Freitag, 8. Mai 2026

81 Jahre Kriegsende – Kranzniederlegungen des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Auch an diesem 8. Mai wurde des Endes des Zweiten Weltkriegs gedacht. Der Landesverband Berlin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. führte seine erste Gedenkstunde an diesem Tag zusammen mit dem Bezirk Spandau auf dem Friedhof In den Kisseln durch.


Nach drei Ansprachen, die durch Musikstücke des "Trio Marschwind" des Heeresmusikkorps Neubrandenburg untermalt worden waren, ging es zum großen Kreuz inmitten der Kriegsgräberfläche. Pfarrer Thorsten Daum und Superintendent Florian Kunz lasen einen Text aus der Bibel, beteten und sprachen den Segen. Anschließend gab es eine Gedenkminute, die zur Verlesung der auf diesem Friedhof beigesetzten Opfer von Krieg, Flucht und Vertreibung überleitete.

Um den 8. Mai 2026 herum führt der Landesverband des Volksbundes mindestens sechs Veranstaltungen durch. Die wenigen hauptamtlichen Mitarbeiter werden tatkräftig durch ehrenamtliche Mitglieder und Helfer unterstützt – darunter viele Jugendliche und Angehörige der Bundeswehr.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 30. April 2026

Das Heer stellt seine zukünftige Kampfweise im Verbund von bewährten Waffen und Drohnen vor

Zurzeit stellt das Heer auf dem Truppenübungsplatz Munster seine zukünftige Kampfweise vor. Wer das Gefechtsschießen bei den ILÜs (Informationslehrübungen) im Gedächtnis hat, wird mit verschiedenen Neuerungen überrascht. Es sind nicht nur die neuen Module für den GTK Boxer, sondern auch Unmengen an Drohnen: Landdrohnen mit schweren Maschinengewehren, Landdrohnen mit Transportfunktion, Landdrohnen als Basis für Drohnenschwärme, große Aufklärungsdrohnen, kleine Aufklärungsdrohnen, Drohnen zum Minenlegen oder Drohnen als Loitering Munition (warten auf das Vorbeikommen eines Ziels).


All diese neuen Gerätschaften, aber auch altbewährte Systeme wie die Panzerhaubitze 2000, der Wiesel, der Leopard 2, der Puma, der Tiger und der Fuchs werden im zukünftigen Gefecht eingesetzt. Nur eben anders und gemäß der sich wandelnden Situation auf dem Gefechtsfeld. Es geht um billige Masse, um Abstand, um Präzision und um Geschwindigkeit. Dass einzelne Waffensystem, wie groß und laut es auch sein mag, geht im Verbund der Waffen auf. Man könnte es mit einem Orchester vergleichen, welches auch nur im Zusammenspiel einen guten Klang entfaltet und einzelne Instrumente nur punktuell aus der Teamarbeit hervortreten.

Da das Gefechtsfeld inzwischen sehr transparent geworden ist, müssen Schutzschirme aufgebaut werden, die die eigenen Kräfte in verschiedenen Dimensionen und Höhen absichern. Dabei ist der Gegner möglichst auf Abstand zu halten. Hier kommen Abstandswaffen wie die bewährte Panzerhaubitze 2000, der fernsteuerbare RCH155 (Artillerie auf GTK Boxer) oder der Raketenwerfer MARS II zum Einsatz. Letzterer hat eine Kampfentfernung von bis zu 84 Kilometern bei einer hohen Trefferwahrscheinlichkeit. Rückt der Feind näher, werden ihm zunächst unbemannte Systeme entgegengeschickt. Ist das Areal gesichert, folgen die bemannten Kräfte. Besonders kritisch und tödlich ist es, wenn sich der eigene Schutzschirm mit dem des Gegners überschneidet. Hier kommt es auf Geschwindigkeit bei Erfassung des Lagebildes, Entscheidung und schneller, präziser Wirkung auf die vulnerablen Punkte der Gegenseite an.

Das Heer hat sich sehr genau die Entwicklungen in der Ukraine angeschaut. Nachdem viele Ukrainer in Deutschland ausgebildet worden waren, greift die Bundeswehr inzwischen auf deren Fronterfahrung zurück und profitiert von deren Wissen. Auch die Rüstungsindustrie klinkt sich in die innovativen Entwicklungen der Ukrainer ein. So kehrt das jahrelange Investment nach Deutschland zurück.

Weitere Infos zum Campaign Plan Heer 2035+: https://www.btb-concept.de/bild/Heer_Plan_2025_20260424.pdf

Pressebegegnung mit Generalleutnant Dr. Freuding: https://youtu.be/i6hG9InofaI

Pressestatement von Bundeskanzler Friedrich Merz: https://youtu.be/h9c2IN4vyJ8

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 28. April 2026

Die Deutschen und die Atombombe

Der Titel „Die Deutschen und die Atombombe“ fasst das Buch sehr gut zusammen. Ob Sowjets, Amerikaner, Pakistan, Irak, Iran oder andere Staaten – Deutsche waren immer an deren Atomprogramm beteiligt. Zuerst waren es Wissenschaftler und Ingenieure, die Expertise geliefert hatten. Später waren es deutsche Firmen, die wichtige Teile liefern konnten. Die Ambitionen waren sehr unterschiedlich und gingen vom Forscherdrang über ideologische Triebkräfte bis hin zu wirtschaftlichen Interessen. Auch Spionage spielte eine große Rolle.

Der Autor beginnt in der Zeit des Zweiten Weltkriegs und führt den Leser auf unterhaltsame, flüssig geschriebene Weise durch die Entwicklung der letzten 90 Jahre. Da er selbst an wichtigen Schnittstellen der Sicherheitspolitik eingesetzt war und über ein entsprechend breites Netzwerk verfügt, bewegen sich die Schilderungen nicht im Bereich der Mutmaßung, sondern haben Hand und Fuß, sind in sich schlüssig und bieten dem geneigten Leser ein erhebliches Maß an Erkenntnisgewinn. Auch der Laie weiß nach dem lesen, wie sich das mit der Urananreicherung verhält, welche Rolle Plutonium spielt und wie wichtig die „Moderation“ des Kernspaltungsprozesses ist. Das Buch ist bis zum Ende spannend, da es ungeschönt die letzten 20 Jahre Regierungspolitik und deren eklatante Fehleinschätzungen seziert.

Das Buch muss auch die Generalität der Bundeswehr beeindruckt haben. Immerhin war es bei einer Tagung der Clausewitz-Gesellschaft empfohlen worden.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 23. April 2026

Reza Pahlavi in der Bundespressekonferenz

Heute stellte sich Reza Pahlavi den Fragen der Presse zur Lage im Iran. Reza Pahlavi ist der älteste Sohn des Schahs von Persien (Schah von Iran). Als sein Vater 1979 durch das Mullah-Regime gestürzt wurde, war er 18 Jahre alt. Er wird vom westlich orientierten Teil der Perser als Führungspersönlichkeit gewünscht. Auch von den Demonstranten, die parallel zur Pressebegegnung vor dem Haus der Bundespressekonferenz demonstrierten.


Die Pressekonferenz machte deutlich, dass es einem Großteil der Journalisten egal zu sein scheint, dass das Mullah-Regime Tausende von Menschen tötet, die für eine freiheitlich demokratische Ordnung im Iran eintreten. Die Fragesteller stellten die Behauptung in den Raum, dass es „viele zivile Opfer“ durch israelische und amerikanische Bomben gebe. Diese konnten jedoch nicht näher beziffert werden und betreffen hauptsächlich die  Kombattanten des Mullah-Regimes. Reza Pahlavi reagierte souverän auf diese Provokationen und zeigte letztlich, dass er fester auf dem Boden freiheitlich demokratischer Prinzipien und Werte steht als so manch ein Fragesteller.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 22. April 2026

Indischer Verteidigungsminister im Bendlerblock empfangen

Heute wurde der indische Verteidigungsminister, Rajnath Singh, mit militärischen Ehren durch seinen Amtskollegen Boris Pistorius im Bendlerblock empfangen. Am Nachmittag reisten Boris Pistorius und Rajnath Singh zu thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) nach Kiel.

Rajnath Singh ist 74 Jahre alt und fungierte mehrfach als Vorsitzender seiner konservativen, hinduistisch geprägten Partei BJP. Seit 2019 ist er für das Verteidigungsressort im Kabinett Modi zuständig.

Indien hat 1,4 Milliarden Einwohner und ein stattliche Verteidigungsbudget von 78,3 Milliarden USD. Damit rangiert Indien auf Platz 6 der Weltrangliste. Hauptgegner ist nach wie vor Pakistan. Pakistan und Indien besitzen Atomwaffen. Indien hatte bislang sehr enge Kontakte zu Russland unterhalten. Russland konnte allerdings wegen seines andauernden Ukraine-Abenteuers viele Bestellungen nicht mehr ausliefern, so dass sich Indien schon seit 2023 westwärts orientiert – nach dem Handelsprinzip: „Wenn A nicht liefert, kaufe ich bei B“. Indien schaut sehr kritisch auf das chinesische Engagement Chinas im Indipazifik und nimmt deshalb auch gerne an multinationalen Übungen wiePacific Skies 2024 teil.

Autor: Matthias Baumann