Dienstag, 19. Mai 2026

Schweizerischer Präsident Guy Parmelin zum Arbeitsbesuch im Kanzleramt

Heute wurde der Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Guy Parmelin, durch Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem Gesprächstermin empfangen.


Die Schweiz begibt sich in Sicht auf die gestiegene Bedrohungslage immer weiter unter den Schirm europäischer Abwehrmaßnahmen wie der European Sky Shield Initiative (ESSI). Die Initiative wurde auf deutsche Anregung hin ins Leben gerufen und steht auch neutralen Staaten wie Schweiz oder Österreich zur Verfügung, wenn sie es den wollen. In den Gesprächen ging es aber auch um die wirtschaftlichen Beziehungen.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 18. Mai 2026

Bulgariens Ministerpräsident von Friedrich Merz empfangen

Heute Nachmittag wurde der Ministerpräsident der Republik Bulgarien, Rumen Ravew, zu seinem Antrittsbesuch mit militärischen Ehren durch Bundeskanzler Friedrich Merz im Bundeskanzleramt empfangen.


Rumen Ravew ist 62 Jahre alt und ehemaliger Kampfpilot. Seine militärische Karriere beendete er als Generalmajor. Zwischen 2014 und 2016 war er Kommandeur der bulgarischen Luftwaffe. 2017 wechselte er in die Politik und fungierte bis Januar 2026 Präsident von Bulgarien. Bei den jüngsten Parlamentswahlen gewann sein Parteienbündnis „Progessives Bulgarien“. Dadurch wurde er zum Ministerpräsidenten. Das „Progressive Bulgarien“ vereint ein Spektrum aus sozialdemokratischen bis linksextremistischen Parteien mit einem starken nationalen Fokus und hoher Skepsis gegenüber der EU.

Autor: Matthias Baumann

Sultan von Brunei Darussalam in der Villa Borsig empfangen

Heute Vormittag wurde Sultan Haji Hassanal Bolkiah von Brunei Darussalam durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Villa Borsig zu einem Arbeitsbesuch empfangen.


Brunei Darussalam wird im Osten, Süden und Westen durch Malaysia umschlossen und grenzt im Norden an das Westphilippinische Meer. Es liegt damit etwa auf halbem Seeweg zwischen Singapur und den Philippinen. Brunei Darussalam hat etwa 500.000 Einwohner und ein Bruttoinlandsprodukt von 16,5 Milliarden USD. Die Streitkräfte umfassen 7.200 Soldaten und konzentrieren sich hauptsächlich auf die Bekämpfung von Terrorismus und Aufständen. Brunei stellt Trainingsgebiete für Singapur zur Verfügung. Trotz seiner kleinen Streitkraft beteiligt es sich mit 30 Soldaten an der UN-Mission UNIFIL im Libanon.

Die Villa Borsig liegt am Tegeler See im Nordwesten von Berlin und dient als Gästehaus des Auwärtigen Amtes. Seit 2025 wird die Villa Borsig vermehrt für Staatsbesuche und internationale Gespräche genutzt. Friedrich Merz fremdelt wohl mit Schloss Meseberg, weil dieses durch seine innerparteiliche Erzrivalin Angela Merkel für die Bundesregierung aktiviert worden war. Aufgrund der Renovierung von Schloss Bellevue sucht nun auch der Bundespräsident nach geeigneten Liegenschaften für diplomatische Anlässe. Heute fand sein erster Test mit der Villa Borsig statt. Für militärische Ehren mit Ehrenbataillon ist das Areal aber nicht geeignet. Deshalb ist derzeit die Kastanienrampe zwischen Innenministerium und Bundeskanzleramt im Gespräch. Es liegt jedoch noch keine abschließende Entscheidung vor.

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 16. Mai 2026

Die Macht der Geografie

Clausewitz definiert drei strategische Säulen, die über Sieg und Niederlage entscheiden: der Wille, die Streitkraft und das Gebiet, auf dem gekämpft wird.

"Die Macht der Geografie: Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt" beschäftigt sich auf kurzweilige Weise mit Letzterem. Durch eine Analyse von sieben Weltregionen von Russland über Nordamerika bis zur Antarktis weist der Autor auf die geografischen und klimatischen Besonderheiten hin. Er geht auf die sinnfreien Bleistiftlinien des Kolonialismus und natürliche Grenzen zwischen Staaten und Volksgruppen ein.

Der Leser hat durch dieses Buch einen erheblichen Erkenntnisgewinn, der sich so gut festsetzt, dass sich aktuelle Konflikte deutlich nüchternen betrachten lassen. Das Buch eröffnet ein ganz neues Verständnis auch für andere Bücher, die sich mit geostrategischen Dingen beschäftigen - wie zum Beispiel dieses Buch von Siegfried Lautsch.

Es ist eine Leseempfehlung!

Autor: Matthias Baumann 

Mit Kernwaffen und Feuerkraft mal schnell Westeuropa überrennen

In "Kriegsschauplatz Deutschland: Erfahrungen und Erkenntnisse eines NVA-Offiziers" erklärt ein ehemaliger Oberst der NVA die Strategien des Warschauer Vertrages bis Ende der 1980er Jahre. Der Autor, Siegfried Lautsch, wurde später in die Bundeswehr übernommen. Bis 1985 hatte der Warschauer Vertrag unter strikter Führung sowjetischer Befehlshaber eine äußerst aggressive Vorstellung von der Übernahme Westeuropas. Ein tatsächlicher oder vermuteter Angriff der NATO diente wohl eher als Feigenblatt zur Durchführung der eigenen Übernahmegelüste.

Detailreich geht das Buch auf Stoßrichtungen, geografische Besonderheiten, Planungen, Hindernisse und Kräfteverhältnisse ein. Interessant ist, dass Nuklearsprengköpfe neben Artillerie und Kampfhubschraubern fester Bestandteil der Kampfhandlungen sein sollten. Überhaupt verfolgte man das Ziel, einen schnellen und brachialen Sieg zu erringen, bei dem die Verwüstungen in Westeuropa keine Rolle zu spielen schienen. Das änderte sich erst 1985, als der Warschauer Vertrag feststellen musste, dass sich das Kräfteverhältnis so entwickelt hatte, dass ein Sieg durch Angriff unwahrscheinlich geworden war. Von da an stellte man sich auf Verteidigung ein. Für ehemalige DDR-Bürger und Norddeutsche dürfte der zweite Teil des Buches besonders interessant sein, weil dort konkrete Orts- und Geländeangaben zu den Stoßrichtungen und Verteidigungslinien der 5. Armee der NVA gemacht werden. Auch auf der A24, der nördlichen A7 oder der A2 kann man nach Lesen des Buches kaum noch unterwegs sein, ohne an diesen vorgeplanten Konflikt zu denken: Wittenberge, Lauenburg, Nienburg, Magdeburg, Lüneburg – all diese Orte waren in den Plan eingebunden.

Zur Auflockerung wird in der Mitte ein Kapitel über die Stasi-Erfahrungen mit Telefonwanzen, Bespitzelung durch Nachbarn und finaler Versetzungsintrige eingeschoben. Zwischen den Zeilen wird deutlich, dass Siegried Lautsch ein militärischer Handwerker war, der politische Dinge eher als lästiges Beiwerk ansah.

Das Buch wurde 2013 durch das ZMSBw (Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften) herausgegeben 

Autor: Matthias Baumann 

Freitag, 15. Mai 2026

7 Interviews zum Thema „Soldat und Politiker“

Immer wieder begegnen wir Politikern, die bei Apellen in Uniform auftauchen oder bei passender Gelegenheit von ihrer Bundeswehrvergangenheit berichten. Dem wollten wir nachgehen und haben sieben Politiker befragt, wie die Wechselwirkung militärischer Erfahrung mit der Arbeit in der Politik harmoniert.


Um ein ausgewogenes Verhältnis der Parteienlandschaft darzustellen, kommen vier Politiker der Regierungsparteien und drei der Opposition zu Wort. Die Linke war zwar auch eingeladen, hat aber abgesagt. Die Interviewpartner in alphabetischer Reihenfolge sind:

Stefan Bley, CDU, Oberstleutnant der Reserve, Bezirksstadtrat

Hannes Gnauck, AfD, Oberfeldwebel außer Dienst, Mitglied des Bundestages

Dr. Timur Husein, CDU, Obergefreiter der Reserve, Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses

Lucas Koppehl, SPD, Kapitänleutnant d. R., Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Dr. Tobias Lindner, Grüne, Oberleutnant d. R. InfoDVag, Staatsminister a.D. im Auswärtigen Amt

Rüdiger Lucassen, AfD, Oberst i.G. außer Dienst, Mitglied des Bundestages

Alexander Slotty, SPD, Oberleutnant der Reserve, Staatssekretär und Amtschef


Und das sind die Fragen an alle Gesprächspartner:

Was war Ihre Motivation, nach dem aktiven Dienst in die Politik zu gehen?

Was ist Ihre Motivation, weiter in der Reserve zu dienen?

Wie verbinden Sie Politik und Bundeswehr?

Wie nützlich ist Ihre Bundeswehrerfahrung im politischen Tagesgeschäft?

Wie stehen Sie zum Nationalen Sicherheitsrat?

Was halten Sie von Katastrophenschutz und Amtshilfe?

Was halten Sie von Gesamtverteidigung? Was könnte noch getan werden?


Autor: Matthias Baumann