Vor 20 Jahren starb Johannes Rau. Er war von 1999 bis 2004 Bundespräsident. Wegen seines klaren Bekenntnisses zum Christentum wurde er zuweilen auch als „Bruder Johannes“ bezeichnet. Während die CDU eine starke Fraktion von Katholiken beheimatet, finden sich in der SPD die Protestanten. So ist es kaum verwunderlich, dass an der heutigen Kranzniederlegung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte neben dem amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) weitere SPD-Politiker teilgenommen haben.
Die Kranzniederlegung war ein guter Anlass, noch einmal das Wirken von Johannes Rau ins Gedächtnis zu rufen. Er war als Politiker der alten Schule im Gedächtnis geblieben und Bürger, die ihn noch bewusst erlebt hatten waren erschrocken, dass er nun schon 20 Jahre tot ist. Statt einer Grabrede las die Witwe des Präsidenten a.D. die Tagesverse aus der Herrnhuter Losung vor. Auf seinem Grabstein ist der provokante Vers zu lesen: „Dieser war auch mit dem Jesus von Nazareth.“ Im Kontext geht es um Petrus, der sich aus der Ferne die Verurteilung von Jesus anschaut und plötzlich als dessen Anhänger erkannt wird. Kurz darauf hat Petrus so getan, als kenne er Jesus nicht.
Autor: Matthias Baumann