Donnerstag, 23. April 2026

Reza Pahlavi in der Bundespressekonferenz

Heute stellte sich Reza Pahlavi den Fragen der Presse zur Lage im Iran. Reza Pahlavi ist der älteste Sohn des Schahs von Persien (Schah von Iran). Als sein Vater 1979 durch das Mullah-Regime gestürzt wurde, war er 18 Jahre alt. Er wird vom westlich orientierten Teil der Perser als Führungspersönlichkeit gewünscht. Auch von den Demonstranten, die parallel zur Pressebegegnung vor dem Haus der Bundespressekonferenz demonstrierten.


Die Pressekonferenz machte deutlich, dass es einem Großteil der Journalisten egal zu sein scheint, dass das Mullah-Regime Tausende von Menschen tötet, die für eine freiheitlich demokratische Ordnung im Iran eintreten. Die Fragesteller stellten die Behauptung in den Raum, dass es „viele zivile Opfer“ durch israelische und amerikanische Bomben gebe. Diese konnten jedoch nicht näher beziffert werden und betreffen hauptsächlich die  Kombattanten des Mullah-Regimes. Reza Pahlavi reagierte souverän auf diese Provokationen und zeigte letztlich, dass er fester auf dem Boden freiheitlich demokratischer Prinzipien und Werte steht als so manch ein Fragesteller.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 22. April 2026

Indischer Verteidigungsminister im Bendlerblock empfangen

Heute wurde der indische Verteidigungsminister, Rajnath Singh, mit militärischen Ehren durch seinen Amtskollegen Boris Pistorius im Bendlerblock empfangen. Am Nachmittag reisten Boris Pistorius und Rajnath Singh zu thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nach Kiel.

Rajnath Singh ist 74 Jahre alt und fungierte mehrfach als Vorsitzender seiner konservativen, hinduistisch geprägten Partei BJP. Seit 2019 ist er für das Verteidigungsressort im Kabinett Modi zuständig.

Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ein stattliche Verteidigungsbudget von 78,3 Milliarden USD. Damit rangiert Indien auf Platz 6 der Weltrangliste. Hauptgegner ist nach wie vor Pakistan. Pakistan und Indien besitzen Atomwaffen. Indien hatte bislang sehr enge Kontakte zu Russland unterhalten. Russland konnte allerdings wegen seines andauernden Ukraine-Abenteuers viele Bestellungen nicht mehr ausliefern, so dass sich Indien schon seit 2023 westwärts orientiert – nach dem Handelsprinzip: „Wenn A nicht liefert, kaufe ich bei B“. Indien schaut sehr kritisch auf das chinesische Engagement Chinas im Indipazifik und nimmt deshalb auch gerne an multinationalen Übungen wiePacific Skies 2024 teil.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 21. April 2026

Mehr als nur Drohnen – SeaSEC zivil-militärische Übung Data2Sea 2026 in Rostock und Warnemünde

Zurzeit findet in Rostock und Warnemünde die zivil-militärische Übung „Data2Sea 2026“ des SeaSEC statt. SeaSEC steht für Seabed Security Experimentation Centre (Meeresboden-Sicherheit-Experimentierzentrum).


Bei SeaSEC treffen sich Rüstungsunternehmen und innovative zivile Firmen für mehrere Wochen, um gemeinsam Lösungen zur Abwehr von Szenarien der Bedrohung, des Angriffs, der Spionage oder der Sabotage zu erarbeiten. SeaSEC läuft wie ein Wettbewerb ab, bei dem die teilnehmenden Firmen tageweise zu Konsortien zusammengeschlossen werden und mit ihren jeweiligen Kompetenzen und Produkten gemeinsam(!) die gestellten Herausforderungen zu meistern versuchen. Die Konsortien werden dann wieder gemischt, so dass ein breiter Austausch stattfindet, neue Geschäftsbeziehungen entstehen, Fähigkeitslücken erkannt und Prozesse optimiert werden. Das jeweilige Konsortium hat ganzheitliche Lösungen für eine Problemstellung zu erarbeiten und muss bei physischen Einflüssen wie Wellengang, regen oder Motordefekt seine Kreativität spielen lassen. Entscheidend ist das Ergebnis: Angriff erkannt, verfolgt, identifiziert, analysiert und bekämpft. Die zu sichernden Objekte können sehr unterschiedlich sein: Seekabel, Off-Shore-Plattformen oder Hafenanlagen.

Hier die Pressebegegnung mit Konteradmiral Richard Ernst Kesten (Chef des Stabes Marinekommando), Normen Großmann (Präsident der Bundespolizei) und Carine van Bentum (Direktorin des SeaSEC - Seabed Security Experimentation Centre):


Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 19. April 2026

Lula da Silva mit militärischen Ehren in Hannover empfangen

Am Nachmittag wurde der brasilianische Präsident, Luiz Inácio Lula da Silva, auf Schloss Herrenhausen in Hannover mit militärischen Ehren empfangen. Anlass des Besuchs sind die 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen. Teil des Programms sind Begegnungen mit Wirtschaftsvertretern sowie ein Rundgang auf der Hannover-Messe.


Lula da Silva hatte zuvor an der Konferenz „Global Progressive Mobilisation“ in Barcelona teilgenommen. Auch Lars Klingbeil und Funktionäre seiner Partei waren dabei. Die Teilnehmer hatten darüber beraten, wie sie der schwindenden Akzeptanz sozialistischer Ideen entgegentreten können.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 16. April 2026

Irlands Taoiseach Micheál Martin zum Antrittsbesuch in Berlin

Heute wurde der Taoiseach der Republik Irland, Micheál Martin, mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch im Bundeskanzleramt begrüßt. Seit einigen jahren ist die Eigenart zu beobachten, dass Fremdwörter statt der übersetzten Bezeichnungen verwendet werden. Taoiseach wird in etwa „Tie-Schach“ ausgesprochen mit Regierungschef oder Premierminister übersetzt.


Micheál Martin ist 65 Jahre alt und seit 1985 in der Politik tätig. Er ist liberal-konservativ und hat sich über die Jahre durch die politischen Instanzen hochgearbeitet. Er war Gesundheitsminister und leitete das Außenministerium. Von 2020 bis 2022 war er bereits Premierminister und wurde 2025 erneut in dieses Amt berufen. Privat hatte er einige Herausforderungen zu meistern: zwei seiner fünf Kinder waren 2000 und 2010 und aus gesundheitlichen Gründen verstorben.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. April 2026

53. Treffen der Ukraine Defense Contact Group UDCG in Berlin

Heute fand im Bendlerblock das 53. Ministertreffen der Ukraine Defense Contact Group (UDCG) statt. Daran nahmen Verteidigungsminister Boris Pistorius, NATO-Generalsekretär Mark Rutte, der britische Verteidigungsminister John Healey und der ukrainische Verteidigungsminister Mykhailo Federov teil.


Bei diesen Treffen ist es üblich, dass sich die anwesenden Minister in verschiedenen Kombinationen austauschen: bilateral, trilateral oder multilateral und dann die Ergebnisse des jeweiligen Treffens zusammenfassen.

Das erste Treffen dieses Koordinierungsgremiums für die materielle Unterstützung der Ukraine bei ihrer Verteidigung gegen Russland fand am 26. April 2022 in Ramstein statt. Es war von den USA initiiert worden und hieß zunächst Ramstein-Format. Im Laufe der Zeit wurde es in Ukraine Defense Contact Group (UDCG) umbenannt und seit April 2025 unter deutsch-britischem Vorsitz durchgeführt. Normalerweise tagt die UDCG im NATO-Hauptquartier in Brüssel. Es wird jedoch ausdrücklich betont, dass die UDCG kein NATO-Gremium ist. Inzwischen gehören 50 westliche Nationen zum Unterstützerkreis der UDCG.

Autor: Matthias Baumann