Während die Militärattachés an der Cocktailfront glänzen, bei Empfängen, Großen Zapfenstreichen, Kommandoübergaben dabei sind und über das Jahr sämtliche Teilstreitkräfte besuchen, werkeln die Büroleiter oft unbemerkt im Hintergrund.
Jeder noch so kleine Militärattaché-Stab hat seinen Büroleiter. Unser Militärattaché-Stab in Lissabon beispielsweise besteht aus einem Verteidigungsattaché im Dienstgrad Korvettenkapitän oder Oberstleutnant und einem Büroleiter im Feldwebel-Dienstgrad. Die Tätigkeitsbereiche greifen dort so perfekt ineinander, dass sich der Attaché komplett auf seine Report-Aufgaben, die Kontaktpflege und das Repräsentieren der Bundeswehr konzentrieren kann.
Viele ausländische Militärattaché-Stäbe verzichten auf militärische Büroleiter und stellen stattdessen deutsche Ortskräfte an. Diese arbeiten teilweise Jahrzehnte in den Stäben und bieten den Botschaften einen gewissen Heimvorteil beim Organisieren, Kommunizieren oder Verhandeln. Zudem weisen sie eine größere Kontinuität auf als militärische Büroleiter. Militärische Büroleiter wechseln oft nach vier bis fünf Jahren und müssen dann neben der Sprachkompetenz auch die Netzwerke neu aufbauen.
Da die Arbeit der Büroleiter so gerne übersehen wird, wollten sich BMVg und Marie einmal bei den Büroleitern bedanken und haben eine Reise zur Marinetechnikschule in der Nähe von Stralsund eingeladen.
Dort konnten die Büroleiter endlich mal in einer echten Kaserne wohnen und die echte Truppenküche ausprobieren. In diesen Genuss kommen gerade zivile Büroleiter nur selten. An der Marinetechnikschule gab es Motoren, Geschütze und weitere interessante Dinge zu bestaunen. Auch Sport und Brandschutzsimulationen waren dabei. Am zweiten Tag ging es nach Rügen auf die Korvette „Braunschweig“. Die Besatzung erklärte die vielen Bewaffnungen und deren Zweck. Es gab die obligatorische Brandschutzübung und ein „Mann über Bord“. Highlight waren dann die drei Schuss mit der 76-mm-Bordkanone. Die Reise bot einen stetigen Wechsel zwischen militärischer Information, Vernetzung und Tourismus. Letzterer wurde auf Rügen mit Prora, Binz und Putbus bedient.
Autor: Matthias Baumann