Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde die amerikanische
Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Heute fand dazu ein Empfang im Palais
am Funkturm statt. Als besonderes Highlight gab es einen Überflug von vier
Kampfflugzeugen: zwei F-16 des 52. Jagdgeschwaders der
amerikanischen Luftwaffe aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz und zwei
Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" aus
Laage.
Die angekündigte Flugroute war von Nordost nach Südwest.
Tatsächlich geflogen wurde von West nach Ost, was einige der gewählten
Bildpositionen suboptimal machte. Der Überflug sollte in einer Höhe von 1.000
ft stattfinden, was in etwa 300 Metern entspricht. Es sah deutlich höher aus
und war auch deutlich leiser als befürchtet. Anwohner berichten, dass das Feuerwerk
am Abend hingegen sämtliche Erfahrungswerte an Lautstärke in den Schatten
gestellt habe.
Am 9. und 10. Dezember besuchte der Parlamentarische
Staatssekretär Dr. Nils Schmid die deutschen Einsatzkontingente in Constanta,
Rumänien, und auf der Malbork Air Base in der Nähe von Danzig, Polen.
Eigentlich war es die Reise des Ministers, aber Boris Pistorius hatte sich
wenige Stunden vor Abflug krank gemeldet. Der Staatssekretär war dann ad hoc
eingesprungen, weil diese Weihnachtsbesuche für die Soldaten ein wichtiges
Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit sind.
Auf die Schnelle musste auch das Programm umgebaut werden, da
die Ebenen von Gast und Gastgeber stimmig sein sollten. Das „Leben in der Lage“
testete die militärische Flexibilität. Letztendlich fanden alle Programmpunkte
wie vorgesehen statt – nur in leicht veränderter Reihenfolge und auf nachgeordneter
Ebene. Der Staatssekretär wurde begleitet vom Abteilungsleiter Streitkräfte (ehemals
MEO), Generalleutnant Gunter Schnieder.
Das erste Reiseziel war der Luftwaffenstützpunkt in
Constanta am Schwarzen Meer. Hier ist ein Einsatzkontingent des Taktischen
Luftwaffengeschwaders 71 "Richthofen" (TaktLwG 71) mit mehreren
Eurofightern stationiert. Nach Auslösen eines Alarms sind die aufmunitionierten
Kampfjets innerhalb von 15 Minuten in der Luft und erreichen in wenigen Minuten
die Außengrenze Rumäniens. Alarm wird hier in der Regel durch Drohnen
ausgelöst, die über das Schwarze Meer, die Ukraine oder Moldau in den rumänischen
Luftraum eindringen.
In Constanta gab es zunächst Gespräche mit dem rumänischen
Staatssekretär Sorin-Dan Moldovan, die mit einem gemeinsamen Pressestatement
beendet wurden. An einem mobilen Hangar waren ein Eurofihter, ein rumänischer
Kampfunterstützungs- und Transporthubschrauber IAR 330 und ein imposanter, amerikanischer
Apache-Kampfhubschrauber aufgebaut. Daneben waren verschiedene Wirkmittel von
IRIS-T bis AMRAAM aufgebaut.
Hier gab es noch eine Pressebegegnung mit Dr. Schmid,
während im benachbarten Zelt schon die weihnachtliche Stimmung eingeläutet
wurde. Erbsensuppe, Lebkuchen und alkoholfreier Punsch standen für den
geselligen Abend bereit. Und auch hier wurden erst einmal Reden gehalten und
ein Schild mit Eurofighter als Andenken signiert. Dann wurde das Licht
ausgeschaltet, so dass der Raum nur noch durch Lichterketten und Weihnachtsbaum
erhellt wurde.
Noch am selben Abend ging es weiter nach Danzig. Die Malbork
Air Base liegt etwa eine Autostunde südöstlich von Danzig und ist etwa 100
Kilometer von der russischen Enklave Kaliningrad entfernt. Kaliningrad ist ein
hochgerüstetes Gebiet zwischen Ostsee, Memel und Polen. Die hybriden Angriffsszenarien
gehen hier von der Störung des GPS- und Funkverkehrs bis zu russischen
Flugzeugen, die ohne Transpondersignal unterwegs sind oder durch das
Überschreiten von Grenzen die Reaktionsfähigkeit der NATO-Partner austesten.
Auf der Malbork Air Base ist ein Einsatzkontingent des Taktischen
Luftwaffengeschwaders 31 "Boelke" (TaktLwG 31) mit mehreren
Eurofightern stationiert. Diese dienen in der Regel dem Abfangen und
Hinauseskortieren russischer Flugzeuge. Drohnen-Vorfälle gibt es hier auch.
Diese sind aber nicht primärer Anlass der Alarme – so auch am Tag vor dem
Truppenbesuch.
Der Staatssekretär wurde auf dem Stützpunkt von seinem
polnischen Amtskollegen, Pawel Ksawery
Zalewski, empfangen und zog sich sogleich zur üblichen, bilateralen Unterredung
zurück. Danach widmeten sich beide Politiker einer ausführlichen Begegnung mitder Presse. Pawel Ksawery Zalewski, der gleichzeitig als stellvertretender
Verteidigungsminister Polens fungiert, war auch anschließend von der polnischen
Presse umlagert. Zu ernst ist die Bedrohungslage an der Ostgrenze.
Bevor es in den geselligen Teil des Besuches bei Schokokeksen,
Kuchen, Grillbuffet und Gesprächen mit der Leitungsebene des Ministeriums überging,
gab es noch den Start eines Eurofighters zu bewundern. Am Nachmittag ging es dann
auch schon wieder zurück nach Berlin.
Direkt aus München waren die Weißwürste eingeflogen worden, mit denen uns Clemens Linden, Geschäftsführer der EUROJET Turbo GmbH, heute im Eurojet Châlet auf der ILA begrüßte.
Damit die anwesenden Berliner und sonstigen Nordlichter die Wurst stilgerecht verzehren konnten, waren an den Plätzen Hefte mit dem ultimativen "Weißwurst Knigge" ausgelegt. Wir beobachteten die Experten und konnten dann den Genuss nachempfinden.
Eurojet Châlet auf der ILA - Weißwurstfrühstück für die BCCG
Eurojet-Chef Clemens Linden berichtete kurz über sein Unternehmen, einer Kooperation vier namhafter Hersteller, zu denen auch Rolls Royce gehört. Eurojet wurde Ende der 1980er Jahre gegründet und hat etwas über sechzig Mitarbeiter. Damit ist diese Firma eine kleine aber schlagkräftige Unternehmenseinheit, die sämtliche Fachkompetenzen vereint.
Eurojet entwickelt und baut Triebwerke, die vorrangig im Eurofighter eingesetzt werden. Entfernt man den leistungsstarken Nachbrenner, steht das Triebwerk auch problemlos der zivilen Luftfahrt zur Verfügung. Überhaupt sei es inzwischen Praxis, zu militärischen Zwecken entwickelte Technik mit einem Zeitversatz von etwa zehn Jahren für den zivilien Bereich nutzbar zu machen.
2013 lieferte Eurojet etwa 1.000 Triebwerke aus und hat aktuell noch rund 1.500 Triebwerke im Auftragsbuch zu stehen. 500.000 erfolgreich absolvierte Flugstunden beweisen die Zuverlässigkeit der Technik. Deshalb scheute sich Eurojet auch nicht, Bundeswehrpiloten für Nachfragen am Stand zu haben.
Eurojet auf der ILA - Matthias Baumann testet den Eurofighter
Nach einem erfrischenden Weißbier ging es dann zum Praxisteil über. Die Gäste konnten im Eurofighter Platz nehmen und an den Knöpfen drehen. Der rote Abschussknopf befand sich im Steuerknüppel hinter einer kleinen Sicherheitsklappe. Er funktionierte nicht.
Dafür funktionierte das Networking. Visitenkarten wurden getauscht und gegenseitig Fotos gemacht.
Für weitere Fotos zur Veranstaltung klicken Sie hier. Autor: Matthias Baumann