Mittwoch, 21. November 2012

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung

Heute fand der AfW-Kongress zum 20-jährigen Bestehen des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung im Steigenberger Hotel Berlin statt.

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung
AfW Kongress - Frank Rottenbacher
Gleich bei der Anmeldung trafen wir Frank Rottenbacher, Vorstand des AfW und gleichzeitig Vorstand bei GOING PUBLIC!, für die Andreas Eichler in der Vergangenheit als Trainer und Coach tätig war.

Die Zeit bis zum Beginn nutzten wir für einen ersten Sondierungs-Rundgang zu den Ständen der Sponsoren des Kongresses. Besonders gelungen fanden wir die Werbung der Solvium Capital GmbH. Auf einem Bierdeckel stand die Frage, ob es eine Kapitalanlage gäbe, die so einfach sei, dass man sie auf einem Bierdeckel erklären könne. Damit war die eine Seite des Bierdeckels bereits beschrieben. Auf der anderen Seite fand sich dann eine kleine Skizze und drei Stichpunkte, die den Ablauf und den Mehrwert ihrer Kapitalanlage zusammenfassten. Ergänzt wurde das Ganze durch einen Verweis auf die ebenfalls sehr gut überschaubare Webseite des Unternehmens.

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung
AfW Kongress - Staatssekretär Otto
Nach einer kurzen Begrüßung durch die drei Vorstände des 1548 Mitglieder zählenden AfW, Rechtsanwalt Norman Wirth, Carsten Brückner und Frank Rottenbacher, wurde das Wort an Hans-Joachim Otto, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, übergeben.

Hans-Joachim Otto griff die rhetorische Vorlage der "Alte-Hasen-Regelung" auf und referierte über die ambivalenten Wirkungsweisen staatlichen Eingreifens in die täglichen Abläufe der Branche. Es sei ein Verdienst insbesondere der FDP, dass kleine und mittelständische Unternehmen bezüglich der Reglementierung entlastet wurden. Sein mit Beifall honorierter Kernsatz lautete "Eine Vorschrift, die nicht unbedingt notwendig ist, ist unbedingt zu unterlassen." Die Rede ging in ein Interview mit Focus Money Chefredakteur Frank Pöpsel über.

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung
AfW Kongress - Michael Heinz - bvk
Emotional und humorvoll schloss sich Michael Heinz, Präsident des bvk, an. Besonders erfrischend wirkten seine Praxisberichte aus dem Zusammenspiel von Verbraucherschutz und Bundespolitik. Er nahm die Contra-Position in der anschließenden Podiumsdiskussion zur Honorarberatung mit Dieter Rauch vom VDH ein.

Dieter Rauch rechnete zunächst betriebswirtschaftliche Beispielkalkulationen vor und informierte über eine eher ernüchternde Studie mit 261 Teilnehmern. Von diesen hatten gerade einmal 3% einen Businessplan erstellt und ganze 6% der befragten Unternehmer kannten ihren Deckungsbeitrag. 94% Vermittler wissen demnach nicht, was sie eine Beratungsstunde kostet. Dieter Rauch nannte dann noch die Zahl, die man sich merken solle: 800. Das ist die Stundenzahl, die ein Berater pro Jahr effektiv Zeit zum Verkaufen - also mit einem klaren Gegenwert - hat. Die restliche Zeit verwendet er für administrative Tätigkeiten, die keinen direkten Umsatz produzieren.

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung
Andreas Eichler - AfW Kongress
Die Honorarberatung weist noch einige praxisfremde Hürden auf. So stellt sich die Frage, wie sich die anlassbezogene Beratung mit Honorarabrechnung ohne Vermittlungsdruck auf das Breitengeschäft auswirkt. Nach der neuen Regelung soll ja eine eventuelle Provision transparaent gemacht und an den Kunden weitergereicht werden. Aus unserer Praxis bei der Entwicklung von Abrechnungssoftware können wir uns schon recht interessante Konstellationen bezüglich Stornohaftungszeiten und dem gesteigerten Endkundenwunsch nach Sofortausschüttung vorstellen.

AfW Kongress 2012 - 20 Jahre AfW Bundesverband Finanzdienstleistung
AfW Kongress - Thema Riester
Nach der Mittagspause ging es um das Für und Wider der Riester-Rente. Darüber diskutierten Axel Kleinlein vom Bund der Versicherten und Dr. Mark Ortmann vom Institut für Transparenz in der Altersvorsorge. Wie in jedem grafisch orientierten Beratungsrechner erkennbar, ist bei einer höheren Lebenserwartung auch ein deutlich höherer Kapitaleinsatz notwendig, um eine längerfristige Rente zu gewährleisten. Während vor einigen Jahren noch ein Alter von 85 als Berechnungsgrundlage diente, muss inzwischen von einem "Langlebigkeitsrisiko" mit über 100 Jahren ausgegangen werden.

Autor: Matthias Baumann