Montag, 19. Oktober 2026

Botschafter von Mauritius, Pakistan und Tonga akkreditiert

Bei der heutigen Botschafter-Akkreditierung im neuen Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen ging es einmal weit um den Globus – mit dem Botschafter aus Mauritius, dem Botschafter aus Pakistan und der Botschafterin des Königreichs Tonga.


Um 12.30 Uhr erschien der Botschafter der Republik Mauritius, Joseph Lucien Finette. Mauritius liegt auf der Südhalbkugel östlich von Madagaskar im Indischen Ozean. Die Inselgruppe hat 1,3 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 17 Milliarden USD. Bis 1968 war Mauritius unter britischer Herrschaft. Die Briten hatten 1810 die Franzosen als Kolonialmacht vertrieben. Zu der Zeit hatte Napoleon in Europa viele Niederlagen einzustecken. Vor den Franzosen waren die Niederländer (1598 bis 1710) auf Mauritius. Erschlossen wurde das Gebiet jedoch 1505 durch die Portugiesen, die dort einen Marinestützpunkt errichteten. Für Seemächte ist es strategisch wichtig, auf den Wegen in ferne Regionen freundliche Häfen zu haben, wo beispielsweise Verbrauchsmittel zuladen können, Mannschaften überwintern oder Reparaturarbeiten möglich sind. Mauritius hat keine offiziell Amtssprache. Faktisch wird aber Englisch und Französisch gesprochen. Mauritius unterhält weiterhin gute Beziehungen zu Großbritannien, aber auch zu Indien, das bis 1947 eine britische Kolonie war.


Geht man auf der Weltkarte nach Norden, landet man in Pakistan. Pakistan stand bis 1947 unter britischer Kolonialherrschaft und wurde damals mit einem Strich auf der Landkarte von Indien abgeteilt. Dadurch gibt es bis heute Spannungen, weil der Strich auf der Karte die Ausbreitung ethnisch-religiöser Gruppen zu wenig berücksichtigt hatte. Pakistan hat 257 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 459 Milliarden USD. Das Land unterhält Streitkräfte mit 660.000 aktiven Soldaten, die durch 291.000 paramilitärische Kräfte ergänzt werden. Beim Verteidigungsbudget kommt die Pakistan mit knapp 12 Milliarden USD aus.

Der Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, Salman Sharif, traf gegen 13 Uhr am Bundespräsidialamt ein. Er trägt den gleichen Nachnamen wie sein Premierminister Shehbaz Sharif, ist mit diesem wohl aber nicht verwandt. Salman Sharif war bereits als stellvertretender Missionsleiter in Indien tätig und hatte als Ministerialdirigent im Büro seines Premierministers gearbeitet.


Die neue Botschafterin des Königreichs Tonga, Titilupe Fanetupouvava'u Tu'ivakano, ist 48 Jahre alt und als Botschafterin auch für Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg zuständig. Studiert hat sie in Oxford und wurde 2018 durch Königin Elizabeth II zur Hochkommissarin von Tonga berufen.

Tonga liegt im Südpazifik östlich von Australien und nördlich von Neuseeland. Die Inselgruppe hat etwas mehr als 100.000 Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 616 Millionen USD. Mit ihren 600 aktiven Soldaten bekämpft das Land hauptsächlich den internationalen Drogenhandel, beteiligt sich aber auch an internationalen Missionen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Feldwebel-Arndt-Haus in der Blücher-Kaserne Berlin-Kladow

Heute wurde beim Sanitätsregiment 1 in Berlin-Kladow das Gebäude 2 der Blücher-Kaserne in Feldwebel-Arndt-Haus umbenannt.


Feldwebel Alexander Arndt war am 14. Oktober 1993 als erster Bundeswehrsoldat bei einem Auslandseinsatz gefallen. Er war in Phnom Penh, Kambodscha, von Unbekannten auf offener Straße erschossen worden. Er war Teil des 150 Soldaten des Sanitätsdienstes umfassenden Bundeswehr-Kontingentes der UN-Missionen UNAMIC und UNTAC.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 13. Oktober 2026

Wechsel an der Spitze des BMAS

Am 13. Oktober 2026 wurde der bisherigen Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas (SPD), durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Entlassungsurkunde ausgehändigt.


Am 12. Oktober 2026 war Bärbel Bas als Ministerin und als SPD-Vorsitzende zurückgetreten. Eigenen Angaben zufolge war der Grund ein Trauerfall in der Familie. Ihrem Nachfolger als Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Alexander Schweitzer (SPD), wurde gemäß Artikel 64 Absatz 1 des Grundgesetzes die Ernennungsurkunde ausgehändigt. Alexander Schweitzer war von Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Bei der Landtagswahl im März 2026 ging das Mandat mit 31 Prozent der Stimmen an Gordon Schnieder von der CDU.

Bei Übergabe der Urkunden war auch Bundeskanzler Friedrich Merz zugegen. Bärbel Bas war der presseöffentlichen Zeremonie ferngeblieben. Der Bundespräsident sagte, er habe ihr die Entlassungsurkunde kurz zuvor im kleinen Kreise ausgehändigt.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 9. Oktober 2026

Game of Remembrance 2026

Zeitgleich zum Besuch des britischen Premierministers AndrewBurnham fand gestern in der Julius-Leber-Kaserne das Game of Remembrance 2026 statt.


Das Game of Remembrance wird seit 2012 jährlich zwischen Angehörigen der deutschen und der britischen Streitkräfte ausgetragen. Es erinnert an gemeinsame Fußballspiele während der Waffenruhe 2014 im Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig erinnert es aber auch an die Gefallenen auf beiden Seiten.

Während im Spiel mit harter Siegesperspektive gekämpft wird, werden davor und danach die guten Beziehungen der beiden Nationen gepflegt. Zwischen Bundeswehr und den britischen Streitkräften gibt es verschiedenen Schnittmengen, die gemeinsame Übungen, das Pionierbrückenbataillon 130 in Minden, den GTK Boxer und weitere Themen umfassen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen arbeiten immer noch Briten, die sich so mit Deutschland angefreundet hatten, dass sie 1994 nicht auf die Insel zurückgekehrt waren.

Die britischen Mannschaften (Frauen und Männer) wurden in diesem Jahr durch den britischen Zweig des deutschen Unternehmens Heckler & Koch gesponsert. Das Team der Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft braucht kein Sponsoring, da es auf ohnehin vorhandene Ressourcen der Bundeswehr wie Busse, Transportmaschinen, Truppenküchen und Unterkünfte zurückgreifen kann. Der Kader rekrutiert sich aus sämtlichen Dienstgradgruppen und Zivilangestellten der Bundeswehr.

Beim gestrigen Spiel wurde teilweise bei Starkregen unermüdlich gekämpft. Das deutsche Männerteam war zur Halbzeit mit 1:0 in Führung und konnte diese Führung kurz nach der Halbzeit mit einem 2:0 festigen. Die Freude währte jedoch nicht lange, da die Briten kurz hintereinander drei Tore schossen. Am Ende trennten sich die Mannschaften mit einem 4:3 für Deutschland.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Britischer Premierminister Andrew Burnham in Berlin empfangen

Heute wurde der britische Premierminister Andrew Burnham mit militärischen Ehren durch Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen.


Nach einer kurzen Unterredung wurden die Ratifizierungsurkunden des Kensington-Vertrages ausgetauscht. Der Kensington-Vertrag, der die „Freundschaft und bilaterale Zusammenarbeit“ zwischen Deutschland und Großbritannien besiegeln soll, wurde bereits am 17. Juli 2025 durch den damaligen Premierminister Keir Starmer und Friedrich Merz unterschrieben und soll ein wenig die gravierenden Negativfolgen des BREXIT kompensieren. Der Vertrag beinhaltet auch Punkte zur Kooperation in militärischen Fragen. Die militärische Zusammenarbeit war durch den BREXIT nur marginal gestört worden.

Burnhams Vorgänger, Keir Starmer, war nur zwei Jahre lang Premierminister und stand innenpolitisch wegen seiner als degenerativ und verantwortungslos bewerteten Politik in der Kritik. Betrachtet man die Premierminister Großbritanniens seit 2010, hatte sich David Cameron mit sechs Jahren noch am längsten im Amt halten können. Danach folgte Theresa May für drei Jahre. Mit Realisierung des BREXIT zog Boris Johnson für drei Jahre in die Downingstreet ein. Es folgten Liz Trus für 20 Tage, Rishi Sunak für 21 Monate, Keir Starmer für zwei Jahre und seit Juli 2026 Andrew Burnham. Da er ideologisch noch verbohrter sein soll als Keir Starmer, wird er wohl kaum in der Lage sein, Großbritannien in eine bessere Zukunft zu führen. Die nächste Wahl für das britische Unterhaus findet im Sommer 2029 statt.

Autor: Matthias Baumann