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Sonntag, 21. Juni 2026

2. Nationaler Veteranentag am Reichstag

Eine Woche lang wurde mit vielen regionalen Aktionen der 2. Nationale Veteranentag begangen. Die zentrale Veranstaltung fand heute zwischen Reichstag und Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt statt.


Das Areal war größer als im letzten Jahr. Während am Südostende die große Bühne stand, steppte am Nordwestende der Bär – oder besser gesagt die Tragtiere der Härtefallstiftung. Beide Ende waren durch Zelte verbunden, in denen sich Veteranenvereine, die Teilstreitkräfte, der Bundestag, Hilfswerke und Caterer vorstellten. Mittendrin die Nebenbühne mit einem Programm, das von Umgang mit PTBS bis Veteranen in der Wirtschaft reichte.

Das Programm auf der Hauptbühne musste gegen 11.30 Uhr wegen Starkregen und Gewitter unterbrochen werden. Dann trat der Regierende Bürgermeister von Berlin ans Rednerpult und die Sonne kam wieder heraus. Das Wetter blieb wechselhaft, was sich auf die Anzahl der Zuschauer an der Hauptbühne auswirkte, denn auch die Tribüne bot nur bedingt Schutz vor dem Regen. Besondere Highlights waren die Auftritte von The „BossHoss“ und „Heavysaurus“. Später wurde es etwas ruhiger mit Heinz Rudolf Kunze. Kai Wegner, Friedrich Merz, Julia Klöckner, Boris Pistorius und General Breuer absolvierten Rundgänge und hielten reden, verteilten oder bekamen Veteranenabzeichen und beteiligten sich an Paneldiskussionen zu verschiedenen Themen. Bemerkenswert war, wie gut die Bühnentechnik logistisch abgestimmt war und dass bei den ständigen Wechseln - auch vor den Bandauftritten - kein Soundcheck nötig war.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 15. Mai 2026

7 Interviews zum Thema „Soldat und Politiker“

Immer wieder begegnen wir Politikern, die bei Apellen in Uniform auftauchen oder bei passender Gelegenheit von ihrer Bundeswehrvergangenheit berichten. Dem wollten wir nachgehen und haben sieben Politiker befragt, wie die Wechselwirkung militärischer Erfahrung mit der Arbeit in der Politik harmoniert.


Um ein ausgewogenes Verhältnis der Parteienlandschaft darzustellen, kommen vier Politiker der Regierungsparteien und drei der Opposition zu Wort. Die Linke war zwar auch eingeladen, hat aber abgesagt. Die Interviewpartner in alphabetischer Reihenfolge sind:

Stefan Bley, CDU, Oberstleutnant der Reserve, Bezirksstadtrat

Hannes Gnauck, AfD, Oberfeldwebel außer Dienst, Mitglied des Bundestages

Dr. Timur Husein, CDU, Obergefreiter der Reserve, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses

Lucas Koppehl, SPD, Kapitänleutnant d. R., Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Dr. Tobias Lindner, Grüne, Oberleutnant d. R. InfoDVag, Staatsminister a.D. im Auswärtigen Amt

Rüdiger Lucassen, AfD, Oberst i.G. außer Dienst, Mitglied des Bundestages

Alexander Slotty, SPD, Oberleutnant der Reserve, Staatssekretär und Amtschef


Und das sind die Fragen an alle Gesprächspartner:

Was war Ihre Motivation, nach dem aktiven Dienst in die Politik zu gehen?

Was ist Ihre Motivation, weiter in der Reserve zu dienen?

Wie verbinden Sie Politik und Bundeswehr?

Wie nützlich ist Ihre Bundeswehrerfahrung im politischen Tagesgeschäft?

Wie stehen Sie zum Nationalen Sicherheitsrat?

Was halten Sie von Katastrophenschutz und Amtshilfe?

Was halten Sie von Gesamtverteidigung? Was könnte noch getan werden?


Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 3. März 2026

Wehrbeauftragter und sicherheitspolitischer Impulsgeber

Heute wurde der Bericht 2025 des Wehrbeauftragten des Bundestages, Henning Otte (CDU), in der Bundespressekonferenz (BPK) in Berlin vorgestellt.


Henning Otte hatte im Juni 2025 seine Vorgängerin Dr. EvaHögl (SPD) abgelöst. Sie hatte damit ihre reguläre, fünfjährige Amtszeit beendet. Der Wehrbeauftragte wird für fünf Jahre berufen und überspannt mit dieser Amtszeit bewusst die Legislaturperiode. Damit haben der Wehrbeauftragte und die Soldaten mehr Planungssicherheit. Wehrbeauftragte sind als "Anwalt der Soldaten" zu verstehen und bauen idealerweise einen guten und intensiven Draht zur Truppe auf. Henning Otte saß viele Jahre im Verteidigungsausschuss des Bundestages und versteht sich nach wie vor als "sicherheitspolitischer Impulsgeber". Zurzeit der Merkel-Regierung (bis 2021) war es sein Wunsch, Parlamentarischer Staatssekretär im BMVg zu werden. Das wusste Angela Merkel bis zum Schluss zu verhindern, selbst als die Stelle durch das Ausscheiden von Dr. Peter Tauber vorzeitig frei wurde.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 5. November 2025

14 weitere Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr freigegeben

Hier die Pressemitteilung 32/2025 des Bundesministeriums der Verteidigung vom 5. November 2025:



 

Stärkung der Bundeswehr Grünes Licht für 14 weitere Beschaffungsvorhaben

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat heute weitere 14 sogenannte 25-Millionen-Euro-Vorlagen mit einem Gesamtvolumen von über 1,9 Milliarden Euro gebilligt. Damit wurden in diesem Jahr bereits 57 Großvorhaben über das Parlament auf den Weg gebracht. Die Großprojekte umfassen die Fähigkeitsbereiche Luftverteidigung, Handwaffen, Unterstützung und Sanität, Durchhaltefähigkeit sowie den IT-Bereich. Sie betreffen neben Luft, Land, See auch den Cyberraum und stärken die Bundeswehr in der Breite. Bereits im Oktober hat der Haushaltsausschuss 18 Beschaffungsvorhaben im Gesamtwert von über 14 Milliarden Euro gebilligt. Diese positive Dynamik für die Ausstattung unserer Soldatinnen und Soldaten mit den dringend benötigten Fähigkeiten werden wir konsequent fortsetzen.

Aus den 14 Projekten möchten wir folgende vier beispielhaft herausstellen:

Änderungsvertrag für Unterstützungsleistungen mit der BWI (u.a. D-LBO)

Der Änderungsvertrag ist eine seit Mitte 2024 geplante Aktualisierung und Verlängerung einer bestehenden Rahmenvereinbarung mit der BWI. Er umfasst Unterstützungsleistungen zur Begleitung von drei wichtigen Rüstungsprojekten, unter anderem der „Digitalisierung Landbasierter Operationen“ (D-LBO) und sorgt für eine nahtlose Weiterführung der technisch und logistischen Betreuungsleistungen durch die BWI. Konkret werden z.B. Systemingenieure der BWI bei der Digitalisierung der Landstreitkräfte eingebunden. Die Unterstützung des Bundeswehr-eigenen IT-Systemhauses betrifft langfristige Projektbedarfe, ist üblich und findet auch bei anderen Rüstungsgroßprojekten statt.

Beschaffung des Systems Pistole P13 als neue Standardpistole der Bundeswehr mit Zubehör und Tragesystemen

Die Pistole ist häufig die einzige Bewaffnung für bestimmte Verwendungen (z. B. Einsatz in beengten Räumen und in besonderen Lagen). Sie kann reaktionsschnell eingesetzt werden und dient vorrangig der Selbstverteidigung. Die Pistole P13 wird der Nachfolger der Pistole P8. Sie hat ergonomische Vorteile, das Griffstück der Pistole P13 kann z.B. an die Größe der Hand des Schützen angepasst werden.

Beschaffung palettierter Rüstsätze zum qualifizierten Patiententransports in militärischen Transportflugzeugen.

Die Rüstsätze sind geeignet für den Transport von leicht bis mittelschwer verletzten Patienten sowie Intensivpatienten. Die modularen Paletten inklusive modularer Sanitätsausstattung ermöglichen es, mehrere A400M voll auszurüsten. Wir erhöhen damit die Patiententransportkapazität pro Luftfahrzeug deutlich. Auch die Einrüstzeiten in den A400M für den Einsatz in der MedEvac-Rolle verkürzen sich deutlich. Gleichzeitig wird die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr im Bereich des taktischen und strategischen Patientenlufttransports gestärkt.

Entwicklung, Herstellung und Beschaffung der Small Anti Drone Missile (SADM)

Wir befähigen das aktuell in der Einführung befindliche Luftverteidigungssystem SKYRANGER 30 als vollumfängliches System zur Bekämpfung von unbemannten Zielen. Der Einsatz von Klein- und Kleinstdrohnen stellt in der Ukraine und anderen Konflikten eine wesentliche Bedrohung für Bevölkerung, Soldaten, Waffensysteme und Infrastruktur dar. Der Lenkflugkörper Small Anti Drone Missile wird die Bordkanone des SKYRANGER 30 ergänzen. Das System wird so vollumfänglich zur Abwehr von Klein- und Kleinstdrohnen befähigt.

Die weiteren Beschaffungsvorhaben sind:

  •     Wärmebildzielgeräte für die mittlere Reichweite für abgesessene Kräfte
  •     Mobile Feldküchen zur Lagerung, Zubereitung und Abgabe von Verpflegung
  •     Multibandfunkgeräte mit Zubehör (Manpacksatz)
  •     Modularen Fähigkeitsträger Brandschutz (Abrollbehälter)
  •     Lenkflugkörper (LFK) Rolling Airframe Missile (RAM) Block 2B (2. Ergänzungsbeschaffung)
  •     Entwicklungsvertrag zur Obsoleszenzbeseitigung Rolling Airframe Missile (RAM) Launcher Servo Control Unit
  •     Betreibervertrag im Rahmen der Beteiligung der Bundeswehr an der Satellitenmission Heinrich Hertz (H2Sat)
  •     Standardisierung maritimer Führungs- und Waffeneinsatzsysteme (FüWES-M)
  •     Produkte der Sicheren Inter-Netzwerk Architektur (SINA)-Produktfamilie 


Die Finanzierung der heute bewilligten Beschaffungsvorhaben in Höhe von 1,9 Milliarden Euro erfolgt über das Sondervermögen Bundeswehr und über den Einzelplan 14. Wir wollen die Dynamik bei der Beschaffung weiter aufrechterhalten und werden für die schnelle und nachhaltige Stärkung der Streitkräfte im Jahresverlauf dem Deutschen Bundestag weitere Rüstungsvorhaben vorlegen.

Ende der Pressemitteilung 32/2025

Donnerstag, 16. Oktober 2025

Wer war Oberst Bernhard Gertz?

Gestern Abend wurde in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft die Gedenkschrift "Klare Worte" über Oberst a.D. Bernhard Gertz vorgestellt und an dessen Frau übergeben. Er war noch während der Zusammenstellung des Buches kurz vor seinem 80. Geburtstag verstorben. Bernhard Gertz hatte die Bundeswehr geprägt, war immer klar, direkt und streitbar. Weil er konsequent mit Uniform in der Öffentlichkeit aufgetreten war, wurde er zum Gesicht der Bundeswehr und deshalb auch liebevoll "Mister Bundeswehr" genannt.

 

Im Interview erzählen der ehemalige Generalinspekteur, General a.D. Eberhard Zorn, der Bundesvorsitzende des Deutschen Bundeswehrverbandes, Oberst André Wüstner, der ehemalige Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt a.D. Dr. Ulrich Baumgärtner, und der ehemalige Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, wie sie Bernhard Gertz erlebt hatten und was er aus ihrer Sicht für die Bundeswehr und den Bürger in Uniform geleistet hatte.

Die Gedenkschrift "Klare Worte" kann hier bestellt werden: https://amzn.eu/d/76z8gCx

Weitere Infos zur Deutschen Härtefallstiftung finden Sie hier:
https://youtu.be/SB9qjOPiAd0 und https://haertefall-stiftung.de/

 

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 24. Juli 2025

Gesetzentwurf zum neuen Wehrdienst

Aus Regierungskreisen ist zu erfahren, dass man sich Ende August 2025 mit dem Gesetzentwurf zum Neuen Wehrdienst befassen wolle. Als Zielvorstellung gilt eine Zahl von 460.000 Soldaten, die sich aus 260.000 Aktiven und 200.000 Reservisten zusammensetzen sollen. Diese sollen dann in den unterschiedlichen Bereichen von NATO-Ostflanke bis Operationsplan Deutschland und Heimatschutz eingesetzt werden.

Teilziel ist der Aufbau einer starken Reserve. Ende letzten Jahres verfügte die Bundeswehr über 179.850 aktive Soldaten und 34.100 Reservisten. Der Aufwuchs ist demnach sehr ambitioniert, wird aber von unseren Verbündeten erwartet.

Die Ausgestaltung soll zunächst nach dem Schwedischen Modell erfolgen, welches auf Attraktivität und Freiwilligkeit des Dienstes setzt. Zur Umsetzung dessen werden Freiwillige sofort in das Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit versetzt. Ferner achte man auf Sinnstiftung innerhalb des Dienstes, Möglichkeiten zur Weiterbildung und neue Karrierechancen. Weitere Schmankerl stellen das kostenlose Bahnfahren, günstige Verpflegung, hohes Grundgehalt, unentgeltliche Unterkunft und freie Heilfürsorge dar.

Die Wehrerfassung war seit 2011 massiv vernachlässigt worden. Deshalb soll nun jeder männliche deutsche Staatsbürger verpflichtend einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Weibliche Staatsbürger können den Fragebogen freiwillig ausfüllen. Damit sollen Bereitschaft, Eignung und Verfügbarkeit erfasst werden. Mit der Übertragung der Aufgaben der Wehrerfassungsbehörde auf die Bundeswehr werden zudem die Meldebehörden der Länder entlastet. Ab 2028 soll es eine verpflichtende Musterung 18-jähriger Männer geben.

Ab 2031 sollen jährlich bis zu 40.000 Frauen und Männer über das neue Wehrdienstmodell rekrutiert werden. Momentan geht man davon aus, dass die Zielvorgaben durch Freiwillige erreicht werden können. Sollte das nicht ausreichen, werde das Gesetz einen Mechanismus enthalten, der eine verpflichtende Heranziehung ermöglicht.

Zur Aktivierung der Wehrpflicht gebe es allerdings keinen Automatismus, keine festgelegte Zahl und auch keinen festgelegten Zeitpunkt.

Autor: Matthias Baumann