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Sonntag, 23. August 2026

Drohnen über Neuhardenberg: 4 Tage European Defense Tech Festival

Vom 20. bis 23. August 2026 fand auf dem Flugplatz Neuhardenberg 50 km östlich von Berlin das European Defense Tech Festival statt.


Organisiert wurde das Festival durch den European Defense Tech Hub (EDTH). Über 1.000 Teilnehmer hatten sich angemeldet, von denen etwa 300 einen Job in der Defense-Tech-Branche suchen. Viele neue Firmen entstehen und suchen Talente und Fachleute in Sachen Embedded Programming und Elektronik für die Hardware. Der EDTH vernetzt hier aber nicht nur die eigentlichen Defense-Tech-Unternehmen und Talente untereinander, sondern auch wichtige Akteure der Nebenschauplätze - wie zum Beispiel Rechtsanwälte.

Bis die Aktivitäten des EDTH bei der klassischen, deutschen Rüstungsindustrie fruchten, arbeitet er bereits international - von Europa über die Ukraine bis Nordamerika und Australien. Die Kontakte zur Bundeswehr und den BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) sind noch ausbaufähig. Jahrelange Versäumnisse bei der zivil-militärischen Zusammenarbeit lassen sich nicht von heute auf morgen ausgleichen, so dass die Defense-Tech-Branche schon mal alleine beginnt.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 12. August 2026

Nachrichtendienste von Zuschauern zu Handelnden

Heute wurde im Bundeskabinett die Reform des Rechts der Nachrichtendienste beschlossen. Nach der Kabinettssitzung stellten sich Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken den Fragen der Presse.


Der für das Ausland zuständige Bundesnachrichtendienst (BND) wurde von befreundeten Geheimdiensten bisher immer belächelt, weil er selten etwas wusste und wenn er etwas wusste, nichts tun durfte. Mit der Reform des Rechts der Nachrichtendienste soll das jetzt anders werden. Der BND und der für das Inland zuständige Verfassungsschutz dürfen und sollen jetzt ihre Erkenntnisse in konkretes und bei Bedarf auch robustes Handeln umsetzen. Das sei zeitgemäß und schaffe Augenhöhe mit befreundeten Diensten.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 15. Juli 2026

Boris Pistorius besucht Heimatschutz und das Wachbataillon

Auf seiner Sommerreise besucht Verteidigungsminister Boris Pistorius in der Regel mehrere Standorte an einem Tag. Heute schaute er sich den Stab der Heimatschutzdivision am ehemaligen Regierungsterminal des Flughafens Tegel (TXL) an und übergab anschließend in der benachbarten Julius-Leber-Kaserne ein Fahnenband an das Wachbataillon.


Der Heimatschutz hatte trotz seiner Wichtigkeit für die Landesverteidigung zunächst den Ruf, mit überaltertem Gerät wie dem MG3 ausgestattet zu sein. Das hat sich inzwischen geändert, so dass der Heimatschutz inzwischen die höchste Pro-Kopf-Abdeckung an Drohnen hat. Hier zeigte sich der Kommandeur der Heimatschutzdivision, Generalmajor Andreas Henne, sehr dankbar gegenüber dem Heer, dem der Heimatschutz unterstellt ist.


Boris Pistorius und das Wachbataillon begegnen sich ständig, allerdings nur auf dem Paradeplatz des Bendlerblocks. Heute besuchte er das Wachbataillon in der Julius-Leber-Kaserne. Bei einem kleinen Appell übergab er das erste Fahnenband eines deutschen Verteidigungsministers an den Verband. Dem Kommandeur des Wachbataillons, Oberstleutnant Maik Teichgräber, ist es seit Beginn seiner Verwendung in der Julius-Leber-Kaserne wichtig, den Doppelauftrag herauszustellen: Protokoll und Infanterie.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 12. Juli 2026

Hackathon des EDTH European Defense Tech Hub im Marienpark

Vom 9. Bis 12. Juli 2026 fand auf dem zukünftigen Defense Tech Areal Marienpark im Südwesten Berlins der 20. Hackathon des European Defense Tech Hub (EDTH) statt.


Zum Hackathon waren 28 Teams angetreten. Die Teams hatten sich fast alle erst vor Ort kennengelernt und für eine Zusammenarbeit zur Lösung sehr spezieller Probleme entschieden. Die Herausforderungen waren so unterschiedlich, dass die Teams gar nicht gegeneinander angetreten konnten. Es gab auch keine Siegerehrung, sondern Pitches, in denen die Teams ihre Ergebnisse präsentieren sollten.

Zwanzig Teams stellten sich der kritischen Begutachtung der Jury und des Publikums. Dabei wurde sehr schnell deutlich, wer aus der technischen und wer aus der Marketingschiene kam. Die Techniker waren oft so tief in ihrer Materie, dass die Zuhörer nur Bahnhof verstanden und auch den Zweck der Lösung kaum erfassen konnten. Nach drei Minuten wurde jeder Pitch abgebrochen und der Moderator fragte das Publikum, wer Problem und Lösung verstanden habe. Die Jury durfte Fragen stellen. Die Teams hatten sich unter anderem mit folgenden Herausforderungen beschäftigt:

Wie schaffen wir es in einem multinationalen Katastrophenfall, möglichst ohne Internetverbindung mit Verletzten und mit Rettungspersonal über die Sprachbarrieren hinweg zu kommunizieren? Wie können wir Verletzten auf dem Gefechtsfeld per KI-Diagnose und Handlungsempfehlungen helfen, solange kein Arzt in der Nähe ist? Wie kann ich sehen, dass meine Angehörigen an ihrem Ort sicher sind, wenn beispielsweise Terroristen schießwütig durch die Stadt laufen? Wie stelle ich sicher, dass die angefragte KI keine falschen Fakten an mich weitergibt? Wie führe ich heterogene Datenquellen möglichst schnell in ein Lagebild zusammen? Wie optimiere ich die Wege in einem Feldkrankenhaus? Wie erkenne und zerstöre ich Landminen mittels eines Roboters? Wie finde ich meine wirkungslos gebliebenen Drohnen im Gelände und reaktiviere sie?

Die Lösungen waren ein Mix aus Hardware und Software. Wobei erstaunlich viel Wert darauf gelegt wurde, unabhängig vom Internet zu sein. Zum Bau neuer Hardware standen mehrere 3D-Drucker bereit. Einige Teilnehmer hatten ganze Kisten mit Drohnen, Kabeln, Lötkolben, Leiterplatten und Schraubendrehern mitgebracht. Überall sah man Laptops und eifrig tippende Hacker. Hacker sind übrigens die Guten – im Gegensatz zu Crackern, die bewusst Schaden anrichten oder sich über ihre Aktionen bereichern möchten.

Bei reichlich Kaffee, Gebäck, Pommes und Burgern konnten die Hacker aus Europa und der ganzen Welt ins Gespräch kommen. In der Regel hatten sie Flug und Unterkunft selbst finanziert und folgten der Motivation, der Ukraine helfen zu wollen, ihre Gesellschaften krisenfester zu machen, sich mit Gleichgesinnten oder Fachkollegen zu vernetzen, voneinander zu lernen und an den gestellten Herausforderungen fachlich zu wachsen.

Das Arbeitstempo gaben die Teilnehmer sich selbst vor. Manch einer war schon gegen acht Uhr vor Ort. Andere trafen erst gegen elf Uhr ein und konnten dann bis Mitternacht arbeiten. Zwischendurch konnten sie Tischtennis spielen, anderen über die Schulter schauen oder sich im weitläufigen Marienpark die Beine vertreten.

Neben der Befriedigung, mit dem eigenen Können, nützliche Lösungen geschaffen zu haben, steht auch die Perspektive im Raum, das öfter und in einem größeren Maßstab verwirklichen zu können: mit einer eigenen Firma oder als Mitarbeiter in einem Rüstungsunternehmen. So sind deshalb auch ab und zu Vertreter der Branche vor Ort und schauen sich die Lösungen und Kompetenzen an. Generell ist es jedoch schwierig, einen Fuß in diesen kleinen, bereits aufgeteilten Markt zu bekommen. Auch fehlt oft noch die Brücke zu beauftragenden Behörden. Die Hürden beginnen schon bei der besonderen Sprache und der Kenntnis der Zuständigkeiten. Hier hilft der EDTH. Der EDTH ist auch mit der Ukraine sehr gut vernetzt, so dass akute Problemstellungen an den EDTH herangetragen werden und Lösungen sofort in der Praxis getestet werden. Ziel ist es dabei, funktionierende Prototypen schnell in die Serienproduktion zu überführen. Darauf arbeiten auch die Teilnehmer der EDTH-Hackathons hin.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 9. Juli 2026

Moderne Extremisten sind jung, gewaltbereit und erlebnisorientiert

Am 30. Juni 2026 wurde in der Bundespressekonferenz der Verfassungsschutzberichtfür das Jahr 2025 vorgestellt.

Der Bericht kommt im neuen Layout daher und ist mit 456 Seiten um zehn Prozent umfangreicher als in den Vorjahren. Dennoch hat auch das CSU-geführte Innenministerium die 2022 unter Nancy Faeser entfernten extremistischen Splittergruppen der Partei Die Linke (KPF, SL, AKL, marx21) nicht wieder aufgenommen.

Neben altbekannten Zuständen insbesondere im „Auslandsbezogenen Extremismus / Terrorismus“ gibt es auch neue Entwicklungen. Die wichtigste Erkenntnis ist wohl, dass der extremistische Nachwuchs jung, gewaltbereit und erlebnisorientiert ist. Ideologische Grundlagen spielen eine nachgeordnete Rolle. Dadurch kann sich der erlebnisorientierte Jungstraftäter flexibel durch die Phänomenbereiche bewegen - je nachdem, wo gerade mehr los ist. Führungskräfte der extremistischen Strömungen begrüßen es, wenn der Nachwuchs noch unterhalb der Strafmündigkeit ist.

Neben dem Erleben extremistischer Taterfahrung zieht sich ein weiteres verbindendes Element durch die Phänomenbereiche: Der Kampf gegen Israel und „den Juden“. Hier sind sich insbesondere linke und islamistische Extremisten einig. Aber auch rechte und auslandsbezogene Gruppen finden hier eine Schnittmenge.

Was Spionage und Sabotage gegen die Bundesrepublik Deutschland betrifft, sind Russland, China, Iran und die Türkei nach wie vor die größten Player. Aber auch Nordkorea, Marokko und andere Staaten verfolgen ihre Interessen in Deutschland. Der Fokus ist allerdings unterschiedlich. Er geht von Wirtschaftsspionage über Einflussnahme auf politische Prozesse in Deutschland und der EU bis zur transnationalen Repression (TNR), die auf die oppositionelle Diaspora abzielt und eine Palette von Einschüchterung bis Mord abbildet.

Der Verfassungsschutz redet in seinem Bericht auch von Ermittlungserfolgen und langjährigen Haftstrafen für Täter. Das Ergreifen von Führungspersonen habe demnach einige extremistische Gruppen erheblich geschwächt. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf dem Kappen der Finanzierungsströme.

Autor: Matthias Baumann