Montag, 28. September 2015

Britischer Botschafter Sebastian Wood akkreditiert

Seit dem sommerlichen Botschafterempfang im Kanzleramt gab es einige Wechsel im Diplomatischen Korps, so auch bei den Briten. Die höchste Beständigkeit am Einsatzort scheinen nur die Nuntien des Vatikans zu haben. Sir Simon McDonald war uns in den letzten Jahren insbesondere durch die BCCG British Chamber of Commerce in Germany sehr vertraut geworden und wurde nun zum Permanent Undersecretary to the Foreign and Commonwealth Office, also zum Staatssekretär im Außenministerium, berufen.

Britischer Botschafter Sebastian Wood
Sir Sebastian Wood KCMG - Akkreditierung im Schloss Bellevue
Sir James Sebastian Lamin Wood KCMG ist ebenfalls Ritter (Knight) und Träger des "Order of St. Michael and St. George". Als einer der wichtigsten Partner Großbritanniens in Europa werden in Deutschland immer sehr erlesene Diplomaten eingesetzt. Simon McDonald war zuvor in Israel akkreditiert. Sebastian Wood war die letzten fünf Jahre Botschafter in China.

Der neue Hausherr in der Wilhelmstraße 70 hatte gute Kontakte zur British Chamber of Commerce in China. So war es selbstverständlich, dass heute Tony Sims, der Direktor von UK Trade & Investment, zu seiner Gefolgschaft zählte. Das lässt auf eine gute und enge Zusammenarbeit mit der BCCG hoffen.

Sebastian Wood studierte Mathematik und Philosophie, spricht Mandarin und war außerdem in Bangkok, Macao und Washington DC für sein Land tätig. 2008 bis 2009 arbeitete er für die Rolls-Royce Group. Er und seine Frau Sirinat haben vier Kinder.

Britischer Botschafter Sebastian Wood
Sir Sebastian Wood KCMG - Akkreditierung als britischer Botschafter im Schloss Bellevue
Joachim Gauck nimmt normalerweise die Beglaubigungsschreiben mehrerer Botschafter an einem Tag entgegen. Vor Sebastian Wood waren heute die neuen Botschafter von Griechenland (Daskarolis) und Ägypten (Abdelatty) terminiert. Beide Länder füllen immer wieder die Schlagzeilen, so dass die Gespräche zwischen dem Bundespräsidenten und den Exzellenzen etwas länger dauerten.

Sebastian Wood fuhr gegen 17:37 Uhr vor und wurde sehr herzlich begrüßt. Dann folgte der protokollarisch übliche Ablauf:

1) Eintrag ins Gästebuch des Schlosses (nur Botschafter)
2) Übergabe des Beglaubigungsschreibens an den Bundespräsidenten
3) Foto Botschafter und Joachim Gauck
4) Gespräch Botschafter und Bundespräsident - dazu parallel ...
5) Eintrag ins Gästebuch (Botschaftsangehörige)
6) Zusammenkunft der Botschaftsangehörigen mit ihren deutschen Amtskollegen
7) Gruppenfoto
8) Ehrenformation und Hissen der Staatsflagge
9) Verabschiedung und Abfahrt

Britischer Botschafter Sebastian Wood Bundespräsident Gauck
Sir Sebastian Wood KCMG und Bundespräsident Joachim Gauck

Britischer Botschafter Sebastian Wood
Sir Sebastian Wood KCMG - Eintrag ins Gästebuch des Schlosses Bellevue

Britischer Botschafter Sebastian Wood
Sirinat (Ehefrau), Sebastian Wood, Jürgen Mertens, Nick Pickard (von links nach rechts)

Britischer Botschafter Sebastian Wood
Tony Sims OBE (Director UKTI) und der britische Verteidigungsattaché Rob Rider CBE
Video: Akkreditierung im Schloss Bellevue - Verabschiedung und Abfahrt

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 24. September 2015

Tesla-Chef Elon Musk bei #wirtschaftfm

"I am a happy Tesla Driver"!

So leitete eine Dame mit großer Brille und orangenen Haaren ihre Frage an Tesla-CEO Elon Musk ein. In Tagen, wo ein deutscher Konzern im Verdacht der Abgaswertmanipulation steht, ist der Hersteller des weltweit innovativsten Elektroautos ein gefragter Mann. Die Schlange vor dem Bundeswirtschaftsministerium war heute gut 200 Meter lang, fast so als wäre ein Popstar oder der griechische Finanzminister zu Gast.

Tesla Elon Musk #wirtschaftfm
Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Tesla-Chef Elon Musk bei #wirtschaftfm
Es outeten sich weitere Gäste als Tesla-Driver und stellten pfiffige Fragen zum Vertrieb und zur nächsten Tesla-Generation. Der typische Nutzer dieses Fahrzeuges ist jung, dynamisch, ökologisch interessiert, Technik begeistert, ein Freund des Car Sharing, trägt keine Krawatte und lässt gelegentlich das Hemd aus der Hose hängen.

eMobility ist in Deutschland eine Bekenntnisfrage. Sigmar Gabriel konnte viele der im Block gestellten Fragen wiederholen und hakte konsequent nach, wenn ihn die jeweilige Frage selbst interessierte.

Elon Musk wurde vom Wirtschaftsminister als "da Vinci der Moderne" angekündigt, dessen Besuch eine besondere Ehre sei. Der Tesla-Chef wirkte dennoch natürlich und bodenständig und lobte Deutschland für seine Vorreiterrolle bei der Solarenergie. Er selbst motiviere sich jeden Morgen damit, dass er gerne etwas Neues schaffen wolle. Sein Fernziel sei eine "self-sustaining civilization" auf dem Mars. Die dafür vorgesehenen Technologien wurden von Sigmar Gabriel jedoch etwas ambivalent bewertet.

Tesla Elon Musk #wirtschaftfm
Tesla-Chef Elon Musk bei #wirtschaftfm
Eine zentrale Frage war, wie man es in Deutschland schaffe, mehr Elektroautos auf die Straße zu bringen. Die Regierung gehe mit gutem Beispiel voran und ordere bereits einen hohen Prozentsatz ihrer Fahrzeugflotte als eAutomobil. Wie wir auf der IAA erfahren hatten, geht BMW zur Zeit zielstrebig zum Bau von eDrive-Modellen quer durch die gesamte Fahrzeugpalette über.

Laut Elon Musk sei auch das Verhältnis von Preis und Leistung entscheidend. Null wäre unpassend und zu teuer gehe auch nicht. Der Preis müsse einfach stimmig sein. Zudem empfahl er eine weitere Verteuerung von CO2.

Unstimmigkeiten zwischen Tesla und der EU gebe es bei den Lademöglichkeiten. Die EU habe eine Norm entwickelt, an die sich alle Hersteller aus Europa halten sollen. Tesla hat eigene Adapter und lädt seine Fahrzeuge auch deutlich schneller nach als die (Kurzstrecken-)Fahrzeuge des alten Kontinentes. Die Begeisterung der Tesla-Driver ist wohl deshalb so nachhaltig, weil ein Tesla durchaus 600 Kilometer mit einer Ladung fahren kann. Da haben die Europäer noch etwas Nachholbedarf.

Videomitschnitt des BMWi

Autor: Matthias Baumann

Montag, 21. September 2015

UVB Unternehmertag und der Arbeitsmarkt 2030

Am Eingang des Dorint in Potsdam begrüßte uns der Alte Fritz. Ein Mann, der im benachbarten Sanssouci residiert hatte und ein sparsamer Mensch gewesen sei. Er hatte jedoch so einiges in der Geschichte bewegt.

UVB Unternehmertag
Andreas Eichler beim UVB Unternehmertag in Potsdam
Uns bewegte am heutigen Abend die Frage, wie denn der Arbeitsmarkt in fünfzehn Jahren aussehen könnte. Dazu war der Vorstandsvorsitzende der Agentur für Arbeit eingeladen worden. Frank-Jürgen Weise ist zudem frisch gebackener Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Eine Aufgabe, die ihn in diesen Tagen besonders fordert.

Der Schlüssel für Integration ist Arbeit.

Diesen Tenor hörten wir in mehreren Vorträgen des 25. UVB Unternehmertages. Arbeit fördert Sprache, Arbeit erzeugt Einkommen, Arbeit schafft Steuereinnahmen, Arbeit sichert die Sozialsysteme. Die komplizierte Gesetzeslage, die EU-Bürger, Migranten, Asylanten und Flüchtlinge sehr differenziert betrachtet und behandelt hatte, wird ja zur Zeit regelmäßig angepasst, so dass der Einstieg von Flüchtlingen in Beschäftigungsverhältnisse vereinfacht wird.

Was der Regierende Bürgermeister Michael Müller vor einigen Tagen bei der Berliner Wirtschaftskonferenz gesagt hatte, bestätigte auch Frank-Jürgen Weise. Mit etwa 8% Akademikern und 20% qualifizierten Facharbeitern sei das Bildungsniveau "noch etwas ungünstiger" als bisher durch die Medien vermittelt. Viele der Flüchtlinge seien per sofort nur für unqualifizierte Tätigkeiten einsetzbar. Hinzu komme die Sprachbarriere und die Flucht bedingten Lücken in der schulischen Ausbildung. Was also tun?

UVB Unternehmertag
Frank-Jürgen Weise auf dem UVB Unternehmertag
Frank-Jürgen Weise erzählte das Beispiel eines Mannes, der begeistert Bahnhöfe reinigt und darin seine berufliche Erfüllung sehe. Berufliche Erfüllung sei auch das, was Arbeitnehmer von morgen wünschen. Das kam in einem Video mit diversen Interviews zum Ausdruck. Und auch die später auf die Bühne geholten Studenten und Azubis bestätigten das. Erstaunlich war auch, wie gut sich diese jungen Menschen vor so viel Publikum ausdrücken konnten.

Der Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge sprach aber auch davon, dass es zu einem "Mismatch" zwischen Berufswunsch und Bedarf komme, der nur schwer zu kanalisieren sei. Wenn es thematisch um Fachkräftemangel gehe, gehe es auch um Planungssicherheit. Firmen fragen sich bei Standortanalysen unter anderem: "Wie bekommen wir die Leute, die wir brauchen"? Wenn dann die hypothetische Antwort negativ ausfalle, werde der neue Standort vielleicht sogar im Ausland aufgebaut.

In Großbritannien gehen die Arbeitgeber inzwischen den Weg, dass sie weniger nach Abschlüssen als nach den sogenannten Soft Skills schauen. Wenn allgemeine Kompetenzen, Talente und Stationen des Lebenslaufes passen, spiele der Berufsabschluss eine untergeordnete Rolle. Starre Berufsbezeichnungen wie in Deutschland gebe es dort fast gar nicht mehr.

Brandenburgs Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke hatte leider einen kurzfristigen Termin in Polen, so dass sein Wirtschaftsminister Albrecht Gerber die Ansprache auf dem UVB Unternehmertag hielt. Gerber war sich mit Frank-Jürgen Weise einig, dass die "Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen" der beste Schlüssel zur Integration sei. Die Flüchtlinge seien seiner Einschätzung nach hoch motiviert.

UVB Unternehmertag
UVB Unternehmertag
Der UVB Unternehmertag fand nun zum 25. Mal statt. Er ist ein Nachwendeprodukt aus dem Jahr 1990. Unseren Weg von einem Vorabtermin am Schiffbauerdamm nach Potsdam über den Großen Stern und die Stadtautobahn hatten wir als sebstverständlich angesehen, wurden nun aber noch einmal daran erinnert, dass solch eine schnelle Stadtdurchquerung vor 26 Jahren gar nicht möglich gewesen wäre. Es hat sich inzwischen vieles getan in Berlin und in der regionalen Wirtschaft. Mit den Flüchtlingsströmen steht nun die nächste große Herausforderung seit 25 Jahren an.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 20. September 2015

BMW 7er auf der IAA vorgestellt

E23, E32, E38, E65 und F01 sind die Ahnen des G11, der zur Zeit auf der IAA in Frankfurt seine Weltpremiere feiert. Die sechste Generation BMW 7er setzt die Tradition eines Premiumsegmentes fort, welches 1977 am Markt eingeführt wurde. Die bisherigen Generationswechsel gingen mit spürbaren technischen Innovationen und optischen Experimenten einher. Der G11 kehrt nun zur zeitlosen Eleganz des E38 zurück, unterscheidet sich für das Auge des Laien nur unwesentlich vom aktuellen F01, ist bei der Gestaltung des Innenraums absolut wettbewerbsfähig und technisch auf dem allerneuesten Stand.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Antrieb mit eDrive
Für Ingenieure ist die Oberklasse eine hervorragende Spielwiese, da sie alles einbauen dürfen, was sie neu entwickelt haben. Die damit verbundenen Feldversuche ermöglichen dem geneigten Käufer das Kennenlernen weiterer Fahrzeuge der Modellpalette während der Diagnosezeiten in der regionalen BMW-Niederlassung.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Carbonteile (schwarz) in der Karosserie des neuen BMW 7er
Beim neuen 7er wurde ein zaghafter Vorstoß beim Einsatz von Carbon gewagt. An der B-Säule, an der C-Säule, in der Mittelkonsole und an den Schwellern wurden partiell Carbonteile eingebaut, die das Gewicht reduzieren und für mehr Stabilität sorgen sollen. Eine Voll-Carbon-Karosserie wie beim BMW i8 wäre für die nächste Generation wünschenswert, da das die Wirkung von Parkplatzremplern und ähnlichen Vandalismusschäden kompensieren könnte. Vielleicht würde sich der Bestseller 730d wegen des geringen Gewichtes dann auch weit unter 5 Litern Diesel bewegen lassen.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Aufladen eines 740e - 7er mit eDrive
Sparsamkeit und Effizienz stehen bei BMW ganz oben auf der Agenda. Nach xDrive (Allradantrieb) redet man dort aktuell nur noch über eDrive, einem Plugin-Hybrid-Konzept, das sich durch sämtliche Modelle durchziehen wird. Das soll dem sportlichen Charakter von BMW jedoch keinen Abbruch tun, sondern diesen durch die sofort anliegende Kraft sogar noch verstärken.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Ladestatus des neuen eDrive
Der 7er macht in dieser Hinsicht sogar einen dreifachen Spagat. Er muss sich wie ein Luxusauto bewegen lassen, in den Bergen auch mal sportlich um die Kurven driften und dazu noch ökologisch beispielhaft sein. Er kann das!

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Langversion

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Bitte einsteigen zur Rundfahrt durch Halle 11!
Der BMW Excellence Club hatte für Samstag zu einer Abendveranstaltung eingeladen, die von Thomas Gottschalk moderiert wurde. Er selbst fährt in Kalifornien einen BMW X6 und überschreitet nach eigenen Angaben regelmäßig die Geschwindigkeit. Eine Herausforderung an die Selbstdisziplin. Überhaupt verkaufen sich die M-Modelle von BMW gerade in den USA sehr gut, was bei erlaubten Höchstgeschwindigkeiten von 55 Meilen pro Stunde kaum nachvollziehbar ist. Es geht dort wohl hauptsächlich um den Fahrspaß auf Kurzstrecken.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Thomas Gottschalk (rechts) im Gespräch über "elektrisiertes" Fahren
Thomas Gottschalk holte einige BMW-Manager auf die Bühne und stellte insbesondere die neue Elektroausrichtung des Konzerns und die Stärke des Buchstabens M heraus. Als krönender Abschluss fuhren die erwarteten neuen BMW 7er auf die Bühne. BMW nutzte die gesamte Halle 11. In einem kleineren Bereich des Ostflügels wurden die zum Unternehmen gehörenden Marken Rolls-Royce und MINI präsentiert. Der Rest der Halle 11 stand BMW inklusive M zur Verfügung. Über zwei Ebenen verlief eine Fahrbahn, die an die Produktionsstrecke im BMW-Werk Leipzig erinnerte.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Rundfahrt durch Halle 11
Nach der Show mit Thomas Gottschalk stand für die Gäste eine 7er-Flotte zur Testfahrt bereit. Das heißt, die anwesenden Bestandskunden durften mitfahren. Zunächst fand eine Belehrung über die Achterbahn-Strecke, die niedrigen Absturzkanten und das Verhalten im Notfall statt und dann verteilten sich die Excellence-Club-Mitglieder auf die Fahrzeuge.

BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt
BMW 7er (G11) IAA 2015 Frankfurt - Elektroharfe und eDrive
Da die Messe bereits für den Publikumsverkehr geschlossen war, konnten während und nach dem Flying Buffet in aller Ruhe die ausgestellten 5er, 3er, Xer, 7er und Ms begutachtet werden. Wobei, "in aller Ruhe" stimmte nicht ganz. Die Party wurde durch die Klänge von Elektrogeige und Elektroharfe untermalt. Ganz im Sinne der neuen Ausrichtung auf eDrive.

Vielen Dank an den BMW Excellence Club für dieses gelungene Wochenende auf der IAA in Frankfurt.

Videos:
Thomas Gottschalk moderiert die Vorstellung des neuen BMW 7er (G11)
Rundfahrt mit dem neuen BMW 7er (G11) durch Halle 11

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 19. September 2015

IAA 2015 und die Weltpremieren

Himmel und Menschen. Alle etwa 700.000 Einwohner Frankfurts müssen an diesem Wochenende die Internationale Automobil Ausstellung besucht haben. 700.000 Einwohner, von denen sich sonst 2792 auf einen Quadratkilometer verteilen, schoben sich langsam die Gänge entlang. Der immer wieder niederprasselnde Regen trieb auch die Off-Road-Begeisterten in die überdachten Hallen. Einige Hallen mussten vorübergehend wegen Überfüllung geschlossen werden.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - Himmel und Menschen
Etwas begehbarer waren die Ausstellungsräume der Zulieferer. So fanden wir uns plötzlich bei BCCG-Mitglied Continental wieder. Erstaunlich, wie vielseitig die Produktpalette dieses sonst nur für Reifen bekannten Unternehmens ist. Bremsanlagen, Katalysatoren, aktive und passive Sicherheitssysteme, automatisiertes Fahren oder innovative Fahrwerkskonzepte sowie der super leise Reifen mit Schaumstoffeinlage runden das Portfolio ab.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - Porsche und VW-Konzern in Halle 3
"Das Auto", SEAT, Porsche, Bentley, Bugatti, Skoda und Porsche teilen sich die Halle 3. An einem Porsche-Cabrio, in dem sich gerade Kinder mit Migrationshintergrund zu schaffen machten, fragte ich den daneben stehenden Verkäufer, wie lange er denn schon hier sei. "Seit heute früh" kam die Antwort mit einem authentischen breiten Lächeln. Die Frage, ob ihm das in dieser Form bespielte Auto nicht leid tue, verneinte er. Nach der Messe gebe man es kurz in die Aufbereitung und dann sei wieder alles schick. Das kann man sicher nicht mit jedem der ausgestellten Fahrzeuge machen. Rolls-Royce, Bugatti, Maserati und Bentley konnten nur einzeln und unter Aufsicht angefasst werden.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - Alpha Romeo
Vor Halle 3 (VW-Konzern) war noch eine riesige Erlebnishalle von Audi aufgebaut. Zwei Stunden Anstehzeit, also nichts für uns. In Halle 6 fanden wir sämtliche italienische Hersteller von Ferrari über Maserati und Alpha Romeo bis hin zu Fiat.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - Mansory
In der benachbarten Halle 5 stellten Land Rover, Jaguar, Brabus, Alpina, Infinity und weitere Premiumanbieter aus. Über den Ständen hatte fast jede Marke eine zweite Etage mit VIP-Lounges aufgebaut. Im Hintergrund flimmerten riesige LED-Bildwände.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt und Social Media
Immer wieder begegneten uns Sonderthemen wie Social Media, Spielzeugautos, Carrera-Rennbahn, das Fahren mit 16, Bassboxen im Auto, der ADAC oder Uhren mit Markenlogos.

Gelegentlich trafen wir auch Exoten. Yanfeng? Nie gehört, sieht aber aus wie die Concept-Studie eines VW Golf. Borgward? Was es nicht alles gibt und gab. Borgward stellte neben seinen aktuellen SUVs auch ein nostalgisches Coupé aus. Neben Jaguar und Land Rover präsentierte eine Dame ein weißes rundliches Fahrzeug "thunder power". Die "thunder power" hatte wohl gerade den Baum gespalten, aus dem die elegante Mattholzverkleidung des Innenraumes gefertigt worden war. Besonders dreist fanden wir die Exponate von Hyundai, die mit reichhaltig abgekupferten Designelementen deutscher Premiumfahrzeuge ihren Genesis zusammengezimmert hatten.

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - SUVs von Borgward
Auf dem Weg zu BMW in Halle 11 auf der Westseite der Messe kamen wir an der Geländewagen-Teststrecke von Land Rover vorbei. Da sich die 700.000 Frankfurter noch in den Hallen aufhielten, konnten wir nach nur 20 Minuten Wartezeit einen der Land Rover besteigen und über die Berglandschaft holpern.

Was siehst du im normalen Auto? Straße!

Was siehst du im Land Rover? Na? Himmel!

IAA 2015 Frankfurt
IAA 2015 Frankfurt - Was siehst du im Land Rover? Himmel!
Der Blick in den Himmel hatte seinen Preis. Die Tankanzeige fiel sofort in den Reservebereich ab. Nach Himmel kam Erde und der Tank zeigte sich wieder als gut gefüllt. Vor uns rutschte ein Wagen quer den Hang herunter und kam problemlos zum Stehen. Diesen Test machten wir auch. Der Neigungswinkel war enorm, aber man hatte keine Angst, dass der Wagen kippen würde. Offensichtlich hat der Rover eine sehr geländetaugliche Federung und einen niedrigen Schwerpunkt. Anders als beispielsweise der Chevy Tahoe, wo leichte Kurvenneigungen schon ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend produzieren.

IAA 2015 Frankfurt
Land Rover Teststrecke auf der IAA 2015 Frankfurt
Video: Land Rover auf der Geländewagen-Teststrecke

Zum Abschluss besuchten wir die Halle 11, wo die BMW-Unternehmensgruppe MINI, Rolls-Royce, M und BMW-Modelle ausgestellt hatte. Darunter waren jede Menge Neuvorstellungen wie der MINI Clubman, der neue X1 und der neue BMW 7er.

IAA 2015 Frankfurt
Neuvorstellungen auf der IAA 2015 Frankfurt
Am Ende der Wanderung über die IAA zeigte der Cardio-Tracker eine Laufstrecke von sechs Kilometern an.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 16. September 2015

Creating Urban Tech - Berliner Wirtschaftskonferenz

Am Kaffeestand treffen wir Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer. "Ihre Kontaktdaten sind in meinem Smartphone gespeichert", teilt sie uns mit und drückt uns gewohnt kräftig die Hand. Cornelia Yzer ist wieder einmal schneller als der begleitende Amtstross und setzt eigene Standards bezüglich der Selbstorganisation.

Besonders freut sie sich darüber, dass die Berliner Wirtschaftskonferenz nach einer Pause von zwei Jahren endlich in einer innovativen Location stattfindet: dem Spreespeicher an der Oberbaumbrücke.

Creating Urban Tech Berliner Wirtschaftskonferenz
Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer bei Creating Urban Tech - Berliner Wirtschaftskonferenz
Neben Charité-Chef Max Einhäupl, IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Eder und dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller treffen wir weitere bekannte Akteure der regionalen Wirtschaft. Das Thema der heutigen Berliner Wirtschaftskonferenz lautet "Creating Urban Tech". Bewusst liegen am Eingang Kopfhörer zur Nutzung der Simultanübersetzung bereit. Cornelia Yzer switcht in ihrer Rede regelmäßig zwischen Deutsch, Englisch und Neudeutsch hin und her. Shared Service Center, Pipelines, Smart City, Labs, Download, Upload oder High Speed waren nur einige der Begriffe.

Creating Urban Tech Berliner Wirtschaftskonferenz
Creating Urban Tech - Berliner Wirtschaftskonferenz
Die Wirtschaftssenatorin ist eine Frau, die High Speed mag. Ziele setzen und schnell voran gehen. Eines der sportlichen Ziele sei es, 100 IT-Professoren für die Stadt zu gewinnen. Von den 45.000 neuen Bürgern der Stadt sei ein Großteil aus Karrieregründen gekommen.

Auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller greift die 100 IT-Professoren auf, dämpft allerdings die Erwartungen an die wirtschaftliche Nutzbarkeit der Flüchtlinge: "Wir müssen uns ehrlich machen. Es kommen nicht nur Lehrer, Ärzte und Ingenieure". Die Flüchtlingsströme halten den Regierenden in diesen Tagen mit Sondersitzungen auf Trab. Man solle jedoch bei aller Dringlichkeit nicht die anderen Themen der Alltagsagenda vergessen. Er nannte den weiteren Ausbau des ÖPNV, die Entwicklung neuer Wohnkonzepte und die Schaffung guter Rahmenbedingungen für Neugründungen. Die Wirtschaft verlange mit Recht eine gute Leistungsfähigkeit der Verwaltung, zumal diese durch den Sparkurs der letzten Jahre zusehends personell ausgedünnt wurde. Von der Wirtschaft fordert er im Gegenzug die Schaffung weiterer Ausbildungsplätze ein.

Creating Urban Tech Berliner Wirtschaftskonferenz
Aussteller bei Creating Urban Tech
Im weiteren Tagesverlauf gibt es diverse Panels mit hochkarätiger Besetzung. Bernd Heinrichs von Cisco berichtet von seinem GPS-Chip im Koffer, durch den sein Gepäck auf dem Flughafengelände immer genau geortet werden könne.

Zudem stellt er den Unterschied zwischen Cloud und Fog dar. Die Wolke (Cloud) sei öffentlidch und der Nebel (Fog) nicht. Demnach bewegt sich BTB concept mit seinen CRM-Systemen vorwiegend im Nebel.

Während der Pausen sind Business Speed Dating und Gespräche in der Zukunftslounge vorgesehen. Einige innovative Aussteller präsentieren sich im Foyer und am Spreeufer. Und dann geht es in den verschiedenen Räumen des Spreespeichers auch schon weiter mit Driver, Living, Vision Talk und Showcase.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 14. September 2015

Maserati Ghibli S Q4 - 410 PS aus 3 Litern

Die Vibration eines aggressiven Motorsounds erfüllt den Verkaufsraum als der vor der Tür geparkte Maserati Ghibli S Q4 angelassen wird. In einem Katalog über den Quattroporte lese ich gerade, dass bei Getriebeprogramm "Sport" generell die Lüftungsklappen geöffnet werden, so dass sich der Sound durchgängig entfaltet. Als ich mich in den Ghibli setze stelle ich fest, dass "Sport" noch gar nicht eingeschaltet ist. Die Spannung steigt.

Maserati Ghibli S Q4
Maserati Ghibli S Q4
Zunächst gilt es einen Slalom um zwei Poller zu absolvieren. Danach ist die Bahn frei. Auch ohne "Sport" erregt das Fahrzeug Aufsehen bei jüngeren und älteren Passanten, bei Männern und bei Frauen.

Während der zahlreichen Ampelstopps verschaffe ich mir einen Überblick über die funktionalen und gut erreichbaren Bedienelemente. Der Wagen erklärt sich weitestgehend selbst. Wo der Knopf für die Spiegelverstellung erwartet wird, dort ist er auch zu finden. Allein das Blinken ist etwas gewöhnungsbedürftig, da die linke Schaltwippe immer irgendwie im Weg ist. Aber daran gewöhnt man sich. Genauso wie an das vor sich hingrummelnde Motorengeräusch. Der Getriebewahlhebel hat sicher noch Optimierungspotenzial. Für schnelles Rangieren mit R-D-P-Umschaltung benötigt man etwas Übung.

Maserati Ghibli S Q4
Maserati Ghibli S Q4
Bis zur Aufhebung des 60er-Schildes am Ende der Stadtautobahn sind Sitz, Lenkrad und Spiegel optimal eingestellt, mehrfach der Soundunterschied zwischen "Sport" und "Nicht-Sport" im Tunnel getestet. Nun geht es um Beschleunigung, Straßenlage und Endgeschwindigkeit.

Die Bahn ist frei, der Motor faucht, die Tachonadel bewegt sich schnell und mühelos auf die 200 zu. 220, 250, 280 und immer noch Reserven. Der Tacho endet bei 310. Eine Kurve, Verkehr wird dichter, ich bremse seicht die 280 auf 150 kmh herunter. Der Wagen reagiert souverän.

Maserati Ghibli S Q4
Maserati Ghibli S Q4 - Frontpartie
Auch bei knapp 300 hat er eine sichere Straßenlage. Dass man diese Geschwindigkeit so schnell erreicht, ist schon ein Plus des Ghibli. Zusätzlich punktet er dadurch, dass der Anblick seiner Frontpartie im Rückspiegel für den nötigen Platz auf der linken Spur sorgt.

Apropos Platz: der Ghibli als Maserati-Einsteigermodell bietet auch im Fond genug Platz für eine Reise mit der Familie. Die straffe Federung sorgt zwar für eine etwas sportlichere Sitzqualität, diese kann jedoch durch die Fahrzeit kompensiert werden. Berlin-Frankfurt in 2,5 Stunden sollte zumindest theoretisch möglich sein.

Maserati Ghibli S Q4
Maserati Ghibli S Q4 - Innenraum mit funktionalen Bedienelementen
Auf der Rücktour stehe ich im Stau. Hier profitiert der Ghibli-Fahrer von der exzellenten Beschleunigung aus dem Stand, die ihn so manch eine günstige Lücke auf der Nachbarspur erjagen lässt.

Nach 75 Kilometern tanke ich knapp zehn Liter Super nach. Warum ist der nur so sparsam? Klar, er hat "nur" einen Drei-Liter-Motor. Davon ist aber außer beim Tanken in der Praxis nichts zu merken. Eine gelungene Ingenieursleistung. Und übrigens, der Benziner hat 410PS. Interessant wäre jetzt noch eine Probefahrt mit dem 275-PS-Diesel.

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 12. September 2015

#CDUdigital learn to unlearn

Der Wochenausklang steht ganz im Zeichen des Hashtag C: #C. Nicht zu verwechseln mit der Programmiersprache C# (C-Sharp). Was früher als Raute, Lattenzaun oder Doppelkreuz bezeichnet wurde, heißt nun Hashtag. Im Englischen ist Hash der Name eben dieses # und Tag bedeutet Markierung. Also könnte man auch "Doppelkreuz-Markierung C" sagen, wobei man dann  wieder nicht verstanden wird.

Gleich zwei Veranstaltungen beschäftigen sich mit den digitalen Herausforderungen und Chancen: gestern die #cnight und heute #CDUdigital. Die CDU gibt sich technisch innovativ. Und allen voran die Kanzlerin.

#CDUdigital Angela Merkel
#CDUdigital - Angela Merkel und Teilnehmer der Podiumsdiskussionen
Dabei hat Deutschland nicht mehr unbedingt die Nase vorn. Längst haben weltweit agierende Konzerne den internationalen Freiraum genutzt und sich in der IT-Branche und sämtlichen Lebensbereichen entfaltet.

Täglich werden Tatsachen geschaffen, zu denen die Politik gar nicht schnell genug die passenden Rahmenbedingungen schaffen kann. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut brachte das recht liebevoll mit einer nicht zu erwartenden Geschwindigkeitsüberschreitung durch die Politik auf der (Daten-)Autobahn zum Ausdruck. Peter Tauber wollte sich dem stellen und noch einmal richtig Gas geben.

#CDUdigital Ralph Dommermuth Internet United Günther Oettinger
#CDUdigital - Ralph Dommermuth von Internet United diskutiert mit EU-Kommissar Günther Oettinger
Ralph Dommermuth von Internet United sprach ebenfalls in diesem Tenor. Es sei gar nicht schwer, eine Plattform mit einer anderen Sprache zu versehen. Viel komplizierter sei das unterschiedliche Mehrwertsteuergefüge in Europa. Die innerbetriebliche Klärung dieser administrativen Regularien verschwende kostbare Zeit, die bei der Positionierung im internationalen Wettbewerb benötigt werde.

Als Zeitverschwendung sah Dietmar Harhoff auch die aufwendige Erstellung von Pflichtenheften an. Erfolgreiche Firmen kämen heute durch Experimentieren voran. Gisbert Rühl vom Stahlkonzern Klöckner mahnte in diesem Zusammenhang ein "learn to unlearn" an. Der Mitarbeiter von heute müsse aus der Box heraus denken, einfach mal vergessen. Das ist gar nicht so einfach. Deshalb hatte Gisbert Rühl seine Innovationsabteilung nach wenigen Wochen wieder eingestampft und mit frischen Kräften eine Art Start-up etabliert, das die typische Denkweise eines Start-up auslebt und damit den etablierten Machern neue Ideen zuspielt. Loslegen, machen, out of the box.

#CDUdigital Zalando
#CDUdigital - Zalando schafft Arbeitsplätze und weitere Mehrwerte
So manch ein Unternehmen definiert sich heute nicht mehr über seinen langjährigen Zweck, sondern bezeichnet sich mit etwas Selbstironie beispielsweise als "IT-Butze mit angeschlossener Metallverarbeitung".

#CDUdigital
#CDUdigital - stilechtes Bühnenbild mit Button, Smartphones und Tablet
In diversen "Sessions" konnten sich die etwa 2.000 angemeldeten Teilnehmer des heutigen #CDUdigital-Kongresses über digitale Parteiarbeit, die Start-up City Berlin, digitales Leben in Deutschland 2025, IT-Sicherheit oder Social Media informieren.

Im Foyer hatten sich unter anderem auch wieder Facebook, Google und Zalando eingefunden. AUDI stellte mit einem präparierten A3 aktuelle Assistenzsysteme vor. Diese seien laut eines den Stand begleitenden Entwicklungsingenieurs inzwischen so ausgereift, dass sie auch bei kleineren Fahrzeugen dem Ausstattungspaket hinzugebucht werden können.

Autor: Matthias Baumann

#CDUdigital Facebook
#CDUdigital - Facebook und Gemeinschaftssymbolik Schokobällchen

Freitag, 11. September 2015

#cnight mit SAP-Gründer Hasso Plattner und der Liebe zu runden Ecken

SAP-Gründer Hasso Plattner besteht auf die "runden Ecken". Apple mache dem deutschen Ingenieurswesen etwas vor, wenn es um Nutzerfreundlichkeit gehe. Der deutsche Ingenieur beherrsche das Backoffice perfekt. Er vergesse jedoch oft den Anwender.

#cnight Angela Merkel Peter Tauber
Angela Merkel und Peter Tauber auf der #cnight
So habe Microsoft mit seinem Windows 3.x bereits die Wende bei der Markführerschaft "der Amis" eingeleitet. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Wenn wir nicht aufpassen, wachen wir in zehn Jahren auf und sind dann nur noch ein guter Zulieferer".

Die Kanzlerin hatte Hasso Plattner auf der heutigen #cnight der CDU ein offenes Maß an Redefreiheit eingeräumt, so dass er die Zeit für sein Referat deutlich überziehen konnte. Dass die "runden Ecken" jedoch eine Apple-Erfindung seien, dementierte Angela Merkel. Das sei ein typisches Bauhaus-Design, welches in Zusammenarbeit mit Bosch vervollkommnet wurde. Also doch deutsche Wurzeln.

Deutsch ist auch der Maschinenbau und die bis zur Perfektion entwickelte Technik von Verbrennungsmotoren. Doch mit zunehmender Elektrisierung stehen wir in der Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Längst ist der amerikanische Hersteller TESLA führend im innovativen Fahrzeugbau. Um das jedoch etwas zu dämpfen warf die Kanzlerin ein, dass sie persönlich einige Fahrer der i-Modelle von BMW kenne, die recht zufrieden seien. Auch sehe sie keine Probleme mit dem sportlichen Einstieg in den BMW i8.

#cnight Angela Merkel SAP Hasso Plattner
Angela Merkel und SAP-Gründer Hasso Plattner (rechts) auf der #cnight
Immer wieder ging es auch um die Durchdringung des Alltags mit digitalen Hilfsmitteln. Hasso Plattner habe gerade ein per - wie sollte es anders sein - iPad steuerbares Haus in den USA gekauft. Per angebissenem Apfel könne er nun sämtliche Lichter ein- und ausschalten. Angela Merkel freute sich hingegen, dass sie im privaten Umfeld noch den Weg zum Herd selbst schafft und diesen auf die alt hergebrachte Weise bedienen kann.

Es lag die Frage nahe, ob denn Frau Merkel als Physikerin auch Ambitionen zum Programmieren habe. Das verneinte sie entschieden. Allerdings erstelle sie gelegentlich mal eine kleine App. Ansonsten will sie nichts mit Programmieren zu tun haben.

#cnight 1&1Ohnehin wandeln sich zur Zeit die Berufsbilder. Die Digitalisierung erzwinge völlig neue Qualifikationsmuster, nach denen IT-Wissen und klassische Disziplinen miteinander verschmelzen und ein Verständnis für viele quer verzweigte Bereiche notwendig wird.

Der seit 43 Jahren am Markt agierende Hasso Plattner schwärmte von der gigantischen Vervielfachung der Rechenleistung innerhalb seiner Berufszeit. Angela Merkel berichtete davon, wie sich vor etwa zehn Jahren einer ihrer Fahrer ein GPS-Gerät wünschte und sie ihn fragte, ob er denn die Karten nicht mehr lesen könne. Heute sei das keine Frage mehr.

Nach der Talkrunde auf dem Podium ging die #cnight in die übliche Party über. Telekom, Microsoft, Zalando, die Deutsche Post und weitere namhafte Unternehmen hatten im Konrad-Adenauer-Haus ihre Stände aufgebaut. Die IT-Prominenz erfreute sich am Catering, redete und tanzte in die Nacht. Die Kanzlerin verließ die Party mit Audi und GPS.

Video: Angela Merkel bei der #cnight-Podiumsdiskussion

Autor: Matthias Baumann

#cnight Angela Merkel
#cnight - Angela Merkel schaut sich MyGov Services auf dem Stand von accenture an

#cnight Zalando
#cnight und die Kaffeepause bei Zalando


Freitag, 4. September 2015

Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen 2015

Das Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen im Châlet Suisse wird immer internationaler. Erstmalig war auch ProChile dabei und repräsentierte neben der AmCham den zweiten über den Atlantik orientierten Wirtschaftsclub.

Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen
Andreas Eichler und Matthias Baumann beim Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen
Von ProChile waren jedoch keine offiziellen Teilnehmer erschienen, da heute der Nationaltag des chilenischen Weines gefeiert wurde. Deshalb schlüpfte der Vorstand der Spanischen Handelskammer in die Rolle des chilenischen Nuntius und begründete dessen Abwesenheit.

Chile und Argentinien sind mit insgesamt 11,1 Hektolitern Wein viertgrößter Weinexporteur. Die ersten drei Plätze des Weinexportes belegen Italien (22,2 hl), Spanien (18,7 hl) und Frankreich (14,8 hl). Die Gäste all dieser Handelskammern erfreuten sich an einem 2014er Picpoul de Pinet, einem trockenen Weißwein aus Südfrankreich.

Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen
Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen im Châlet Suisse (Grunewald)
Neben uns unterhielt man sich auf Französisch, gegenüber sprach man Italienisch, wie immer internationales Flair. Gelegentlich schreckten die Gäste durch einen platzenden Luftballon auf, wenn ein Kind beim Bogenschießen einen Treffer erzielte. Bogenschießen war jedoch nicht die einzige Möglichkeit, Gesprächspausen zu überbrücken. Die Spielbank Berlin hatte zwei Tischkicker und einen größeren Roulettetisch aufgebaut. Es wurde nicht um Geld gespielt.

Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen
Spielbank Berlin beim Sommerfest der Internationalen Wirtschaftsvereinigungen
Allgemeine Zustimmung fand auch der Begrüßungsteil mit sehr kurzen Ansprachen der einzelnen Kammervorstände. War doch aus den Vorjahren bekannt, dass anschließend das deftige Grillbuffet eröffnet wird. Man folgte auch diesmal der Tradition.

Vielen Dank an das Team des Châlet Suisse und die Organisatoren, insbesondere der BCCG British Chamber of Commerce für den gelungenen Abend.

Autor: Matthias Baumann