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Dienstag, 13. Januar 2026

Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps im Schloss Bellevue

Heute fand der traditionelle Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps bei Bundespräsident Steinmeier statt.


Bei weit über 100 diplomatischen Vertretungen und internationalen Organisationen kann allein schon das Defilee mehr als eine Stunde dauern. Normalerweise wird die Begrüßungszeremonie durch den Doyen des Diplomatischen Korps angeführt und erfolgt dann in der Reihenfolge ihrer Akkreditierung. Bei der Akkreditierung kommt es neben dem Datum auch auf die Uhrzeit an. Mitte Dezember 2025 waren noch die drei Botschafter aus Indonesien, der Komoren und von São Tomé und Príncipe in ebendieser Reihenfolge akkreditiert worden.

Dem Defilee schließen sich die Reden des Bundespräsidenten und des Doyen an und gehen dann in ein kurzes Stehbankett über. Letzteres ist im diplomatischen Dienst besonders wichtig, weil dort auf kurzem Wege so manch eine wichtige Verabredung getroffen werden kann. Wenn ein Land diplomatische Beziehungen zum Vatikan unterhält, wird der Doyen in der Regel durch den „Apostolischen Nuntius des Heiligen Stuhls“ gestellt. Seit 2013 fungiert der aus Kroatien stammende Erzbischof Nikola Eterovic als Doyen für das Diplomatische Korps in Deutschland.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 6. Januar 2026

Sternsinger schreiben 20*C+M+B+26 ans Schloss Bellevue

Heute besuchten 20 Sternsinger aus der Pfarrei St. Ewaldi in Dortmund-Aplerbeck den Bundespräsidenten und seine Gattin im Schloss Bellevue. Die Pfarrei gehört zum Erzbistum Paderborn. Die Kinder sammeln in diesem Jahr für Kinder in Bangladesch. Auch der Bundespräsident übergab eine Spende.

 

Der 6. Januar wird von der katholischen Kirche als Dreikönigstag gefeiert. Mit den drei Königen sind die "Weisen aus dem Morgenland" oder richtiger übersetzt "Magier aus dem Osten" gemeint, deren Besuch beim neugeborenen Jesus in Matthäus 2 beschrieben wird. Später wurden daraus die drei Könige Kaspar (Anklang an das hebräische Wort für Gold/Geld), Melchior (Anklang an das hebräische Wort für König) und Balthasar (vom babylonischen Wort Schutz). Seit 68 Jahren gibt es das Sternsingen, bei dem Kinder als Könige verkleidet durch die Straßen ziehen und Spenden für Projekte und Hilfswerke sammeln. Dabei gehört es zur Tradition, auch das Bundeskanzleramt und den Bundespräsidenten zu besuchen und dabei den Segen an die Tür zu schreiben: 20*C+M+B+26. Die Auflösung dieser Seegensformel ist folgende: 20...26 bedeutet das neue Jahr. CMB ist die Abkürzung für den lateinischen Spruch "Christus mansionem benedicat!" (Christus segne diese Wohnung). Wichtig ist auch die Anordnung der Zeichen zwischen den Zahlen und Buchstaben: Zuerst wird ein Stern gesetzt, der die Geburt von Jesus Christus symbolisiert und danach werden 3 Kreuze gesetzt, die sich auf seine Kreuzigung beziehen.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 19. Dezember 2025

Botschafter von Indonesien, der Komoren und São Tomé und Príncipe akkreditiert

Das Jahresende und der Neujahrsempfang des Diplomatischen Korps nahen. So wurden heute noch drei neue Botschafter im Schloss Bellevue akkreditiert. Diese bilden dann gemäß ihres Akkreditierungszeitpunktes den Abschluss des Defilees. Bei etwa 130 diplomatischen Vertretungen in Deutschland dauert das Händeschütteln zum Neujahrsempfang gerne mal eine Dreiviertelstunde.

Botschafter-Akkreditierungen stellen auch einen der komplexesten protokollarischen Abläufe für das Wachbataillon dar. Ehrenzug, Ehrenposten und Flaggenkommando müssen exakt aufeinander abgestimmt sein und zum richtigen Zeitpunkt aufeinander reagieren. Heute war die 7. Kompanie, eine Heereskompanie, eingesetzt. Das Zeremoniell je Botschafter dauert eine halbe Stunde. Dass vier bis sechs Botschafter an einem Tag akkreditiert werden, ist durchaus normal. Botschafter wechseln nach etwa drei Jahren – außer der Apostolische Nuntius, der schon seit vielen Jahren den Vatikan vertritt und als Doyen des Diplomatischen Korps fungiert.

Die Frauenquote lag heute bei null. Dafür kamen alle drei Botschafter aus Regionen im Äquatorbereich: Indonesien, Komoren und São Tomé und Príncipe. Botschafter Abdul Kadir Jailani aus der Republik Indonesien eröffnete die Akkreditierungsserie. Indonesier sind besonders hartnäckig in der Forderung, endlich einmal ihre Hymne vom Stabsmusikkorps gespielt zu hören. Leider wurde der passende Staatsbesuch im November 2025 abgesagt.

 

Indonesien hat über 280 Millionen Einwohner. Es liegt zwischen Thailand und Australien. Die Flagge Indonesiens könnte mit der Flagge Polens verwechselt werden. Die Farben sind allerdings vertauscht: Rot oben und Weiß unten. Indonesien verfügt mit seinen 400.500 aktiven Soldaten über die größte Streitmacht in Südostasien. Sie sind für die Innere Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus zuständig. Beim Kampf gegen den IS gab es eine enge Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten. Auch das Engagement Chinas im Südchinesischen Meer haben dazu geführt, dass die Staaten der Region erhöhte Präsenz zeigen und miteinander kooperieren – auch über religiöse Befindlichkeiten hinweg.

Mit dem nächsten Botschafter, Mohamed Chatur Badaoui von der Union der Komoren, gehen wir westwärts auf dem Globus. Die Inselgruppe der Union der Komoren liegt zwischen der Nordspitze Madagaskars und dem nördlichen Mosambik. Bis 1975 war es eine französische Kolonie und wurde dann von islamischen Kräften übernommen. Seitdem gibt es dort immer wieder bewaffnete Putsche, die aber lediglich das Personal an der Regierungsspitze verschieben. Die Komoren zählen weniger als eine Million Einwohner. Von daher ist es verständlich, dass sie keine eigene Botschaft in Deutschland unterhalten, sondern die europäischen Beziehungen von Frankreich aus bearbeitet werden. Für komorische Botschaftsangehörige gibt es also auch kein deutsches Diplomatenkennzeichen.


Mit José Cardoso dos Ramos Cassandra aus der Demokratischen Republik São Tomé und Príncipe überspringen wir den afrikanischen Kontinent westwärts und landen auf einer Inselgruppe vor Gabun und Äquatorialguinea. Die Inselgruppe stand von 1471 bis 1975 unter portugiesischer Herrschaft. Portugiesisch ist auch heute noch die Amtssprache. Die Bevölkerung ist ethnisch stark durchmischt und weist ein erhebliches Wachstum auf. Waren es vor 75 Jahren nur etwa 60.000 Einwohner, so ist deren Zahl inzwischen auf 200.000 angestiegen.

Auch José Cardoso dos Ramos Cassandra vertritt sein Land in mehreren Staaten Europas. Deshalb gibt es auch für Botschaftsfahrzeuge aus São Tomé und Príncipe kein deutsches Diplomatenkennzeichen.


Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 20. November 2025

Botschafter von Niger, Malaysia, Namibia und Kanada akkreditiert

Heute fanden im Schloss Bellevue wieder vier Botschafter-Akkreditierungen statt: Zwei Länder Afrikas, ein Land Asiens und ein Land des amerikanischen Kontinents: Niger, Namibia, Malaysia und Kanada. Die neuen Botschafter erscheinen ab 10 Uhr beim Bundespräsidenten und blieben die übliche halbe Stunde. In dieser Zeit erleben sie ein militärisches Zeremoniell inklusive Hissen ihrer Flagge, den Gästebuch Eintrag und ein kurzes Gespräch mit dem Bundespräsidenten und den regional zuständigen Mitarbeitern.

Zuerst traf der Botschafter der Republik Niger, Abdoulaye Badie, ein. Er und seine Delegation trugen traditionelle Gewänder der Region. Abdoulaye Badie ist 62 Jahre alt und hat die Militärakademie in Montpellier in Frankreich absolviert. Im Dienstgrad Oberst gehörte er zu den einflussreichen militärischen Kräften des Niger, fiel aber um das Jahr 2010 in Ungnade. 2011 ging er als Militärattaché nach Washington D.C. und ist nun Botschafter der Republik Niger in Deutschland.

Niger liegt in der Sahelregion zwischen Mali und Tschad. Das Land hat 26 Millionen Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 21,9 Milliarden USD. Die Bundeswehr hat im Sommer 2024 das Engagement in Niger vollständig eingestellt, weil westliche Streitkräfte dort nicht mehr erwünscht waren.


Anschließend wurde der Botschafter von Malaysia, Mohamad Razdan Bin Jamil, akkreditiert. Malaysia liegt südlich von Thailand und hat 34,5 Millionen Einwohner. Sein Bruttoinlandsprodukt beträgt 488 USD. Besonders gute Beziehungen bestehen zu Indonesien und den Philippinen, aber auch zu Australien.


Gegen 11 Uhr erschien der Botschafter der Republik Namibia, Jerobeam Shaanika. Namibia ist 13 Flugstunden von Deutschland entfernt und grenzt an den Nordwesten von Südafrika. Von 1884 bis zum Ersten Weltkrieg war Namibia die Kolonie Deutsch-Westafrika. Anschließend wurde es von britischen Truppen eingenommen und ging 1920 als Mandatsgebiet in die Südafrikanische Union ein. Namibia hat trotz seiner großen Fläche nur 2,8 Millionen Einwohner. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Litauen. Das Bruttoinlandsprodukt liegt bei etwas über 14 Milliarden USD.


Zum Abschluss der heutigen Akkreditierungsfolge erschien die Botschafterin von Kanada, Vera Alexander. Vera Alexander verfügt über 30 Jahre diplomatischer Erfahrung. Sie war bereits in London, Washington D.C.,  Moskau, Afghanistan und bei der NATO eingesetzt.

Kanada hat knapp 39 Millionen Einwohner. Das Land hat ein Bruttoinlandsprodukt von 2,33 Billionen USD und damit etwas mehr als Russland mit seinen 140 Millionen Einwohnern, die nur 2,2 Billionen USD erwirtschaften.


Autor: Matthias Baumann

Montag, 27. Oktober 2025

Großherzog Guillaume von Luxemburg zum Antrittsbesuch in Berlin empfangen

Heute absolvierte Großherzog Guillaume von Luxemburg seinen Antrittsbesuch in Deutschland und wurde von Bundespräsident Steinmeier mit militärischen Ehren am Schloss Bellevue empfangen.


Luxemburg hat etwas 670.000 Einwohner und 900 aktive Soldaten. Für 2025 wird ein Bruttoinlandsprodukt von 97 Milliarden USD erwartet. Das Verteidigungsbudget liegt unter einem Prozent. Dennoch leistet Luxemburg wichtige Beiträge für die NATO: Es stellt seinen A400M für gemeinsame Missionen zur Verfügung, Fördert die Innovationen bei Drohnen und betreibt einen eigenen Satelliten. Bezüglich der Fähigkeiten im Weltraum besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Bundeswehr.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass ein Herzog – wie der Begriff vermuten lässt – ein Heerführer ist. Herzoge sind dem König direkt untergeordnet und stehen höher als Grafen. Ein Herzogtum kann aus mehreren Grafschaften bestehen. Luxemburg wurde 1354 durch Karl IV. zum Herzogtum erklärt. Heute hat Luxemburg keine Grafschaften mehr, sondern ist in 12 Kantone und 100 Gemeinden unterteilt.

Autor: Matthias Baumann