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Donnerstag, 30. Juli 2026

Marsch zum Gedenken an die gefallenen Soldaten der Bundeswehr

Seit 2018 findet der Marsch zum Gedenken an die 120 gefallenen Soldaten sowie die 3.447 im Dienst verstorbenen Angehörigen der Bundeswehr statt. Der Marsch ist eine Initiative der Hinterbliebenen, ehemaligen Kameraden und des Reservistenverbandes. Der Marsch geht über mehrere Tage, in denen Kameraden und Angehörige im Gedenken an die Verstorbenen 120 Kilometer (120 Gefallene) zurücklegen.

Der diesjährige Start war am 27. Juli 2026  auf dem Truppenübungsplatz Lehnin und führte über verschiedene Stationen am 30. Juli 2026 bis zum Reichstag und ins Verteidigungsministerium (BMVg, Bendlerblock). Die abschließende Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung im BMVg ist seit einigen Jahren nicht mehr presseöffentlich.


Hier der Bericht aus 2025: https://youtu.be/2lx_88tWrGM

Hier der Bericht aus 2024: https://youtu.be/XSR6uItejSA

Hier der Bericht aus 2023: https://youtu.be/uOHFtBGkP4o

Hier der Bericht aus 2022: https://youtu.be/r98su9nRrEA

Hier unsere Doku über die Tradition der Bundeswehr anhand des Beispiels Tobias Lagenstein, der als Feldjäger-Personenschützer durch seinen Tod das Leben seiner Schutzperson, General a.D. Markus Kneip, gerettet hat: https://www.youtube.com/watch?v=bStSbHzQck8

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 25. Juli 2026

Wetter, Wachbataillon und Warten auf das Kommando

Es wird öfter gefragt, was das Wachbataillon und das eingesetzte Musikkorps bei Starkregen, Schneefall oder Gewitter machen. Die Antwort: Sie bleiben stehen und warten auf das nächste Kommando.


Jüngstes Beispiel ist die Akkreditierung des Botschaftersder Republik Madagaskar, Alain Manajary Razafimbelo, in der Villa Borsig am Tegeler See: Es war die letzte Akkreditierung dieses Tages. Die vorausgegangenen sechs Botschafter-Akkreditierungen hatten bei bestem Wetter stattgefunden. Als der neue Botschafter gerade im Gespräch mit dem Bundespräsidenten war, brachen plötzlich Starkregen und Gewitter über das Gelände herein.

Eine vergleichbare Situation gab es beim GroßenZapfenstreich für Admiral Rühle am 25. September 2024. Das war der bisher erste und einzige von uns begleitete Große Zapfenstreich, der mittendrin abgebrochen wurde, weil der Starkregen sämtliche Fackeln zum Erlöschen gebracht hatte und die Holzinstrumente aufzuquellen begannen. Zudem bestand die Gefahr des Blitzeinschlags.

Lange Standzeiten sind auch bei Hitze üblich. Das Wachbataillon wird auf solche Szenarien trainiert. Das beginnt mit Wassertrinken und endet mit speziellen Muskelübungen, die der Außenstehende kaum wahrnimmt. Wenn abzusehen ist, wie sich das Wetter entwickelt, wird das bei der Kleidung berücksichtigt. Wenn es unklar ist, lässt sich die Ehrenformation vom Wetter nicht beirren und zieht das Programm nach Plan durch. Wenn dann noch die diensthabenden Protokolloffiziere und –Feldwebel auf dem Platz stehen bleiben, ist das gelebtes „Führen von vorn“ und Ausdruck von Kameradschaft gegenüber den Protokollsoldaten.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 20. Juli 2026

Gedenkstunde und Gelöbnis am 20. Juli 2026

Am 20. Juli 1944 war eines von vielen Attentaten auf Hitler gescheitert. Daraufhin waren fünf hochrangige Offiziere, die an der „Operation Walküre“ beteiligt waren, im Bendlerblock hingerichtet worden. Den Auftakt zum 82. Jahrestag dieses Geschehens bildete eine Gedenkstunde mit Kranzniederlegung im Ehrenhof des Bendlerblocks an der Gedenkstätte Deutscher Widerstand.


Neben Bildungsministerin Karin Prien, die von ihrer jüdischen Familie berichtete, hielt auch Stefan Evers ein Grußwort. Stefan Evers ist Finanzsenator von Berlin und soll den Regierenden Bürgermeister Kai Wegner ablösen, falls die Berliner CDU noch einmal das Wählervotum für sich entscheiden kann.

Am Nachmittag fand bei moderaten Temperaturen und ohne Regen das Feierliche Gelöbnis auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks statt.


Die Reden hielten Verteidigungsminister Boris Pistorius und der Schriftsteller Dr. Navid Kermani.

Angetreten waren Rekruten aus folgenden Einheiten:
10. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26 aus Merzig
8. Kompanie des Luftwaffenausbildungsbataillons aus Roth
5. Kompanie des Wachbataillons aus Berlin
Ausbildungs-/Schutzkompanie Wilhelmshaven I des Marinestützpunktkommandos Wilhelmshaven
1. Kompanie des Logistikbataillons 171 aus Burg
3. Kompanie des IT-Bataillons 383 aus Erfurt
4. Inspektion der Schule für Feldjäger und Stabsdienst aus Hannover

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. Juli 2026

Boris Pistorius besucht Heimatschutz und das Wachbataillon

Auf seiner Sommerreise besucht Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Regel mehrere Standorte an einem Tag. Heute schaute er sich den Stab der Heimatschutzdivision am ehemaligen Regierungsterminal des Flughafens Tegel (TXL) an und übergab anschließend in der benachbarten Julius-Leber-Kaserne ein Fahnenband an das Wachbataillon.


Der Heimatschutz hatte trotz seiner Wichtigkeit für die Landesverteidigung zunächst den Ruf, mit überaltertem Gerät wie dem MG3 ausgestattet zu sein. Das hat sich inzwischen geändert, so dass der Heimatschutz inzwischen die höchste Pro-Kopf-Abdeckung an Drohnen hat. Hier zeigte sich der Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne, sehr dankbar gegenüber dem Heer, dem der Heimatschutz unterstellt ist.


Boris Pistorius und das Wachbataillon begegnen sich ständig, allerdings nur auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks. Heute besuchte er das Wachbataillon in der Julius-Leber-Kaserne. Bei einem kleinen Appell übergab er das erste Fahnenband eines deutschen Verteidigungsministers an den Verband. Dem Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, ist es seit Beginn seiner Verwendung in der Julius-Leber-Kaserne wichtig, den Doppelauftrag herauszustellen: Protokoll und Infanterie.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 8. Juli 2026

Haushaltsausschuss bewilligt 16 Beschaffungsgroßprojekte

Hier zitieren wir die Pressemitteilung 37/2026 des BMVg vom 8. Juli 2026, 19.26 Uhr:

Haushaltsausschuss bewilligt 16 Beschaffungsgroßprojekte

Grünes Licht für Beschaffung von MEKO-Fregatten

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute weiteren 16 sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen für Beschaffungsgroßprojekte der Bundeswehr im Gesamtwert von über 9,5 Mrd. Euro zugestimmt. In diesem Jahr wurden bereits 44 Vorlagen gebilligt.

Fregatte MEKO A-200 DEU

Mit der heutigen Entscheidung hat das Parlament grünes Licht zur Beschaffung von Fregatten MEKO A-200 DEU gegeben. Damit wird die Deutsche Marine befähigt, ihren Kernauftrag zur seegestützten Uboot-Jagd und damit auch unsere NATO-Verpflichtungen schnellstmöglich zu erfüllen. Insgesamt vier Fregatten sollen jetzt über einen Festabruf unmittelbar ausgelöst werden. Darüber hinaus gibt es die Option, vier weitere MEKO A-200 DEU zu beschaffen. Die Auslösung dieser Option erfordert eine separate 25-Millionen-Euro-Vorlage. Der Finanzbedarf für den Festabruf beträgt rund 6,3 Mrd. Euro und für die Ausübung der Option rund 5,3 Mrd. Euro. Die erste Fregatte soll 2029 zulaufen.

Combat Fighter System of System Nucleus (CFSN)

Im Zusammenhang mit der Realisierung des Luftkampfsystems der Zukunft hat der Haushaltsausschuss der Forschung und Entwicklung des Beschaffungsvorhabens Combat Fighter System of System Nucleus (CFSN) zugestimmt. Dieses nationale Forschungs- und Entwicklungsprojekt umfasst unter anderem die Entwicklung und Beschaffung fliegender unbemannter Experimentierplattformen (Unmanned Combat Air Vehicles, UCAV). Das CFSN zielt darauf ab, ein offenes und modulares Missionssystems für moderne Luftkampfsysteme zu entwickeln. Dabei ist es so konzipiert, dass weitere Teilnehmer - national oder multinational - sich jederzeit ohne Einstiegskosten am Programm beteiligen können. Das CFSN soll zukünftig die Grundlage schaffen, dass zum Beispiel Kampfflugzeuge gemeinsam mit unbemannten Trägersystemen (Remote Carriers) im engen Verbund operieren können. Insgesamt treibt das Programm damit die wichtige Anbindung aller Waffensysteme der Multi Domain Operations voran.

Die heute gebilligte 25-Millionen-Euro-Vorlage schließt die Beschaffung der notwendigen Bodenkontrollstation, des Bodensegments sowie der umfangreichen Entwicklungs-, Test- und Analyseumgebung ein.

Hochenergielaserwaffensystem

Auf Grundlage des Vertrages über die Entwicklung, Herstellung und Einrüstung des ersten Hochenergielaserwaffensystems für die seegestützte Verteidigung im Nah- und Nächstbereich sollen die Fähigkeiten bei der Bekämpfung von agilen, signaturarmen Kleinzielen, wie beispielsweise Drohnen, in der Marine signifikant verbessert werden.

Lasertechnologie bietet grundsätzlich einen effektiven und durch den Wegfall von Munition letztlich vergleichsweise günstigen Beitrag zur Bekämpfung von verschiedenartigen Zielen und liefert damit einen deutlichen Beitrag zum Schutz seegehender Einheiten.

 

Neben diesen drei Verträgen hat der Haushaltsausschuss außerdem die 13 folgenden 25-Millionen-Euro-Vorlagen gebilligt:

  • Modulare Sanitätseinrichtungen: Abruf aus Rahmenvereinbarung für ballistisch geschützte und ungeschützte Rettungsstationen inklusive der medizinischen Geräteausstattung.
  • Optiken für des System Sturmgewehr: 2. Abruf aus dem 1. Änderungsvertrag der Rahmenvereinbarung inklusive Zubehör.
  • Responsive Launch Demonstration: Das BMVg und das BMFTR schaffen gemeinsam die Grundlagen für Folgeprojekte, mit dem Ziel einer reaktionsschnellen Verbringung von Wirk-Fähigkeiten in den Orbit.
  • Mehrzweckkampfboote für Spezialkräfte der Marine: Beschaffung im Rahmen Foreign Military Sales (FMS).
  • Joint Fire Support Team (JFST): Rahmenvereinbarung über die Beschaffung von Ausstattungen für das abgesessene JFST.
  • Patronen 40 mm x 53: Beschaffung von Gefechtsmunition zur Bekämpfung von infanteristischen Zielen.
  • Patronen 76 mm x 636 Übung: Rahmenvereinbarung für Beschaffung von Patronen zur Inübunghaltung seegehender Einheiten.
  • LKW 15-Tonnen geschützt mit Wechselladersystemen: Bestellung von geschützten LKW der Zuladungsklasse 15 t, Wechselladerpritschen sowie Plane-/Spriegelaufbauten aus bestehender Rahmenvereinbarung.
  • Ungeschützt Sattelzugmaschinen 70 t: 4. Änderungsvertrag zur Aufstockung der bestehenden Rahmenvereinbarung.
  • 4-Rad-Anhänger 12,5 t: Bestellung einschließlich Zubehör aus bestehender Rahmenvereinbarung.
  • Gebrauchtes Luftfahrzeug Typ Bombardier: Beschaffung eines gebrauchten Luftfahrzeugs vom Typ Bombardier Global 6000 für Schulungszwecke im Projekt PEGASUS.
  • HERKULES Folgeprojekt: Änderungsvertrag mit der BWI GmbH für neue bzw. anzupassende IT-Services.
  • Gehärtete IT-Komponenten: 1. Änderungsvertrag zur Rahmenvereinbarung sowie erste Abrufe aus der Rahmenvereinbarung für Kommunikationsausstattungen.


Freitag, 3. Juli 2026

Das Baltikum zum Arbeitsbesuch im Bundeskanzleramt

Am 3. Juli 2026 waren der Ministerpräsident von Estland, Kristen Michal, der Präsident von Lettland, Edgars Rinkēvičs, und der Präsident von Litauen, Gitanas Nausėda, zu Gast bei Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundeskanzleramt in Berlin.

Die drei Spitzenpolitiker trafen tatsächlich in der Reihenfolge des Alphabets und der Lage ihrer Staaten von Nord nach Süd ein: Estland, Lettland, Litauen. Auf dem Papier führen in allen drei baltischen Staaten die Ministerpräsidenten das operative Tagesgeschäft. In Litauen ist es allerdings so, dass der Präsident als Staatsoberhaupt fungiert und weitreichende Befugnisse in der Außen- und Sicherheitspolitik hat. Deshalb war auch diesmal wieder Präsident Nausėda erschienen. Eine ähnliche Rolle kommt dem Präsidenten von Lettland zu. In Estland verhält es sich ähnlich wie in Deutschland, wo der Präsident zu repräsentativen Zwecken auftaucht, sich ansonsten aber aus dem Tagesgeschäft heraushält.

Das IISS (International Institute for Strategic Studies) hatte schon 2021 darüber diskutiert, an welcher Stelle Russland die NATO austesten wird. Damals hatte man das Baltikum im Blick. Dass Russland stattdessen die Ukraine angreift, könnte man schon als strategisch clever bezeichnen, wenngleich die Rechnung für Russland nicht aufgegangen ist. Ganz im Gegenteil: Inzwischen ist die gesamte Ostsee bis auf die kleinen Zugänge bei St. Petersburg und Kaliningrad von NATO-Staaten umschlossen und die baltischen Staaten lockern ihre Regelungen zur Stationierung von Atomwaffen auf ihrem Territorium. Auch nehmen sie gerne verbündete Truppen auf und stellen diesen Infrastruktur und Trainingsmöglichkeiten zur Verfügung. Wirtschaftlich profitieren die drei Länder erheblich vom Zuzug der NATO-Soldaten. Vertreter der Bundeswehr sind immer wieder erstaunt, wie schnell beispielsweise Litauen komplexe Bauprojekte vorantreibt.

Estland hat 1,3 Millionen Einwohner, 7.670 aktive Soldaten und 18.000 Reservisten. Hinzu kommen 21.000 Milizionäre. Estland hat ein Bruttoinlandsprodukt von 43,7 Milliarden Euro und ein Verteidigungsbudget von 2,4 Milliarden Euro. Das entspricht 5,49% des Bruttoinlandsproduktes. Estland ist Teil der European Sky Shield Initiative und baut derzeit seine Fähigkeiten bei Artillerie und Panzerabwehr aus. Neben Air Policing und NATO-Kampverbänden beherbergt Estland auch das Cyber Defence Center of Excellence.

Lettland hat weniger als zwei Millionen Einwohner und 7.900 aktive Soldaten und 20.000 Reservisten. Lettland plant einen Aufwuchs auf 31.000 aktive Soldaten und 30.000 Reservisten. Lettland könnte sich bei einem russischen Angriff selbst nicht verteidigen und beherbergt deshalb gerne einen multinationalen NATO-Heereskampfverband und die britisch geführten Gemeinsamen Expeditionsstreitkräfte (Joint Expeditionary Force). Lettland baut derzeit seine Artillerie-Fähigkeiten aus und schafft dazu neues Gerät an. Zudem ist das Land Teil der European Sky Shiel Initiative.

Litauen hat 2,8 Millionen Einwohner, 17.300 aktive Soldaten und 12.000 Reservisten. Die Bewerberzahlen für den aktiven Dienst und die Reserve steigen kontinuierlich. Litauen zeigt sich dankbar über den Aufbau der Bundeswehr-Brigade und die Präsenz weiterer NATO-Kampfverbände. Wer nach Litauen umzieht, wird dort neueste Infrastruktur und moderne Übungsplätze vorfinden. Litauen ist Teil der European Sky Shield Initiative.

Autor: Matthias Baumann