatsächlich eingehalten wird, demonstrierte heute die
Luftwaffe in Laage. Punkt 13 Uhr gab es einen T-Scramble, auch Tango Scramble
oder Trainingsstart genannt. Diese Trainingsstarts werden mindestens einmal pro
Woche abgerufen. Priorität hat aber der A-Scramble, der Alpha Scramble oder
scharfer Einsatz. Dieser komme auch in Deutschland immer häufiger vor. Der
Einsatz wegen ziviler Maschinen sei zwar rückläufig – etwa alle zwei Tage –
dafür müsse aber vermehrt Präsenz gegenüber russischen Militärmaschinen gezeigt
werden. Derzeit halten sich diese noch an die Grenzen des deutschen Luftraums.
Heute wurde der Ministerpräsident
der Tschechischen Republik, Andrej Babiš, bei Bundeskanzler Friedrich Merz im
Bundeskanzleramt mit militärischen Ehren empfangen.
Andrej Babiš absolvierte damit seinen zweiten Antrittsbesuch
in Berlin. Im Dezember 2025 hatte er das Amt übernommen, war aber von 2017 bis
2021 schon einmal Ministerpräsident der Tschechischen Republik. 2023 trat er
als Präsidentschaftskandidat an, konnte sich aber nicht gegen den ehemaligen
General Petr Pavel durchsetzen. Andrej Babiš hat slowakische Wurzeln. Als
Gründer und Eigentümer der Agrofert Holdinggesellschaft wird ihm ein
Milliardenvermögen nachgesagt.
Tschechien hat knapp elf Millionen Einwohner und 30.350
aktive Soldaten. Der Verteidigungshaushalt ist in den letzten Jahren stark
angestiegen, erreicht aber immer noch nicht die geforderten zwei Prozent. Zu den Prioritäten der militärischen Modernisierung gehören
Kampfpanzer, gepanzerte Kampffahrzeuge, Artillerie, Hubschrauber und
Transportflugzeuge, Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme und unbemannte Luftfahrzeuge
(UAVs).Prag
kündigte 2023 an, F-35A-Kampfjets zu beschaffen, um seine geleaste
Gripen-Flotte zu ersetzen.Die
Tschechische Republik unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Deutschland zur
Angliederung der 4. Tschechischen Schnellen Eingreiftruppe an die 10. Deutsche
Panzerdivision im Rahmen des NATO-Rahmennationenkonzepts.Es
besteht Personalmangel in spezialisierten Bereichen wie Ingenieurwesen und
Piloten, obwohl sich die Rekrutierung Berichten zufolge verbessert hat.Die
Streitkräfte können für internationale Krisenmanagementeinsätze eingesetzt werden.Die
Tschechische Republik plant die Modernisierung ihrer militärischen Ausbildungs-
und Simulationseinrichtungen.Die
tschechische Rüstungsindustrie beschäftigt sich insbesondere mit Kleinwaffen,
Fahrzeugen sowie mit Trainings- und leichten Kampfflugzeugen.
Derzeit findet südlich des BER ein zivil-militärischer Anteil
der multinationalen Großübung „Quadriga 2026“ statt. Heute machten sich Gäste
aus Politik, Wirtschaft und Militär sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius
ein Bild vom Geschehen.
Die multinationale Großübung "Quadriga 2026" ist
in vier Übungsbereiche geteilt: "Northern Quadriga" ist eine
Marineübung, in der es um maritimen Schutz und Seetransport geht. "Gand
Quadriga" ist eine Heeresübung, die eine schnelle Verlegung Mittlerer
Kräfte per Land und per See trainiert und den sofortigen Einsatz der Kräfte im
Zielgebiet übt. "Medic Quadriga" beschäftigt sich mit dem
Lufttransport von Verletzten aus Litauen nach Deutschland. Der vierte Teil ist
die "Realunterstützung" innerhalb Deutschlands durch verschiedene
Teilstreitkräfte der Bundeswehr und zivile Akteure der Blaulichtorganisationen
wie Malteser, Johanniter, Zivilschutz, ADAC-Luftrettung, DRK, DLRG und weiterer
Hilfsorganisationen.
Der Minister und die Generalität zeigten sich zufrieden mit
den bisherigen Ergebnissen der Übung. Man könne viel daraus lernen und die
Abläufe optimieren. Insbesondere das Thema Zuständigkeiten wird bei zivil-militärischen
Trainings stetig nachjustiert.
Heute wurde der Bericht 2025 des Wehrbeauftragten des
Bundestages, Henning Otte (CDU), in der Bundespressekonferenz (BPK) in Berlin
vorgestellt.
Henning Otte hatte im Juni 2025 seine Vorgängerin Dr. EvaHögl (SPD) abgelöst. Sie hatte damit ihre reguläre, fünfjährige Amtszeit
beendet. Der Wehrbeauftragte wird für fünf Jahre berufen und überspannt mit
dieser Amtszeit bewusst die Legislaturperiode. Damit haben der Wehrbeauftragte
und die Soldaten mehr Planungssicherheit. Wehrbeauftragte sind als "Anwalt
der Soldaten" zu verstehen und bauen idealerweise einen guten und
intensiven Draht zur Truppe auf. Henning Otte saß viele Jahre im
Verteidigungsausschuss des Bundestages und versteht sich nach wie vor als
"sicherheitspolitischer Impulsgeber". Zurzeit der Merkel-Regierung
(bis 2021) war es sein Wunsch, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg zu
werden. Das wusste Angela Merkel bis zum Schluss zu verhindern, selbst als die
Stelle durch das Ausscheiden von Dr. Peter Tauber vorzeitig frei wurde.