Posts mit dem Label Wachbataillon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wachbataillon werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 20. August 2026

Großer Zapfenstreich für USAREUR General Donahue

Am späten Abend des 20. August 2026 wurde US-General Christopher Todd Donahue in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet.


General Donahue war seit Dezember 2024 Commander United States Army Europe an Africa (USAREUR-AF). Das Hauptquartier des USAREUR-AF befindet sich in Wiesbaden. Am 30. Juni 2026 hatte er noch in Funktion des Kommandeurs NATO Allied Land Command (LANDCOM) die Verantwortung für Teile der NATO-Verteidigung an der Ostflanke vom Multinationalen Korps Nordost (MNC NE) an das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) übergeben. Noch in derselben Woche wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Das Dienstende sei direkt durch den amerikanischen Verteidigungsminister Pete Hegseth veranlasst worden. Bei Truppe und Generalität war General Donahue hoch angesehen und hatte 2021 als letzter US-Soldat Afghanistan verlassen.

Mit auf dem Podest stand die stellvertretende Generalinspekteurin, Frau Generaloberstabsarzt (GOSA) Dr. Nicole Schilling. General Donahue hatte sich folgende Stücke für die Serenade gewünscht:

Heading South - Zach Bryan
The Army Goes Rolling Along - Edmund L. Gruber und William Bryden
Boogie Woogie Bugle Boy - Don Raye und Hughie Prince

Weitere Infos:
Übergabeappell in Valga/Valka (Estland/Lettland): https://youtu.be/Hc3cbqY_gBo
Rede beim Übergabeappell in Valga/Valka: https://youtu.be/OSQGarNfsCw

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 25. Juli 2026

Wetter, Wachbataillon und Warten auf das Kommando

Es wird öfter gefragt, was das Wachbataillon und das eingesetzte Musikkorps bei Starkregen, Schneefall oder Gewitter machen. Die Antwort: Sie bleiben stehen und warten auf das nächste Kommando.


Jüngstes Beispiel ist die Akkreditierung des Botschaftersder Republik Madagaskar, Alain Manajary Razafimbelo, in der Villa Borsig am Tegeler See: Es war die letzte Akkreditierung dieses Tages. Die vorausgegangenen sechs Botschafter-Akkreditierungen hatten bei bestem Wetter stattgefunden. Als der neue Botschafter gerade im Gespräch mit dem Bundespräsidenten war, brachen plötzlich Starkregen und Gewitter über das Gelände herein.

Eine vergleichbare Situation gab es beim GroßenZapfenstreich für Admiral Rühle am 25. September 2024. Das war der bisher erste und einzige von uns begleitete Große Zapfenstreich, der mittendrin abgebrochen wurde, weil der Starkregen sämtliche Fackeln zum Erlöschen gebracht hatte und die Holzinstrumente aufzuquellen begannen. Zudem bestand die Gefahr des Blitzeinschlags.

Lange Standzeiten sind auch bei Hitze üblich. Das Wachbataillon wird auf solche Szenarien trainiert. Das beginnt mit Wassertrinken und endet mit speziellen Muskelübungen, die der Außenstehende kaum wahrnimmt. Wenn abzusehen ist, wie sich das Wetter entwickelt, wird das bei der Kleidung berücksichtigt. Wenn es unklar ist, lässt sich die Ehrenformation vom Wetter nicht beirren und zieht das Programm nach Plan durch. Wenn dann noch die diensthabenden Protokolloffiziere und –Feldwebel auf dem Platz stehen bleiben, ist das gelebtes „Führen von vorn“ und Ausdruck von Kameradschaft gegenüber den Protokollsoldaten.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 23. Juli 2026

7 Botschafter akkreditiert: Georgien, Chile, Honduras, Nigeria, Mauretanien, Vatikan und Madagaskar

Am 23. Juli 2026 wurden sieben Botschafter akkreditiert. Die Akkreditierungen fanden im Gästehaus des Auswärtigen Amtes, der Villa Borsig, am Tegeler See statt. Das Schloss Bellevue wird in den nächsten Jahren saniert und der Interimsbau des Präsidialamtes ist zu klein und wenig repräsentativ. Deshalb finden protokollarische Anlässe dieser Art unter anderem in der Villa Borsig statt. Auch für das Wachbataillon war das der erste Einsatz bei einer Botschafter-Akkreditierung vor der Villa Borsig. Botschafter-Akkreditierungen stellen eines der komplexesten protokollarischen Anlässe dar, weil Ehrenposten, Ehrenzug, Spielmannszug und Flaggenkommando punktgenau interagieren müssen.

In folgender Reihenfolge wurden die Botschafter heute akkreditiert:

Botschafter von Georgien, Aleksandre Kartozia
Botschafter der Republik Chile, Jorge Eduardo Sandrock Carrasco
Botschafterin der Republik Honduras, Sandra Yamileth Ponce Aguilera
Botschafter der Bundesrepublik Nigeria, Ita Solomon James Enang
Botschafter der Islamischen Republik Mauretanien, Sidi Aly Sidi Aly
Apostolischer Nuntius, Erzbischof Hubertus Matheus Maria Van Megen
Botschafter der Republik Madagaskar, Alain Manajary Razafimbelo

Es begann um 10.30 Uhr mit Aleksandre Kartozia aus Georgien. Aleksandre Kartozia ist 67 Jahre alt und hat langjährige Beziehungen zu Deutschland. Von 1977 bis 1979 hatte er an der Humboldt-Universität studiert, später eine deutsche Schule in Tblissi geleitet und an der Viadrina in Frankfurt/Oder gearbeitet. Er ist Sprachwissenschaftler mit Schwerpunkt Deutsch. Georgien hat knapp fünf Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 40 Milliarden USD. Nach dem russischen Überfall und der Abspaltung von Abchasien und Südossetien im Sommer 2008 wendet sich Georgien der NATO zu. Die instabile innenpolitische Situation erfreut sich im Westen allerdings einer gewissen Skepsis, so dass Georgien immer noch bündnislos in der Region umherwabert. Flankiert wird diese Skepsis durch mehr als 12.000 straffällige Georgier, die 2025 allein in Deutschland auffällig geworden sind.

Es folgte der Botschafter der Republik Chile, Jorge Eduardo Sandrock Carrasco. Chile hat 19 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 363 Milliarden USD. Sicherheitspolitisch ist es eher ruhig in Chile. Man konzentriert sich auf Katastropheneinsätze und die Modernisierung des Materials wie zum Beispiel der Fregatten oder die Anschaffung eines Eisbrechers für Antarktis-Missionen. Chile unterhält gute Beziehungen zu den USA, aber auch zu Brasilien und Kolumbien. Das chilenische Militär war ab 1886 maßgeblich durch den preußischen Hauptmann Emil Körner geprägt worden: Generalstab, Wehrpflicht, Uniformen, Musik und Militärdoktrin. Körner konnte sich auf diese Weise innerhalb weniger Jahre zum Oberbefehlshaber der chilenischen Streitkräfte hocharbeiten.


Die einzige Frau im heutigen Akkreditierungsmarathon war Sandra Yamileth Ponce Aguilera aus der Republik Honduras. Honduras hat knapp zehn Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von etwa 41 Milliarden USD. Honduras hat – ähnlich Costa Rica – den Atlantik (Karibik) im Norden und den Pazifik im Süden. Wobei die Pazifikküste als eine Bucht zwischen El Salvador und Nicaragua bezeichnet werden könnte. Organisierte Kriminalität und Drogenschmuggel sind die wichtigsten sicherheitspolitischen Herausforderungen des Landes. Bei deren Behandlung wird Honduras maßgeblich von den USA unterstützt.


Anschließend erschien Ita Solomon James Enang aus der Bundesrepublik Nigeria. Ita Solomon James Enang ist 63 Jahre alt und blickt auf eine langjährige politische Karriere zurück. Bereits 1987 wurde er als politischer Berater engagiert, brachte seine Region wirtschaftlich voran und kandidierte für den Senat der Nordost-Region seines Landes. Nigeria hat über 240 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 334 Milliarden USD. Sicherheitspolitisch hat Nigeria mit inländischen und internationalen Terrorgruppen umzugehen und nimmt dafür gerne die Hilfe von Deutschland, Großbritannien und den USA in Anspruch. 80 britische Soldaten sind in Nigeria stationiert. Nigeria beteiligt sich an verschiedenen Auslandseinsätzen der UNO. Ansonsten unterhält das Land gute Beziehungen zu Pakistan.


Sidi Aly Sidi Aly wird zukünftig die Islamische Republik Mauretanien vertreten. Mauretanien ist das riesige Land, das Mali im Westen vom Atlantik trennt. Mauretanien hat fünf Millionen Einwohner, ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 13 Milliarden USD und eine beeindruckende Wüstenlandschaft, zu der auch die berühmte Richat Structure gehört. Aufgrund der Lage hat das Land erhebliche Herausforderungen bezüglich des grenzüberschreitenden Terrorismus und der zentralafrikanischen Migrationsrouten zu meistern. Kein Wunder also, dass die EU und die USA das Land unterstützen. Ansonsten ist man in Mauretanien eher auf China ausgerichtet.


Der Apostolische Nuntius des Heiligen Stuhls, ErzbischofHubertus Matheus Maria Van Megen, ist der neue Botschafter des Vatikans und löst Erzbischof Nicola Eterovic ab. Dieser hatte den Vatikan von 2013 bis 2026 vertreten und als Doyen (Leiter) des Diplomatischen Korps in Deutschland fungiert. Mit 75 Jahren hat er nun seine Karriere beendet. Normalerweise richtet sich die Rangfolge beim Diplomatischen Korps nach dem Zeitpunkt der Akkreditierung im Gastland. Es ist also auch wichtig, wer heute in welcher Reihenfolge akkreditiert wurde. In Ländern, in denen der Vatikan eine Botschaft unterhält, ist es jedoch üblich, deren Apostolischen Nuntius automatisch als Doyen des Diplomatischen Korps einzusetzen – so auch in Deutschland. Er wird die offiziellen Reden bei diplomatischen Empfängen halten und bei Defilees als Erster den Gastgeber begrüßen. Bei Defilees folgen dann die weiteren Botschafter in der Reihenfolge ihres Akkreditierungszeitpunktes. Erzbischof Hubertus Matheus Maria Van Megen ist 64 Jahre alt und stammt aus Limburg in den Niederlanden. 1987 wurde er zum Priester geweiht, hat langjährige diplomatische Erfahrungen in Afrika, bei der UNO und in Genf. Er spricht fließend Deutsch.


Zum Abschluss der heutigen Akkreditierungen erschien der Botschafter der Republik Madagaskar, Alain Manajary Razafimbelo. Madagaskar ist eine riesige Insel östlich von Tansania, Mosambik und Südafrika. Madagaskar hat 30 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 21 Milliarden USD. Historisch betrachtet haben die Franzosen ihren Fußabdruck in Madagaskar hinterlassen. Französisch wird dort neben Malagasy als weitere Amtssprache geführt. Worte und Namen in Malagasy sind extrem lang, aber durch den Wechsel von Konsonanten und Vokalen gut aussprechbar. Madagaskar fühlt sich seit seiner Unabhängigkeit von Frankreich mit Russland und China verbunden. Madagaskar hat einige Einzigartigkeiten zu bieten. Dazu gehören die Lemuren, riesige Affenbrotbäume und die Tsingy-Landschaft im mittleren Westen der Insel.


Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. Juli 2026

Boris Pistorius besucht Heimatschutz und das Wachbataillon

Auf seiner Sommerreise besucht Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Regel mehrere Standorte an einem Tag. Heute schaute er sich den Stab der Heimatschutzdivision am ehemaligen Regierungsterminal des Flughafens Tegel (TXL) an und übergab anschließend in der benachbarten Julius-Leber-Kaserne ein Fahnenband an das Wachbataillon.


Der Heimatschutz hatte trotz seiner Wichtigkeit für die Landesverteidigung zunächst den Ruf, mit überaltertem Gerät wie dem MG3 ausgestattet zu sein. Das hat sich inzwischen geändert, so dass der Heimatschutz inzwischen die höchste Pro-Kopf-Abdeckung an Drohnen hat. Hier zeigte sich der Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne, sehr dankbar gegenüber dem Heer, dem der Heimatschutz unterstellt ist.


Boris Pistorius und das Wachbataillon begegnen sich ständig, allerdings nur auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks. Heute besuchte er das Wachbataillon in der Julius-Leber-Kaserne. Bei einem kleinen Appell übergab er das erste Fahnenband eines deutschen Verteidigungsministers an den Verband. Dem Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, ist es seit Beginn seiner Verwendung in der Julius-Leber-Kaserne wichtig, den Doppelauftrag herauszustellen: Protokoll und Infanterie.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 28. Mai 2026

Gelöbnis des Wachbataillons am Berliner Abgeordnetenhaus

Am späten Nachmittag fand aus Anlass des 77. Jahrestages des Grundgesetzes ein Feierliches Gelöbnis des Wachbataillons vor dem Berliner Abgeordnetenhaus statt. Drei Wochen zuvor war der kleine Platz vor dem Abgeordnetenhaus in Margot-Friedländer-Platz umbenannt worden.


Die Rekruten gehörten zur 2. Kompanie des Wachbataillons. Die 2. Kompanie ist eine der Heereskompanien. Die Ehrenformation wurde von der 4. Kompanie gestellt. Diese ist zwar die Marineinfanterie-Kompanie des Wachbataillons, musste aber dem Anlass entsprechend ihre Heeresuniform anziehen. Neben einer umfangreichen musikalischen Begleitung durch das Stabsmusikkorps unter Leitung von Oberstleutnant Kiauka, gab es insgesamt vier Reden, von denen die humorvolle Ansprache einer Rekrutin hervorzuheben ist:


Nach dem Gelöbnis waren Rekruten, Angehörige und Gäste zu einem Empfang eingeladen, wo sich die Berliner Landespolitik, das Landeskommando Berlin, das Wachbataillon und die Familienangehörigen der Rekruten bei Currywurst und Häppchen vernetzen konnten.

Autor: Matthias Baumann