Heute wurde beim Sanitätsregiment 1 in Berlin-Kladow das
Gebäude 2 der Blücher-Kaserne in Feldwebel-Arndt-Haus umbenannt.
Feldwebel Alexander Arndt war am 14. Oktober 1993 als erster
Bundeswehrsoldat bei einem Auslandseinsatz gefallen. Er war in Phnom Penh,
Kambodscha, von Unbekannten auf offener Straße erschossen worden. Er war Teil
des 150 Soldaten des Sanitätsdienstes umfassenden Bundeswehr-Kontingentes der
UN-Missionen UNAMIC und UNTAC.
Das Game of Remembrance wird seit 2012 jährlich zwischen Angehörigen
der deutschen und der britischen Streitkräfte ausgetragen. Es erinnert an gemeinsame
Fußballspiele während der Waffenruhe 2014 im Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig
erinnert es aber auch an die Gefallenen auf beiden Seiten.
Während im Spiel mit harter Siegesperspektive gekämpft wird,
werden davor und danach die guten Beziehungen der beiden Nationen gepflegt.
Zwischen Bundeswehr und den britischen Streitkräften gibt es verschiedenen
Schnittmengen, die gemeinsame Übungen, das Pionierbrückenbataillon 130 in
Minden, den GTK Boxer und weitere Themen umfassen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen
arbeiten immer noch Briten, die sich so mit Deutschland angefreundet hatten,
dass sie 1994 nicht auf die Insel zurückgekehrt waren.
Die britischen Mannschaften (Frauen und Männer) wurden in
diesem Jahr durch den britischen Zweig des deutschen Unternehmens Heckler &
Koch gesponsert. Das Team der Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft braucht
kein Sponsoring, da es auf ohnehin vorhandene Ressourcen der Bundeswehr wie
Busse, Transportmaschinen, Truppenküchen und Unterkünfte zurückgreifen kann.
Der Kader rekrutiert sich aus sämtlichen Dienstgradgruppen und
Zivilangestellten der Bundeswehr.
Beim gestrigen Spiel wurde teilweise bei Starkregen
unermüdlich gekämpft. Das deutsche Männerteam war zur Halbzeit mit 1:0 in
Führung und konnte diese Führung kurz nach der Halbzeit mit einem 2:0 festigen.
Die Freude währte jedoch nicht lange, da die Briten kurz hintereinander drei
Tore schossen. Am Ende trennten sich die Mannschaften mit einem 4:3 für
Deutschland.
Am 16. September 2026 fand auf dem Truppenübungsplatz das
jährliche Handwaffen-Schießen der in Deutschland akkreditierten Militärattachés
statt.
Während die Resonanz im vergangenen Jahr wegen verschiedener
Paralleltermine sehr verhalten war, platzte der Bus aus allen Nähten und etwa
40 Shades of Flecktarn traten in den Starkregen auf dem schlammigen
Übungsplatz. Der Regen ließ ab und zu mal nach und zur abschließenden
Siegerehrung kam sogar die Sonne hervor.
Die Militärattachés durften diesmal mit der Maschinenpistole
MP7, dem Maschinengewehr MG3 auf Lafette mit Winkelzielfernrohr (Periskop), dem
Maschinengewehr MG5 auf Drehlafette auf LKW, dem Sturmgewehr G95 in der
Spezialkräfteausführung und der Pistole P8 gegeneinander antreten. Natürlich nur,
was die Punkte auf den Zielscheiben betrifft. Darüber hinaus wurde mit einem
Lasergewehr auf Leuchtpunkte geschossen, mit Kampfäxten auf Ziele geworfen oder
mit blauen Übungshandgranaten auf eine LKW-Ladefläche. Die drei besten Schützen
durften am Ende noch jeweils einen Schuss mit der Salut-Haubitze Typ M101
Kaliber 105 mm abgeben.
Mit der Durchführung vor Ort war wieder die 1. Kompanie des
Wachbataillons beauftragt. Die 1. Kompanie ist für sämtliche Unterstützungsaufgaben
des Wachbataillons zuständig. Das geht von der Einlagerung der
Anti-Mücken-Sprays bis zum Transport von Munition und Gerät mit schweren LKWs.
Mehr dazu in unserer Kurzdoku: https://youtu.be/PF1Ftv9FNWk
Heute Nachmittag wurde der Premierminister der Republik
Litauen, Mindaugas Sinkevičius, durch Bundeskanzler Friedrich Merz mit
militärischen Ehren empfangen
Mindaugas Sinkevičius ist 42 Jahre alt und seit Juli 2026
Premierminister von Litauen. Von 2016 bis 1017 war er Wirtschaftsminister. Seit
2025 ist er Vorsitzender der Partei LSDP, die ein Zusammenschluss aus dem
litauischen Zweig der KPdSU, den litauischen Sozialdemokraten und der
Demokratischen Arbeiterpartei ist. Litauische Premierminister rangieren ähnlich
ihrer französischen Amtskollegen eher in der zweiten Reihe, so dass es im
Ausland kaum jemand bemerkt, wenn sie nach ein bis vier Jahren ersetzt werden.
Auch an Minister braucht man sich nicht lange gewöhnen. Seit 2020 gibt es in
Litauen beispielsweise schon den vierten Verteidigungsminister. Im
Außenministerium ist die Kontinuität etwas höher. Aus diesem Grunde wäre es
wohl sinnvoller gewesen, Friedrich Merz hätte sich mit Präsident Gitanas
Nauseda getroffen.
Litauen hat 2,8 Millionen Einwohner und ein
Bruttoinlandsprodukt von knapp 90 Milliarden Euro. Schon 2021 hatte man beim
IISS (International Institute for Strategic Studies) spekuliert, ob Russland
die NATO im Baltikum austesten werde. Als strategisch clever könnte dann schon
fast bezeichnet werden, dass Russland 2022 erst einmal das Nicht-NATO-Mitglied
Ukraine angegriffen hat. Russland hatte allerdings verkalkuliert, da es auf
fremdem Gebiet kämpfen musste und den Willen der Ukrainer unterschätzt hat. Die
Bindung Russlands in der Ukraine hat dem Baltikum und der NATO wertvolle Zeit
erkauft, die durchaus genutzt wurde: neue Mitglieder, neue Fähigkeiten,
Modernisierung der Streitkräfte, das Air Policing und Vorwärtskräfte wie das 1.
Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) im Baltikum. Kein Wunder also, dass der
Kanzler in der letzten Woche das Hauptquartier des 1GNC in Münster und am
Sonntag die Ukraine besucht hat. Für Donnerstag ist eine Begegnung mit seinem
britischen Amtskollegen geplant.
Heute besuchte Bundeskanzler Friedrich Merz das 1.
Deutsch-Niederländische Korps (1GNC) in Münster. Er traf dort auch den niederländischen
Premierminister Rob Jetten und NATO-Generalsekretär Mark Rutte.
Heute Nachmittag wurde das Kommando der Deutschen Marine von
Vizeadmiral Jan Christian Kaack an Konteradmiral Wilhelm Tobias Abry übergeben.
Die Übergabe erfolgte unter Nutzung der Kulisse der Marineschule Mürwik in
Flensburg.
Vizeadmiral Kaack war im März 2022 zum Inspekteur der Marine
ernannt worden und hatte die Aufgabe, die Marine auf „Kriegstüchtigkeit“
umzubauen. Diese Aufgabe ging er mit viel Engagement an und sein Motto „Stahl
ins Wasser“ zu bringen, ist vielen Marineangehörigen präsent. Auch seine
Führungsqualitäten werden vielfach seitens der Truppe gelobt.
Sein Nachfolger Wilhelm Tobias Abry wird morgen zum Vizeadmiral
ernannt. Er kennt die Marineschule Mürwik sehr gut, da er diese von 2018 bis
2021 führen durfte. Abry machte in seiner Rede deutlich, dass er den Kurs
seines Vorgängers konsequent fortsetzen werde.
Am Abend wurde Vizeadmiral Kaack mit einem Großen
Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet. Auch dafür wurde die Marineschule
Mürwik genutzt.