Am 6. Juli 2026 wurde Prinz Rahim Aga Khan V. durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig zu Gesprächen empfangen.
Prinz Rahim Aga Khan V. ist der 50. Imam und Oberhaupt der Nizariten. Die Nizariten sind eine ismailitisch-schiitische Religionsgemeinschaft mit mehr als 13 Millionen Anhängern. Diese leben in Indien, Pakistan, Syrien, dem Iran, Tadschikistan, Ostafrika und westlichen Ländern. In Deutschland gibt es knapp 2.000 Nizariten. Weltweit gibt es etwa 150 Millionen Schiiten. Deren größte Gruppe ist die der Zwölfer-Schiiten. Etwa 15 Prozent aller Moslems sind Schiiten. Der andere Teil sind Sunniten. Schiiten und Sunniten unterschieden sich hauptsächlich in der Frage, wer nach dem Tod Mohammeds im Jahr 632 zur Nachfolge legitimiert sei. Die Sunniten bestimmen ihren Kalifen durch Wahl und legen Wert auf die Einhaltung des Regelwerkes der Sunna. Schiiten favorisieren die familiäre Erbfolge von Mohammed, haben ausgeprägte Hierarchien, verehren ihre Imame und sehen diese als unfehlbar an. Während sich Sunniten mehr auf die Überlieferungen (Hadithe) und das Handeln Mohammeds konzentrieren, hat für die Schiiten der Koran den höchsten Stellenwert.
Die Familie von Prinz Rahim Aga Khan V. hat nun schon zum fünften Mal den Vorsitz der Religionsgemeinschaft der Nizariten inne. Er ist seit Februar 2025 im Amt und folgt damit seinem Vater, Shah Karim al-Husseini mit dem Titel Aga Khan IV. Sein Vater hatte ihm einen Besitz hinterlassen, der auf über 13 Milliarden USD geschätzt wird. Aga Khan V. hält vier Staatsbürgerschaften: Frankreich, Großbritannien, Portugal und Schweiz.
Autor: Matthias Baumann