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Montag, 28. September 2026

Das Buch zum Nationalen Sicherheitsrat

Der Nationale Sicherheitsrat (NSR) steckt in Deutschland noch in den Kinderschuhen. Seine „Mutter“ ist die Politologin Christina Moritz. In ihrem kurzweilig geschriebenen „Buch zum Nationalen Sicherheitsrat“ stellt sie fest, dass er noch nicht so wirklich laufen gelernt hat.

Bereits 2016 hatte sie ihr Konzept zum NSR vorgestellt und war auf sehr unterschiedliche Reaktionen gestoßen. Da gab es die Bedenkenträger, die Verhinderer sowie die Sammler neuer Posten.

Umso erstaunter war die Autorin, dass mit Beginn der Regierung Merz auch die Gründung eines NSR auf die Tagesordnung kam. Seitdem wurde der NSR mehrmals einberufen, um aktuellen Ereignissen wie dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig oder Anschlägen auf die Stromversorgung hinterher zu hecheln.

Wenn es nach Christina Moritz ginge, würde das Alles viel schneller und konzeptionell besser strukturiert ablaufen. Sie plädiert nicht nur für eine Rotation der Spitzenposten, sondern auch für eine breite Sicht in die Gesellschaft. So sollten Informationen von Wirtschaft, Bürgern, Institutionen, Behörden und Diensten gleichermaßen betrachtet und daraus ein realistisches Lagebild gebaut werden.

Das Buch ist in kurze Kapitel eingeteilt, die auch selektiv oder in einer anderen Reihenfolge gelesen werden können. Die Überschriften geben das Thema vor und referenzieren auf bekannte Zitate und Ereignisse von Bibel bis Star Trek.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 25. September 2026

Ungarn ist zurück – Boris Pistorius absolviert seinen Antrittsbesuch in Budapest

Heute besuchte Verteidigungsminister Boris Pistorius seinen Amtskollegen, Dr. Romulusz Ruszin-Szendi, in Budapest.


Das Programm war eng getaktet. Nach fünf Stunden flog die Delegation schon wieder nach Berlin zurück. Zunächst gab es auf dem Heldenplatz militärische Ehren mit Hymnen und einer Kranzniederlegung. Dann ging es weiter ins benachbarte Verteidigungsministerium, wo bilaterale Gespräche auf Minister- und Delegationsebene stattfanden. Die anschließende Pressekonferenz dauerte wegen des konsekutiven Dolmetschens (Deutsch und Ungarisch nacheinander) fast eine Stunde. Die wichtigste Botschaft war wohl, dass Ungarn zurück am Tisch der europäischen Staaten ist und zwar nicht als Nettoempfänger, sondern als konstruktiver Partner. Zum Abschluss besuchte Boris Pistorius noch die Gedenkstätte und die Synagoge in der Dohánystraße und legte auch dort einen Kranz und einen Stein nieder.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 24. September 2026

70 Jahre Luftwaffe mit Großem Zapfenstreich gefeiert

Heute Abend wurde im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius in Berlin-Gatow mit einem Großen Zapfenstreich der 70. Gründungstag der Luftwaffe gefeiert.


Die Luftwaffe blickt auf eine bewegte Zeit zurück. Während des Kalten Krieges waren die Auslandseinsätze der Luftwaffe vorrangig humanitärer Natur. So leistete sie in Äthiopien, Sudan, Mosambik und Marokko Hilfe bei Naturereignissen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurden NVA-Soldaten und deren Technik wie die MiG-29 in die Bundeswehr eingegliedert. Ab 1991 wurde es robuster und die Luftwaffe nahm an der Operation Ace Guard im Golfkrieg, der Sarajevo-Luftbrücke, der Operation Deliberate Force in Bosnien und der Operation Allied Force im Kosovo teil. Seit den islamistischen Anschlägen auf das World Trade Center in New York City am 11. September 2001 ist die Luftwaffe zunehmend mit globalen Krisen und der Bündnisverteidigung beschäftigt. Dazu gehört der langjährige Einsatz in Afghanistan und die dramatische Evakuierungsaktion im August 2021. Einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der NATO-Ostflanke leistet die Luftwaffe beim Air Policing in Rumänien und Polen, aber auch im GIUK-Gap (Seewege zwischen Grönland, Island und Großbritannien). 2024 und 2025 warfen A400M der Luftwaffe Lebensmittel über Gaza ab. Zu erwähnen wäre hier auch noch die Großübung Pacific Skies 2024, bei der von Alaska über Japan und Australien bis nach Indien zusammen mit europäischen und regionalen Partnerstreitkräften trainiert wurde.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 21. September 2026

Range Control und die Schießsicherheit auf Truppenübungsplätzen

Wenn das Fahrzeug mit der Aufschrift „Range Control“ erscheint, zuckt die übende Truppe zusammen und schaut sich erst einmal um, ob sie irgendetwas falsch gemacht habe und möglicherweise das Schießvorhaben gestoppt werde.


Dabei sind die Soldaten der Truppenübungsplatzkommandantur darauf bedacht, der Truppe einen möglichst hohen Trainingserfolg bei gleichzeitig hohem Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Weil auch ausländische Streitkräfte gerne die deutschen Kapazitäten nutzen, beginnen die Planungen oft schon bis zu drei Jahren im Voraus. Wenige Wochen vor der eigentlichen Übung werden die Pläne präzisiert. Hier muss Einiges beachtet werden: Mit welchen Waffen wird geschossen? Welche Bewegungsabläufe sollen geübt werden? Auf welche Entfernung wirkt die Munition? Welche Munition wird eingesetzt? Anhand der Antworten können mit verschiedenen Schablonen die möglichen Bereiche auf der Karte ermittelt werden. Dabei kommt es vor, dass sich mehrere Schießbahnen dasselbe Zielgebiet teilen. Am Tag der Übung gleicht die Schießsicherheit die vorhandene Munition mit der angemeldeten Munition ab.

Die Schießbahnen werden erst freigegeben, wenn sich niemand mehr im Gefahrenbereich befindet. Das können eigene Wartungsteams oder die Bundeswehr-Feuerwehr sein. In der Leitstelle der Kommandantur laufen dazu alle Fäden zusammen. Die Truppe muss sich mit Code-Worten legitimieren und besondere Vorhaben anzeigen. Auch kurzfristige Änderungen sind möglich, wenn sie eng mit dem Range Control abgestimmt und durch diesen genehmigt wurden.

Besonders sensibel ist das Thema Feuer: Durch intensiven Beschuss oder bei Trockenheit kann die Heide schnell mal Feuer fangen, das sich je nach Wind und Lage in benachbarte Wälder ausbreiten kann. Hier stoppen die Range Controler je nach Situation das Schießen und prüfen die Möglichkeit zur Brandbekämpfung. Feuerwehren dürfen erst eingesetzt werden, wenn die Kameraden der Schießsicherheit grünes Licht für die Befahrbarkeit der Wege gegeben hat. Ist das Gebiet zu stark durch Munition und Blindgänger kontaminiert besteht ein erhebliches Risiko für die Löschkräfte.

Range Controler haben in der Regel den Lehrgang Fachkunde Munition absolviert und sich dann in Richtung Kampfmittelabwehr, eine Pionieraufgabe, oder Schießsicherheit, das klassische Range Control, oder Feuerwerker, also Munitionsbewirtschaftung, qualifiziert. Nachdem sie den Truppenübungsplatz mit seinen Besonderheiten kennengelernt haben, dürfen sie auch den Leitstand bedienen. Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich, da ständig andere Truppen mit ständig wechselnden Übungsszenarien zugegen sind und auf Situationen schnell und kompetent reagiert werden muss.

Außerhalb der genehmigten Schießzeiten werden Wartungsarbeiten am Übungsplatz vorgenommen: Zielscheiben werden repariert oder ersetzt. Blindgänger werden gesucht, markiert und gesprengt. Zu hoher Bewuchs wird kontrolliert abgebrannt.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 9. September 2026

Büroleiter – die wichtigen Leute hinter den Militärattachés

Während die Militärattachés an der Cocktailfront glänzen, bei Empfängen, Großen Zapfenstreichen, Kommandoübergaben dabei sind und über das Jahr sämtliche Teilstreitkräfte besuchen, werkeln die Büroleiter oft unbemerkt im Hintergrund.

Jeder noch so kleine Militärattaché-Stab hat seinen Büroleiter. Unser Militärattaché-Stab in Lissabon beispielsweise besteht aus einem Verteidigungsattaché im Dienstgrad Korvettenkapitän oder Oberstleutnant und einem Büroleiter im Feldwebel-Dienstgrad. Die Tätigkeitsbereiche greifen dort so perfekt ineinander, dass sich der Attaché komplett auf seine Report-Aufgaben, die Kontaktpflege und das Repräsentieren der Bundeswehr konzentrieren kann.

Viele ausländische Militärattaché-Stäbe verzichten auf militärische Büroleiter und stellen stattdessen deutsche Ortskräfte an. Diese arbeiten teilweise Jahrzehnte in den Stäben und bieten den Botschaften einen gewissen Heimvorteil beim Organisieren, Kommunizieren oder Verhandeln. Zudem weisen sie eine größere Kontinuität auf als militärische Büroleiter. Militärische Büroleiter wechseln oft nach vier bis fünf Jahren und müssen dann neben der Sprachkompetenz auch die Netzwerke neu aufbauen.

Da die Arbeit der Büroleiter so gerne übersehen wird, wollten sich BMVg und Marie einmal bei den Büroleitern bedanken und haben eine Reise zur Marinetechnikschule in der Nähe von Stralsund eingeladen.


Dort konnten die Büroleiter endlich mal in einer echten Kaserne wohnen und die echte Truppenküche ausprobieren. In diesen Genuss kommen gerade zivile Büroleiter nur selten. An der Marinetechnikschule gab es Motoren, Geschütze und weitere interessante Dinge zu bestaunen. Auch Sport und Brandschutzsimulationen waren dabei. Am zweiten Tag ging es nach Rügen auf die Korvette „Braunschweig“. Die Besatzung erklärte die vielen Bewaffnungen und deren Zweck. Es gab die obligatorische Brandschutzübung und ein „Mann über Bord“. Highlight waren dann die drei Schuss mit der 76-mm-Bordkanone. Die Reise bot einen stetigen Wechsel zwischen militärischer Information, Vernetzung und Tourismus. Letzterer wurde auf Rügen mit Prora, Binz und Putbus bedient.

Autor: Matthias Baumann