Mittwoch, 10. Juli 2013

MAC - 40 Jahre Mid-Atlantic Clubs

Das Zitat von John F. Kennedy: "Democracy and defence are not substitutes for one another. Either alone will fail." drückt wohl am besten aus, welches die grundlegenden Werte und Anliegen der seit über 40 Jahren bestehenden MAC Mid-Atlantic Clubs sind.

Der erste MAC wurde 1971 in London gegründet. Weitere Mid-Atlantic Clubs folgten.

Das Format der Zusammenkünfte kommt den hochkarätigen Mitgliedern und Referenten sehr entgegen. Etwa sechs Mal im Jahr trifft man sich zu einem gemeinsamen Lunch, bei dem ein kompetenter Redner sein Schwerpunktthema darlegt und anschließend Raum zur Diskussion mit den Teilnehmern gibt.

In den Reihen der Mid-Atlantic Clubs findet man zumeist Diplomaten, Politiker, Wissenschaftler, Sicherheitsexperten und Banker, denen es um Demokratie und Sicherheit insbesondere in der Kooperation zwischen Europa und den USA geht.

Die über 40 Jahre der MAC Mid-Adlantic Clubs waren von mindestens drei entscheidenden weltpolitischen Wenden gekennzeichnet:

1) Rüstungspolitik in den 1980er Jahren
2) Deutsche Einheit ab 1989
3) Asymmetrische Konflikte und Terrorismus ab 2001

Dr. Martina Timmermann, Secretary des Mid-Atlantic Club Bonn e.V. und VP International Affairs der TIMA GmbH, ist es in der von ihr herausgegebenen Festschrift "Wirken in Wendezeiten - 40 Jahre Mid-Atlantic Clubs" (ISBN 978-3-8300-6936-2) gelungen, den Leser durch eine gut strukturierte Sammlung von MAC-Referaten in die bewegte und brisante Geschichte Eurpoas und der Welt ab den 1970er Jahren hineinzunehmen.

Die Beiträge lesen sich angesichts der eigenen Wahrnehmung weltpolitischer Ereignisse sehr spannend, zumal Sachverstand und Weitblick der zitierten Experten (u.a. Minister, Journalisten, Botschafter oder Schlüsselpersonen aus NATO und Nachrichtendiensten) klar zum Ausdruck kommen. Besonderen Genuss bereiteten die spitzfindigen und deutlichen Formulierungen von Staatssekretär a.D. Friedhelm Ost und Botschafter a.D. Dr. Hans-Georg Wieck.

Interessant ist auch ein Vergleich der chronologisch aufeinander abgestimmten Kapitel miteinander, da sich daraus sehr aufschlussreiche Bilder der Entwicklungen ableiten lassen. Während Kenner der Szene die nächste Wende bereits vorhersagen konnten, entwickelten andere Geschehnisse jedoch eine ungeplante Eigendynamik, wie es beispielsweise bei der Auflösung der Sowjetunion der Fall war.

Dieses Buch führt sehr plastisch vor Augen, in welch brisanter Lage sich Mitteleuropa noch vor 30 Jahren befunden hatte und wie die "plötzlich" entdeckte Verknappung von Rohstoffen einen ganz anderen Fokus in das Agieren der polarisierten Machtsysteme gebracht hatte.

Die Treffen der MAC Mid-Atlantic Clubs werden oft unter den Chatham House Rules durchgeführt, so dass Teilnehmer mit einem Höchstmaß an Offenheit über ihre Thesen, Ideen und Erkenntnisse diskutieren können. Das ermöglicht ganz neue Sichtweisen über den bisherigen Tellerrand hinaus.

Dass bei den "luncheons" nicht theoretisiert wird, zeigt auch der traditionelle Verabschiedungssatz von Gründungsvater Heinz Walter Lessing: "Now, what needs to be done?"

Nach 40 Jahren MAC Mid-Atlantic Clubs steht nun ein Generationenwechsel bevor. Dieser geht mit weiteren Herausforderungen einher, da sich die USA zunehmend auf den Pazifik-Raum konzentrieren und sich Europa zwischenzeitlich zu einer weltpolitisch relevanten Größe entwickelt hat.

Autor: Matthias Baumann

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