Montag, 21. September 2026

Range Control und die Schießsicherheit auf Truppenübungsplätzen

Wenn das Fahrzeug mit der Aufschrift „Range Control“ erscheint, zuckt die übende Truppe zusammen und schaut sich erst einmal um, ob sie irgendetwas falsch gemacht habe und möglicherweise das Schießvorhaben gestoppt werde.


Dabei sind die Soldaten der Truppenübungsplatzkommandantur darauf bedacht, der Truppe einen möglichst hohen Trainingserfolg bei gleichzeitig hohem Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Weil auch ausländische Streitkräfte gerne die deutschen Kapazitäten nutzen, beginnen die Planungen oft schon bis zu drei Jahren im Voraus. Wenige Wochen vor der eigentlichen Übung werden die Pläne präzisiert. Hier muss Einiges beachtet werden: Mit welchen Waffen wird geschossen? Welche Bewegungsabläufe sollen geübt werden? Auf welche Entfernung wirkt die Munition? Welche Munition wird eingesetzt? Anhand der Antworten können mit verschiedenen Schablonen die möglichen Bereiche auf der Karte ermittelt werden. Dabei kommt es vor, dass sich mehrere Schießbahnen dasselbe Zielgebiet teilen. Am Tag der Übung gleicht die Schießsicherheit die vorhandene Munition mit der angemeldeten Munition ab.

Die Schießbahnen werden erst freigegeben, wenn sich niemand mehr im Gefahrenbereich befindet. Das können eigene Wartungsteams oder die Bundeswehr-Feuerwehr sein. In der Leitstelle der Kommandantur laufen dazu alle Fäden zusammen. Die Truppe muss sich mit Code-Worten legitimieren und besondere Vorhaben anzeigen. Auch kurzfristige Änderungen sind möglich, wenn sie eng mit dem Range Control abgestimmt und durch diesen genehmigt wurden.

Besonders sensibel ist das Thema Feuer: Durch intensiven Beschuss oder bei Trockenheit kann die Heide schnell mal Feuer fangen, das sich je nach Wind und Lage in benachbarte Wälder ausbreiten kann. Hier stoppen die Range Controler je nach Situation das Schießen und prüfen die Möglichkeit zur Brandbekämpfung. Feuerwehren dürfen erst eingesetzt werden, wenn die Kameraden der Schießsicherheit grünes Licht für die Befahrbarkeit der Wege gegeben hat. Ist das Gebiet zu stark durch Munition und Blindgänger kontaminiert besteht ein erhebliches Risiko für die Löschkräfte.

Range Controler haben in der Regel den Lehrgang Fachkunde Munition absolviert und sich dann in Richtung Kampfmittelabwehr, eine Pionieraufgabe, oder Schießsicherheit, das klassische Range Control, oder Feuerwerker, also Munitionsbewirtschaftung, qualifiziert. Nachdem sie den Truppenübungsplatz mit seinen Besonderheiten kennengelernt haben, dürfen sie auch den Leitstand bedienen. Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich, da ständig andere Truppen mit ständig wechselnden Übungsszenarien zugegen sind und auf Situationen schnell und kompetent reagiert werden muss.

Außerhalb der genehmigten Schießzeiten werden Wartungsarbeiten am Übungsplatz vorgenommen: Zielscheiben werden repariert oder ersetzt. Blindgänger werden gesucht, markiert und gesprengt. Zu hoher Bewuchs wird kontrolliert abgebrannt.

Autor: Matthias Baumann