Aus Regierungskreisen ist zu
erfahren, dass man sich Ende August 2025 mit dem Gesetzentwurf zum Neuen
Wehrdienst befassen wolle. Als Zielvorstellung gilt eine Zahl von 460.000 Soldaten,
die sich aus 260.000 Aktiven und 200.000 Reservisten zusammensetzen sollen.
Diese sollen dann in den unterschiedlichen Bereichen von NATO-Ostflanke bis Operationsplan
Deutschland und Heimatschutz eingesetzt werden.
Teilziel ist der Aufbau einer
starken Reserve. Ende letzten Jahres verfügte die Bundeswehr über 179.850
aktive Soldaten und 34.100 Reservisten. Der Aufwuchs ist demnach sehr
ambitioniert, wird aber von unseren Verbündeten erwartet.
Die Ausgestaltung soll zunächst
nach dem Schwedischen Modell erfolgen, welches auf Attraktivität und Freiwilligkeit
des Dienstes setzt. Zur Umsetzung dessen werden Freiwillige sofort in das
Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit versetzt. Ferner achte man auf
Sinnstiftung innerhalb des Dienstes, Möglichkeiten zur Weiterbildung und neue
Karrierechancen. Weitere Schmankerl stellen das kostenlose Bahnfahren, günstige
Verpflegung, hohes Grundgehalt, unentgeltliche Unterkunft und freie
Heilfürsorge dar.
Die Wehrerfassung war seit 2011
massiv vernachlässigt worden. Deshalb soll nun jeder männliche deutsche Staatsbürger
verpflichtend einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Weibliche Staatsbürger
können den Fragebogen freiwillig ausfüllen. Damit sollen Bereitschaft, Eignung
und Verfügbarkeit erfasst werden.
Mit der Übertragung der Aufgaben der Wehrerfassungsbehörde auf die Bundeswehr
werden zudem die Meldebehörden der Länder entlastet. Ab 2028 soll es eine
verpflichtende Musterung 18-jähriger Männer geben.
Ab 2031 sollen jährlich bis zu
40.000 Frauen und Männer über das neue Wehrdienstmodell rekrutiert werden.
Momentan geht man davon aus, dass die Zielvorgaben durch Freiwillige erreicht
werden können. Sollte das nicht ausreichen, werde das Gesetz einen Mechanismus
enthalten, der eine verpflichtende Heranziehung ermöglicht.
Zur Aktivierung der Wehrpflicht
gebe es allerdings keinen Automatismus, keine festgelegte Zahl und auch keinen
festgelegten Zeitpunkt.
Autor: Matthias Baumann