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Montag, 30. März 2026

Syrischer Übergangspräsident Ahmed al Sharaa zu Gesprächen in Berlin empfangen

Pünktlich zum Neun-Uhr-Glockenschlag für der syrische Übergangspräsident Ahmed al Sharaa am Schloss Bellevue vor. Die Begrüßung war nur mäßig herzlich und man sah dem Bundespräsidenten die Anspannung an. Es gab auch keinen Handschlag für die Fotografen auf dem roten Teppich am Schlossportal.


Etwas gelockerter ging es ab 12.30 Uhr im Bundeskanzleramt zu. Friedrich Merz hatte sich auf seinen Gast eingestellt und ihn nach der Begrüßung am Eingang erst einmal die gute Aussicht auf das östliche Berlin von seiner Terrasse aus gezeigt. Anschließend gab es ein gemeinsames Mittagessen und Gespräche. Parallel wurden Wirtschaftsvereinbarungen mit Siemens und dem Baustoffkonzern Knauf unterzeichnet.


Wegen der vielen bilateralen Themen begann die Pressekonferenz deutlich später als geplant. Hauptthema der Eingangserklärungen war „Rückkehr“ der syrischen Flüchtlinge in ihre Heimat. Auch der syrische Übergangspräsident wünscht sich die Rückkehr, da ihm knapp eine Million Einwohner und entsprechende Arbeitskräfte für den Wiederaufbau seines Landes fehlen. Er bedankte sich bei Deutschland für die Gastfreundschaft und einigte sich laut Aussage des Kanzlers über eine Rückführung von 80 Prozent der Syrer innerhalb von drei Jahren. Begonnen werde solle jedoch mit seinen mehr als 114.000 straffällig gewordenen Landsleuten.

Menschenrechtsorganisationen wie „PEL-Civil Waves“ und „Adopt a Revolution“ sehen diese schnelle Rückkehr kritisch, da Syrien derzeit wie Deutschland 1945 aussehe und die politische Situation zunehmend in eine totalitäre Richtung abgleite. Beide Organisationen fordern politische Teilhabe der Gesamtgesellschaft und freie Wahlen. Die Bereitschaft zum Wiederaufbau sei groß und der Vernetzungsgrad innerhalb der Gesellschaft sei ein tragfähiges Fundament für die demokratische Entwicklung. Das Ausland müsse das jedoch durch finanzielle und praktische Hilfen sowie politischen Druck flankieren.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 11. März 2026

Eurofighter-Alarmrotte sichert 24/7 den Luftraum über Deutschland

Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde das Enhanced Air Policing der NATO eingerichtet. Auch deutsche Eurofighter übernehmen regelmäßig die Sicherungsaufgaben bei AirPolicing North oder South an der rumänischen Schwarzmeerküste oder im Nordosten Polens.

Sobald Drohnen, Luftfahrzeuge ohne Transpondersignal oder Nicht-NATO-Militärflugzeuge in den Luftraum eindringen, wird die Alarmrotte - Neudeutsch Quick Reaction Alert (QRA) – aktiviert. Die Alarmrotte hat eine Reaktionszeit von 15 Minuten: Auslösung des Alarms, Ausrüstung anlegen, zum Flugzeug rennen, Triebwerke und Bordsysteme hochfahren, die Munition entsichern, zur Startbahn rollen, starten und auf mindestens 5.000 Meter Höhe aufsteigen. Ein Flug von Constanta in Rumänien bis zur Ukrainischen Grenze dauert beispielsweise maximal 5 Minuten. Am längsten dauert das Hochfahren der Triebwerke und Bordsysteme. Wenn sich ein Einsatz anbahnt, kann der Alarm so früh ausgelöst werden, dass schon alles hochgefahren ist, wenn der finale Befehl zum Start erfolgt. Bei wichtigen Ereignissen mit hohem Schutzbedürfnis kommt es auch vor, dass die Alarmrotte aufsteigt und sich auf Bereitschaft im Luftraum aufhält. Da die Eurofighter zweimal 1.000 Liter Kraftstoff zusätzlich mitführen, haben sie eine entsprechende Durchhaltezeit. Die kürzeste Flugdauer bei ständiger Nutzung des Nachbrenners liegt bei einer halben Stunde. Zur Not gibt es auch noch die Option der Luftbetankung.


Die für den Einsatz relevante Munition ist bereits montiert und muss lediglich mechanisch entsichert werden. Das passiert vor einem eigens dafür aufgeschütteten Sandwall. Der Sandwall dient als eine Art Kugelfang, wie man ihn von der Jagd oder vom Truppenübungsplatz kennt. Die Eurofighter der Luftwaffe nehmen IRIS-T AIM-2000 sowie METEOR und AIM 120-B AMRAAM mit auf den Flug. Während IRIS-T seine Ziele optisch erfasst, verfolgen METEOR und AMRAAM ihre Ziele per Radar. Mit diesen Raketen können die Eurofighter einen Gegner auf Abstand halten und auf weite Entfernung bekämpfen. Für einen Kampf  im Nahbereich steht dem Eurofighter noch eine Bordkanone Mauser BK-27 mit 140 Schuss 27mm zur Verfügung.

Die Alarmrotte besteht immer aus mindestens zwei Kampfflugzeugen. In der Luft verschafft sich der Rottenführer zuerst ein Bild der tatsächlichen Lage und stimmt sich mit dem Personal am Boden über das weitere Vorgehen ab. Zivile Luftfahrzeuge können in der Regel mit Zeichen umgelenkt werden. Ein Blick ins Cockpit dient der Erkennung, ob es sich um eine Entführung handelt. Das System der Alarmrotten war wegen der Flugzeugentführungen am 11. September 2001 ins Leben gerufen worden. An der NATO-Ostflanke werden vermehrt Drohnen bekämpft und russische Militärflugzeuge abgedrängt. Russland testet seit 2022 verstärkt die Reaktionszeiten der NATO.

Zum Schutz des deutschen Luftraumes gibt es auch Alarmrotten, die 24/7 einsatzfähig sind. Diese sind in Neuburg an der Donau, in Wittmund und in Laage stationiert, wobei die Kräfte aus Wittmund derzeit von Laage aus agieren. Gesteuert werden die Alarmrotten von Uedem aus. Dort befindet sich das Nationale Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NFLZ SiLuRa).

Wie die Alarmrotten praktisch funktionieren und dass die schnelle Reaktionszeit tatsächlich eingehalten wird, demonstrierte heute die Luftwaffe in Laage. Punkt 13 Uhr gab es einen T-Scramble, auch Tango Scramble oder Trainingsstart genannt. Diese Trainingsstarts werden mindestens einmal pro Woche abgerufen. Priorität hat aber der A-Scramble, der Alpha Scramble oder scharfer Einsatz. Dieser komme auch in Deutschland immer häufiger vor. Der Einsatz wegen ziviler Maschinen sei zwar rückläufig – etwa alle zwei Tage – dafür müsse aber vermehrt Präsenz gegenüber russischen Militärmaschinen gezeigt werden. Derzeit halten sich diese noch an die Grenzen des deutschen Luftraums.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 6. März 2026

Zivil-militärische Großübung „Medic Quadriga 2026“ findet am BER statt

Derzeit findet südlich des BER ein zivil-militärischer Anteil der multinationalen Großübung „Quadriga 2026“ statt. Heute machten sich Gäste aus Politik, Wirtschaft und Militär sowie Verteidigungsminister Boris Pistorius ein Bild vom Geschehen.


Die multinationale Großübung "Quadriga 2026" ist in vier Übungsbereiche geteilt: "Northern Quadriga" ist eine Marineübung, in der es um maritimen Schutz und Seetransport geht. "Gand Quadriga" ist eine Heeresübung, die eine schnelle Verlegung Mittlerer Kräfte per Land und per See trainiert und den sofortigen Einsatz der Kräfte im Zielgebiet übt. "Medic Quadriga" beschäftigt sich mit dem Lufttransport von Verletzten aus Litauen nach Deutschland. Der vierte Teil ist die "Realunterstützung" innerhalb Deutschlands durch verschiedene Teilstreitkräfte der Bundeswehr und zivile Akteure der Blaulichtorganisationen wie Malteser, Johanniter, Zivilschutz, ADAC-Luftrettung, DRK, DLRG und weiterer Hilfsorganisationen.

Der Minister und die Generalität zeigten sich zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen der Übung. Man könne viel daraus lernen und die Abläufe optimieren. Insbesondere das Thema Zuständigkeiten wird bei zivil-militärischen Trainings stetig nachjustiert.

Weitere Videos zu "Medic Quadriga 2026":

Pressebegegnung mit Verteidigungsminister BorisPistorius, Senatorin Dr. Czyborra und GOSA Dr. Hoffmann
Pressebegegnung mit GOSA Dr. Hoffmann, GSA Dr. Nolte und Senatorin Dr. Czyborra
Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr, Malteser Hilfswerk und Johanniter-Unfall-Hilfe

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 3. März 2026

Wehrbeauftragter und sicherheitspolitischer Impulsgeber

Heute wurde der Bericht 2025 des Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte (CDU), in der Bundespressekonferenz (BPK) in Berlin vorgestellt.


Henning Otte hatte im Juni 2025 seine Vorgängerin Dr. EvaHögl (SPD) abgelöst. Sie hatte damit ihre reguläre, fünfjährige Amtszeit beendet. Der Wehrbeauftragte wird für fünf Jahre berufen und überspannt mit dieser Amtszeit bewusst die Legislaturperiode. Damit haben der Wehrbeauftragte und die Soldaten mehr Planungssicherheit. Wehrbeauftragte sind als "Anwalt der Soldaten" zu verstehen und bauen idealerweise einen guten und intensiven Draht zur Truppe auf. Henning Otte saß viele Jahre im Verteidigungsausschuss des Bundestages und versteht sich nach wie vor als "sicherheitspolitischer Impulsgeber". Zurzeit der Merkel-Regierung (bis 2021) war es sein Wunsch, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg zu werden. Das wusste Angela Merkel bis zum Schluss zu verhindern, selbst als die Stelle durch das Ausscheiden von Dr. Peter Tauber vorzeitig frei wurde.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 1. März 2026

Bundesregierung steht in Sachen Iran an der Seite der USA und Israels

Heute Nachmittag gab Bundeskanzler Friedrich Merz eine Erklärung zur Position der Bundesregierung in Sachen Nahost ab.


Demnach stehe die Bundesregierung nach dem Treffen des Nationalen Sicherheitsrates (NSR) an der Seite der USA und Israels und begrüße ein Ende des iranischen Regimes. Deutschland habe nicht die Kapazitäten, Vergleichbares zu tun, und wolle sich auch nicht durch die Belehrung seiner Partner aufspielen.

Die anschließenden Fragen drehten sich um das „Völkerrecht“ und deutsche Urlauber in der Region. Merz-Wähler, die sich seit Mai letzten Jahres um die Erfüllung seiner Wahlversprechen geprellt fühlten, begrüßen diesen Standpunkt. Auch aus der FDP kommt Lob. Kritik hagelt es von den politischen Rändern. Der Hass auf Israel, Donald Trump und westliche Werte ist inzwischen so groß, dass einem anderen Volk der „Mauerfall"-Moment nicht gegönnt wird. Das Ganze verpackt in Besorgnis um den Frieden in der Region und die Wahrung des „Völkerrechts“.

Autor: Matthias Baumann