Am Vormittag wurde der Präsident der Islamischen Republik
Pakistan, Asif Ali Zardari, durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit
militärischen Ehren im Bendlerblock empfangen.
Asif Ali Zardari ist 71 Jahre alt und seit März 2024
Präsident seines Landes. Er war mit der ehemaligen pakistanischen
Premierministerin Benazir Bhutto verheiratet und hat mit ihr drei Kinder.
Benazir Bhutto war bei einem Attentat ums Leben gekommen. Zardari stammt aus
einer wohlhabenden nordindischen Familie, die sich im Bausektor engagiert. Pakistan
und Indien waren 1947 per Strich auf der Landkarte geteilt worden, so dass es
im Norden der beiden Staaten ethnische Überschneidungen gibt, die regelmäßig zu
Konflikten führen.
Pakistan hat 257 Millionen Einwohner und ein
Bruttoinlandsprodukt von 459 Milliarden USD. Das Land unterhält Streitkräfte
mit 660.000 aktiven Soldaten, die durch 291.000 paramilitärische Kräfte ergänzt
werden. Pakistan bemüht sich seit vielen Jahren – auch über die Vernetzung im
Commonwealth – die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen nach Europa
auszubauen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Auslandsvertretungen, die
entsprechende Werbeveranstaltungen und Empfänge durchführen. Erst am Montag war
ein neuer pakistanischer Botschafter akkreditiert worden.
Am Vormittag wurde der Staatspräsident der Mogolei, Ukhnaa
Khurelsukh, durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit militärischen
Ehren in der Villa Borsig empfangen.
Ukhnaa Khurelsukh absolviert einen mehrtägigen Staatsbesuch
in Deutschland, so dass das obligatorische Staatsbankett, eine
Kranzniederlegung an der Neuen Wache, ein Treffen mit Bundeskanzler Friedrich
Merz und eine Begegnung mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin auf dem
Programm stehen. Ferner werden bilaterale Verträge unterzeichnet, eine
Dschingis-Khan-Ausstellung sowie ein Gala-Konzert des mongolischen
Nationalorchesters besucht. Am Donnerstag wird Ukhnaa Khurelsukh nach Leipzig
und Dresden reisen.
Bei der heutigen Botschafter-Akkreditierung im neuen
Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen ging es einmal weit um den Globus
– mit dem Botschafter aus Mauritius, dem Botschafter aus Pakistan und der
Botschafterin des Königreichs Tonga.
Um 12.30 Uhr erschien der Botschafter der Republik
Mauritius, Joseph Lucien Finette. Mauritius liegt auf der Südhalbkugel östlich
von Madagaskar im Indischen Ozean. Die Inselgruppe hat 1,3 Millionen Einwohner
und ein Bruttoinlandsprodukt von knapp 17 Milliarden USD. Bis 1968 war
Mauritius unter britischer Herrschaft. Die Briten hatten 1810 die Franzosen als
Kolonialmacht vertrieben. Zu der Zeit hatte Napoleon in Europa viele
Niederlagen einzustecken. Vor den Franzosen waren die Niederländer (1598 bis
1710) auf Mauritius. Erschlossen wurde das Gebiet jedoch 1505 durch die
Portugiesen, die dort einen Marinestützpunkt errichteten. Für Seemächte ist es
strategisch wichtig, auf den Wegen in ferne Regionen freundliche Häfen zu
haben, wo beispielsweise Verbrauchsmittel zuladen können, Mannschaften
überwintern oder Reparaturarbeiten möglich sind. Mauritius hat keine offiziell
Amtssprache. Faktisch wird aber Englisch und Französisch gesprochen. Mauritius
unterhält weiterhin gute Beziehungen zu Großbritannien, aber auch zu Indien,
das bis 1947 eine britische Kolonie war.
Geht man auf der Weltkarte nach Norden, landet man in
Pakistan. Pakistan stand bis 1947 unter britischer Kolonialherrschaft und wurde
damals mit einem Strich auf der Landkarte von Indien abgeteilt. Dadurch gibt es
bis heute Spannungen, weil der Strich auf der Karte die Ausbreitung
ethnisch-religiöser Gruppen zu wenig berücksichtigt hatte. Pakistan hat 257
Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 459 Milliarden USD. Das
Land unterhält Streitkräfte mit 660.000 aktiven Soldaten, die durch 291.000
paramilitärische Kräfte ergänzt werden. Beim Verteidigungsbudget kommt die
Pakistan mit knapp 12 Milliarden USD aus.
Der Botschafter der Islamischen Republik Pakistan, Salman
Sharif, traf gegen 13 Uhr am Bundespräsidialamt ein. Er trägt den gleichen
Nachnamen wie sein Premierminister Shehbaz Sharif, ist mit diesem wohl aber
nicht verwandt. Salman Sharif war bereits als stellvertretender Missionsleiter
in Indien tätig und hatte als Ministerialdirigent im Büro seines
Premierministers gearbeitet.
Die neue Botschafterin des Königreichs Tonga, Titilupe
Fanetupouvava'u Tu'ivakano, ist 48 Jahre alt und als Botschafterin auch für
Großbritannien, die Niederlande und Luxemburg zuständig. Studiert hat sie in
Oxford und wurde 2018 durch Königin Elizabeth II zur Hochkommissarin von Tonga
berufen.
Tonga liegt im Südpazifik östlich von Australien und
nördlich von Neuseeland. Die Inselgruppe hat etwas mehr als 100.000 Einwohner
und ein Bruttoinlandsprodukt von 616 Millionen USD. Mit ihren 600 aktiven
Soldaten bekämpft das Land hauptsächlich den internationalen Drogenhandel,
beteiligt sich aber auch an internationalen Missionen.
Am 13. Oktober 2026 wurde der bisherigen Bundesministerin
für Arbeit und Soziales, Bärbel Bas (SPD), durch Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier die Entlassungsurkunde ausgehändigt.
Am 12. Oktober 2026 war Bärbel Bas als Ministerin und als
SPD-Vorsitzende zurückgetreten. Eigenen Angaben zufolge war der Grund ein
Trauerfall in der Familie. Ihrem Nachfolger als Bundesministerin für Arbeit und
Soziales, Alexander Schweitzer (SPD), wurde gemäß Artikel 64 Absatz 1 des
Grundgesetzes die Ernennungsurkunde ausgehändigt. Alexander Schweitzer war von
Juli 2024 bis Mai 2026 Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. Bei der
Landtagswahl im März 2026 ging das Mandat mit 31 Prozent der Stimmen an Gordon
Schnieder von der CDU.
Bei Übergabe der Urkunden war auch Bundeskanzler Friedrich
Merz zugegen. Bärbel Bas war der presseöffentlichen Zeremonie ferngeblieben.
Der Bundespräsident sagte, er habe ihr die Entlassungsurkunde kurz zuvor im
kleinen Kreise ausgehändigt.
Heute Mittag wurde der Staatspräsident der Republik
Kasachstan, Kassym-Schomart Tokajew, von Bundespräsident Frank-Walter
Steinmeier mit militärischen Ehren im Bendlerblock empfangen.
Das Protokoll testet immer noch geeignete Orte für
militärische Ehren des Bundespräsidenten aus. Der kürzlich empfangene Präsident
der Vereinigten Arabischen Emirate hatte es abgelehnt, vor dem Interimsbau
empfangen zu werden, so dass noch einmal zur Villa Borsig ausgewichen werden
musste. Im Auswärtigen Amt zeigt man sich wenig erfreut darüber, dass deren
Gästehaus ständig von Bundespräsident und Bundeskanzler genutzt wird. Der Bendlerblock
hat mehrere Vorteile: Er ist in Relation zum Interimsbau am Spreebogen gut gelegen
und die Hauptstadtpresse hat keine Ausrede mehr, die Termine des
Bundespräsidenten wegen der suboptimalen Anreise zu boykottieren.
Kassym-Schomart Tokajew ist 73 Jahre alt und seit 2019 Präsident
seines Landes. Der Mann hat Rückgrat und emanzipiert sich auch gegenüber der
typisch russischen Übergriffigkeiten. Als er im Dezember 2019 seinenAntrittsbesuch bei Angela Merkel absolvierte, standen zwei Stühle auf dem
Podest, damit die Kanzlerin im Sitzen der Nationalhymnen lauschen konnte. Zur
kasachischen Hymne stand Tokajew auf und legte seine rechte Hand auf die Brust.
Das tat er auch heute. Zusätzlich sang die Begleitpresse den Text der Hymnemit. Das ist schon einzigartig.
Kasachstan hat 20 Millionen Einwohner. Auch wenn Russland
noch einen traditionellen Einfluss ausübt, spricht man dort kein Russisch,
sondern Kasachisch. Viele Spätaussiedler hatten zuletzt in Kasachstan gelebt.
Von daher ist es wenig verwunderlich, dass in Berliner Kleingartenanlagen zuweilen
die blaue Flagge Kasachstans weht.
Heute fand die erste Botschafter-Akkreditierung mit
militärischem Zeremoniell am neuen Amtssitz des Bundespräsidenten am Spreebogen
statt.
Den Auftakt machte um 9 Uhr die neue Botschafterin der
Republik Zypern, Charis Christodoulidou. Vor 30 Jahren hatte sie ihre diplomatische
Laufbahn als Attaché im Außenministerium Zyperns begonnen. Danach war sie in
verschiedenen Abteilungen ihres Ministeriums und ein Jahr als Attaché in
Finnland tätig. Von 2018 bis 2023 leitete sie als Botschafterin die Vertretung
in Irland. Charis Christodoulidou spricht Griechisch, Englisch und ein wenig
Deutsch. Der durch sie repräsentierte Südteil von Zypern hat 1,3 Millionen Einwohner
und dient als wichtiger Stützpunkt für internationales Engagement im Mittelmeerraum
und im Nahen Osten.
Der Botschafter der Republik Korea, Koh Kyungsok, erschien
im traditionellen koreanischen Gewand. Die Republik Korea ist der südliche Teil
der koreanischen Halbinsel. Der im Einparteiensystem geführte Nordteil nennt
sich Demokratische Volksrepublik Korea. Je mehr „Demokratie“ und „Volk“ im
Namen eines Staates stehen, umso diktatorischer wird das Land geführt. Südkorea
hat 51 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 1,94 Billiarden
USD. Nordkorea hat nur 26 Millionen Einwohnen, von denen aber 1,28 Millionen
unter Waffen stehen. Südkorea unterhält aktive Streitkräfte in der Stärke von
450.000 Soldaten. Diese gelten aber als die am besten ausgestatteten in der
Region. Nordkorea spielt regelmäßig mit seinen nuklearen Möglichkeiten, was
Südkorea dauerhaft in Alarmbereitschaft hält. Auch die Grenze zwischen den
beiden Staaten ist so mit Waffentechnik ausgestattet, dass ein Angriff in einer
Katastrophe ungeahnten Ausmaßes enden würde.
Koh Kyungsok ist 58 Jahre alt und blickt auf eine 31-jährige
diplomatische Karriere zurück. Seine bisherigen Auslandsverwendungen reichen
von Frankreich über Katar bis Italien und Deutschland. Er spricht Koreanisch,
Englisch und Deutsch.
Anschließend traf die Botschafterin der Republik Lettland,
Ilze Rūse, ein. Auch Ilze Rūse begann ihre diplomatische Karriere vor 30
Jahren. Sie war zunächst als Attaché an der lettischen Botschaft in Schweden tätig.
Dann ging sie für einige Jahre an ihr Außenministerium, um ab 2006 wieder
international unterwegs zu sein: Österreich, Estland, Belgien, Luxemburg,
Schweden und nun auch Deutschland. Ilze Rūse spricht Englisch, Schwedisch,
Russisch und Deutsch.
Lettland hat knapp zwei Millionen Einwohner und liegt wie
ein Sandwich zwischen Estland und Litauen. Wie alle baltischen Staaten ist auch
Lettland sehr beunruhigt über die russischen Expansionspläne. Derzeit erden
Estland und Lettland durch das 1. Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) geschützt.
Der Platz am Interimsbau des Bundespräsidenten war eng
bemessen und die Flaggen beim Hissen nur von außen gut zu sehen. Das
Wachbataillon arrangierte sich in der gewohnt professionellen Art mit der
räumlichen Situation. Ansonsten wirkten Vorfahrt und Abfahrt der Botschafter
wenig repräsentativ. Ungewöhnlich war zudem die Nutzung des Fahrstuhls, um dem
Bundespräsidenten in der 6. Etage das Beglaubigungsschreiben übergeben zu
können. Hier wird seitens des Protokolls und des Bundespräsidialamtes noch
nachjustiert.