Montag, 8. Juni 2026

Taktisches Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" trainiert zusammen mit dem Hamburger Flughafen (HAM)

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" (TaktLwG 51 "I") aus Jagel führt in dieser Woche eine gemeinsame Übung mit dem Flughafen Hamburg (HAM) durch.


Dabei wird das zivil-militärische Zusammenspiel von Luftwaffe und Flughafenpersonal trainiert. Es geht um Start, Landung, Zeitkoordination, Wetterinformationen, Betankung, Verpflegung und weitere Dinge, über die sich der Urlaubsreisende keine Gedanken macht, die aber funktionieren müssen. Die sechs Tornados werden in den normalen zivilen Flugverkehr integriert und erscheinen sogar auf der Tafel mit den Abfluginformationen. Nach Aussage des Kommodore, Oberst Jens Schumacher, hat das Zusammenwirken mit dem Flughafen HAM bei früheren Trainings hervorragend funktioniert. Deshalb zeigte er sich zuversichtlich, dass die Aktion auch diesmal ein voller Erfolg wird.

Der Flughafen Hamburg ist nur 120 Kilometer vom Heimatflugplatz des TaktLwG 51 "I" entfernt. Der Start lohnt sich dennoch, weil die Tornados unterwegs weitere Trainings absolvieren. Geflogen wird in diesem Fall ohne Bewaffnung.

Starts und Landungen auf Autobahnen, wie sie während des Kalten Krieges in Deutschland geübt wurden, stehen derzeit nicht auf dem Programm. Schweden und Finnland üben das jedoch wieder, um nach der möglichen Zerstörung von Flughäfen immer noch Fähig zum Luftkampf zu sein.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 5. Juni 2026

Report Globale Flucht 2026 in der Bundespressekonferenz vorgestellt

Am Montag wurde der „Report GlobaleFlucht 2026“ in der Bundespressekonferenz vorgestellt. Prof. Dr. Petra Bendel von der Universität Erlangen-Nürnber, Dr. Franck Düvell von der Universität Osnabrück und Dr. Benjamin Etzold vom BICC – Bonn International Centre for Conflict Studies gaben ihre Einschätzung zum globalen Fluchtgeschehen ab und beantworteten die Fragen der Hauptstadtpresse.

Spannender jedoch als die einstündige Pressekonferenz mit den Herausgebern ist der Bericht selbst. Er umfasst etwa 300 Seiten und kann aufgrund seines angenehmen Schriftbildes und der kurzen Kapitel relativ schnell durchgelesen werden.

Das durchgängige Gendern auf Doppelpunkt:innen könnte den Leser zu der Annahme verleiten, dass der Bericht eine einseitig politische Schlagseite bediene. Dem ist nicht so. Die Beiträge sind weitestgehend nüchtern verfasst und wissenschaftlich fundiert. Durch regelmäßige Wechsel von Teilaspekten, Regionen, Blickwinkeln und Schreibstilen behält der Bericht bis zum Ende einen Spannungsbogen, der das vorzeitige Weglegen des Buches verhindert.

Während im öffentlichen Diskurs auf Messerkriminalität, Terrorismus, Sozialbetrug, Fachkräftemigration, Entwicklungshilfe oder aggressives Demonstrationsgeschehen fokussiert wird, ist Flucht eine viel komplexere Angelegenheit. Es ist durchaus sinnvoll, auch mal in den Kaukasus, nach Südafrika, in die Türkei, auf die Arbeit von Hilfsorganisationen, die Gesetzeslage, die Binnenflucht, regionale Besonderheiten, die Erderwärmung oder die Herausforderungen von Zielländern zu schauen. Der Bericht liefert genau dieses umfassende Bild. Damit stellt er eine gut informierende, wertvolle Lektüre dar, die die persönliche Einstellung untermauern, erweitern, prüfen oder nachjustieren kann.

Neben dem Mythos, dass Deutschland weltweit die meisten Geflüchteten aufgenommen habe, räumt der Bericht auch mit dem Mythos auf, dass der Klimawandel ein maßgeblicher Fluchtgrund sei. In mehreren Beiträgen wird untersucht und bestätigt, dass der Klimawandel nur als ein kleiner Hebel in Ergänzung zu anderen Gründen wie Krieg und Vertreibung fungiert.

Zwei Drittel aller Fluchtbewegungen finden innerhalb eines Landes statt. Diese Binnenflucht kann auch temporär erfolgen, wenn beispielsweise Wirbelstrürme oder Überschwemmungen eingetreten waren. Dem gegenüber haben etwa 40 Millionen Menschen im Jahr 2025 tatsächlich die Grenzen ihres Landes überschritten. Menschen aus Süd- und Zentralamerika ziehen nach Norden und bleiben derzeit in Mexiko stecken. Menschen aus Zentralafrika ziehen in Richtung Südafrika. Menschen aus der Sahelzone und Nordafrika nehmen die Routen über Ägypten in die Türkei. Auch Marokkaner, Palästinenser und Afghanen begeben sich oft in die Türkei, um von dort über Griechenland in die EU zu gelangen. Viele stranden aber auch unterwegs und bleiben in Ägypten, Jordanien oder der Türkei. Das belastet die Zielländer enorm, da selten entsprechende Aufnahmekonzepte existieren.

Weltweit ist zu beobachten, dass die Hilfsbereitschaft sinkt. Oftmals gehen die Menschen wieder in ihre Heimatländer zurück, weil die Bedingungen in den Zufluchtsländern noch schlechter und aussichtsloser geworden sind als in ihrer Heimat. In kaum einem Land dürfen Geflüchtete arbeiten. Das verschärft innerhalb der aufnehmenden Gesellschaft den Eindruck der sozialen Ungerechtigkeit. Auch in Deutschland und der EU gibt es kein belastbares Konzept. Es gibt keine Risikobewertung und keine Exit-Strategie. Deshalb doktert die Politik seit Jahren unkoordiniert an den Symptomen herum, während Probleme verklärt, geschönt, kleingeredet, negiert oder tabuisiert werden. Das Ergebnis sind gesellschaftliche Spannungen und eine ablehnende Haltung gegenüber den Menschen, die Hilfe und Zuflucht suchen. Das Beispiel Südafrika zeigt allerdings, dass Konzepte und eine entsprechende Gesetzeslage letztlich auch nur so gut sind, wie ihre tatsächliche Umsetzung. In Südafrika ist ein neuer Rassismus entbrannt: von einheimischen Schwarzen gegenüber zugewanderten Schwarzen. Das wird „Afrophobie“ genannt.

Wünschenswert wäre deshalb gewesen, dass der Bericht mehr auf die Bestandsgesellschaften der Ziel- und Transitländer eingeht. Es werden zwar ablehnende Haltungen und Maßnahmen zur Verminderung der Migrationsströme aufgezeigt, aber nur wenige Ansätze geliefert, wie das Thema Flucht eine breite Akzeptanz bei den Gastgebern gewinnen kann.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 3. Juni 2026

Bundespräsident besucht das Stasi-Gefängnis in Hohenschönhausen

Gestern besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Gedenkstätte Hohenschönhausen. Dort traf er drei Zeitzeugen und legte einen Kranz nieder.


Die SED-Diktatur hat es geschafft, sich so gut hinter der Diktatur des nationalen Sozialismus zu verstecken, dass ihre Ideen des „real existierenden“ Sozialismus wieder salonfähig sind. Dabei handelt es sich lediglich um eine anders gefärbte Form des Sozialismus, die in ihrer Menschenverachtung und Demokratiefeindlichkeit durchaus vergleichbar ist. Sozialismus ist immer auf Masse getrimmt und wird durch die eine Partei und die eine Meinung bestimmt. Wettbewerb der politischen Richtungen und Meinungen, wie sie für eine Demokratie typisch sind, haben im Sozialismus keinen Platz – egal, ob dieser Sozialismus braun, rot oder grün gefärbt ist.

Besonders auffällig ist, dass Staaten, die am wenigsten Demokratie leben, das Wort „Demokratie“ wie ein riesiges Feigenblatt in ihrem Namen tragen: „Demokratische“ Republik Kongo, „Demokratische“ Volksrepublik Korea (Nordkorea) oder Deutsche „Demokratische“ Republik. Wer heute lautstark von „unserer Demokratie“ redet und Meldeportale für Andersdenkende einrichtet, hat oft nur Sozialismus im Sinn.

Die Gedenkstätte Hohenschönhausen zeigt anschaulich, wie mit Personen umgegangen wird, die die Enge des Sozialismus in Denken und Raum nicht ertragen können, die frei ihre Meinung äußern oder gar das Land verlassen möchten. Verraten werden sie oft von Nachbarn, Kollegen und Freunden oder anderen Denunzianten, die sich durch das Verpetzen einen kleinen Vorteil im System des Mangels erhoffen.

Ein Besuch der Gedenkstätte lohnt sich. Wer die Familie mitnehmen möchte, kann das mit einem Besuch im benachbarten IKEA, bei Globus, Höffner oder der KFZ-Zulassungsstelle kombinieren.

Weitere Infos: https://www.stiftung-hsh.de/

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 2. Juni 2026

Ungarischer Ministerpräsident Péter Magyar in Berlin empfangen

Heute wurde der neue ungarische Ministerpräsident, Péter Magyar, mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt empfangen.


In der anschließenden Pressekonferenz wurde Péter Magyar, nach dem Geheimnis seines signifikanten Wahlsieges gefragt. Er gab den Rat, ehrlich zu sein und das Ohr am Bürger zu haben. Er selbst hatte während des Wahlkampfes sämtliche Städte, Dörfer und sogar winzige Ortschaften besucht und als Kümmerer die Klinken geputzt. Die Bürger Ungarns haben sich wieder gesehen und ihre Herausforderungen gehört gefühlt. Das hat sich letztlich auf das Wahlergebnis ausgewirkt.


Ungarn hat knapp zehn Millionen Einwohner und eine immer älter werdende Bevölkerung. Ungarns Verteidigungsbudget liegt bei 6,36 Milliarden USD und entspricht damit 2,35% des Bruttoinlandsproduktes. Die größten Herausforderungen sieht Ungarn in der Massenmigration. Das Land baut seinen Heimatschutz aus und beherbergt eine von vier multinationalen NATO-Kampftruppen, die nach 2022 aufgestellt wurden. 2023 hat Rheinmetall eine Produktionsstätte für LYNX Schützenpanzer in Ungarn eröffnet.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 1. Juni 2026

Alles über den Hohen Norden – lesenswerte Neuerscheinung des ZMSBw

Auch Lesern, die sich schon länger mit dem Hohen Norden beschäftigen, bietet das Taschenbuch „Wegweiser zur Geschichte– Hoher Norden“ auf seinen knapp 300 Seiten einen erheblichen Erkenntnisgewinn.


Die kurzen Kapitel sind von verschiedenen Autoren verfasst, lesen sich aber wie aus einer Feder. Der Reiz dabei ist, dass die Autoren die unterschiedlichen Aspekte der Arktis aus ihrer jeweiligen Perspektive beleuchten und der Leser damit ein gut ausdifferenziertes Lagebild erhält. Die Beiträge ergänzen und bestätigen sich. Durch gelegentliche Wiederholungen bleiben wichtige Themen und Daten noch besser haften.

Das Buch beginnt mit der spannenden Historie der arktischen Gebiete, geht auf die Bedeutung der Wikinger, die politischen Konstellationen, die Sprachen, die Ethnien, das Klima, die Geografie und die Tierwelt ein. Aufbauend auf diesem regionalen Grundverständnis steigen die Autoren immer tiefer in die Zusammenhänge von Wirtschaft, Forschung, Rohstoffen, Militär und geostrategischen Ambitionen ein. Ausführlich und gut verständlich werden völkerrechtliche Fragen wie die UN-Seerechtskonvention erklärt oder der Frage nachgegangen, ob sich die Nutzung der Nordost- oder der Nordwestpassage zwischen Atlantik und Pazifik wirtschaftlich überhaupt lohnt.

Das Buch wurde vom ZMSBw (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr) herausgegeben.

Autor: Matthias Baumann