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Donnerstag, 4. Dezember 2025

Neues Sturmgewehr G95 HK416 an die Truppe übergeben

Heute  Abend wurde das neue Sturmgewehr G95 HK416 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr an das Panzergrenadierbataillon 122 übergeben. Der Appell hatte erst kurz nach 21 Uhr angefangen, weil es sich Generalleutnant Hübner und Vizeadmiral Stawitzki nicht nehmen lassen wollten, diese symbolträchtige Übergabe selbst vorzunehmen. Wetter und Terminlage hatten ihr Erscheinen stark verzögert.


Diese Übergabe bildet den Startschuss für die breite Umstellung des Sturmgewehrs von G36 auf G95. Das G36 war in die Kritik geraten, weil es bei mehrstündigen Kamphandlungen in Afghanistan an Präzision verloren hatte. Das lag daran, dass der Lauf irgendwann heißgeschossen war und nicht – wie beim Maschinengewehr – gewechselt werden konnte.

Das G95 kann mit einer solchen Verwendung besser umgehen. Es wird schon seit vielen Jahren von Spezialkräften wie dem KSK oder den Kampftauchern verwendet. Auch ausländische Spezialeinheiten nutzen es. Im September 2025 durften die 1. Kompanie des Wachbataillons und die in Deutschland akkreditierten Militärattachés erste Erfahrungen im scharfen Schuss sammeln.

Sturmgewehr G96 HK416 Truppenausführung

Das G95 ist griffiger als das G36 und hat seinen Schwerpunkt weiter hinten, was die Ermüdung bei längerem Anschlag deutlich reduziert. Zudem ist es schmaler und hat schmalere Magazine. An die Truppe wird es in den beiden Varianten G95A1 und G95KA1 ausgeliefert. Die Kurzversion G95KA1 wird beispielsweise von Truppführern der Panzergrenadiere genutzt.

Die Farbe Grünbraun (RAL 8000) wird von Laien heftig diskutiert und kritisiert. Die Testpersonen aus dem Panzergrenadierbataillon 122 finden die Farbgebung zur Tarnung sinnvoll, da echtes Schwarz in der Natur zu selten vorkomme. Bei der vorgesehenen Optik gab es vor Auslieferung noch Probleme, so dass zunächst die Hensoldt-Optik montiert wurde: oben Rotpunkt und unten 4x30 Visier mit Fadenkreuz.

Eine wirkliche Umstellung wird es nur beim Spannhebel geben: Dieser ist Beim G95 hinten statt seitlich (G36) angebracht. Ansonsten kann auch das G95 beidhändig bedient werden.

 

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 1. Oktober 2025

Kommandowechsel beim Heer – Alfons Mais übergibt an Dr. Freuding

Mit einem Appell wurde heute das Kommando über das Deutsche Heer von Generalleutnant Alfons Mais an Generalleutnant Dr. Christian Freuding übergeben. Dr. Freuding war kurz zuvor befördert worden. Er ist jetzt also 3-Sterne-General und damit im passenden Dienstgrad für den Inspekteur einer Teilstreitkraft.


Alfons Mais hatte im Februar 2020 das Kommandovon Jörg Vollmer übernommen. Am nächsten Tag begann die Münchner Sicherheitskonferenz und kurz darauf gab es den ersten Covid-Lockdown. Generalleutnant Mais war während seiner Verwendung als Inspekteur des Heeres mehrfach in die Schlagzeilen geraten: Am bekanntesten ist wohl seine Aussage, die Bundeswehr sei blank. Überhaupt konnte man seine Gedanken gut am Gesichtsausdruck ablesen, insbesondere bei der Pressebegegnung zum ersten Truppenbesuch von Christine Lambrecht beim Heer in Munster. Das Heer hatte sie damals per NH90 eingeflogen und dann in einem GTK Boxer durch das schlammigeGelände von Munster chauffiert.

General Mais ist Heeresflieger und wird nach 44 Dienstjahren in den „einstweiligen Ruhestand“ versetzt. Der Große Zapfenstreich soll im November in seiner Heimatregion stattfinden – auf Festung Ehrenbreitstein in Koblenz.

Sein Nachfolger, Dr. Freuding, machte schon als Oberst von sich Reden. Damals war er Adjutant von Ursula von der Leyen und ab 2022 Leiter des Lagezentrums Ukraine. Innerhalb von nur drei Jahren bekam er den ersten, den zweiten und den dritten goldenen Stern. Insider handeln ihn schon als den zukünftigen Generalinspekteur.

Ergänzend sei auf die ungekürzten Reden während des Übergabeappells hingewiesen:

Rede Generalleutnant Alfons Mais 
Rede Verteidigungsminister Boris Pistorius
Rede Generalinspekteur, General Carsten Breuer

 

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 25. September 2025

Kommandowechsel beim Heer: General Marlow in den Ruhestand verabschiedet

Heute Mittag wurde der Stellvertreter des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Andreas Marlow, durch Generalmajor Heico Hübner abgelöst. In diesem Zusammenhang wurde Heico Hübner mit Wirkung zum 1. Oktober 2025 zum Generalleutnant befördert. Den dritten Stern bekam er beim anschließenden Empfang angeheftet. Die Übergabe selbst hatte der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Alfons Mais, vorgenommen. Er selbst wird am 1. Oktober 2025 durch Generalmajor Dr. Christian Freuding abgelöst, der dann wohl auch seinen dritten Stern bekommen dürfte.


Der Übergabeappell fand in der Heimat von General Marlow statt - am Schloss Plön in Schleswig-Holstein. Da unter dem mit Rasen bewachsenen Platz eine Tiefgarage liegt, wurde auf die übliche Ausfahrt mit Kutsche oder gepanzertem Fahrzeug verzichtet. Andreas Marlow ist Panzermann. Er hat über 40 Jahre in der Bundeswehr gedient und wurde medial bekannt, als er 2024 die Ausbildungsmission ST-C EUMAM UA für ukrainische Soldaten geleitet hatte.


Am selben Ort fand am Abend der Große Zapfenstreich zu seiner Verabschiedung aus dem Dienst statt. Da es sich um einen Truppen-Zapfenstreich unterhalb der Inspekteursebene handelte, wurde die Formation durch das Aufklärungsbataillon 6 der Panzergrenadierbrigade 41 aus dem benachbarten Eutin gestellt und durch dessen Kommandeur, Oberstleutnant Andreas Fetzer, geführt. Auch hier wurde wegen der Tiefgarage auf eine Ausfahrt mit Eskorte und Konvoi verzichtet. General Marlow hatte sich zur Serenade „Des Großen Kurfürsten Reitermarsch“, „In Treue fest“ und „Time to say Goodbye“ gewünscht. Letzteres bleibt gerne für die nächsten Tage als Ohrwurm haften – insbesondere, wenn es durch das eigens angereiste Stabsmusikkorps vorgetragen wird.


Autor: Matthias Baumann