Mittwoch, 19. November 2014

DIE ZEIT - Konferenz - Digitale Agenda #ZKDA

Die im August von der Bundesregierung präsentierte Digitale Agenda erregt die Gemüter der IT-Branche. DIE ZEIT hatte deshalb für heute zu einer Konferenz im Allianz Forum am Pariser Platz eingeladen.

"Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit", wurde an mehreren Beispielen aus Industrie und Informationstechnik verdeutlicht. Das einst so innovative Unternehmen Dornier betreibt inzwischen nur noch ein Museum und ist ansonsten aus der wirtschaftlichen Relevanz verschwunden. Ein ähnliches Schicksal wurde etwas forsch auch für Daimler angefragt. In diesen Reigen wurden im Laufe des Vormittages auch einige namhafte Handyhersteller und schwächelnde Größen der Telekommunikationsbranche einbezogen.

Zeit Konferenz Digitale Agenda Allianz Forum
DIE ZEIT - Konferenz "Digitale Agenda" #ZKDA im Allianz Forum
Laut CEO Lutz Schüler von Unitymedia KabelBW sei sein Unternehmen ein scharfer Wettbewerber der Telekom, deren Fortbestand als "letzter Mohikaner" der Telekommunikationsbranche in der digitalen Revolution ernsthaft gefährdet sei. Man müsse sich neben den reinen Netzdienstleistungen verstärkt um die gebotenen Inhalte kümmern. Lutz Schüler forderte ein hohes Maß an Skalierbarkeit, die eine schnelle Reaktion auf internationale und schwer kalkulierbare Märkte biete. Momentan stehe zwar deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung als nachgefragt werde, aber der Bedarf steigere sich jährlich um 50% je Kunde.

Harald A. Summa, Chef des weltgrößten Internet-Knoten-Betreibers DE-CIX, bekam leuchtende Augen, als es um die Skalierung der Datenmengen ging und berichtete von der kleinen Box, mit der das Ganze Mitte der 1990er Jahre angefangen hatte. Auch er sprang auf den inhaltlichen Zug auf: "Internet enabled" werde durch "Designed for Internet" abgelöst.

Prof. Dr. Dieter Spath, Vorstand der Wittenstein AG, beschäftigt die Digitale Agenda aus Sicht von Industrie 4.0. Einige seiner Maschinen haben vier IP-Adressen und stehen vor der Herausforderung, diese in heterogenen Umgebungen über drahtlose Verbindungen anzusteuern. Besonders markant waren dabei seine Beispiele über die schwache Mobilfunkabdeckung in seiner Region.

Daniel Haver von Native Instruments war früher einmal Zuschauer der digitalen Revolution und ist nun zu einem integralen Bestandteil dieser Entwicklung geworden. Native Instruments ist ein Beispiel dafür, dass deutsche Firmen nach wie vor erfolgreich am Weltmarkt mitspielen und bei Sound-Software den Ton angeben. Auch wenn die Software der wertvolle Teil sei, müsse diese doch über die Hardware verkauft werden. Mit dieser Mischkalkulation lässt sich ein ertragreiches Geschäft gestalten.

Prof. Dr. Klemens Skibicki von der Cologne Business School mahnte eine Optimierung der Kommunikation an. Die Deutschen seien zwar in vielen Ingenieursdisziplinen immer noch ganz vorn, aber die Kommunikation sei absolut ausbaufähig. Gerade dabei müsse eine "digitale Transformation" einsetzen. Klemens Skibicki merkte an:

"Startups brauchen keine Subventionen, sondern Kunden".

Eine wichtige Forderung wurde am Ende des ersten Diskussionspanels formuliert und wird hoffentlich in den nächsten Wochen in die Entscheidungsgremien transportiert:

Venture Capital sollte steuerlich gefördert werden, so dass Investoren das Geld nicht mehr aus dem versteuerten Netto nehmen müssen.

DIE ZEIT hatte also ein sehr gemischtes Podium zusammengestellt und damit die unterschiedlichen Facetten digitaler Wandlungsprozesse behandelt. Mit einem analogen Exemplar der ZEIT verließen wir das Allianz Forum und bedanken und für den informativen Vormittag.

Autor: Matthias Baumann

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