Am Vormittag wurde der Staatspräsident der Mogolei, Ukhnaa
Khurelsukh, durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen
Ehren in der Villa Borsig empfangen.
Ukhnaa Khurelsukh absolviert einen mehrtägigen Staatsbesuch
in Deutschland, so dass das obligatorische Staatsbankett, eine
Kranzniederlegung an der Neuen Wache, ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich
Merz und eine Begegnung mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin auf dem
Programm stehen. Ferner werden bilaterale Verträge unterzeichnet, eine
Dschingis-Khan-Ausstellung sowie ein Gala-Konzert des mongolischen
Nationalorchesters besucht. Am Donnerstag wird Ukhnaa Khurelsukh nach Leipzig
und Dresden reisen.
Bei der heutigen Botschafter-Akkreditierung im neuen
Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen ging es einmal weit um den Globus
– mit dem Botschafter aus Mauritius, dem Botschafter aus Pakistan und der
Botschafterin des Königreichs Tonga.
Um 12.30 Uhr erschien der Botschafter der Republik
Mauritius, Joseph Lucien Finette. Mauritius liegt auf der Südhalbkugel östlich
von Madagaskar im Indischen Ozean. Die Inselgruppe hat 1,3 Millionen Einwohner
und ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 17 Milliarden USD. Bis 1968 war
Mauritius unter britischer Herrschaft. Die Briten hatten 1810 die Franzosen als
Kolonialmacht vertrieben. Zu der Zeit hatte Napoleon in Europa viele
Niederlagen einzustecken. Vor den Franzosen waren die Niederländer (1598 bis
1710) auf Mauritius. Erschlossen wurde das Gebiet jedoch 1505 durch die
Portugiesen, die dort einen Marinestützpunkt errichteten. Für Seemächte ist es
strategisch wichtig, auf den Wegen in ferne Regionen freundliche Häfen zu
haben, wo beispielsweise Verbrauchsmittel zuladen können, Mannschaften
überwintern oder Reparaturarbeiten möglich sind. Mauritius hat keine offiziell
Amtssprache. Faktisch wird aber Englisch und Französisch gesprochen. Mauritius
unterhält weiterhin gute Beziehungen zu Großbritannien, aber auch zu Indien,
das bis 1947 eine britische Kolonie war.
Geht man auf der Weltkarte nach Norden, landet man in
Pakistan. Pakistan stand bis 1947 unter britischer Kolonialherrschaft und wurde
damals mit einem Strich auf der Landkarte von Indien abgeteilt. Dadurch gibt es
bis heute Spannungen, weil der Strich auf der Karte die Ausbreitung
ethnisch-religiöser Gruppen zu wenig berücksichtigt hatte. Pakistan hat 257
Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 459 Milliarden USD. Das
Land unterhält Streitkräfte mit 660.000 aktiven Soldaten, die durch 291.000
paramilitärische Kräfte ergänzt werden. Beim Verteidigungsbudget kommt die
Pakistan mit knapp 12 Milliarden USD aus.
Der Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, Salman
Sharif, traf gegen 13 Uhr am Bundespräsidialamt ein. Er trägt den gleichen
Nachnamen wie sein Premierminister Shehbaz Sharif, ist mit diesem wohl aber
nicht verwandt. Salman Sharif war bereits als stellvertretender Missionsleiter
in Indien tätig und hatte als Ministerialdirigent im Büro seines
Premierministers gearbeitet.
Die neue Botschafterin des Königreichs Tonga, Titilupe
Fanetupouvava'u Tu'ivakano, ist 48 Jahre alt und als Botschafterin auch für
Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg zuständig. Studiert hat sie in
Oxford und wurde 2018 durch Königin Elizabeth II zur Hochkommissarin von Tonga
berufen.
Tonga liegt im Südpazifik östlich von Australien und
nördlich von Neuseeland. Die Inselgruppe hat etwas mehr als 100.000 Einwohner
und ein Bruttoinlandsprodukt von 616 Millionen USD. Mit ihren 600 aktiven
Soldaten bekämpft das Land hauptsächlich den internationalen Drogenhandel,
beteiligt sich aber auch an internationalen Missionen.
Heute wurde beim Sanitätsregiment 1 in Berlin-Kladow das
Gebäude 2 der Blücher-Kaserne in Feldwebel-Arndt-Haus umbenannt.
Feldwebel Alexander Arndt war am 14. Oktober 1993 als erster
Bundeswehrsoldat bei einem Auslandseinsatz gefallen. Er war in Phnom Penh,
Kambodscha, von Unbekannten auf offener Straße erschossen worden. Er war Teil
des 150 Soldaten des Sanitätsdienstes umfassenden Bundeswehr-Kontingentes der
UN-Missionen UNAMIC und UNTAC.
Am 13. Oktober 2026 wurde der bisherigen Bundesministerin
für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas (SPD), durch Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier die Entlassungsurkunde ausgehändigt.
Am 12. Oktober 2026 war Bärbel Bas als Ministerin und als
SPD-Vorsitzende zurückgetreten. Eigenen Angaben zufolge war der Grund ein
Trauerfall in der Familie. Ihrem Nachfolger als Bundesministerin für Arbeit und
Soziales, Alexander Schweitzer (SPD), wurde gemäß Artikel 64 Absatz 1 des
Grundgesetzes die Ernennungsurkunde ausgehändigt. Alexander Schweitzer war von
Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Bei der
Landtagswahl im März 2026 ging das Mandat mit 31 Prozent der Stimmen an Gordon
Schnieder von der CDU.
Bei Übergabe der Urkunden war auch Bundeskanzler Friedrich
Merz zugegen. Bärbel Bas war der presseöffentlichen Zeremonie ferngeblieben.
Der Bundespräsident sagte, er habe ihr die Entlassungsurkunde kurz zuvor im
kleinen Kreise ausgehändigt.
Das Game of Remembrance wird seit 2012 jährlich zwischen Angehörigen
der deutschen und der britischen Streitkräfte ausgetragen. Es erinnert an gemeinsame
Fußballspiele während der Waffenruhe 2014 im Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig
erinnert es aber auch an die Gefallenen auf beiden Seiten.
Während im Spiel mit harter Siegesperspektive gekämpft wird,
werden davor und danach die guten Beziehungen der beiden Nationen gepflegt.
Zwischen Bundeswehr und den britischen Streitkräften gibt es verschiedenen
Schnittmengen, die gemeinsame Übungen, das Pionierbrückenbataillon 130 in
Minden, den GTK Boxer und weitere Themen umfassen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen
arbeiten immer noch Briten, die sich so mit Deutschland angefreundet hatten,
dass sie 1994 nicht auf die Insel zurückgekehrt waren.
Die britischen Mannschaften (Frauen und Männer) wurden in
diesem Jahr durch den britischen Zweig des deutschen Unternehmens Heckler &
Koch gesponsert. Das Team der Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft braucht
kein Sponsoring, da es auf ohnehin vorhandene Ressourcen der Bundeswehr wie
Busse, Transportmaschinen, Truppenküchen und Unterkünfte zurückgreifen kann.
Der Kader rekrutiert sich aus sämtlichen Dienstgradgruppen und
Zivilangestellten der Bundeswehr.
Beim gestrigen Spiel wurde teilweise bei Starkregen
unermüdlich gekämpft. Das deutsche Männerteam war zur Halbzeit mit 1:0 in
Führung und konnte diese Führung kurz nach der Halbzeit mit einem 2:0 festigen.
Die Freude währte jedoch nicht lange, da die Briten kurz hintereinander drei
Tore schossen. Am Ende trennten sich die Mannschaften mit einem 4:3 für
Deutschland.