Freitag, 25. Juli 2025

Pferde-Workshop für PTBS-Betroffene

Der Workshop Horse Sense & Healing wurde am letzten Wochenende erstmalig in Bad Saarow bei Berlin durchgeführt. Der Workshop richtet sich an Soldaten, Veteranen und Zivilangehörige der Bundeswehr, die eine nachgewiesene Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) haben. Neben den acht bis zehn Teilnehmern waren auch Familienangehörige und Gäste dabei. Drei Mitarbeiter des Berliner Veteranenbüros wollten sich das Angebot auch einmal anschauen, um es an Betroffene vermitteln zu können. Organisiert und geleitet wurde der Workshop durch den Bund Deutscher Einsatzveteranen und den Verein Equus – Interaktion zwischen Mensch und Pferd.


Dass Pferde den Heilungsprozess von Menschen unterstützen können, die von einer PTBS betroffen sind, ist schon länger bekannt. Die Ergebnisse bewegten sich allerdings bislang im anekdotischen Bereich und waren nie wissenschaftlich fundiert nachgewiesen worden. Entweder wurde die Wechselwirkung auf die Pferde nicht untersucht, oder die Anzahl der Probanden war einfach zu gering.

Um die Pferde-Therapie auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen, hatte der Sanitätsdienst der Bundeswehr vorvier Jahren ein Untersuchungsprojekt mit 200 Probanden aufgesetzt. Dabei wurden verschiedene Messungen bei Pferden und Teilnehmern vorgenommen, die vom Herzschlag bis zur Prüfung von Stresshormonen ging. Dabei konnte auch der Zusammenhang zwischen Stress und Angleichen des Herzschlags in der Interaktion von Mensch und Pferd ermittelt werden.

Der damalige Inspekteur des Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Baumgärtner, war von der Pferde-Therapie überzeugt und konnte nach einigen Monaten positive Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung bestätigen. Auch dieser wissenschaftlichen Grundlage ist es wohl zu verdanken, dass das BMVg seit zwei Jahren die Kosten für die Pferde-Workshops übernimmt.

Bei den Untersuchungen ist zudem herausgekommen, dass die Familie inklusive der Kinder eine große Rolle im Heilungsprozess spielt. Deshalb ist die Teilnahme von Familienangehörigen erwünscht und wird entsprechend unterstützt.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 24. Juli 2025

Gesetzentwurf zum neuen Wehrdienst

Aus Regierungskreisen ist zu erfahren, dass man sich Ende August 2025 mit dem Gesetzentwurf zum Neuen Wehrdienst befassen wolle. Als Zielvorstellung gilt eine Zahl von 460.000 Soldaten, die sich aus 260.000 Aktiven und 200.000 Reservisten zusammensetzen sollen. Diese sollen dann in den unterschiedlichen Bereichen von NATO-Ostflanke bis Operationsplan Deutschland und Heimatschutz eingesetzt werden.

Teilziel ist der Aufbau einer starken Reserve. Ende letzten Jahres verfügte die Bundeswehr über 179.850 aktive Soldaten und 34.100 Reservisten. Der Aufwuchs ist demnach sehr ambitioniert, wird aber von unseren Verbündeten erwartet.

Die Ausgestaltung soll zunächst nach dem Schwedischen Modell erfolgen, welches auf Attraktivität und Freiwilligkeit des Dienstes setzt. Zur Umsetzung dessen werden Freiwillige sofort in das Dienstverhältnis eines Soldaten auf Zeit versetzt. Ferner achte man auf Sinnstiftung innerhalb des Dienstes, Möglichkeiten zur Weiterbildung und neue Karrierechancen. Weitere Schmankerl stellen das kostenlose Bahnfahren, günstige Verpflegung, hohes Grundgehalt, unentgeltliche Unterkunft und freie Heilfürsorge dar.

Die Wehrerfassung war seit 2011 massiv vernachlässigt worden. Deshalb soll nun jeder männliche deutsche Staatsbürger verpflichtend einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. Weibliche Staatsbürger können den Fragebogen freiwillig ausfüllen. Damit sollen Bereitschaft, Eignung und Verfügbarkeit erfasst werden. Mit der Übertragung der Aufgaben der Wehrerfassungsbehörde auf die Bundeswehr werden zudem die Meldebehörden der Länder entlastet. Ab 2028 soll es eine verpflichtende Musterung 18-jähriger Männer geben.

Ab 2031 sollen jährlich bis zu 40.000 Frauen und Männer über das neue Wehrdienstmodell rekrutiert werden. Momentan geht man davon aus, dass die Zielvorgaben durch Freiwillige erreicht werden können. Sollte das nicht ausreichen, werde das Gesetz einen Mechanismus enthalten, der eine verpflichtende Heranziehung ermöglicht.

Zur Aktivierung der Wehrpflicht gebe es allerdings keinen Automatismus, keine festgelegte Zahl und auch keinen festgelegten Zeitpunkt.

Autor: Matthias Baumann

Laufzeit von SSL-Zertifikaten wird bis 2029 drastisch verkürzt

SSL-Zertifikate werden genutzt, um die Datenübertragung zwischen Server und Endgerät zu verschlüsseln. Wenn Sie also eine SSL-gesicherte Webseite besuchen, werden die übertragenen Daten vom Ablageort der Webseite bis zu Ihrem Browser verschlüsselt. Gleiches gilt für E-Mails, die vom Mailserver zu Ihrem Mailprogramm im Büro verschlüsselt übertragen werden.

Rein technisch betrachtet kann es passieren, dass Daten eines Internetservers, der physisch im Nachbarhaus steht, einmal um den Globus wandern, bevor sie im Browser landen. Das hängt mit den weltweiten Netzwerk-Verbindungen und dem DNS (Domain Name Service) zusammen. Auf diesem langen Weg besteht die Möglichkeit, dass Angreifer den Datenfluss mitlesen. Um das zu erschweren, gibt es verschieden starke Verschlüsselungen, die über die SSL-Zertifikate gewährleistet werden.

Bisher war es üblich, dass SSL-Zertifikate für ein oder mehrere Jahre (Richtwert 398 Tage) gültig sind. Im Zuge des Quanten-Computings, welches Passwörter und Verschlüsselungen in einem winzigen Bruchteil der bisherigen Zeit knacken kann, müssen neue Sicherheitslösungen gefunden werden. Das CA/Browser Forum plant wohl auch deshalb, die Gültigkeitsdauer von SSL-Zertifikaten bis 2029 schrittweise auf 47 Tage zu verkürzen. Die Übergangsfrist soll wie folgt gestalten:

  •           bis 15. März 2026 auf 200 Tage reduziert
  • bis 15. März 2027 auf 100 Tage reduziert
  • bis 15. März 2029 auf 47 Tage reduziert

Die Folge ist ein erheblicher Mehraufwand für Domain-Dienstleister. Diese werden den zusätzlichen Aufwand an ihre Endkunden weiterberechnen müssen. Es ist also davon auszugehen, dass der Betrieb einer eigenen Webseite deutlich teurer wird. Es sollte überlegt werden, welche Domains abgestoßen oder auf eine zentrale Webpräsenz zusammengefasst werden können.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 23. Juli 2025

Präsident Macron von Friedrich Merz zu bilateralen Gesprächen in der Villa Borsig empfangen

Am 23. Juli 2025 wurde Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von Bundeskanzler Friedrich Merz zu bilateralen Gesprächen in der Villa Borsig empfangen. Die Villa Borsig liegt am Tegeler See im ehemaligen französischen Sektor (1945-1994) von Berlin. Im benachbarten Offizierscasino war der Pressebereich eingerichtet.

Nachdem die Feuerwehr die Wildgänse von der Wiese verscheucht hatte, konnten die beiden Hubschrauber der Bundespolizei landen. Dem ersten entstieg die Delegation und dem zweiten Emmanuel Macron mit wichtigen deutschen Entscheidungsträgern – auch aus dem BMVg. Die bilateralen Gespräche sollten der Vorbereitung eines größeren sicherheitspolitischen Treffens Ende August 2025 dienen. Zudem war geplant, über Verteidigung, Wirtschaft, Handel und andere aktuelle Themen zu beraten.


Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 22. Juli 2025

Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala besucht Friedrich Merz in Berlin

Am heutigen Abend besuchte der Ministerpräsident der Tschechischen Republik, Petr Fiala, den Bundeskanzler in Berlin und wurde mit militärischen Ehren empfangen. Petr Fiala ist seit November 2021 Ministerpräsident von Tschechien. Die letzten militärischen Ehren für einen tschechischen Ministerpräsidenten hatten noch zur Zeit von Angela Merkel im September 2018 stattgefunden.


Petr Fiala ist Politikwissenschaftler, hat auf diesem Gebiet promoviert und sogar als Dozent an der Karls-Universität Prag gearbeitet. Seine politische Karriere startete er 2011 als Berater des damaligen Premierministers. Bereits 2012 wurde er zum Minister Jugend, Bildung und Sport ernannt. Er gehört der ODS an, die sich im konservativ-liberalen Spektrum verortet, also eine Schwarz-Gelb-Partei.

In den Gesprächen mit Friedrich Merz ging es auch um die Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen und eine europäische Lösung des Problems der illegalen Migration.

Autor: Matthias Baumann