Freitag, 13. März 2026

Präzisionsgewehr G82 bei der Jägertruppe

Das G82 wiegt knapp 13 kg und hat eine maximale Kampfentfernung von 1.800 Metern. Die Kampfentfernung ergibt sich durch die standardisierte Optik. Rein technisch kann das G82 mit der Munition von 12,7 x 99 mm bis auf 7.000 Meter Wirkung erzielen.


Es wird gegen leicht gepanzerte Fahrzeuge eingesetzt, bei denen idealerweise der Motor oder wichtige Teile des Fahrwerks getroffen werden, damit das jeweilige Fahrzeug bewegungsunfähig wird. Das G82 wird aber auch eingesetzt, um die Optik auf gepanzerten Fahrzeugen zu zerstören und damit deren Manövrierfähigkeit zu erschweren. Gegen Personen wird es nicht eingesetzt.

Das G82 ist in vielen Jägertrupps anzutreffen. Diese führen es immer dann mit, wenn ein Gegner mit leicht gepanzerten Fahrzeugen erwartet wird. Scharfschützen nutzen das G82 nur dann, wenn es ihnen für den jeweiligen Auftrag zweckmäßig erscheint.

Weitere Infos zum G82

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 11. März 2026

Eurofighter-Alarmrotte sichert 24/7 den Luftraum über Deutschland

Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde das Enhanced Air Policing der NATO eingerichtet. Auch deutsche Eurofighter übernehmen regelmäßig die Sicherungsaufgaben bei AirPolicing North oder South an der rumänischen Schwarzmeerküste oder im Nordosten Polens.

Sobald Drohnen, Luftfahrzeuge ohne Transpondersignal oder Nicht-NATO-Militärflugzeuge in den Luftraum eindringen, wird die Alarmrotte - Neudeutsch Quick Reaction Alert (QRA) – aktiviert. Die Alarmrotte hat eine Reaktionszeit von 15 Minuten: Auslösung des Alarms, Ausrüstung anlegen, zum Flugzeug rennen, Triebwerke und Bordsysteme hochfahren, die Munition entsichern, zur Startbahn rollen, starten und auf mindestens 5.000 Meter Höhe aufsteigen. Ein Flug von Constanta in Rumänien bis zur Ukrainischen Grenze dauert beispielsweise maximal 5 Minuten. Am längsten dauert das Hochfahren der Treibwerke und Bordsysteme. Wenn sich ein Einsatz anbahnt, kann der Alarm so früh ausgelöst werden, dass schon alles hochgefahren ist, wenn der finale Befehl zum Start erfolgt. Bei wichtigen Ereignissen mit hohem Schutzbedürfnis kommt es auch vor, dass die Alarmrotte aufsteigt und sich auf Bereitschaft im Luftraum aufhält. Da die Eurofighter zweimal 1.000 Liter Kraftstoff zusätzlich mitführen, haben sie eine entsprechende Durchhaltezeit. Die kürzeste Flugdauer bei ständiger Nutzung des Nachbrenners liegt bei einer halben Stunde. Zur Not gibt es auch noch die Option der Luftbetankung.


Die für den Einsatz relevante Munition ist bereits montiert und muss lediglich mechanisch entsichert werden. Das passiert vor einem eigens dafür aufgeschütteten Sandwall. Der Sandwall dient als eine Art Kugelfang, wie man ihn von der Jagd oder vom Truppenübungsplatz kennt. Die Eurofighter der Luftwaffe nehmen IRIS-T AIM-2000 sowie METEOR und AIM 120-B AMRAAM mit auf den Flug. Während IRIS-T seine Ziele optisch erfasst, verfolgen METEOR und AMRAAM ihre Ziele per Radar. Mit diesen Raketen können die Eurofighter einen Gegner auf Abstand halten und auf weite Entfernung bekämpfen. Für einen Kampf  im Nahbereich steht dem Eurofighter noch eine Bordkanone Mauser BK-27 mit 140 Schuss 27mm zur Verfügung.

Die Alarmrotte besteht immer aus mindestens zwei Kampfflugzeugen. In der Luft verschafft sich der Rottenführer zuerst ein Bild der tatsächlichen Lage und stimmt sich mit dem Personal am Boden über das weitere Vorgehen ab. Zivile Luftfahrzeuge können in der Regel mit Zeichen umgelenkt werden. Ein Blick ins Cockpit dient der Erkennung, ob es sich um eine Entführung handelt. Das System der Alarmrotten war wegen der Flugzeugentführungen am 11. September 2001 ins Leben gerufen worden. An der NATO-Ostflanke werden vermehrt Drohnen bekämpft und russische Militärflugzeuge abgedrängt. Russland testet seit 2022 verstärkt die Reaktionszeiten der NATO.

Zum Schutz des deutschen Luftraumes gibt es auch Alarmrotten, die 24/7 einsatzfähig sind. Diese sind in Neuburg an der Donau, in Wittmund und in Laage stationiert, wobei die Kräfte aus Wittmund derzeit von Laage aus agieren. Gesteuert werden die Alarmrotten von Uedem aus. Dort befindet sich das Nationale Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NFLZ SiLuRa).

Wie die Alarmrotten praktisch funktionieren und dass die schnelle Reaktionszeit tatsächlich eingehalten wird, demonstrierte heute die Luftwaffe in Laage. Punkt 13 Uhr gab es einen T-Scramble, auch Tango Scramble oder Trainingsstart genannt. Diese Trainingsstarts werden mindestens einmal pro Woche abgerufen. Priorität hat aber der A-Scramble, der Alpha Scramble oder scharfer Einsatz. Dieser komme auch in Deutschland immer häufiger vor. Der Einsatz wegen ziviler Maschinen sei zwar rückläufig – etwa alle zwei Tage – dafür müsse aber vermehrt Präsenz gegenüber russischen Militärmaschinen gezeigt werden. Derzeit halten sich diese noch an die Grenzen des deutschen Luftraums.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 10. März 2026

Wieder einmal militärische Ehren für den tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš

Heute wurde der Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Andrej Babiš, bei Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundeskanzleramt mit militärischen Ehren empfangen.


Andrej Babiš absolvierte damit seinen zweiten Antrittsbesuch in Berlin. Im Dezember 2025 hatte er das Amt übernommen, war aber von 2017 bis 2021 schon einmal Ministerpräsident der Tschechischen Republik. 2023 trat er als Präsidentschaftskandidat an, konnte sich aber nicht gegen den ehemaligen General Petr Pavel durchsetzen. Andrej Babiš hat slowakische Wurzeln. Als Gründer und Eigentümer der Agrofert Holdinggesellschaft wird ihm ein Milliardenvermögen nachgesagt.

Tschechien hat knapp elf Millionen Einwohner und 30.350 aktive Soldaten. Der Verteidigungshaushalt ist in den letzten Jahren stark angestiegen, erreicht aber immer noch nicht die geforderten zwei Prozent. Zu den Prioritäten der militärischen Modernisierung gehören Kampfpanzer, gepanzerte Kampffahrzeuge, Artillerie, Hubschrauber und Transportflugzeuge, Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme und unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs). Prag kündigte 2023 an, F-35A-Kampfjets zu beschaffen, um seine geleaste Gripen-Flotte zu ersetzen. Die Tschechische Republik unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Deutschland zur Angliederung der 4. Tschechischen Schnellen Eingreiftruppe an die 10. Deutsche Panzerdivision im Rahmen des NATO-Rahmennationenkonzepts. Es besteht Personalmangel in spezialisierten Bereichen wie Ingenieurwesen und Piloten, obwohl sich die Rekrutierung Berichten zufolge verbessert hat. Die Streitkräfte können für internationale Krisenmanagementeinsätze eingesetzt werden. Die Tschechische Republik plant die Modernisierung ihrer militärischen Ausbildungs- und Simulationseinrichtungen. Die tschechische Rüstungsindustrie beschäftigt sich insbesondere mit Kleinwaffen, Fahrzeugen sowie mit Trainings- und leichten Kampfflugzeugen.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 6. März 2026

Zivil-militärische Großübung „Medic Quadriga 2026“ findet am BER statt

Derzeit findet südlich des BER ein zivil-militärischer Anteil der multinationalen Großübung „Quadriga 2026“ statt. Heute machten sich Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius ein Bild vom Geschehen.


Die multinationale Großübung "Quadriga 2026" ist in vier Übungsbereiche geteilt: "Northern Quadriga" ist eine Marineübung, in der es um maritimen Schutz und Seetransport geht. "Gand Quadriga" ist eine Heeresübung, die eine schnelle Verlegung Mittlerer Kräfte per Land und per See trainiert und den sofortigen Einsatz der Kräfte im Zielgebiet übt. "Medic Quadriga" beschäftigt sich mit dem Lufttransport von Verletzten aus Litauen nach Deutschland. Der vierte Teil ist die "Realunterstützung" innerhalb Deutschlands durch verschiedene Teilstreitkräfte der Bundeswehr und zivile Akteure der Blaulichtorganisationen wie Malteser, Johanniter, Zivilschutz, ADAC-Luftrettung, DRK, DLRG und weiterer Hilfsorganisationen.

Der Minister und die Generalität zeigten sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der Übung. Man könne viel daraus lernen und die Abläufe optimieren. Insbesondere das Thema Zuständigkeiten wird bei zivil-militärischen Trainings stetig nachjustiert.

Weitere Videos zu "Medic Quadriga 2026":

Pressebegegnung mit Verteidigungsminister BorisPistorius, Senatorin Dr. Czyborra und GOSA Dr. Hoffmann
Pressebegegnung mit GOSA Dr. Hoffmann, GSA Dr. Nolte und Senatorin Dr. Czyborra
Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr, Malteser Hilfswerk und Johanniter-Unfall-Hilfe

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 3. März 2026

Wehrbeauftragter und sicherheitspolitischer Impulsgeber

Heute wurde der Bericht 2025 des Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte (CDU), in der Bundespressekonferenz (BPK) in Berlin vorgestellt.


Henning Otte hatte im Juni 2025 seine Vorgängerin Dr. EvaHögl (SPD) abgelöst. Sie hatte damit ihre reguläre, fünfjährige Amtszeit beendet. Der Wehrbeauftragte wird für fünf Jahre berufen und überspannt mit dieser Amtszeit bewusst die Legislaturperiode. Damit haben der Wehrbeauftragte und die Soldaten mehr Planungssicherheit. Wehrbeauftragte sind als "Anwalt der Soldaten" zu verstehen und bauen idealerweise einen guten und intensiven Draht zur Truppe auf. Henning Otte saß viele Jahre im Verteidigungsausschuss des Bundestages und versteht sich nach wie vor als "sicherheitspolitischer Impulsgeber". Zurzeit der Merkel-Regierung (bis 2021) war es sein Wunsch, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg zu werden. Das wusste Angela Merkel bis zum Schluss zu verhindern, selbst als die Stelle durch das Ausscheiden von Dr. Peter Tauber vorzeitig frei wurde.

Autor: Matthias Baumann