Dienstag, 21. Juli 2026

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew in Berlin empfangen

Mit einer großen Delegation und eigenem Maybach war der Präsident der Republik Aserbaidschan, Ilham Alijew, angereist. Am Vormittag wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig empfangen.


Die militärischen Ehren zum Antrittsbesuch bekam er bei Friedrich Merz im Bundeskanzleramt.


Ilham Alijew ist 64 Jahre alt und seit 2003 im Amt. Er hatte damals seinen Vater Heydar Alijew abgelöst, der von 1969 bis 1982 Staats- und Parteichef der Aserbaidschanischen Sowjetrepublik war und von 1993 bis zu seinem Tod im Jahr 2003 als Präsident der Republik Aserbaidschan fungierte.

Aserbaidschan hat 10,7 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 80 Milliarden USD. Wegen der Konflikte in der Region unterhält das Land 68.200 aktive Soldaten und 300.000 Reservisten. Die Anzahl der Kampfpanzer (547) und Artillerie (1.345) ist bemerkenswert. Das Material ist jedoch veraltet und stammt weitestgehend aus sowjetischer Produktion. Da Russland wegen seines Ukraine-Abenteuers nicht mehr liefern kann, kauft Aserbaidschan inzwischen in Israel, der Türkei, Usbekistan und Kasachstan. Gemeinsame Trainings werden  mit Georgien, der Türkei, Pakistan und dem Iran durchgeführt.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 20. Juli 2026

Gedenkstunde und Gelöbnis am 20. Juli 2026

Am 20. Juli 1944 war eines von vielen Attentaten auf Hitler gescheitert. Daraufhin waren fünf hochrangige Offiziere, die an der „Operation Walküre“ beteiligt waren, im Bendlerblock hingerichtet worden. Den Auftakt zum 82. Jahrestag dieses Geschehens bildete eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung im Ehrenhof des Bendlerblocks an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.


Neben Bildungsministerin Karin Prien, die von ihrer jüdischen Familie berichtete, hielt auch Stefan Evers ein Grußwort. Stefan Evers ist Finanzsenator von Berlin und soll den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner ablösen, falls die Berliner CDU noch einmal das Wählervotum für sich entscheiden kann.

Am Nachmittag fand bei moderaten Temperaturen und ohne Regen das Feierliche Gelöbnis auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks statt.


Die Reden hielten Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Schriftsteller Dr. Navid Kermani.

Angetreten waren Rekruten aus folgenden Einheiten:
10. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26 aus Merzig
8. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons aus Roth
5. Kompanie des Wachbataillons aus Berlin
Ausbildungs-/Schutzkompanie Wilhelmshaven I des Marinestützpunktkommandos Wilhelmshaven
1. Kompanie des Logistikbataillons 171 aus Burg
3. Kompanie des IT-Bataillons 383 aus Erfurt
4. Inspektion der Schule für Feldjäger und Stabsdienst aus Hannover

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 16. Juli 2026

Präsident Algeriens in Berlin empfangen

Heute wurde der Präsident der Demokratischen Volksrepublik Algerien, Abdelmadjid Tebboune, mit militärischen Ehren bei Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig, dem Gästehaus des Auswärtigen Amtes, in Berlin-Tegel empfangen.


Das waren die ersten militärischen Ehren mit einem Ehrenbataillon an der Villa Borsig. Ein Ehrenbataillon repräsentiert die drei Teilstreitkräfte Heer, Marine und Luftwaffe. Die tatsächliche Personalstärke ist dabei zweitrangig. Wegen der Urlaubszeit waren das Luftwaffenmusikkorps Münster und der Spielmannszug aus Siegburg angereist. Die Billa Borsig am Tegeler See wird für diese Anlässe genutzt, weil das Schloss Bellevue in den nächsten Jahren saniert wird.

Algerien hat knapp 48 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 285 Milliarden Euro. Das Verteidigungsbudget liegt bei etwa einem Prozent. Dennoch gelten die Streitkräfte Algeriens als die am besten trainierten und am besten ausgestatteten in Nordafrika. Algerien hat reichlich Konflikte mit Mali und Marokko. Zu Tunesien unterhält es gute Beziehungen. Militärische Unterstützung bekommt es ansonsten von China und den USA. Algerien hat sechs U-Boote, fünf Fregatten und eine 7.000 Soldaten zählende Marineinfanterie.

Präsident Abdelmadjid Tebboune ist 80 Jahre alt und seit Dezember 2019 im Amt. Nach seinem Studium trat er sofort in den Staatsdienst ein und übernahm seit 1975 verschiedene Posten als Generalsekretär algerischer Provinzen. Im Mai 2017 wurde er Premierminister. Beim heutigen Besuch wird es wohl vorrangig um Gaslieferungen aus Algerien gehen und um den Schutz der EU-Außengrenzen. Algerien ist Transitland für Auswanderungswillige, die aus Zentralafrika und der Sahelzone kommen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. Juli 2026

Boris Pistorius besucht Heimatschutz und das Wachbataillon

Auf seiner Sommerreise besucht Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Regel mehrere Standorte an einem Tag. Heute schaute er sich den Stab der Heimatschutzdivision am ehemaligen Regierungsterminal des Flughafens Tegel (TXL) an und übergab anschließend in der benachbarten Julius-Leber-Kaserne ein Fahnenband an das Wachbataillon.


Der Heimatschutz hatte trotz seiner Wichtigkeit für die Landesverteidigung zunächst den Ruf, mit überaltertem Gerät wie dem MG3 ausgestattet zu sein. Das hat sich inzwischen geändert, so dass der Heimatschutz inzwischen die höchste Pro-Kopf-Abdeckung an Drohnen hat. Hier zeigte sich der Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne, sehr dankbar gegenüber dem Heer, dem der Heimatschutz unterstellt ist.


Boris Pistorius und das Wachbataillon begegnen sich ständig, allerdings nur auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks. Heute besuchte er das Wachbataillon in der Julius-Leber-Kaserne. Bei einem kleinen Appell übergab er das erste Fahnenband eines deutschen Verteidigungsministers an den Verband. Dem Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, ist es seit Beginn seiner Verwendung in der Julius-Leber-Kaserne wichtig, den Doppelauftrag herauszustellen: Protokoll und Infanterie.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 12. Juli 2026

Hackathon des EDTH European Defense Tech Hub im Marienpark

Vom 9. Bis 12. Juli 2026 fand auf dem zukünftigen Defense Tech Areal Marienpark im Südwesten Berlins der 20. Hackathon des European Defense Tech Hub (EDTH) statt.


Zum Hackathon waren 28 Teams angetreten. Die Teams hatten sich fast alle erst vor Ort kennengelernt und für eine Zusammenarbeit zur Lösung sehr spezieller Probleme entschieden. Die Herausforderungen waren so unterschiedlich, dass die Teams gar nicht gegeneinander angetreten konnten. Es gab auch keine Siegerehrung, sondern Pitches, in denen die Teams ihre Ergebnisse präsentieren sollten.

Zwanzig Teams stellten sich der kritischen Begutachtung der Jury und des Publikums. Dabei wurde sehr schnell deutlich, wer aus der technischen und wer aus der Marketingschiene kam. Die Techniker waren oft so tief in ihrer Materie, dass die Zuhörer nur Bahnhof verstanden und auch den Zweck der Lösung kaum erfassen konnten. Nach drei Minuten wurde jeder Pitch abgebrochen und der Moderator fragte das Publikum, wer Problem und Lösung verstanden habe. Die Jury durfte Fragen stellen. Die Teams hatten sich unter anderem mit folgenden Herausforderungen beschäftigt:

Wie schaffen wir es in einem multinationalen Katastrophenfall, möglichst ohne Internetverbindung mit Verletzten und mit Rettungspersonal über die Sprachbarrieren hinweg zu kommunizieren? Wie können wir Verletzten auf dem Gefechtsfeld per KI-Diagnose und Handlungsempfehlungen helfen, solange kein Arzt in der Nähe ist? Wie kann ich sehen, dass meine Angehörigen an ihrem Ort sicher sind, wenn beispielsweise Terroristen schießwütig durch die Stadt laufen? Wie stelle ich sicher, dass die angefragte KI keine falschen Fakten an mich weitergibt? Wie führe ich heterogene Datenquellen möglichst schnell in ein Lagebild zusammen? Wie optimiere ich die Wege in einem Feldkrankenhaus? Wie erkenne und zerstöre ich Landminen mittels eines Roboters? Wie finde ich meine wirkungslos gebliebenen Drohnen im Gelände und reaktiviere sie?

Die Lösungen waren ein Mix aus Hardware und Software. Wobei erstaunlich viel Wert darauf gelegt wurde, unabhängig vom Internet zu sein. Zum Bau neuer Hardware standen mehrere 3D-Drucker bereit. Einige Teilnehmer hatten ganze Kisten mit Drohnen, Kabeln, Lötkolben, Leiterplatten und Schraubendrehern mitgebracht. Überall sah man Laptops und eifrig tippende Hacker. Hacker sind übrigens die Guten – im Gegensatz zu Crackern, die bewusst Schaden anrichten oder sich über ihre Aktionen bereichern möchten.

Bei reichlich Kaffee, Gebäck, Pommes und Burgern konnten die Hacker aus Europa und der ganzen Welt ins Gespräch kommen. In der Regel hatten sie Flug und Unterkunft selbst finanziert und folgten der Motivation, der Ukraine helfen zu wollen, ihre Gesellschaften krisenfester zu machen, sich mit Gleichgesinnten oder Fachkollegen zu vernetzen, voneinander zu lernen und an den gestellten Herausforderungen fachlich zu wachsen.

Das Arbeitstempo gaben die Teilnehmer sich selbst vor. Manch einer war schon gegen acht Uhr vor Ort. Andere trafen erst gegen elf Uhr ein und konnten dann bis Mitternacht arbeiten. Zwischendurch konnten sie Tischtennis spielen, anderen über die Schulter schauen oder sich im weitläufigen Marienpark die Beine vertreten.

Neben der Befriedigung, mit dem eigenen Können, nützliche Lösungen geschaffen zu haben, steht auch die Perspektive im Raum, das öfter und in einem größeren Maßstab verwirklichen zu können: mit einer eigenen Firma oder als Mitarbeiter in einem Rüstungsunternehmen. So sind deshalb auch ab und zu Vertreter der Branche vor Ort und schauen sich die Lösungen und Kompetenzen an. Generell ist es jedoch schwierig, einen Fuß in diesen kleinen, bereits aufgeteilten Markt zu bekommen. Auch fehlt oft noch die Brücke zu beauftragenden Behörden. Die Hürden beginnen schon bei der besonderen Sprache und der Kenntnis der Zuständigkeiten. Hier hilft der EDTH. Der EDTH ist auch mit der Ukraine sehr gut vernetzt, so dass akute Problemstellungen an den EDTH herangetragen werden und Lösungen sofort in der Praxis getestet werden. Ziel ist es dabei, funktionierende Prototypen schnell in die Serienproduktion zu überführen. Darauf arbeiten auch die Teilnehmer der EDTH-Hackathons hin.

Autor: Matthias Baumann