Montag, 3. Juni 2013

Neuschwanstein steht in Babelsberg

"Früher wurde in Neuschwanstein gedreht. Jetzt steht Neuschwanstein in Babelsberg."

Treffender hätte die Entwicklung der Filmindustrie am Standort Berlin-Brandenburg nicht beschrieben werden können. Christoph Fisser, Vorstand der Studio Babelsberg AG, zeigte sich erfreut darüber, dass "Babelsberg wieder eine Marke" ist und dass er es bei seinen Besuchen in Los Angeles inzwischen mit "ganz anderen Gesprächspartnern" zu tun hat.

Die Attraktivität von Berlin wird zunehmend durch hochkarätige Schauspieler wie Brad Pitt, George Clooney und andere Hollywood-Stars bestätigt.

Die Damen und Herren bei der heutigen Podiumsdiskussion in der IHK Berlin waren sich einig, dass in Berlin einfach die Rahmenbedingungen für einen guten Dreh stimmen.

IHK Berlin Klaus Wowereit Stefan Arndt
Klaus Wowereit und Stefan Arndt in der IHK Berlin
Zu verdanken ist das wohl dem besonderen Engagement und Interesse des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit, der ebenfalls an der Diskussion teilnahm. Seine Akzeptanz bei internationalen Produzenten ist inzwischen so groß, dass Martin Bachmann, Managing Director der Sony Pictures Releasing GmbH, öfter mal gefragt wird "Is Klaus also there?"

Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin des Medienboard Berlin-Brandenburg, zeigte in ihrer Präsentation sehr anschaulich, welch eine wirtschaftsfördernde Kraft von der regional aktiven Filmindustrie ausgeht.

IHK Berlin Kirstin Niehuus Martin Bachmann
IHK Berlin - Kirstin Niehuus und Martin Bachmann
50.000 Beschäftigte und 2.500 Unternehmen sind daran beteiligt und bringen 3 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr. Jeder Förder-Euro wird vervierfacht, so dass eine Förderung von beispielsweise 20 Mio. Euro einen Umsatz von 80 Mio. Euro bringt. Das sind Zahlen, die sich sehen lassen können. Christoph Fisser von der Studio Babelsberg AG rechnete uns ein Filmprojekt vor, bei dem normalerweise 50% der Ausgaben in Personalkosten fließen und damit auch ein erhebliches Maß an Lohnsteuern abgeführt wird. Allerdings sei man bei besonders großen Projekten wegen der Steuern nicht mehr wettbewerbsfähig, so dass die Filmindustrie dann "weiterzieht".

IHK Berlin Christoph Fisser Jan Eder
IHK Berlin - Christoph Fisser und Jan Eder
Gerade zur Realisierung von Großprojekten mit einem beispielsweise dreistelligen Millionenbudget wünschte sich Stefan Arndt, Geschäftsführer des X Filme Creative Pool, ein Finanzierungsmodell jenseits der Geschäftsbanken.

Jan Eder,. Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, moderierte den Abend und fragte zum Schluss, was sich die Filmproduzenten von der Berliner Wirtschaft wünschten. Die Antwort war:

Synergien nutzen - positives Image der Filmindustrie als Werbe- und Einnahmequelle

Synergien bieten - Dienstleistungen und filmrelevantes Handwerk

Anschließend war wieder Gelegenheit zum Austausch mit den Akteuren und Besuchern dieser interessanten Veranstaltung.

Autor: Matthias Baumann

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