Posts mit dem Label Luftwaffe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Luftwaffe werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 2. Juli 2026

Russland späht Lücken der NATO-Luftverteidigung aus - ohne Konsequenzen

Nachfolgend die Pressemitteilung des IISS (Institute for Strategic Studies)  vom 2. Juli 2026 (Übersetzung von Englisch auf Deutsch):

Russland kartierte in einer 15-monatigen Drohnenkampagne die Luftverteidigungslücken der NATO und handelte dabei straflos, so das IISS.

Ein neuer Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS) kommt zu dem Schluss, dass Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit eine anhaltende Drohnenkampagne über Europa durchgeführt hat, die in den Luftraum einiger der sensibelsten Militäreinrichtungen des Kontinents eindrang. Dies betraf unter anderem Standorte der nuklearen Teilhabe und den französischen U-Boot-Stützpunkt für ballistische Raketen. Russland agierte dabei über 15 Monate lang praktisch ungestraft.

Der Bericht mit dem Titel „Russlands Drohnenkampagne über Europa“ dokumentiert 144 Vorfälle zwischen August 2024 und Februar 2026 in 13 europäischen Ländern. Er kommt zu dem Schluss, dass die Kampagne „eine Reihe taktischer Erfolge für den Kreml und ein strategisches Versagen der alliierten Luftverteidigung in Europa“ darstellt.

Der Bericht hält es für wahrscheinlich, dass russische Handelsschiffe, darunter Tanker der Schattenflotte, Küstenfrachter und kleinere Schiffe, als mobile Startplattformen für Drohnen dienten, die in der Nähe europäischer Häfen, Flughäfen, Energieinfrastruktur und Militäreinrichtungen operierten. Mehrere Vorfälle in Deutschland, Dänemark, Belgien und den Niederlanden scheinen mit Starts von russischen Schiffen in Verbindung zu stehen.

Bestätigter Start und eindeutiger Beweis

Die wichtigste Erkenntnis des Berichts betrifft den französischen Atomflugzeugträger Charles de Gaulle. Im Februar 2026 kam das schwedische Militär zu dem Schluss, dass eine in der Nähe des Trägers gestörte Drohne russischen Ursprungs war und vom russischen Spionageschiff Schigulevsk gestartet worden war. Dies bestätigt, dass der Einsatz von Drohnen auf See keine Theorie, sondern operative Realität ist und bereits gegen verbündete Ziele eingesetzt wird.

Trotz des Umfangs der Kampagne hat keine europäische Regierung öffentlich eine Drohnensichtung Russland zugeschrieben oder eine koordinierte russische Drohnenkampagne über West- und Nordeuropa beschrieben. Offizielle Stellen räumen zwar intern ein, dass sie Russland für verantwortlich halten, doch – wie der Bericht feststellt – konzentrierten sich die Regierungen eher auf ihre nationalen Reaktionen, als die Vorfälle auf dem gesamten Kontinent miteinander in Verbindung zu bringen. Die Folge war, dass eine 15-monatige Kampagne ohne eine gemeinsame Reaktion der Verbündeten stattfand.

Der Bericht deckt eine deutliche Diskrepanz zwischen den Fähigkeiten der europäischen Streitkräfte und der Bereitschaft ihrer Regierungen auf, diese zu genehmigen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Drohnenabwehr sind fragmentiert, und die Reaktionsmöglichkeiten sind entweder wirtschaftlich nicht tragbar oder nicht in der Lage, Bedrohungen aus dem maritimen Bereich zu begegnen.

Europas Drohnenabwehr wurde bereits als unzureichend bewertet.

Die ambitionierteste gemeinsame Antwort Europas, die Europäische Drohnenabwehrinitiative (EDDI), zielt darauf ab, bis Ende 2026 eine kontinentweite Drohnenabwehrarchitektur mit anfänglicher Einsatzfähigkeit aufzubauen. Das Europäische Parlament kam jedoch im Januar 2026 zu dem Schluss, dass es der EDDI an der für skalierbare Ergebnisse erforderlichen „Agilität und doktrinären Kohärenz“ mangelt. Entscheidend ist, dass selbst eine voll einsatzfähige EDDI eine Drohne erst dann angreifen würde, wenn sie in den europäischen Luftraum eindringt, und dass kein Mandat für das Schiff besteht, von dem sie gestartet wurde.

Die russische Kampagne verursachte spürbare Kosten für die europäischen Gesellschaften. Wiederholte Schließungen von Flughäfen wie Brüssel, Kopenhagen, München, Oslo und Vilnius beeinträchtigten den zivilen Reiseverkehr und untergruben das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Luftraumsicherheit. Gleichzeitig wurden die sensibelsten Militärstützpunkte des Kontinents wiederholt überflogen.

Auf Grundlage von Open-Source-Daten, die mit Nachrichtenberichten und ACLED-Daten (Armed Conflict Location and Event Data) abgeglichen wurden, wobei Vorfälle, die als Hobbyaktivitäten oder Folge des Ukraine-Krieges eingestuft wurden, herausgerechnet wurden, identifiziert der Bericht folgende Muster:

  • 48 % der Sichtungen erfolgten über militärischen Einrichtungen;
  • 18 % über zivilen Flughäfen, von denen viele zur Schließung gezwungen wurden;
  • 26 % über kritischer Infrastruktur, darunter Häfen, Energieanlagen und Industrieanlagen.


Deutschland verzeichnete die meisten Vorfälle (58), darunter sechs ungeklärte Vorfälle mit mutmaßlichen Spionagedrohnen über dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein sowie zeitgleiche Vorfälle über Einrichtungen der Bundeswehr auf dem Luftwaffenstützpunkt Manching und in Neuburg an der Donau. Weitere betroffene Länder sind Belgien (25), Dänemark (16), die Niederlande (9), Frankreich (8), das Vereinigte Königreich und Norwegen (jeweils 7).

Zu den bedeutendsten konkreten Vorfällen zählen:

  • Der Luftwaffenstützpunkt Kleine-Brogel im Nordosten Belgiens, auf dem US-Atomwaffen stationiert sind, war Anfang November 2024 Ziel einer Reihe schwerer Eindringversuche.
  • Über den britischen Luftwaffenstützpunkten RAF Lakenheath, RAF Mildenhall, RAF Fairford und RAF Feltwell wurden hochentwickelte Drohnen gesichtet.
  • Der Luftwaffenstützpunkt Volkel in den Niederlanden – ein weiterer NATO-Standort für die nukleare Teilhabe – wurde zwischen November und Dezember 2025 an mindestens drei verschiedenen Tagen angegriffen. Der Bericht beschreibt dies als gezielten Versuch, die integrierten Luftverteidigungsprotokolle der NATO zu evaluieren.
  • Im Dezember 2025 wurden Drohnen über dem französischen Atom-U-Boot-Stützpunkt Île Longue in der Bretagne entdeckt.
  • Am Tag des ersten Staatsbesuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Irland im Dezember 2025 flogen unbemannte Luftfahrzeuge (UAVs), die als groß, extrem teuer und militärisch ausgestattet beschrieben wurden, über einem Schiff der irischen Marine vor Dublin.


Strategischer Kontext: Russland schließt eine Lücke in der Aufklärung

Der Bericht ordnet die Kampagne in einen breiteren strategischen Kontext ein. Die Massenausweisung russischer Geheimdienstmitarbeiter aus europäischen Hauptstädten nach dem Einmarsch in die Ukraine 2022 schwächte die menschliche Aufklärungsinfrastruktur des Kremls auf dem Kontinent erheblich. Die UAV-Kampagne stellt zum Teil eine technologische Lösung dar: Sie ersetzt die verlorenen Netzwerke und Fähigkeiten Russlands durch Luftaufklärung.

Der Erfolg des Kremls, so argumentiert der Bericht, beruht auf einer grundlegenden strategischen Erkenntnis: Europas Luftverteidigungsarchitektur wurde für konventionelle Bedrohungen aus großer Höhe konzipiert. Sie ist nicht für kostengünstige UAVs ausgelegt, die unbemerkte Angriffe unterhalb der Schwelle einer kollektiven Reaktion der Alliierten durchführen.

„Solange Schiffe mit Verbindungen zu Russland und seine Schattenflotte in internationalen Gewässern oder europäischen ausschließlichen Wirtschaftszonen operieren und unbemannte Luftfahrzeuge praktisch ungestraft starten können, bleibt der wichtigste Mechanismus der Kampagne intakt“, so das Fazit des Berichts.

Charlie Edwards, Senior Fellow für Strategie und Nationale Sicherheit am IISS, erklärte: „Das Muster der Sichtungen über 15 Monate und 13 Länder lässt sich nicht allein durch Fehlidentifizierung oder Opportunismus erklären. Russland hat wiederholt und öffentlich demonstriert, dass es in den Luftraum von NATO-Mitgliedstaaten eindringen kann – auch über Nuklearanlagen –, ohne eine kollektive Reaktion der Alliierten auszulösen. Diese Diskrepanz zwischen Fähigkeit und politischem Willen stellt nun eine strategische Schwachstelle dar.“

Freitag, 26. Juni 2026

Mitarbeiter von THW, @ fire und ISAR Germany nach Venezuela unterwegs

Am 26. Juni 2026 starteten die ersten Flüge mit A400M des Lufttransportgeschwaders LTG62 aus Wunstorf. Die Luftwaffe unterstützt Hilfsorganisationen wie das THW Technisches Hilfswert, @fire und I.S.A.R.Germany bei der Verlegung von Material und Personal in das Erdbebengebiet von Venezuela. Ähnlich der HUMAID-Einsätze 2025 in Gaza, stellt die Bundeswehr auch hier ausschließlich ihre logistischen Fähigkeiten zur Verfügung, während das Material und Bergungspersonal von Dritten bereitgestellt wird.


Nach den zwei schweren Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 und mindestens 20 Nachbeben am Abend des 24. Juni 2026 hatte die Regierung von Venezuela offiziell in Deutschland um Hilfe gebeten. Daraufhin haben das THW und andere auf SAR (Search and Rescue = Suche und Rettung) spezialisierte Organisationen ihre Einsatzkräfte aktiviert. Für die Besonderheiten internationaler Einsätze haben diese Mitarbeiter eine Zusatzausbildung. Viele der Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich und mussten deshalb kurzfristig von ihren beruflichen Tätigkeiten freigestellt werden. Zur Vorbereitung des Fluges ins Krisengebiet gehörte zudem die Zusammenstellung und Anlieferung des Hilfsmaterials und der Bergungsgeäte sowie die Klärung von Zwischenlandungen, Flugrouten, Landungsmöglichkeiten im Zielgebiet und Ort der vorübergenden Operationsbasis. In diesem Falle wurde der Flughafen auf der Karibikinsel Curaçao gewählt. Diese gehört zum Königreich der Niederlande, was die Klärung der Flughafennutzung deutlich vereinfacht. Die reine Flugzeit von Deutschland nach Venezuela beträgt elf Stunden.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 23. Juni 2026

F-16 und Eurofighter im Formationsflug über Berlin

Vor 250 Jahren, am 4. Juli 1776, wurde die amerikanische Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet. Heute fand dazu ein Empfang im Palais am Funkturm statt. Als besonderes Highlight gab es einen Überflug von vier Kampfflugzeugen: zwei F-16 des 52. Jagdgeschwaders der amerikanischen Luftwaffe aus Spangdahlem in Rheinland-Pfalz und zwei Eurofightern des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 "Steinhoff" aus Laage.

 

Die angekündigte Flugroute war von Nordost nach Südwest. Tatsächlich geflogen wurde von West nach Ost, was einige der gewählten Bildpositionen suboptimal machte. Der Überflug sollte in einer Höhe von 1.000 ft stattfinden, was in etwa 300 Metern entspricht. Es sah deutlich höher aus und war auch deutlich leiser als befürchtet. Anwohner berichten, dass das Feuerwerk am Abend hingegen sämtliche Erfahrungswerte an Lautstärke in den Schatten gestellt habe.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 11. Juni 2026

ILA 2026 mit Drohnen, Bundeskanzler und Vorführungen

Vom 10. bis 14. Juni findet am Berlin ExpoCenter Airport - auf der Westseite des Flughafens BER - die ILA (Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung) statt. Die Tage vor dem Wochenende sind für Fachbesucher vorgesehen. Bundeskanzler Friedrich Merz hielt gestern seine Eröffnungsrede, absolvierte einen dreistündigen Rundgang und enthüllte dabei eine Drohne.


Schwerpunkte sind in diesem Jahr die Drohnen, der Weltraum und Verteidigung. Von IRIS-T über Skyranger bis F-35 ist alles ausgestellt, was derzeit nachgefragt wird. Militärattachés, Minister, Regionalpolitiker und Bundeswehroffiziere geben sich bei der Industrie die Klinke in die Hand.

Passend zur ILA 2026 wurde das deutsch-französische Projekt FCAS abgesagt und eine Luftfahrtstrategie der Bundesregierung unter dem Titel „Deutschland als führende Luftfahrtnation, wettbewerbsfähig, souverän, resilient und nachhaltig veröffentlicht.

Besonders beeindruckend war die Vorführung des italienischen Kampfhubschraubers Leonardo AW249. Dieser glänzt durch Agilität, Geschwindigkeit und Rückwärtsflug. Die Vorführung war eine atemberaubende Choreografie, die mit klassischer Musik unterlegt worden war.


 
Autor: Matthias Baumann

Montag, 8. Juni 2026

Taktisches Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" trainiert zusammen mit dem Hamburger Flughafen (HAM)

Das Taktische Luftwaffengeschwader 51 "Immelmann" (TaktLwG 51 "I") aus Jagel führt in dieser Woche eine gemeinsame Übung mit dem Flughafen Hamburg (HAM) durch.


Dabei wird das zivil-militärische Zusammenspiel von Luftwaffe und Flughafenpersonal trainiert. Es geht um Start, Landung, Zeitkoordination, Wetterinformationen, Betankung, Verpflegung und weitere Dinge, über die sich der Urlaubsreisende keine Gedanken macht, die aber funktionieren müssen. Die sechs Tornados werden in den normalen zivilen Flugverkehr integriert und erscheinen sogar auf der Tafel mit den Abfluginformationen. Nach Aussage des Kommodore, Oberst Jens Schumacher, hat das Zusammenwirken mit dem Flughafen HAM bei früheren Trainings hervorragend funktioniert. Deshalb zeigte er sich zuversichtlich, dass die Aktion auch diesmal ein voller Erfolg wird.

Der Flughafen Hamburg ist nur 120 Kilometer vom Heimatflugplatz des TaktLwG 51 "I" entfernt. Der Start lohnt sich dennoch, weil die Tornados unterwegs weitere Trainings absolvieren. Geflogen wird in diesem Fall ohne Bewaffnung.

Starts und Landungen auf Autobahnen, wie sie während des Kalten Krieges in Deutschland geübt wurden, stehen derzeit nicht auf dem Programm. Schweden und Finnland üben das jedoch wieder, um nach der möglichen Zerstörung von Flughäfen immer noch Fähig zum Luftkampf zu sein.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 11. März 2026

Eurofighter-Alarmrotte sichert 24/7 den Luftraum über Deutschland

Nach der Annexion der Krim durch Russland wurde das Enhanced Air Policing der NATO eingerichtet. Auch deutsche Eurofighter übernehmen regelmäßig die Sicherungsaufgaben bei AirPolicing North oder South an der rumänischen Schwarzmeerküste oder im Nordosten Polens.

Sobald Drohnen, Luftfahrzeuge ohne Transpondersignal oder Nicht-NATO-Militärflugzeuge in den Luftraum eindringen, wird die Alarmrotte - Neudeutsch Quick Reaction Alert (QRA) – aktiviert. Die Alarmrotte hat eine Reaktionszeit von 15 Minuten: Auslösung des Alarms, Ausrüstung anlegen, zum Flugzeug rennen, Triebwerke und Bordsysteme hochfahren, die Munition entsichern, zur Startbahn rollen, starten und auf mindestens 5.000 Meter Höhe aufsteigen. Ein Flug von Constanta in Rumänien bis zur Ukrainischen Grenze dauert beispielsweise maximal 5 Minuten. Am längsten dauert das Hochfahren der Triebwerke und Bordsysteme. Wenn sich ein Einsatz anbahnt, kann der Alarm so früh ausgelöst werden, dass schon alles hochgefahren ist, wenn der finale Befehl zum Start erfolgt. Bei wichtigen Ereignissen mit hohem Schutzbedürfnis kommt es auch vor, dass die Alarmrotte aufsteigt und sich auf Bereitschaft im Luftraum aufhält. Da die Eurofighter zweimal 1.000 Liter Kraftstoff zusätzlich mitführen, haben sie eine entsprechende Durchhaltezeit. Die kürzeste Flugdauer bei ständiger Nutzung des Nachbrenners liegt bei einer halben Stunde. Zur Not gibt es auch noch die Option der Luftbetankung.


Die für den Einsatz relevante Munition ist bereits montiert und muss lediglich mechanisch entsichert werden. Das passiert vor einem eigens dafür aufgeschütteten Sandwall. Der Sandwall dient als eine Art Kugelfang, wie man ihn von der Jagd oder vom Truppenübungsplatz kennt. Die Eurofighter der Luftwaffe nehmen IRIS-T AIM-2000 sowie METEOR und AIM 120-B AMRAAM mit auf den Flug. Während IRIS-T seine Ziele optisch erfasst, verfolgen METEOR und AMRAAM ihre Ziele per Radar. Mit diesen Raketen können die Eurofighter einen Gegner auf Abstand halten und auf weite Entfernung bekämpfen. Für einen Kampf  im Nahbereich steht dem Eurofighter noch eine Bordkanone Mauser BK-27 mit 140 Schuss 27mm zur Verfügung.

Die Alarmrotte besteht immer aus mindestens zwei Kampfflugzeugen. In der Luft verschafft sich der Rottenführer zuerst ein Bild der tatsächlichen Lage und stimmt sich mit dem Personal am Boden über das weitere Vorgehen ab. Zivile Luftfahrzeuge können in der Regel mit Zeichen umgelenkt werden. Ein Blick ins Cockpit dient der Erkennung, ob es sich um eine Entführung handelt. Das System der Alarmrotten war wegen der Flugzeugentführungen am 11. September 2001 ins Leben gerufen worden. An der NATO-Ostflanke werden vermehrt Drohnen bekämpft und russische Militärflugzeuge abgedrängt. Russland testet seit 2022 verstärkt die Reaktionszeiten der NATO.

Zum Schutz des deutschen Luftraumes gibt es auch Alarmrotten, die 24/7 einsatzfähig sind. Diese sind in Neuburg an der Donau, in Wittmund und in Laage stationiert, wobei die Kräfte aus Wittmund derzeit von Laage aus agieren. Gesteuert werden die Alarmrotten von Uedem aus. Dort befindet sich das Nationale Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum (NFLZ SiLuRa).

Wie die Alarmrotten praktisch funktionieren und dass die schnelle Reaktionszeit tatsächlich eingehalten wird, demonstrierte heute die Luftwaffe in Laage. Punkt 13 Uhr gab es einen T-Scramble, auch Tango Scramble oder Trainingsstart genannt. Diese Trainingsstarts werden mindestens einmal pro Woche abgerufen. Priorität hat aber der A-Scramble, der Alpha Scramble oder scharfer Einsatz. Dieser komme auch in Deutschland immer häufiger vor. Der Einsatz wegen ziviler Maschinen sei zwar rückläufig – etwa alle zwei Tage – dafür müsse aber vermehrt Präsenz gegenüber russischen Militärmaschinen gezeigt werden. Derzeit halten sich diese noch an die Grenzen des deutschen Luftraums.

Autor: Matthias Baumann