Heute Nachmittag wurde der Ministerpräsident
der Republik Bulgarien, Rumen Ravew, zu seinem Antrittsbesuch mit militärischen Ehren durch Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundeskanzleramt empfangen.
Rumen Ravew ist 62 Jahre alt und ehemaliger Kampfpilot.
Seine militärische Karriere beendete er als Generalmajor. Zwischen 2014 und
2016 war er Kommandeur der bulgarischen Luftwaffe. 2017 wechselte er in die
Politik und fungierte bis Januar 2026 Präsident von Bulgarien. Bei den jüngsten
Parlamentswahlen gewann sein Parteienbündnis „Progessives Bulgarien“. Dadurch
wurde er zum Ministerpräsidenten. Das „Progressive Bulgarien“ vereint ein
Spektrum aus sozialdemokratischen bis linksextremistischen Parteien mit einem
starken nationalen Fokus und hoher Skepsis gegenüber der EU.
Heute wurde der indische Verteidigungsminister, Rajnath
Singh, mit militärischen Ehren durch seinen Amtskollegen Boris
Pistorius im Bendlerblock empfangen. Am Nachmittag reisten Boris Pistorius und Rajnath
Singh zu thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nach Kiel.
Rajnath Singh ist 74 Jahre alt und fungierte mehrfach als
Vorsitzender seiner konservativen, hinduistisch geprägten Partei BJP. Seit 2019
ist er für das Verteidigungsressort im Kabinett Modi zuständig.
Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ein stattliche
Verteidigungsbudget von 78,3 Milliarden USD. Damit rangiert Indien auf Platz 6
der Weltrangliste. Hauptgegner ist nach wie vor Pakistan. Pakistan und Indien
besitzen Atomwaffen. Indien hatte bislang sehr enge Kontakte zu Russland
unterhalten. Russland konnte allerdings wegen seines andauernden Ukraine-Abenteuers
viele Bestellungen nicht mehr ausliefern, so dass sich Indien schon seit 2023
westwärts orientiert – nach dem Handelsprinzip: „Wenn A nicht liefert, kaufe
ich bei B“. Indien schaut sehr kritisch auf das chinesische Engagement Chinas
im Indipazifik und nimmt deshalb auch gerne an multinationalen Übungen wiePacific Skies 2024 teil.
Am Nachmittag wurde der brasilianische Präsident, Luiz
Inácio Lula da Silva, auf Schloss Herrenhausen in Hannover mit militärischen
Ehren empfangen. Anlass des Besuchs sind die 3. Deutsch-Brasilianischen Regierungskonsultationen.
Teil des Programms sind Begegnungen mit Wirtschaftsvertretern sowie ein
Rundgang auf der Hannover-Messe.
Lula da Silva hatte zuvor an der Konferenz „Global Progressive Mobilisation“ in
Barcelona teilgenommen. Auch Lars Klingbeil und Funktionäre seiner Partei waren
dabei. Die Teilnehmer hatten darüber beraten, wie sie der schwindenden
Akzeptanz sozialistischer Ideen entgegentreten können.
Heute wurde der Taoiseach der Republik Irland, Micheál
Martin, mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch im Bundeskanzleramt
begrüßt. Seit einigen jahren ist die Eigenart zu beobachten, dass Fremdwörter
statt der übersetzten Bezeichnungen verwendet werden. Taoiseach wird in etwa „Tie-Schach“
ausgesprochen mit Regierungschef oder Premierminister übersetzt.
Micheál Martin ist 65 Jahre alt und seit 1985 in der Politik
tätig. Er ist liberal-konservativ und hat sich über die Jahre durch die politischen
Instanzen hochgearbeitet. Er war Gesundheitsminister und leitete das Außenministerium.
Von 2020 bis 2022 war er bereits Premierminister und wurde 2025 erneut in dieses
Amt berufen. Privat hatte er einige Herausforderungen zu meistern: zwei seiner fünf
Kinder waren 2000 und 2010 und aus gesundheitlichen Gründen verstorben.
Heute wurde der Ministerpräsident
der Tschechischen Republik, Andrej Babiš, bei Bundeskanzler Friedrich Merz im
Bundeskanzleramt mit militärischen Ehren empfangen.
Andrej Babiš absolvierte damit seinen zweiten Antrittsbesuch
in Berlin. Im Dezember 2025 hatte er das Amt übernommen, war aber von 2017 bis
2021 schon einmal Ministerpräsident der Tschechischen Republik. 2023 trat er
als Präsidentschaftskandidat an, konnte sich aber nicht gegen den ehemaligen
General Petr Pavel durchsetzen. Andrej Babiš hat slowakische Wurzeln. Als
Gründer und Eigentümer der Agrofert Holdinggesellschaft wird ihm ein
Milliardenvermögen nachgesagt.
Tschechien hat knapp elf Millionen Einwohner und 30.350
aktive Soldaten. Der Verteidigungshaushalt ist in den letzten Jahren stark
angestiegen, erreicht aber immer noch nicht die geforderten zwei Prozent. Zu den Prioritäten der militärischen Modernisierung gehören
Kampfpanzer, gepanzerte Kampffahrzeuge, Artillerie, Hubschrauber und
Transportflugzeuge, Kurzstrecken-Flugabwehrsysteme und unbemannte Luftfahrzeuge
(UAVs).Prag
kündigte 2023 an, F-35A-Kampfjets zu beschaffen, um seine geleaste
Gripen-Flotte zu ersetzen.Die
Tschechische Republik unterzeichnete eine Absichtserklärung mit Deutschland zur
Angliederung der 4. Tschechischen Schnellen Eingreiftruppe an die 10. Deutsche
Panzerdivision im Rahmen des NATO-Rahmennationenkonzepts.Es
besteht Personalmangel in spezialisierten Bereichen wie Ingenieurwesen und
Piloten, obwohl sich die Rekrutierung Berichten zufolge verbessert hat.Die
Streitkräfte können für internationale Krisenmanagementeinsätze eingesetzt werden.Die
Tschechische Republik plant die Modernisierung ihrer militärischen Ausbildungs-
und Simulationseinrichtungen.Die
tschechische Rüstungsindustrie beschäftigt sich insbesondere mit Kleinwaffen,
Fahrzeugen sowie mit Trainings- und leichten Kampfflugzeugen.