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Donnerstag, 5. November 2026

Kommandowechsel beim Wachbataillon

Heute Nachmittag wurde das Kommando des Wachbataillons von Oberstleutnant Maik Teichgräber an Oberstleutnant Jens Jänicke übergeben.


Neue Kommandeure des Wachbataillons sind oft einmedial unbeschriebenes Blatt, so dass auch über Jens Jänicke im Internet kaum etwas zu finden ist, außer dass er 2008 das Ehrengeleit für Philipp Freiherr vonBoeselager in Ahrweiler geführt hatte. Diese Verwendung im Wachbataillon als Zugführer und später auch Kompaniechef bestätigte auch der Kommandeur desKommandos Feldjäger, Brigadegeneral Sandro Wiesner, in seiner heutigenAnsprache. Jens Jänicke hat einige Karriereüberschneidungen mit dem scheidenden Kommandeur.

Oberstleutnant Teichgräber hatte am 30. November 2023 recht kurzfristig das Wachbataillon übernommen und dieses nun drei Jahre lang geführt. Sein erklärter Schwerpunkt war die Herausstellung des Doppelauftrages als infanteristischer Schutzverband und als Verband für den protokollarischen Ehrendienst. So erfolgten regelmäßige Übungen im Grünen – auch im Ausland - und so medienwirksame Trainings wie „Bollwerk Bärlin“, das maßgeblich durch einen verbandsinternen Fallschirmjäger-Major konzipiert und geleitet worden war. Seit 2023 wuchs der Personalbestand auf und der Bart wurde erlaubt. Letzteres war bei internen Diskussionsrunden als Personalbindungsmittel identifiziert worden.

Im Oktober 2024 wurde das Wachbataillon dem Kommando Feldjäger unterstellt. Das geschah im Zuge verschiedener Umstrukturierungen in der Bundeswehr. Mit den Feldjägern arbeitet das Wachbataillon insbesondere bei Minister- oder Inspekteursbesuchen zusammen.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 3. November 2026

Berlin Security Conference 2026 mit Schwerpunkt Litauen

Heute und morgen findet die Berlin Security Conference (BSC) statt. Es ist gute Tradition, dass die BCS den Fokus auf einen Staat setzt, der gleichzeitig aktiv an der Gestaltung der Konferenz mitwirkt. Im letzten Jahr war es Schweden unter Beteiligung hochrangiger Gäste wie der Kronprinzessin. In diesem Jahr ist es Litauen, deren Präsident eigens dafür angereist. Vorab war er noch mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt begrüßt worden.


Wegen des Russland-Problems war Schweden der NATO beigetreten und Litauen baut seit Jahren aktiv seine Verteidigungsstrukturen aus. Deutschland leistet hier einen wichtigen Beitrag. In einigen Bereichen wie dem Konzept der Gesamtverteidigung sind Länder wie Schweden und Litauen deutlich weiter als Deutschland. Hier können wir noch viel lernen. Deutschland hole laut eines PwC-Analysten schnell auf, aber es gehe immer noch zu langsam. So wisse der Bürger in Deutschland bisher nicht, was seine Rolle im Falle eines Krieges oder einer größeren Krise sei. Taiwan beispielsweise bereitet seine Bevölkerung auf einen Angriff durch China vor und bedient sich dazu ähnlicher Mittel wie Schweden. Fei Fan Lin, der stellvertretende Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates Taiwans, zeigte dazu heute stolz das kleine Heft „In Case of Crisis“. Abschreckung sei nur dann glaubhaft, wenn der Gegner den Eindruck habe, dass die gesamte Gesellschaft wehrhaft reagiere.

Die BSC war noch nie so gut besucht wie heute. Da für den Nachmittag auch der ukrainische Präsident Selenskyj erwartet wurde, waren die Sicherheitsvorkehrungen auf die höchste Stufe gefahren worden. Wer einen Laptop oder eine Tasche dabeihatte, musste mit Wartezeiten bis zu 90 Minuten rechnen. Auch bei S-Bahn, U-Bahn, Tram und Autoverkehr gab es erhebliche Einschränkungen. Viele Berliner waren darauf nicht vorbereitet.

Als Selenskyj mit einiger Verspätung eintraf wurde er mit Standing Ovations und zahllose Handyaufnahmen empfangen. Der Saal war bis zum letzten Stehplatz gefüllt. Selenskyj zeigte sich sehr dankbar gegenüber den Unterstützern der Ukraine. Deutschland sei ein Garant für Freiheit und Stabilität in Europa. Allerdings erkenne er auch, dass die Bevölkerung in Deutschland nicht bereit sei für die aktuelle Phase des Krieges gegen den Westen. Man müsse mit Russland die gleiche Sprache sprechen, die es selbst anwende, weil es die Sprache der Diplomatie weder verstehe noch spreche.

Der Umgang mit Russland zog sich durch sämtliche Podiumsdiskussionen und Nebenveranstaltungen. Russland müsse auf hybride Maßnahmen ausweichen, da es die NATO auf konventionellem Wege nicht schlagen könne. Ein regelmäßig getesteter Punkt ist die Einheit innerhalb der NATO. Generalleutnant a.D. Ben Hodges plädierte dafür, das Problem endlich beim Namen zu nennen und nicht immer nur von „Grauzonen“ oder „hybridem Krieg“ zu reden: „Russland ist im Krieg mit dem Westen.“ NATO-General Ingo Gerhartz ging darauf ein, dass Europa immer unterstellt werde, es tue zu wenig. Das sei nicht richtig. Man führe Manöver an der Ostflanke durch und zeige Russland, dass man entschlossen und fähig sei, Kaliningrad einzunehmen, wenn es denn sein muss. Die Kosten für Russland müssen so in die Höhe getrieben werden, dass ein Angriff unattraktiv erscheint.

Das Programm der BSC ist umfangreich: Auf der Hauptbühne gibt es Diskussionsrunden zu Wachsamkeit, glaubhafter Abschreckung, Gesamtverteidigung unter Einbeziehung der gesamten Gesellschaft, Engagement an Nebenschauplätzen, Zusammenhalt in der NATO, hybride Sicherheitsszenarien und sich wandelnde gegnerische Akteure, militärische Fähigkeiten und Drohnen. Regional wird auf das Baltikum, das Mittelmehr und den Indo-Pazifik geschaut. Jede Teilstreitkraft der Bundeswehr hat hochkarätig besetzte Workshops. Und in den Pausen gibt es viel Gelegenheit zur Vernetzung. Militärattachés, die Rüstungsindustrie, Generale, Minister und Verteidigungsexperten sind hier auf engstem Raum zusammen und können sich gar nicht übersehen.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 29. Oktober 2026

Großer Zapfenstreich für Generalleutnant Kohlhaus und Generalleutnant Poschwatta

Unter Ausschluss von Presse und Öffentlichkeit wurden heute Abend Generalleutnant Lutz Kohlhaus und Generalleutnant Thorsten Poschwatta mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand versetzt.

Generalleutnant Kohlhaus war zuletzt als stellvertretender Inspekteur der Luftwaffe eingesetzt. Er blickt auf 46 Dienstjahre bei der Bundeswehr zurück. Sein Schwerpunkt war die Raketenflugabwehr. Neben dem deutschen Generalstabslehrgang absolvierte er auch den französischen. Französisch stellt in der Bundeswehr eine Mangelressource dar.

Generalleutnant Poschwatta blickt auf 45 Dienstjahre bei der Bundeswehr zurück. Seit 2021 war er in verschiedenen Verwendungen beim Joint Air Power Competence Centre (JAPCC) in Kalkar eingesetzt – seit 2025 als Kommandeur Air Component Command und als NATO-Commander des Combined Air Operations Centre (CAOC) in Uedem. Seine ersten Dienstjahre verbrachte er beim Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“. Im weiteren Verlauf war er oft im Ausland tätig und kehrte bis ins Jahr 2000 in verschiedenen Funktionen mehrfach zu seiner Stammeinheit „Boelcke“ zurück. Von 2004 bis 2007 war er Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ in Jagel. Von 2014 bis 2020 war Thorsten Poschwatta stellvertretender Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Schwielowsee bei Potsdam.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 14. Oktober 2026

Feldwebel-Arndt-Haus in der Blücher-Kaserne Berlin-Kladow

Heute wurde beim Sanitätsregiment 1 in Berlin-Kladow das Gebäude 2 der Blücher-Kaserne in Feldwebel-Arndt-Haus umbenannt.


Feldwebel Alexander Arndt war am 14. Oktober 1993 als erster Bundeswehrsoldat bei einem Auslandseinsatz gefallen. Er war in Phnom Penh, Kambodscha, von Unbekannten auf offener Straße erschossen worden. Er war Teil des 150 Soldaten des Sanitätsdienstes umfassenden Bundeswehr-Kontingentes der UN-Missionen UNAMIC und UNTAC.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 9. Oktober 2026

Game of Remembrance 2026

Zeitgleich zum Besuch des britischen Premierministers AndrewBurnham fand gestern in der Julius-Leber-Kaserne das Game of Remembrance 2026 statt.


Das Game of Remembrance wird seit 2012 jährlich zwischen Angehörigen der deutschen und der britischen Streitkräfte ausgetragen. Es erinnert an gemeinsame Fußballspiele während der Waffenruhe 2014 im Ersten Weltkrieg. Gleichzeitig erinnert es aber auch an die Gefallenen auf beiden Seiten.

Während im Spiel mit harter Siegesperspektive gekämpft wird, werden davor und danach die guten Beziehungen der beiden Nationen gepflegt. Zwischen Bundeswehr und den britischen Streitkräften gibt es verschiedenen Schnittmengen, die gemeinsame Übungen, das Pionierbrückenbataillon 130 in Minden, den GTK Boxer und weitere Themen umfassen. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen arbeiten immer noch Briten, die sich so mit Deutschland angefreundet hatten, dass sie 1994 nicht auf die Insel zurückgekehrt waren.

Die britischen Mannschaften (Frauen und Männer) wurden in diesem Jahr durch den britischen Zweig des deutschen Unternehmens Heckler & Koch gesponsert. Das Team der Bundeswehr-Fußball-Nationalmannschaft braucht kein Sponsoring, da es auf ohnehin vorhandene Ressourcen der Bundeswehr wie Busse, Transportmaschinen, Truppenküchen und Unterkünfte zurückgreifen kann. Der Kader rekrutiert sich aus sämtlichen Dienstgradgruppen und Zivilangestellten der Bundeswehr.

Beim gestrigen Spiel wurde teilweise bei Starkregen unermüdlich gekämpft. Das deutsche Männerteam war zur Halbzeit mit 1:0 in Führung und konnte diese Führung kurz nach der Halbzeit mit einem 2:0 festigen. Die Freude währte jedoch nicht lange, da die Briten kurz hintereinander drei Tore schossen. Am Ende trennten sich die Mannschaften mit einem 4:3 für Deutschland.

Autor: Matthias Baumann