Posts mit dem Label Verteidigungsminister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Verteidigungsminister werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 11. Dezember 2025

Antrittsbesuch der neuen französischen Verteidigungsministerin Catherine Vautrin

Die Regierung um Präsident Macron hatte in den letzten Monaten einige Turbulenzen erlebt. In diese war auch der ehemalige Verteidigungsminister Sébastien Lecornu eingebunden. Am 9. September 2025 wurde er zum Ministerpräsident ernannt, trat am 6. Oktober 2025 bereits zurück und wurde am 10. Oktober 2025 wieder als Ministerpräsident eingesetzt. Catherine Vautrin ist seit dem 12. Oktober 2025 Verteidigungsministerin Frankreichs.


Schon beim Abschreiten der Ehrenformation wird deutlich, dass Catherine Vautrin keinen sicherheitspolitischen Hintergrund hat. Sie kommt aus der Wirtschaft, hat langjährige Erfahrungen in der Regionalpolitik und war zuletzt Ministerin für „Arbeit, Gesundheit und Solidarität“ sowie für „Partnerschaft mit den Gebietskörperschaften und Dezentralisation“. Politisch verortet sie sich Mitte-Rechts.

Frankreich ist ein wichtiger mili9tärischer Partner in EU und NATO, hat allerdings sehr eigene Prioritäten. So schaut Frankreich eher nach Süden in seine ehemaligen Kolonialgebiete und weniger an die NATO-Ostflanke. Auch gemeinsame Rüstungsprojekte sind stark von nationalen Interessen getrieben, was ein effizientes und kooperatives Arbeiten zuweilen verhindert.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 10. Dezember 2025

Weihnachtliche Einsatzreise zum Enhanced Air Policing in Rumänien und Polen

Am 9. und 10. Dezember besuchte der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Nils Schmid die deutschen Einsatzkontingente in Constanta, Rumänien, und auf der Malbork Air Base in der Nähe von Danzig, Polen. Eigentlich war es die Reise des Ministers, aber Boris Pistorius hatte sich wenige Stunden vor Abflug krank gemeldet. Der Staatssekretär war dann ad hoc eingesprungen, weil diese Weihnachtsbesuche für die Soldaten ein wichtiges Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit sind.

Auf die Schnelle musste auch das Programm umgebaut werden, da die Ebenen von Gast und Gastgeber stimmig sein sollten. Das „Leben in der Lage“ testete die militärische Flexibilität. Letztendlich fanden alle Programmpunkte wie vorgesehen statt – nur in leicht veränderter Reihenfolge und auf nachgeordneter Ebene. Der Staatssekretär wurde begleitet vom Abteilungsleiter Streitkräfte (ehemals MEO), Generalleutnant Gunter Schnieder.

Das erste Reiseziel war der Luftwaffenstützpunkt in Constanta am Schwarzen Meer. Hier ist ein Einsatzkontingent des Taktischen Luftwaffengeschwaders 71 "Richthofen" (TaktLwG 71) mit mehreren Eurofightern stationiert. Nach Auslösen eines Alarms sind die aufmunitionierten Kampfjets innerhalb von 15 Minuten in der Luft und erreichen in wenigen Minuten die Außengrenze Rumäniens. Alarm wird hier in der Regel durch Drohnen ausgelöst, die über das Schwarze Meer, die Ukraine oder Moldau in den rumänischen Luftraum eindringen.


In Constanta gab es zunächst Gespräche mit dem rumänischen Staatssekretär Sorin-Dan Moldovan, die mit einem gemeinsamen Pressestatement beendet wurden. An einem mobilen Hangar waren ein Eurofihter, ein rumänischer Kampfunterstützungs- und Transporthubschrauber IAR 330 und ein imposanter, amerikanischer Apache-Kampfhubschrauber aufgebaut. Daneben waren verschiedene Wirkmittel von IRIS-T bis AMRAAM aufgebaut.

Hier gab es noch eine Pressebegegnung mit Dr. Schmid, während im benachbarten Zelt schon die weihnachtliche Stimmung eingeläutet wurde. Erbsensuppe, Lebkuchen und alkoholfreier Punsch standen für den geselligen Abend bereit. Und auch hier wurden erst einmal Reden gehalten und ein Schild mit Eurofighter als Andenken signiert. Dann wurde das Licht ausgeschaltet, so dass der Raum nur noch durch Lichterketten und Weihnachtsbaum erhellt wurde.

Noch am selben Abend ging es weiter nach Danzig. Die Malbork Air Base liegt etwa eine Autostunde südöstlich von Danzig und ist etwa 100 Kilometer von der russischen Enklave Kaliningrad entfernt. Kaliningrad ist ein hochgerüstetes Gebiet zwischen Ostsee, Memel und Polen. Die hybriden Angriffsszenarien gehen hier von der Störung des GPS- und Funkverkehrs bis zu russischen Flugzeugen, die ohne Transpondersignal unterwegs sind oder durch das Überschreiten von Grenzen die Reaktionsfähigkeit der NATO-Partner austesten.

Auf der Malbork Air Base ist ein Einsatzkontingent des Taktischen Luftwaffengeschwaders 31 "Boelke" (TaktLwG 31) mit mehreren Eurofightern stationiert. Diese dienen in der Regel dem Abfangen und Hinauseskortieren russischer Flugzeuge. Drohnen-Vorfälle gibt es hier auch. Diese sind aber nicht primärer Anlass der Alarme – so auch am Tag vor dem Truppenbesuch.


Der Staatssekretär wurde auf dem Stützpunkt von seinem polnischen Amtskollegen, Pawel Ksawery Zalewski, empfangen und zog sich sogleich zur üblichen, bilateralen Unterredung zurück. Danach widmeten sich beide Politiker einer ausführlichen Begegnung mitder Presse. Pawel Ksawery Zalewski, der gleichzeitig als stellvertretender Verteidigungsminister Polens fungiert, war auch anschließend von der polnischen Presse umlagert. Zu ernst ist die Bedrohungslage an der Ostgrenze.

Bevor es in den geselligen Teil des Besuches bei Schokokeksen, Kuchen, Grillbuffet und Gesprächen mit der Leitungsebene des Ministeriums überging, gab es noch den Start eines Eurofighters zu bewundern. Am Nachmittag ging es dann auch schon wieder zurück nach Berlin.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 19. November 2025

Berlin Security Conference BSC 2025 – Lernen von Schweden

Die Partnernation der Berlin Security Conference, BSC 2025, war Schweden. Deutschland und europäische NATO-Partner sind sich einig, dass von Schweden viel gelernt werden kann – insbesondere beim Thema Gesamtverteidigung. Entsprechend gut besucht waren die Reden und Panels mit hochrangigen schwedischen Regierungsvertretern und Generalen. Auch Kronprinzessin Victoria und der schwedische Ministerpräsident, Ulf Kristersson, waren angereist.


Am Rande der BSC 2025 gab es Gespräche zwischen Kronprinzessin Victoria und dem Bundespräsidenten sowie zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und Ulf Kristersson, der im Kanzleramt mit militärischen Ehren empfangen wurde.


Die BSC wird von Jahr zu Jahr besser und hochrangiger besucht und erlebte durch die Zusammenarbeit mit Schweden einen ganz besonderen Schub. Admirale, Generale, die Rüstungsindustrie und Militärattachés gaben sich die Klinke in die Hand, bauten ihre Netzwerke aus und diskutierten über die aktuellen, sicherheitspolitischen Entwicklungen. Man war sich einig, dass die Zeit dränge und ein Krieg in Europa früher als 2029 zu erwarten sei.

Deshalb müsse man die verfügbaren Ressourcen so bereithalten, dass ein „fight tonight“ (plötzlicher Kampf) erfolgreich geführt werden könne. Der Masse des Gegners sei durch Technologie zu begegnen. Mehrfach wurde die Fähigkeit angesprochen, Schläge tief im gegnerischen Gebiet ausführen zu können – zu Neudeutsch „deep strike capability“ genannt. Ohne den Namen Clausewitz zu erwähnen, wurden doch ständig Redebeiträge um dessen drei Grundprinzipien Geografie, Wille und Streitkraft herum aufgebaut. Mehrfach wurde der Wille zur Gesamtverteidigung angemahnt. In Schweden, und überhaupt in Skandinavien, sei dieser bereits in die DNA der Bevölkerung eingeflossen.

Aufgrund der geografischen Lage Schwedens war natürlich auch die Arktis ein großes Thema. Das Abschmelzen des Eises ermöglicht ganz neue Bewegungsprofile, macht Naturressourcen besser zugreifbar und schafft neue Sicherheitsrisiken. Hinzu kommt, dass auch China ein sehr hohes Interesse an dieser Region hat und vermutlich auf die Übernahme eines Teils von Russland hinarbeitet, um den direkten Zugang zur Arktis zu gewinnen. Die Schiffe dafür werden bereits im Rekordtempo gebaut.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 12. November 2025

70 Jahre Bundeswehr – Gelöbnis zwischen Bundeskanzleramt und Paul-Löbe-Haus

Zum 70. Jahrestag der Gründung der Bundeswehr wurde das traditionelle Gelöbnis heute zwischen Bundeskanzleramt und Paul-Löbe-Haus durchgeführt. Dadurch wurde die Eigenschaft der Bundeswehr als Parlamentsarmee bekräftigt.


Clausewitz hatte bereits vor 200 Jahren die strategische Wechselwirkung von Politik und Militär beschrieben. Im Besprechungsplan, der die Vorlage zur Gründung der Bundeswehr diente, wurde ausdrücklich ein Zivilist als Verteidigungsminister vorgeschlagen, da dieser am effektivsten die Doppelrolle ausfüllen konnte: den Draht zur Truppe aufbauen, aber auch die guten Kontakte in die Politik nutzen.

Die Reden zum heutigen Gelöbnis wurden von zwei Zivilisten gehalten: Bundespräsident Steinmeier und Verteidigungsminister Pistorius.



Die Rekruten kamen aus folgenden Einheiten:

10./Marinetechnikschule, Parow, Mecklenburg-Vorpommern
5./ Wachbataillon beim BMVg, Berlin
5./Fernmeldebataillon 610, Prenzlau, Brandenburg
6./Logistikbataillon 161, Delmenhorst, Niedersachsen
7./Unteroffizierschule der Luftwaffe, Heide, Schleswig-Holstein
3./Informationstechnikbataillon 383, Erfurt, Thüringen

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 2. Oktober 2025

Antrittsbesuch des schweizerischen Verteidigungsministers Martin Pfister in Berlin

Heute Mittag wurde der schweizerische Verteidigungsminister, Bundesrat Martin Pfister, mit militärischen Ehren im Bendlerblock empfangen.


Martin Pfister steht seit April 2025 dem Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport vor. Er war Oberst der Schweizer Armee und leitete die Katastrophenhilfe einer schweizerischen Territorialregion.

Die Schweiz hat knapp neun Millionen Einwohner und nur die Teilstreitkraft Heer mit 21.300 aktiven Soldaten. Hinzu kommt eine Reserve von 123.450 Personen und einem Zivilschutz mit 73.000 Aktiven und 51.000 Reservisten. Zivil-militärische Zusammenarbeit ist in der Schweiz selbstverständlich. Trotz ihrer Neutralität frischt die Schweiz von Zeit zu Zeit ihre Schutzmaßnahmen auf. Beispielsweise hat sie viele Krankenhäuser unter Tage verlegt. Die Sinnhaftigkeit dessen hat sich auch im Ukrainekrieg bestätigt. Hier kann Deutschland noch viel lernen.

In den Gesprächen zwischen den Ministern ging es um die Lieferung von Patriot-Systemen an die Schweiz, gemeinsame Übungen und die schwierige Rechtslage bei Rüstungsexporten. Zudem gebe die Schweiz weniger als ein Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung aus, wodurch sie auch langfristig von externer Unterstützung und der Akzeptanz ihrer Neutralität abhängig sein wird. Das Land ist „NATO-Partner für den Frieden“ und beteiligt sich an einigen internationalen Einsätzen. Zudem ist es Teil der European Sky Shield Initiative.

In einem Interview betont der ehemaligeschweizerische Verteidigungsattachè, Oberst Markus Widmer, dass die Schweiz sehr gerne mit Deutschland zusammenarbeite, weil Deutschland auch mit kleineren Partnern auf Augenhöhe kommuniziere.

Autor: Matthias Baumann