Dienstag, 6. Oktober 2026

Militärattachés lernen Handwaffen der Bundeswehr kennen

Am 16. September 2026 fand auf dem Truppenübungsplatz das jährliche Handwaffen-Schießen der in Deutschland akkreditierten Militärattachés statt.


Während die Resonanz im vergangenen Jahr wegen verschiedener Paralleltermine sehr verhalten war, platzte der Bus aus allen Nähten und etwa 40 Shades of Flecktarn traten in den Starkregen auf dem schlammigen Übungsplatz. Der Regen ließ ab und zu mal nach und zur abschließenden Siegerehrung kam sogar die Sonne hervor.

Die Militärattachés durften diesmal mit der Maschinenpistole MP7, dem Maschinengewehr MG3 auf Lafette mit Winkelzielfernrohr (Periskop), dem Maschinengewehr MG5 auf Drehlafette auf LKW, dem Sturmgewehr G95 in der Spezialkräfteausführung und der Pistole P8 gegeneinander antreten. Natürlich nur, was die Punkte auf den Zielscheiben betrifft. Darüber hinaus wurde mit einem Lasergewehr auf Leuchtpunkte geschossen, mit Kampfäxten auf Ziele geworfen oder mit blauen Übungshandgranaten auf eine LKW-Ladefläche. Die drei besten Schützen durften am Ende noch jeweils einen Schuss mit der Salut-Haubitze Typ M101 Kaliber 105 mm abgeben.

Mit der Durchführung vor Ort war wieder die 1. Kompanie des Wachbataillons beauftragt. Die 1. Kompanie ist für sämtliche Unterstützungsaufgaben des Wachbataillons zuständig. Das geht von der Einlagerung der Anti-Mücken-Sprays bis zum Transport von Munition und Gerät mit schweren LKWs. Mehr dazu in unserer Kurzdoku: https://youtu.be/PF1Ftv9FNWk

Autor: Matthias Baumann

Montag, 5. Oktober 2026

Premierminister Litauens in Berlin empfangen

Heute Nachmittag wurde der Premierminister der Republik Litauen, Mindaugas Sinkevičius, durch Bundeskanzler Friedrich Merz mit militärischen Ehren empfangen


Mindaugas Sinkevičius ist 42 Jahre alt und seit Juli 2026 Premierminister von Litauen. Von 2016 bis 1017 war er Wirtschaftsminister. Seit 2025 ist er Vorsitzender der Partei LSDP, die ein Zusammenschluss aus dem litauischen Zweig der KPdSU, den litauischen Sozialdemokraten und der Demokratischen Arbeiterpartei ist. Litauische Premierminister rangieren ähnlich ihrer französischen Amtskollegen eher in der zweiten Reihe, so dass es im Ausland kaum jemand bemerkt, wenn sie nach ein bis vier Jahren ersetzt werden. Auch an Minister braucht man sich nicht lange gewöhnen. Seit 2020 gibt es in Litauen beispielsweise schon den vierten Verteidigungsminister. Im Außenministerium ist die Kontinuität etwas höher. Aus diesem Grunde wäre es wohl sinnvoller gewesen, Friedrich Merz hätte sich mit Präsident Gitanas Nauseda getroffen.

Litauen hat 2,8 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 90 Milliarden Euro. Schon 2021 hatte man beim IISS (International Institute for Strategic Studies) spekuliert, ob Russland die NATO im Baltikum austesten werde. Als strategisch clever könnte dann schon fast bezeichnet werden, dass Russland 2022 erst einmal das Nicht-NATO-Mitglied Ukraine angegriffen hat. Russland hatte allerdings verkalkuliert, da es auf fremdem Gebiet kämpfen musste und den Willen der Ukrainer unterschätzt hat. Die Bindung Russlands in der Ukraine hat dem Baltikum und der NATO wertvolle Zeit erkauft, die durchaus genutzt wurde: neue Mitglieder, neue Fähigkeiten, Modernisierung der Streitkräfte, das Air Policing und Vorwärtskräfte wie das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) im Baltikum. Kein Wunder also, dass der Kanzler in der letzten Woche das Hauptquartier des 1GNC in Münster und am Sonntag die Ukraine besucht hat. Für Donnerstag ist eine Begegnung mit seinem britischen Amtskollegen geplant.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 1. Oktober 2026

Bundeskanzler besucht das 1. Deutsch-Niederländische Korps in Münster

Heute besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) in Münster. Er traf dort auch den niederländischen Premierminister Rob Jetten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte.


Das 1GNC ist seit Ende Juni 2026 für den Schutz derNATO-Ostflanke in Estland und Lettland zuständig. Entsprechend intensiv verliefen die Gespräche, an denen auch Generalinspekteur Carsten Breuer, Generalleutnant Mirow und hochrangige niederländische Generale teilnahmen. Bei der anschließenden Pressekonferenz wurde klare Botschaften in Richtung Moskau formuliert. Fragen waren aber nicht zugelassen.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 30. September 2026

Kommandowechsel bei der Deutschen Marine

Heute Nachmittag wurde das Kommando der Deutschen Marine von Vizeadmiral Jan Christian Kaack an Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry übergeben. Die Übergabe erfolgte unter Nutzung der Kulisse der Marineschule Mürwik in Flensburg.


Vizeadmiral Kaack war im März 2022 zum Inspekteur der Marine ernannt worden und hatte die Aufgabe, die Marine auf „Kriegstüchtigkeit“ umzubauen. Diese Aufgabe ging er mit viel Engagement an und sein Motto „Stahl ins Wasser“ zu bringen, ist vielen Marineangehörigen präsent. Auch seine Führungsqualitäten werden vielfach seitens der Truppe gelobt.

Sein Nachfolger Wilhelm Tobias Abry wird morgen zum Vizeadmiral ernannt. Er kennt die Marineschule Mürwik sehr gut, da er diese von 2018 bis 2021 führen durfte. Abry machte in seiner Rede deutlich, dass er den Kurs seines Vorgängers konsequent fortsetzen werde.


Am Abend wurde Vizeadmiral Kaack mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet. Auch dafür wurde die Marineschule Mürwik genutzt.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 29. September 2026

1. Kompanie des Wachbataillons

Wert im Rampenlicht steht, brauch gute Kräfte im Hintergrund, damit es im Rampenlicht möglichst keine Pannen gibt. Die 1. Kompanie des Wachbataillons ist bei Protokolleinsätzen so gut wie nie zu sehen, leistet aber die wertvolle Arbeit drum herum.


So fahren Soldaten der 1. Kompanie kurz vor den militärischen Ehren die Strecke ab, prüfen die Strecke auf neue Baustellen und Hindernisse, begehen den Ort des Einsatzes und prüfen auch dort, ob alles wie geplant stattfinden kann. Sie spannen die Drähte für die korrekte Aufstellung der Formation und sie zeichnen Kreidemarkierungen auf das Pflaster, damit der Kommandierende und die Truppenfahne an der passenden Position stehen bleiben.

Bei mehrtägigen Staatsbesuchen kommt auch der Salut-Zug der 1. Kompanie zum Einsatz. Dieser ist in der Bundeswehr einzigartig und rück normalerweise mit sechs Haubitzen des Typs M101 Kaliber 105mm an. Es werden dann gemäß seemännischer Tradition 21 Schuss abgegeben. Der Salut-Zug schießt aber auch gelegentlich bei der Kieler Woche.

Die Kompanie verfügt über viele schwere LKWs, entsprechende Anhänger und kleinere Fahrzeuge wie VW-Busse und Pritschen. Neben Lagerhaltung und Lagerbewirtschaftung ist die Kompanie auch für den Transport des Wachbataillons und dessen Materialien wie Munition, Zelten, Schlauchbooten usw. zuständig. Wer ölverschmierte Hände mag, findet diese in den Hallen des Instandsetzungszuges. Dort werden Waffen, Fahrzeuge und Fernmeldegerät gewartet und repariert.

Die 1. Kompanie ist zudem für die Verpflegung des Bataillons im Gelände oder beim Protokolleinsatz verantwortlich. Davon, dass das Team auch themenspezifisch im Gelände auftischen kann, können sich zum Beispiel die inDeutschland akkreditierten Militärattachés Jahr für Jahr zum Abschluss ihresSchieß-Events überzeugen.

Autor: Matthias Baumann