Auch an diesem 8. Mai wurde des Endes des Zweiten Weltkriegs
gedacht. Der Landesverband Berlin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge
e.V. führte seine erste Gedenkstunde an diesem Tag zusammen mit dem Bezirk Spandau auf dem Friedhof
In den Kisseln durch.
Nach drei Ansprachen, die durch Musikstücke des "Trio Marschwind" des Heeresmusikkorps Neubrandenburg untermalt worden waren, ging es zum großen
Kreuz inmitten der Kriegsgräberfläche. Pfarrer Thorsten Daum und Superintendent
Florian Kunz lasen einen Text aus der Bibel, beteten und sprachen den Segen.
Anschließend gab es eine Gedenkminute, die zur Verlesung der auf diesem
Friedhof beigesetzten Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung überleitete.
Um den 8. Mai 2026 herum führt der Landesverband des
Volksbundes mindestens sechs Veranstaltungen durch. Die wenigen hauptamtlichen
Mitarbeiter werden tatkräftig durch ehrenamtliche Mitglieder und Helfer
unterstützt – darunter viele Jugendliche und Angehörige der Bundeswehr.
Zwei Wochen vor dem 1. Advent findet der Volkstrauertag
statt. Diesmal fiel er auf Sonntag, den 16. November 2025. Schon am Samstag hat
der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. alle Hände voll zu tun. Er gestaltet
oder begleitet am Wochenende des Volkstrauertages so viele Veranstaltungen,
dass sich die Verantwortlichen aufteilen müssen und für Außenstehende kaum ein
Überblick zu behalten ist. Wir haben an den zwei Tagen sechs Veranstaltungen
begleitet.
Es begann am Samstag um 12 Uhr mit der Gedenkfeier des
Jugendarbeitskreises des Landesverbandes des Volksbundes. Diese findet
traditionell in Plötzensee statt. Jugendliche stellen die Ergebnisse von
Geschichtsprojekten vor und lesen das Totengedenken. Sie sind voll bei der
Sache und engagieren sich auch übers Jahr bei der Pflege von Grabstätten, bei
Vorträgen oder Einsätzen im Ausland. Es besteht reger Kontakt zu Jugendlichen ausländischer
Kriegsgräber-Organisationen.
Am späten Nachmittag fanden sich die in Deutschland
akkreditierten Militärattachés zur Gedenkstunde auf dem Standortfriedhof
Lilienthalstraße in Neukölln ein. Die hereinbrechende Dunkelheit wird dort
traditionell von Fackelträgern des Wachbataillons erhellt. Die Gedenkrede hielt
diesmal der ehemalige Parlamentarische Staatssekretär beim BMVg, Dr. Peter
Tauber.
Am Sonntag im Morgengrauen trafen sich das Landeskommando
Berlin, der Generalinspekteur, die Landespolizei, die Landespolitik und der israelische
Verteidigungsattaché, um auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee Kränze
niederzulegen. Die Gedenkrede hielt die Präsidentin des Berliner
Abgeordnetenhauses, Cornelia Seibeld. Auch der Militrärbundesrabbiner Szolt
Balla und die ehemalige Wehrbeauftragte, Dr. Eva Högl, waren zugegen. Der
aktuelle Wehrbeauftragte, Henning Otte, hatte sich bei allen
Kranzniederlegungen vertreten lassen.
Die nächste Gedenkstunde fand um 10.30 Uhr im Bendlerblock
statt. Hier waren die Angehörigen der im letzten Jahr verstorbenen
Bundeswehrsoldaten eingeladen. Auch Militärattachés und hochrangige Generale
und Admirale nahmen an der Veranstaltung teil. Die Gedenkrede hielt der
Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer. Der Kranz des
Wehrbeauftragten war kurzerhand weggelassen worden, weil weder er noch ein
Vertreter erschienen waren.
Gegen 12.30 Uhr legten die Verfassungsorgane – also Bundespräsident,
Bundeskanzler, Bundestagspräsidentin und Präsident des Bundesverfassungsgerichtes
– ihre Kränze an der Neuen Wache nieder. Der Präsident des Bundesrates, Andreas
Bovenschulte, war nicht erschienen. In der zweiten Reihe legten der Regierende
Bürgermeister von Berlin, die Präsidentin des Abgeordnetenhauses, der
Generalinspekteur und der Präsident des Volksbundes, General a.D. Wolfgang
Schneiderhan ihre Kränze nieder. Als Staatsgast war diesmal der italienische Präsident,
Sergio Mattarella, erschienen.
Nach dieser Kranzniederlegung ging es in den Deutschen
Bundestag zur zentralen Gedenkfeier mit Rede des italienischen Präsidenten. Für
den Abend hatte der Volksbund zum Abschluss des Gedenkwochenendes zu einen
Konzert mit dem Stabsmusikkorps im Berliner Dom eingeladen. Oberstleutnant
Kiauka und Frau Hauptmann Holzschuh zeigten hier die Fähigkeiten dieses einzigartigen
Klangkörpers. Sie überraschten die Zuhörer wieder mit völlig neuen Stücken.
Am 30. April wurden während einer Gedenkstunde
auf dem Waldfriedhof zu Halbe 107 Kriegstote eingebettet. Es waren auch der
Ministerpräsident von Brandenburg und hochrangige Offiziere der Bundeswehr
zugegen.
Ende April 1945 hatte General
Busse die Reste der 9. Armee im Kessel von Halbe in den Tod geführt. Der Befehl
war, bis zuletzt zu kämpfen. Mehr als 100.000 Flüchtlinge und Zivilisten
befanden sich im Kampfgebiet. Hier starben in wenigen Tagen etwa 60.000
Menschen - darunter deutsche Soldaten, sowjetische Soldaten und Zivilisten. Bis
heute werden in der Region sterbliche Überreste von Kriegstoten gefundfen.
Diese werden nach Möglichkeit identifiziert und anschließend in einer
Kriegsgräberstätte eingebettet. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiert sich vollumfänglich in diesem Bereich: von der Bergung, über die
Umbettung bis zur Benachrichtigung der noch lebenden Angehörigen.
Nach dem deutschen Kriegsgräbergesetz steht Kriegstoten eine Beisetzung an Orten zu, die nicht nach 10 oder 20 Jahren für andere Zwecke oder weitere Beerdigungen genutzt werden dürfen. Ihnen steht eine dauerhafte Totenruhe an der Kriegsgräberstätte zu.