Donnerstag, 16. Oktober 2025

Wer war Oberst Bernhard Gertz?

Gestern Abend wurde in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft die Gedenkschrift "Klare Worte" über Oberst a.D. Bernhard Gertz vorgestellt und an dessen Frau übergeben. Er war noch während der Zusammenstellung des Buches kurz vor seinem 80. Geburtstag verstorben. Bernhard Gertz hatte die Bundeswehr geprägt, war immer klar, direkt und streitbar. Weil er konsequent mit Uniform in der Öffentlichkeit aufgetreten war, wurde er zum Gesicht der Bundeswehr und deshalb auch liebevoll "Mister Bundeswehr" genannt.

 

Im Interview erzählen der ehemalige Generalinspekteur, General a.D. Eberhard Zorn, der Bundesvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst André Wüstner, der ehemalige Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ulrich Baumgärtner, und der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, wie sie Bernhard Gertz erlebt hatten und was er aus ihrer Sicht für die Bundeswehr und den Bürger in Uniform geleistet hatte.

Die Gedenkschrift "Klare Worte" kann hier bestellt werden: https://amzn.eu/d/76z8gCx

Weitere Infos zur Deutschen Härtefallstiftung finden Sie hier:
https://youtu.be/SB9qjOPiAd0 und https://haertefall-stiftung.de/

 

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. Oktober 2025

Offizierschule der Luftwaffe in Roth in Dienst gestellt

Heute fand im fränkischen Roth der Appel zur Indienststellung der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) statt. Dazu waren Bundestagsabgeordnete, Generale und ausländische Gäste angereist. Die Reden wurden vom Bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, dem Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Neumann, und dem Leiter der Offizierschule, Brigadegeneral von Fritschen gehalten. Für die musikalische Umrahmung war das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen zuständig. Passend zur Region wurden der Bayerische Präsentiermarsch, der Bayerische Defiliermarsch und die Bayernhymne gespielt. Die 2. Kompanie des Wachbataillons trug die blaue Luftwaffenuniform und stellte die Ehrenformation. Ein besonderes Highlight war der Überflug von zwei Eurofightern, einem A400M und einem CH-53 während der Nationalhymne.


Im Anschluss an den Appell gab es in großen Hörsaal der OSLw eine Zeremonie zur Namensgebung. Die Schule wurde nach dem ehemaligen Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Hans-Jörg Kuebart, benannt. Er zeichnete sich durch seine Begeisterung für das Fliegen aus und war auch auf kameradschaftlicher Ebene ein Vorbild für Viele. Auch zwei seiner Söhne sind inzwischen Generale der Luftwaffe und durften das Schuld „Kuebart-Campus“ enthüllen. Überhaupt haben die Architekten großen Wert darauf gelegt, das Hauptgebäude als zivil wirkenden Campus zu gestalten. Der militärische Charakter mit seinen klar strukturierten Sichtachsen wird erst bei einem Blick auf dem Lageplan des Gesamtareals deutlich.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 13. Oktober 2025

Neue Botschafter von Libanon, Bahrain, Ecuador und Ghana akkreditiert

Heute wurden vier Botschafter bei Bundespräsident Steinmeier akkreditiert. Im üblichen Halbstunden-Takt trafen diese bei bestem Fotowetter am Schloss Bellevue ein.

Botschafterin der Libanesischen Republik, Abir Ali, ist seit 1995 im Diplomatischen Dienst beschäftigt und für das Außenministerium des Libanon beschäftigt. Sie war bereits an den Botschaften in Washington D.C., in Kairo, in Rom und in Bahrain eingesetzt. Sie löst den langjährigen Botschafter Dr. Adib Abdul Wahed Mustapha ab, der zwischenzeitlich als Premierminister des Libanon fungiert hatte. Er war der Botschafter mit der längsten Akkreditierungsdauer in Deutschland und durfte deshalb bei Defilees immer direkt nach dem Doyen des Diplomatischen Korps die Hände der Gastgeber schütteln.


Anschließend wurde der Botschafter des Königreichs Bahrain, Ahmed Ebrahim A. Rahman Ahmed Alqarainees, akkreditiert. Bahrain liegt nördlich von Katar und hat eine ähnliche Flagge mit einer weißen und einer roten Fläche, die durch Zacken ineinandergreifen. Das Rot ist allerdings deutlich heller. Die fünf weißen Zacken stehen symbolisch für die fünf Säulen des Islam. Bahrain hat 1,5 Millionen Einwohner und ein Pro-Kopf-Einkommen von 31.591 USD pro Jahr.


Es folgte der Botschafter der Republik Ecuador, Vicente Albornoz. Seine Exzellenz bringt erhebliche Erfahrungen auf den Gebieten Wirtschaft, Haushalt und Finanzpolitik mit. Sein Land hat 18 Millionen Einwohner und erhebliche sicherheitspolitische Herausforderungen wegen seines Nachbarn Venezuela. Aus diesem Grunde bestehen enge Beziehungen zu Kolumbien und den USA. Ecuador verfügt über 39.600 aktive Soldaten und eine bemerkenswert große Reserve von 118.000 Personen.


Besonders farbenfroh wurde es mit dem Eintreffen des Botschafters der Republik Ghana, Ohene Adjei. Er und seine Delegation waren in orange-gelbe Umhänge gekleidet, die ein freundliches Spiel mit dem Sonnenlicht veranstalteten. Professor Adjei studierte an der Universität Hamburg und arbeitete am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg. Er spricht fließend Deutsch und Englisch sowie Twi. Ghana sendet ihn als Hochwertressource, die kulturelle Kenntnisse und bestehende Kontakte nutzen und damit seinem Land in wirtschaftlicher, kultureller und wissenschaftlicher Hinsicht dienen soll.


Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 9. Oktober 2025

Berlin Peace Dialogue zu hybriden Bedrohungen, Krisenprävention und Aufbau von Resilienz

Heute fand im BMVg der Berlin Peace Dialogue2025 statt. Veranstaltet wurde diese Konferenz durch den Beitrat derBundesregierung für Zivile Krisenprävention und Friedensförderung. Dieser Beirat wurde erstmalig 2005 einberufen und besteht aus 20 Mitgliedern aus sehr unterschiedlichen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens – insbesondere aber aus den Bereichen Polizei, Bundeswehr, Think-Tanks und Hilfsorganisationen. Entsprechend vielseitig waren auch die Teilnehmer, deren Interessen und Beiträge zur Konferenz.

Berlin Peace Dialogue 2025
In diesem Jahr lag der Schwerpunkt auf dem Umgang mit hybriden Bedrohungen und Angriffen und dem Aufbau von Resilienz. Resilienz wurde im Kontext der Konferenz als die Fähigkeit definiert, auch bisher unbekannte Krisen, professionell managen zu können. Dazu gehören eine Sensibilisierung auf hybride Ereignisse und eine nüchterne, unaufgeregte Behandlung – möglichst nach Checkliste. Immer wieder kam die Sprache auf Drohnen. Aber auch Desinformation und die psychologische und ideologische Zersetzung von Gesellschaften spielte eine Rolle.

Nach Panels mit Fragen und Antworten aus dem Auditorium ging es in vier verschieden Workshops. Alles war auf Beteiligung angelegt. Erfahrungswerte aus anderen Ressorts wurden interessiert aufgenommen. Teilnehmer waren überrascht über die Vielfalt der Experten, die etwas zum Thema beisteuern konnten. Zwischendurch gab es immer wieder lange Pausen, die zum Netzwerken genutzt werden konnten. Da trank der General a.D. mit dem Vertreter einer christlichen Hilfsorganisation für Kinder seinen Kaffee und da stand der Banker mit einem Mitglied des Bundestages zusammen. Afrikaner tauschten sich mit Israelis aus und NGO-Vertreter erzählten von ihren Erfahrungen beim Zusammenbringen von Volksgruppen im Libanon.

Auch wenn die Konferenzsprache Englisch war und der Fokus weit über den deutschen Tellerrand hinausging, so stand doch immer auch die Überlegung im Raum: Was kann Deutschland davon lernen. Auch wenn der Bürger wenig von einem gesamtgesellschaftlichen Aufbau von Resilienz spürt, so laufen doch im Hintergrund bereits einige Dinge. In dieser Hinsicht war die Konferenz ermutigend. Ermutigend auch, dass das BMVg seit etwa drei Jahren aktiv das Konzept der Gesamtverteidigung vorantreibt und die Zuarbeit der anderen Ressorts einfordert. Der alte Schlendrian des Hin- und Herschiebens von Verantwortung scheint vorbei zu sein.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 7. Oktober 2025

Richterwechsel am Bundesverfassungsgericht

Heute Nachmittag wurden durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue drei Richter des Bundesverfassungsgerichtes entlassen und mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt: die Vizepräsidentin Doris König sowie die Richter Josef Christ und Ulrich Maidowski.

Anschließend wurden drei neue Richter des Bundesverfassungsgerichtes ernannt und vereidigt: Ann-Kathrin Kaufhold zur Richterin und Vizepräsidentin sowie Sigrid Emmenegger und Günter Spinner zu Richtern.

 

In einer längeren Rede ging der Bundespräsident auf den Wert des Verfassungsgerichtes und den etwas schwierigen Prozess der jüngsten Wahl neuer Richter ein. Er würdigte die Arbeit der drei scheidenden Richter und stellte die neuen Richter vor. Das Medieninteresse war verhalten – möglicherweise wegen verschiedener Parallelveranstaltungen, die heute in Berlin stattfanden. Das Verkehrsministerium hatte sogar auf Halbmast geflaggt um des Terroranschlags vom 7. Oktober 2023 zu gedenken.

Autor: Matthias Baumann