Freitag, 26. Juni 2026

Mitarbeiter von THW, @ fire und ISAR Germany nach Venezuela unterwegs

Am 26. Juni 2026 starteten die ersten Flüge mit A400M des Lufttransportgeschwaders LTG62 aus Wunstorf. Die Luftwaffe unterstützt Hilfsorganisationen wie das THW Technisches Hilfswert, @fire und I.S.A.R.Germany bei der Verlegung von Material und Personal in das Erdbebengebiet von Venezuela. Ähnlich der HUMAID-Einsätze 2025 in Gaza, stellt die Bundeswehr auch hier ausschließlich ihre logistischen Fähigkeiten zur Verfügung, während das Material und Bergungspersonal von Dritten bereitgestellt wird.


Nach den zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 und mindestens 20 Nachbeben am Abend des 24. Juni 2026 hatte die Regierung von Venezuela offiziell in Deutschland um Hilfe gebeten. Daraufhin haben das THW und andere auf SAR (Search and Rescue = Suche und Rettung) spezialisierte Organisationen ihre Einsatzkräfte aktiviert. Für die Besonderheiten internationaler Einsätze haben diese Mitarbeiter eine Zusatzausbildung. Viele der Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich und mussten deshalb kurzfristig von ihren beruflichen Tätigkeiten freigestellt werden. Zur Vorbereitung des Fluges ins Krisengebiet gehörte zudem die Zusammenstellung und Anlieferung des Hilfsmaterials und der Bergungsgeäte sowie die Klärung von Zwischenlandungen, Flugrouten, Landungsmöglichkeiten im Zielgebiet und Ort der vorübergenden Operationsbasis. In diesem Falle wurde der Flughafen auf der Karibikinsel Curaçao gewählt. Diese gehört zum Königreich der Niederlande, was die Klärung der Flughafennutzung deutlich vereinfacht. Die reine Flugzeit von Deutschland nach Venezuela beträgt elf Stunden.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 25. Juni 2026

Warum David Matei für Deutschland kämpfen würde

Mit „Deutschland ist es Wert“ hat der ehemalige Gebirgsjäger und Jugendoffizier David Matei ein Buch verfasst, das mit viel Ehrlichkeit, Emotionen, persönlichen Erfahrungen und daraus abgeleiteten Prinzipien punktet.

Das Buch regt zum Nachdenken an und liefert wertvolle Argumentationshilfen für den politischen Diskurs um Wehrpflicht, Abschreckung, Rüstung und Gesamtverteidigung.

Seine TikTok-Aktivitäten mit Erklärvideos zu sicherheitspolitischen Themen haben ihn von Russland bis in die USA bekannt gemacht und so manch eine spannende Reise ermöglicht. Der kurzweilige Schreibstil entspricht seinem Wesen.

Den Hauptmann der Reserve David Matei hatte ich auf der Reise nach Alaskaund Washington D.C. im Sommer 2024 kennengelernt. Im Flugzeug saß er direkt hinter mir. Die Schilderungen aus Kapitel 8 kann ich so bestätigen. Einen Monat später waren wir zusammen in Indien. Wieder saß er hinter mir und wurde Zeuge eines größeren Malheurs mit Tomatensaft. Ansonsten hatten wir einen sehr guten Austausch über Medienstrategien und die dafür sinnvollen Plattformen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 24. Juni 2026

E5 European Group of Five trifft sich in Berlin

Die European Group of Five (Europäische Gruppe der Fünf, kurz E5) besteht aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen. Am späten Nachmittag und Abend fand heute das Treffen der E5 im Bundeskanzleramt in Berlin statt.

 

Inzwischen ist der amerikanische Druck in Europa angekommen, auch mal selbst Verantwortung für die eigene Sicherheit und freie Handelswege zu tun. Ende 2024 kamen deshalb fünf europäische Staaten „in die Puschen“ und gründeten das Format Group of Five, das aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen besteht. Die ersten sechs Treffen fanden auf Ebene der Verteidigungsminister statt. Am heutigen Treffen nahmen erstmals die Regierungschefs der E5 teil. Auch der NATO-Generalsekretär wird gerne einbezogen. Dieser war aber diesmal anderweitig beschäftigt und konnte nur online dabei sein.

Autor: Matthias Baumann

Vorsitzender des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina in Berlin

Am frühen Nachmittag wurde der Vorsitzende des Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, Denis Bećirović, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu einem Arbeitsbesuch empfangen. Wegen der renovierungsarbeiten am Schloss Belevue und einer Kunstausstellung weicht der Bundespräsident öfter in die Villa Borsig aus oder nutzt andere Röume im Schloss Bellevue. Diesmal empfing er den Gast am Garteneingang.


Bosnien und Herzegowina hat 3,6 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 36 Milliarden USD. Das Verteidigungsbudget liegt bei homöopathischen 240 Millionen USD. Die Streitkräfte gelten als professionell aufgestellt und repräsentieren alle drei ethnischen Hauptgruppen des Landes: muslimische Bosniaken, orthodoxe Serben und katholische Kroaten. Bosnien und Herzegowina ist Beitrittskandidat sowohl bei der EU als auch der NATO. Die militärische Ausrüstung ist veraltet und stammt oft noch aus sowjetischer Produktion. Mit der Hinwendung zur NATO könnte sich das bald ändern. Das Land produziert Kleinwaffen und Munition. Bei Letzterer ist eine zunehmende Nachfrage zu verzeichnen.

Wer sich fragt, warum es in Bosnien und Herzegowina keinen Präsidenten gibt, sondern einen Vorsitzendes des Staatspräsidiums: Wegen der drei genannten ethnischen Gruppen, die zuweilen etwas robuster miteinander umgehen, wurde im Dayton-Friedensabkommen (1995) festgelegt, dass es einen dreiköpfigen Präsidialrat geben solle, der alle acht Monate wechselt.

Denis Bećirović ist ein bosnischer Sozialdemokrat, der bereits 2024 als Vorsitzender der Staatspräsidiums fungierte und nun wieder an der Reihe ist, also vom 16. März bis zum 16. November 2026. Sein beruflicher Hintergrund ist die Geschichtswissenschaft. Er hatte auch eine außerordentliche Professur für Zeitgeschichte an der Universität Tuzla inne.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 23. Juni 2026

F-16 und Eurofighter im Formationsflug über Berlin

Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Heute fand dazu ein Empfang im Palais am Funkturm statt. Als besonderes Highlight gab es einen Überflug von vier Kampfflugzeugen: zwei F-16 des 52. Jagdgeschwaders der amerikanischen Luftwaffe aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz und zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" aus Laage.

 

Die angekündigte Flugroute war von Nordost nach Südwest. Tatsächlich geflogen wurde von West nach Ost, was einige der gewählten Bildpositionen suboptimal machte. Der Überflug sollte in einer Höhe von 1.000 ft stattfinden, was in etwa 300 Metern entspricht. Es sah deutlich höher aus und war auch deutlich leiser als befürchtet. Anwohner berichten, dass das Feuerwerk am Abend hingegen sämtliche Erfahrungswerte an Lautstärke in den Schatten gestellt habe.

Autor: Matthias Baumann