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Dienstag, 6. Oktober 2026

Militärattachés lernen Handwaffen der Bundeswehr kennen

Am 16. September 2026 fand auf dem Truppenübungsplatz das jährliche Handwaffen-Schießen der in Deutschland akkreditierten Militärattachés statt.


Während die Resonanz im vergangenen Jahr wegen verschiedener Paralleltermine sehr verhalten war, platzte der Bus aus allen Nähten und etwa 40 Shades of Flecktarn traten in den Starkregen auf dem schlammigen Übungsplatz. Der Regen ließ ab und zu mal nach und zur abschließenden Siegerehrung kam sogar die Sonne hervor.

Die Militärattachés durften diesmal mit der Maschinenpistole MP7, dem Maschinengewehr MG3 auf Lafette mit Winkelzielfernrohr (Periskop), dem Maschinengewehr MG5 auf Drehlafette auf LKW, dem Sturmgewehr G95 in der Spezialkräfteausführung und der Pistole P8 gegeneinander antreten. Natürlich nur, was die Punkte auf den Zielscheiben betrifft. Darüber hinaus wurde mit einem Lasergewehr auf Leuchtpunkte geschossen, mit Kampfäxten auf Ziele geworfen oder mit blauen Übungshandgranaten auf eine LKW-Ladefläche. Die drei besten Schützen durften am Ende noch jeweils einen Schuss mit der Salut-Haubitze Typ M101 Kaliber 105 mm abgeben.

Mit der Durchführung vor Ort war wieder die 1. Kompanie des Wachbataillons beauftragt. Die 1. Kompanie ist für sämtliche Unterstützungsaufgaben des Wachbataillons zuständig. Das geht von der Einlagerung der Anti-Mücken-Sprays bis zum Transport von Munition und Gerät mit schweren LKWs. Mehr dazu in unserer Kurzdoku: https://youtu.be/PF1Ftv9FNWk

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 10. September 2026

Mehrtägiger Besuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate

Unter starken Sicherheitsvorkehrungen begann gestern Abend der mehrtägige Staatsbesuch des Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mohammed bin Zayed Al Nahyan, in Deutschland. Im deutschen Luftraum wurde er durch zwei Eurofighter empfangen und am Regierungsterminal des BER mit 21 Salutschüssen begrüßt. Heute Vormittag gab es die obligatorischen militärischen Ehren im wildromantischen Garten der Villa Borsig.

Das Protokoll sieht bei Staatsbesuchen dieser Art weitere Programmpunkte vor: Treffen mit der Präsidentin des Bundestages, Begegnung mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin am Brandenburger Tor, das Staatsbankett am Sitz des Bundespräsidenten und die Kranzniederlegung an der Neuen Wache.

Am folgenden Tag reisen Bundespräsident und Gast gemeinsam in ein anderes Bundesland. Bei diesem Besuch geht es nach Bayern. Dort werden im Schwerpunkt wirtschaftliche Themen diskutiert. Immerhin arbeiten etwa 2.000 deutsche Firmen in den VAE und unterstützen auch beim Aufbau von Windkraftanlagen. Während die VAE vorrangig Fahrzeuge, Maschinen und logistische Produkte in Deutschland einkauft, liefern sie Gold, Nichteisenmetalle, Rohöl und Gold. Die VAE fungiert zudem als Netzwerkpartner zur Erschließung weiterer Märkte auf der arabischen Halbinsel.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 9. September 2026

Büroleiter – die wichtigen Leute hinter den Militärattachés

Während die Militärattachés an der Cocktailfront glänzen, bei Empfängen, Großen Zapfenstreichen, Kommandoübergaben dabei sind und über das Jahr sämtliche Teilstreitkräfte besuchen, werkeln die Büroleiter oft unbemerkt im Hintergrund.

Jeder noch so kleine Militärattaché-Stab hat seinen Büroleiter. Unser Militärattaché-Stab in Lissabon beispielsweise besteht aus einem Verteidigungsattaché im Dienstgrad Korvettenkapitän oder Oberstleutnant und einem Büroleiter im Feldwebel-Dienstgrad. Die Tätigkeitsbereiche greifen dort so perfekt ineinander, dass sich der Attaché komplett auf seine Report-Aufgaben, die Kontaktpflege und das Repräsentieren der Bundeswehr konzentrieren kann.

Viele ausländische Militärattaché-Stäbe verzichten auf militärische Büroleiter und stellen stattdessen deutsche Ortskräfte an. Diese arbeiten teilweise Jahrzehnte in den Stäben und bieten den Botschaften einen gewissen Heimvorteil beim Organisieren, Kommunizieren oder Verhandeln. Zudem weisen sie eine größere Kontinuität auf als militärische Büroleiter. Militärische Büroleiter wechseln oft nach vier bis fünf Jahren und müssen dann neben der Sprachkompetenz auch die Netzwerke neu aufbauen.

Da die Arbeit der Büroleiter so gerne übersehen wird, wollten sich BMVg und Marie einmal bei den Büroleitern bedanken und haben eine Reise zur Marinetechnikschule in der Nähe von Stralsund eingeladen.


Dort konnten die Büroleiter endlich mal in einer echten Kaserne wohnen und die echte Truppenküche ausprobieren. In diesen Genuss kommen gerade zivile Büroleiter nur selten. An der Marinetechnikschule gab es Motoren, Geschütze und weitere interessante Dinge zu bestaunen. Auch Sport und Brandschutzsimulationen waren dabei. Am zweiten Tag ging es nach Rügen auf die Korvette „Braunschweig“. Die Besatzung erklärte die vielen Bewaffnungen und deren Zweck. Es gab die obligatorische Brandschutzübung und ein „Mann über Bord“. Highlight waren dann die drei Schuss mit der 76-mm-Bordkanone. Die Reise bot einen stetigen Wechsel zwischen militärischer Information, Vernetzung und Tourismus. Letzterer wurde auf Rügen mit Prora, Binz und Putbus bedient.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 8. Juli 2026

Haushaltsausschuss bewilligt 16 Beschaffungsgroßprojekte

Hier zitieren wir die Pressemitteilung 37/2026 des BMVg vom 8. Juli 2026, 19.26 Uhr:

Haushaltsausschuss bewilligt 16 Beschaffungsgroßprojekte

Grünes Licht für Beschaffung von MEKO-Fregatten

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute weiteren 16 sogenannten 25-Millionen-Euro-Vorlagen für Beschaffungsgroßprojekte der Bundeswehr im Gesamtwert von über 9,5 Mrd. Euro zugestimmt. In diesem Jahr wurden bereits 44 Vorlagen gebilligt.

Fregatte MEKO A-200 DEU

Mit der heutigen Entscheidung hat das Parlament grünes Licht zur Beschaffung von Fregatten MEKO A-200 DEU gegeben. Damit wird die Deutsche Marine befähigt, ihren Kernauftrag zur seegestützten Uboot-Jagd und damit auch unsere NATO-Verpflichtungen schnellstmöglich zu erfüllen. Insgesamt vier Fregatten sollen jetzt über einen Festabruf unmittelbar ausgelöst werden. Darüber hinaus gibt es die Option, vier weitere MEKO A-200 DEU zu beschaffen. Die Auslösung dieser Option erfordert eine separate 25-Millionen-Euro-Vorlage. Der Finanzbedarf für den Festabruf beträgt rund 6,3 Mrd. Euro und für die Ausübung der Option rund 5,3 Mrd. Euro. Die erste Fregatte soll 2029 zulaufen.

Combat Fighter System of System Nucleus (CFSN)

Im Zusammenhang mit der Realisierung des Luftkampfsystems der Zukunft hat der Haushaltsausschuss der Forschung und Entwicklung des Beschaffungsvorhabens Combat Fighter System of System Nucleus (CFSN) zugestimmt. Dieses nationale Forschungs- und Entwicklungsprojekt umfasst unter anderem die Entwicklung und Beschaffung fliegender unbemannter Experimentierplattformen (Unmanned Combat Air Vehicles, UCAV). Das CFSN zielt darauf ab, ein offenes und modulares Missionssystems für moderne Luftkampfsysteme zu entwickeln. Dabei ist es so konzipiert, dass weitere Teilnehmer - national oder multinational - sich jederzeit ohne Einstiegskosten am Programm beteiligen können. Das CFSN soll zukünftig die Grundlage schaffen, dass zum Beispiel Kampfflugzeuge gemeinsam mit unbemannten Trägersystemen (Remote Carriers) im engen Verbund operieren können. Insgesamt treibt das Programm damit die wichtige Anbindung aller Waffensysteme der Multi Domain Operations voran.

Die heute gebilligte 25-Millionen-Euro-Vorlage schließt die Beschaffung der notwendigen Bodenkontrollstation, des Bodensegments sowie der umfangreichen Entwicklungs-, Test- und Analyseumgebung ein.

Hochenergielaserwaffensystem

Auf Grundlage des Vertrages über die Entwicklung, Herstellung und Einrüstung des ersten Hochenergielaserwaffensystems für die seegestützte Verteidigung im Nah- und Nächstbereich sollen die Fähigkeiten bei der Bekämpfung von agilen, signaturarmen Kleinzielen, wie beispielsweise Drohnen, in der Marine signifikant verbessert werden.

Lasertechnologie bietet grundsätzlich einen effektiven und durch den Wegfall von Munition letztlich vergleichsweise günstigen Beitrag zur Bekämpfung von verschiedenartigen Zielen und liefert damit einen deutlichen Beitrag zum Schutz seegehender Einheiten.

 

Neben diesen drei Verträgen hat der Haushaltsausschuss außerdem die 13 folgenden 25-Millionen-Euro-Vorlagen gebilligt:

  • Modulare Sanitätseinrichtungen: Abruf aus Rahmenvereinbarung für ballistisch geschützte und ungeschützte Rettungsstationen inklusive der medizinischen Geräteausstattung.
  • Optiken für des System Sturmgewehr: 2. Abruf aus dem 1. Änderungsvertrag der Rahmenvereinbarung inklusive Zubehör.
  • Responsive Launch Demonstration: Das BMVg und das BMFTR schaffen gemeinsam die Grundlagen für Folgeprojekte, mit dem Ziel einer reaktionsschnellen Verbringung von Wirk-Fähigkeiten in den Orbit.
  • Mehrzweckkampfboote für Spezialkräfte der Marine: Beschaffung im Rahmen Foreign Military Sales (FMS).
  • Joint Fire Support Team (JFST): Rahmenvereinbarung über die Beschaffung von Ausstattungen für das abgesessene JFST.
  • Patronen 40 mm x 53: Beschaffung von Gefechtsmunition zur Bekämpfung von infanteristischen Zielen.
  • Patronen 76 mm x 636 Übung: Rahmenvereinbarung für Beschaffung von Patronen zur Inübunghaltung seegehender Einheiten.
  • LKW 15-Tonnen geschützt mit Wechselladersystemen: Bestellung von geschützten LKW der Zuladungsklasse 15 t, Wechselladerpritschen sowie Plane-/Spriegelaufbauten aus bestehender Rahmenvereinbarung.
  • Ungeschützt Sattelzugmaschinen 70 t: 4. Änderungsvertrag zur Aufstockung der bestehenden Rahmenvereinbarung.
  • 4-Rad-Anhänger 12,5 t: Bestellung einschließlich Zubehör aus bestehender Rahmenvereinbarung.
  • Gebrauchtes Luftfahrzeug Typ Bombardier: Beschaffung eines gebrauchten Luftfahrzeugs vom Typ Bombardier Global 6000 für Schulungszwecke im Projekt PEGASUS.
  • HERKULES Folgeprojekt: Änderungsvertrag mit der BWI GmbH für neue bzw. anzupassende IT-Services.
  • Gehärtete IT-Komponenten: 1. Änderungsvertrag zur Rahmenvereinbarung sowie erste Abrufe aus der Rahmenvereinbarung für Kommunikationsausstattungen.


Montag, 15. Juni 2026

Serenade für Dr. Jasper Wieck

Heute Abend wurde Dr. Jasper Wieck durch Verteidigungsminister Boris Pistorius im Bendlerblock mit einer Serenade verabschiedet.


Er war seit August 2022 Abteilungsleiter Politik im BMVg und hatte damit eine herausfordernde Zeit der Bundeswehr begleitet. Er geht nun als Botschafter nach Indien. Sein Nachfolger ist Martin Schäfer, der Sprecher des damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeier war und anschließend an verschiedenen deutschen Auslandsvertretungen eingesetzt wurde.

Dr. Jasper Wieck hatte sich zu seiner Serenade Stücke gewünscht, die bisher nur selten oder noch nie vom Stabsmusikkorps gespielt wurden. Für eines der Stücke musste ein neues Arrangement geschrieben werden.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 9. Juni 2026

Tschechischer Verteidigungsminister Jaromír Zůna zum Antrittsbesuch in Berlin empfangen

Heute Mittag wurde der neue tschechische Verteidigungsminister, Jaromír Zůna, mit militärischen Ehren zu seinem Antrittsbesuch im Bendlerblock empfangen.


Jaromír Zůna  ist seit Dezember 2025 stellvertretender Ministerpräsident und Verteidigungsminister. Diese Kombination der Ämter ist in verschiedenen Ländern so üblich – auch in Polen. Er stammt aus einer Offiziersfamilie und ging bereits mit 16 Jahren auf ein Militärgymnasium. Den Abschluss auf der Militärakademie Vyškov machte er mit 24 Jahren. Er diente dann in verschiedenen Verwendungen des tschechischen Heeres und wollte immer ins Militärische Nachrichtenwesen einsteigen. Trotz mehrerer Anläufe klappte es aus verschiedenen Gründen nicht. Die Karriere lief dennoch weiter, so dass er im Mai 2019 zum Generalleutnant befördert wurde. Von 2023 bis 2024 war er als Militärattaché an der tschechischen Botschaft in Peking eingesetzt.

Entgegen seiner Parteilinie setzt sich Jaromír Zůna für eine Unterstützung der Ukraine ein und macht sich insbesondere für das Hochfahren der Munitionsbestände stark. Tschechien hat auch den Zuschlag für die neue Dienstpistole der Bundeswehr bekommen: die P13 – auch bekannt als CZP-10 C OR.

Autor: Matthias Baumann