Donnerstag, 27. August 2026

Nettozahler üben scharfe Kritik am neuen EU-Haushalt

Heute hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die Regierungschefs von „likeminded“ (gleichgesinnten) europäischen Staaten eingeladen, um über den neuen EU-Haushalt zu reden.


Die Presse empfand die Einladung als „nebulös“, da von „likeminded“ gesprochen und Staaten wie Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen aufgezählt worden waren. Sollte es um die Bedrohungslage an der NATO-Ostflanke gehen oder um Migration?

Die anschließende Pressebegegnung gab Aufschluss: Es ging in der Hauptsache um den nimmersatten EU-Haushalt. Er ist wohl diesmal so maßlos angelegt, dass sich Widerstand seitens der Nettozahler regt. Dänemark, Finnland, Österreich, die Niederlande, Schweden und Deutschland decken 40 Prozent des EU-Haushaltes und 70 Prozent der Ukrainehilfe der EU ab. Die weiteren Nettozahler – Frankreich, Italien und Irland – hatten nicht an dem Treffen teilgenommen.


Nach einer zweistündigen Gesprächsrunde, an der Schweden und die Niederlande online zugeschaltet waren, traten die vier physisch anwesenden Regierungschefs ans Mikrophon und kritisierten die EU-Kommission scharf. Alle riefen zur Mäßigung einer soliden Haushaltspolitik und der Stärkung der Wirtschaftskraft auf. Letztere sei Voraussetzung, um Haushaltssteigerungen realisieren zu können. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen brachte prioritär die Behandlung der illegalen Migration und die Grenzsicherung ein und kam erst danach auf den EU-Haushalt zu sprechen. Anhand der Gesichtsausdrücke war festzustellen, dass sich die Regierungschefs sehr einig waren.

Dass sich Friedrich Merz im Interesse des deutschen Steuerzahlers mit gleichgesinnten Regierungschefs zusammentut und die nimmersatte EU-Kommission in die Schranken verweist, kann schon als Führungsfähigkeit bezeichnet werden. Bleibt abzuwarten, wie sein Vizekanzler und Finanzminister damit umgeht. Lars Klingbeil ist nicht gerade als Kostenoptimierer bekannt und reagiere zudem „sensibel“, wenn er kritisiert werde oder etwas seinen Vorstellungen zuwider läuft.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 23. August 2026

Drohnen über Neuhardenberg: 4 Tage European Defense Tech Festival

Vom 20. bis 23. August 2026 fand auf dem Flugplatz Neuhardenberg 50 km östlich von Berlin das European Defense Tech Festival statt.


Organisiert wurde das Festival durch den European Defense Tech Hub (EDTH). Über 1.000 Teilnehmer hatten sich angemeldet, von denen etwa 300 einen Job in der Defense-Tech-Branche suchen. Viele neue Firmen entstehen und suchen Talente und Fachleute in Sachen Embedded Programming und Elektronik für die Hardware. Der EDTH vernetzt hier aber nicht nur die eigentlichen Defense-Tech-Unternehmen und Talente untereinander, sondern auch wichtige Akteure der Nebenschauplätze - wie zum Beispiel Rechtsanwälte.

Bis die Aktivitäten des EDTH bei der klassischen, deutschen Rüstungsindustrie fruchten, arbeitet er bereits international - von Europa über die Ukraine bis Nordamerika und Australien. Die Kontakte zur Bundeswehr und den BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sind noch ausbaufähig. Jahrelange Versäumnisse bei der zivil-militärischen Zusammenarbeit lassen sich nicht von heute auf morgen ausgleichen, so dass die Defense-Tech-Branche schon mal alleine beginnt.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 20. August 2026

Großer Zapfenstreich für USAREUR General Donahue

Am späten Abend des 20. August 2026 wurde US-General Christopher Todd Donahue in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet.


General Donahue war seit Dezember 2024 Commander United States Army Europe an Africa (USAREUR-AF). Das Hauptquartier des USAREUR-AF befindet sich in Wiesbaden. Am 30. Juni 2026 hatte er noch in Funktion des Kommandeurs NATO Allied Land Command (LANDCOM) die Verantwortung für Teile der NATO-Verteidigung an der Ostflanke vom Multinationalen Korps Nordost (MNC NE) an das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) übergeben. Noch in derselben Woche wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Das Dienstende sei direkt durch den amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth veranlasst worden. Bei Truppe und Generalität war General Donahue hoch angesehen und hatte 2021 als letzter US-Soldat Afghanistan verlassen.

Mit auf dem Podest stand die stellvertretende Generalinspekteurin, Frau Generaloberstabsarzt (GOSA) Dr. Nicole Schilling. General Donahue hatte sich folgende Stücke für die Serenade gewünscht:

Heading South - Zach Bryan
The Army Goes Rolling Along - Edmund L. Gruber und William Bryden
Boogie Woogie Bugle Boy - Don Raye und Hughie Prince

Weitere Infos:
Übergabeappell in Valga/Valka (Estland/Lettland): https://youtu.be/Hc3cbqY_gBo
Rede beim Übergabeappell in Valga/Valka: https://youtu.be/OSQGarNfsCw

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 13. August 2026

Internationales Jugendcamp 2026 des Volksbundes in Berlin

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. veranstaltet regelmäßig internationale Jugendcamps, bei denen Jugendliche und junge Erwachsene Kriegsgräber reinigen, sich mit den Biografien der Toten beschäftigen und Gedenkstätten in der jeweiligen Region anschauen.


Im August 2026 waren 25 junge Menschen aus zehn Ländern nach Berlin gekommen und haben Kriegsgräber auf dem Friedhof In den Kisseln in Berlin-Spandau gepflegt. Heute fand die abschließende Gedenkstunde mit Totengedenken, Schweigeminute und dem Niederlegen weißer Rosen statt. Wegen der internationalen Zusammensetzung der Teilnehmer wurde die Veranstaltung auf Deutsch und Englisch abgehalten. Neben Bezirkspolitikern verschiedener Parteien waren auch Offiziere der Bundeswehr und Vertreter der ausländischen Militärattachéstäbe anwesend.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 12. August 2026

Nachrichtendienste von Zuschauern zu Handelnden

Heute wurde im Bundeskabinett die Reform des Rechts der Nachrichtendienste beschlossen. Nach der Kabinettssitzung stellten sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken den Fragen der Presse.


Der für das Ausland zuständige Bundesnachrichtendienst (BND) wurde von befreundeten Geheimdiensten bisher immer belächelt, weil er selten etwas wusste und wenn er etwas wusste, nichts tun durfte. Mit der Reform des Rechts der Nachrichtendienste soll das jetzt anders werden. Der BND und der für das Inland zuständige Verfassungsschutz dürfen und sollen jetzt ihre Erkenntnisse in konkretes und bei Bedarf auch robustes Handeln umsetzen. Das sei zeitgemäß und schaffe Augenhöhe mit befreundeten Diensten.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 30. Juli 2026

Marsch zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der Bundeswehr

Seit 2018 findet der Marsch zum Gedenken an die 120 gefallenen Soldaten sowie die 3.447 im Dienst verstorbenen Angehörigen der Bundeswehr statt. Der Marsch ist eine Initiative der Hinterbliebenen, ehemaligen Kameraden und des Reservistenverbandes. Der Marsch geht über mehrere Tage, in denen Kameraden und Angehörige im Gedenken an die Verstorbenen 120 Kilometer (120 Gefallene) zurücklegen.

Der diesjährige Start war am 27. Juli 2026  auf dem Truppenübungsplatz Lehnin und führte über verschiedene Stationen am 30. Juli 2026 bis zum Reichstag und ins Verteidigungsministerium (BMVg, Bendlerblock). Die abschließende Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung im BMVg ist seit einigen Jahren nicht mehr presseöffentlich.


Hier der Bericht aus 2025: https://youtu.be/2lx_88tWrGM

Hier der Bericht aus 2024: https://youtu.be/XSR6uItejSA

Hier der Bericht aus 2023: https://youtu.be/uOHFtBGkP4o

Hier der Bericht aus 2022: https://youtu.be/r98su9nRrEA

Hier unsere Doku über die Tradition der Bundeswehr anhand des Beispiels Tobias Lagenstein, der als Feldjäger-Personenschützer durch seinen Tod das Leben seiner Schutzperson, General a.D. Markus Kneip, gerettet hat: https://www.youtube.com/watch?v=bStSbHzQck8

Autor: Matthias Baumann