Posts mit dem Label Bundeswehr werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Bundeswehr werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 24. September 2026

70 Jahre Luftwaffe mit Großem Zapfenstreich gefeiert

Heute Abend wurde im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius in Berlin-Gatow mit einem Großen Zapfenstreich der 70. Gründungstag der Luftwaffe gefeiert.


Die Luftwaffe blickt auf eine bewegte Zeit zurück. Während des Kalten Krieges waren die Auslandseinsätze der Luftwaffe vorrangig humanitärer Natur. So leistete sie in Äthiopien, Sudan, Mosambik und Marokko Hilfe bei Naturereignissen. Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurden NVA-Soldaten und deren Technik wie die MiG-29 in die Bundeswehr eingegliedert. Ab 1991 wurde es robuster und die Luftwaffe nahm an der Operation Ace Guard im Golfkrieg, der Sarajevo-Luftbrücke, der Operation Deliberate Force in Bosnien und der Operation Allied Force im Kosovo teil. Seit den islamistischen Anschlägen auf das World Trade Center in New York City am 11. September 2001 ist die Luftwaffe zunehmend mit globalen Krisen und der Bündnisverteidigung beschäftigt. Dazu gehört der langjährige Einsatz in Afghanistan und die dramatische Evakuierungsaktion im August 2021. Einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der NATO-Ostflanke leistet die Luftwaffe beim Air Policing in Rumänien und Polen, aber auch im GIUK-Gap (Seewege zwischen Grönland, Island und Großbritannien). 2024 und 2025 warfen A400M der Luftwaffe Lebensmittel über Gaza ab. Zu erwähnen wäre hier auch noch die Großübung Pacific Skies 2024, bei der von Alaska über Japan und Australien bis nach Indien zusammen mit europäischen und regionalen Partnerstreitkräften trainiert wurde.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 23. September 2026

Arbeitsalltag in der Truppenküche

Der Arbeitstag in der Truppenküche der Hanse-Kaserne Rostock beginnt um 5.30 Uhr. Bis zum Frühstück für die Mitarbeiter des Marine-Kommandos steht für das Küchenteam noch eine prall gefüllte Stunde auf dem Programm. Erste Waren werden geliefert und müssen überprüft und eingelagert werden. Die Kühlräume werden abgegangen und die Temperaturen protokolliert. Salate werden geschnippelt. Brötchen werden aufgebacken. Erste Vorbereitungen für das Mittagessen werden getroffen.


Deutschlandweit gibt es derzeit etwa 270 Truppenküchen und täglich um die 30.000 Essensgäste. Je nach Standort variieren die Öffnungszeiten. Im Gegensatz zu Truppenübungsplatz-Kasernen ist in Kommandobehörden eine Abendversorgung oft nicht nachgefragt. Was gekocht wird, bestimmt das Verpflegungsamt der Bundeswehr. Hier gibt es grundsätzlich vier Linien zum Mittag: Feldkost für eine mögliche Verbringung ins Gelände, Vegetarisches für Vegetarier, Fitnesskost mit kalorienoptimierten Bestandteilen sowie das Highlight-Essen mit einem erhöhten Kalorienrahmen. Zu letzterem zählen das Schnitzel oder der panierte Fisch.

Die Truppenküchen und deren Personal sind dem Bundeswehr Dienstleistungszentrum (BwDLZ) untergeordnet. Es arbeiten nur Zivilisten dort. Ab und zu werden sie durch Feldköche unterstützt, wenn diese ihre vierwöchige Pflichtzeit in der Truppenküche zu absolvieren haben. Fachlich sind die Truppenküchen dem Verpflegungsamt der Bundeswehr unterstellt und haben sich weitestgehend an deren rotierendem 13-Wochen-Plan zu halten. Das heißt, das jede Truppenküche das gleiche Mittagsangebot hat. Dieses kann saisonal oder gemäß der Nutzerstruktur leicht angepasst werden. Eigene Kreationen der Köche sind nur bei beantragten Sonderessen möglich. Die Truppenküchen stellen auch Lunchpakete zusammen. Auch das erfolgt nach den Vorgaben des Verpflegungsamtes.

Die Preisgestaltung ist nicht nur für Bundeswehrangehörige interessant. Auch zivile Besucher ohne aufladbare Verpflegungskarte essen in Truppenküchen zum Selbstkostenpreis. In den Offizierheimgesellschaften sind die Mahlzeiten etwas teurer, dafür aber deutlich größer portioniert als in den Restaurants außerhalb der Kasernen.

Hygiene wird in der Truppenküche großgeschrieben. Nach sämtlichen Arbeiten werden die Gerätschaften und Räume mit Fett- und Eiweißlöser behandelt und desinfiziert. Das betrifft auch Wände und Türen. Gearbeitet wird mit Handschuhen und Kappen für die Haare. Zudem werden umfangreiche Lebensmittelproben genommen und für sieben Tage aufbewahrt, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten und bei eventuellen Magenverstimmungen die Proben analysieren zu können.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 21. September 2026

Range Control und die Schießsicherheit auf Truppenübungsplätzen

Wenn das Fahrzeug mit der Aufschrift „Range Control“ erscheint, zuckt die übende Truppe zusammen und schaut sich erst einmal um, ob sie irgendetwas falsch gemacht habe und möglicherweise das Schießvorhaben gestoppt werde.


Dabei sind die Soldaten der Truppenübungsplatzkommandantur darauf bedacht, der Truppe einen möglichst hohen Trainingserfolg bei gleichzeitig hohem Sicherheitsstandard zu gewährleisten. Weil auch ausländische Streitkräfte gerne die deutschen Kapazitäten nutzen, beginnen die Planungen oft schon bis zu drei Jahren im Voraus. Wenige Wochen vor der eigentlichen Übung werden die Pläne präzisiert. Hier muss Einiges beachtet werden: Mit welchen Waffen wird geschossen? Welche Bewegungsabläufe sollen geübt werden? Auf welche Entfernung wirkt die Munition? Welche Munition wird eingesetzt? Anhand der Antworten können mit verschiedenen Schablonen die möglichen Bereiche auf der Karte ermittelt werden. Dabei kommt es vor, dass sich mehrere Schießbahnen dasselbe Zielgebiet teilen. Am Tag der Übung gleicht die Schießsicherheit die vorhandene Munition mit der angemeldeten Munition ab.

Die Schießbahnen werden erst freigegeben, wenn sich niemand mehr im Gefahrenbereich befindet. Das können eigene Wartungsteams oder die Bundeswehr-Feuerwehr sein. In der Leitstelle der Kommandantur laufen dazu alle Fäden zusammen. Die Truppe muss sich mit Code-Worten legitimieren und besondere Vorhaben anzeigen. Auch kurzfristige Änderungen sind möglich, wenn sie eng mit dem Range Control abgestimmt und durch diesen genehmigt wurden.

Besonders sensibel ist das Thema Feuer: Durch intensiven Beschuss oder bei Trockenheit kann die Heide schnell mal Feuer fangen, das sich je nach Wind und Lage in benachbarte Wälder ausbreiten kann. Hier stoppen die Range Controler je nach Situation das Schießen und prüfen die Möglichkeit zur Brandbekämpfung. Feuerwehren dürfen erst eingesetzt werden, wenn die Kameraden der Schießsicherheit grünes Licht für die Befahrbarkeit der Wege gegeben hat. Ist das Gebiet zu stark durch Munition und Blindgänger kontaminiert besteht ein erhebliches Risiko für die Löschkräfte.

Range Controler haben in der Regel den Lehrgang Fachkunde Munition absolviert und sich dann in Richtung Kampfmittelabwehr, eine Pionieraufgabe, oder Schießsicherheit, das klassische Range Control, oder Feuerwerker, also Munitionsbewirtschaftung, qualifiziert. Nachdem sie den Truppenübungsplatz mit seinen Besonderheiten kennengelernt haben, dürfen sie auch den Leitstand bedienen. Die Tätigkeit ist sehr abwechslungsreich, da ständig andere Truppen mit ständig wechselnden Übungsszenarien zugegen sind und auf Situationen schnell und kompetent reagiert werden muss.

Außerhalb der genehmigten Schießzeiten werden Wartungsarbeiten am Übungsplatz vorgenommen: Zielscheiben werden repariert oder ersetzt. Blindgänger werden gesucht, markiert und gesprengt. Zu hoher Bewuchs wird kontrolliert abgebrannt.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 14. September 2026

Kiellegung des dritten Flottendienstbootes der Klasse 424 in Wolgast

Heute fand in der Peene-Werft in Wolgast im Beisein von Verteidigungsminister Boris Pistorius die Kiellegung des dritten Flottendienstbootes der Klasse 424 statt.


Ein Flottendienstboot dient der Flotte zu Aufklärungszwecken und elektronischer Kampfführung. Deshalb wird es gemeinsam von Marine und dem Kommando CIR (Cyber-Informationsraum) betrieben.

Die Zeremonie zur Kiellegung sieht vor, Münzen auf einem Brett einzubringen und Nägel in das Brett einzuschlagen. Anschließend wird das Brett mit schweren Hämmern unter dem ersten Abschnitt des Kiels eingeschlagen. Begleitet wird das vom Wunsch der Festredner, dass das Boot immer „genug Wasser unter dem Kiel“ habe.

Neben dem Geschäftsführer der Peene-Werft, Harald Jaekel, und dem Vorstandsvorsitzenden der Rheinmetall AG, Armin Papperger, waren auch die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, und Staatsminister Philipp Amthor zugegen. Schwesig und Amthor nutzten den Termin zu Wahlkampfzwecken und stellten sich ausführlich als Kümmerer in der Region dar. Besonders oft wurde der Betriebsrat angesprochen und das eigene Engagement für die Peene-Werft hervorgehoben.

Autor: Matthias Baumann

Mittwoch, 9. September 2026

Büroleiter – die wichtigen Leute hinter den Militärattachés

Während die Militärattachés an der Cocktailfront glänzen, bei Empfängen, Großen Zapfenstreichen, Kommandoübergaben dabei sind und über das Jahr sämtliche Teilstreitkräfte besuchen, werkeln die Büroleiter oft unbemerkt im Hintergrund.

Jeder noch so kleine Militärattaché-Stab hat seinen Büroleiter. Unser Militärattaché-Stab in Lissabon beispielsweise besteht aus einem Verteidigungsattaché im Dienstgrad Korvettenkapitän oder Oberstleutnant und einem Büroleiter im Feldwebel-Dienstgrad. Die Tätigkeitsbereiche greifen dort so perfekt ineinander, dass sich der Attaché komplett auf seine Report-Aufgaben, die Kontaktpflege und das Repräsentieren der Bundeswehr konzentrieren kann.

Viele ausländische Militärattaché-Stäbe verzichten auf militärische Büroleiter und stellen stattdessen deutsche Ortskräfte an. Diese arbeiten teilweise Jahrzehnte in den Stäben und bieten den Botschaften einen gewissen Heimvorteil beim Organisieren, Kommunizieren oder Verhandeln. Zudem weisen sie eine größere Kontinuität auf als militärische Büroleiter. Militärische Büroleiter wechseln oft nach vier bis fünf Jahren und müssen dann neben der Sprachkompetenz auch die Netzwerke neu aufbauen.

Da die Arbeit der Büroleiter so gerne übersehen wird, wollten sich BMVg und Marie einmal bei den Büroleitern bedanken und haben eine Reise zur Marinetechnikschule in der Nähe von Stralsund eingeladen.


Dort konnten die Büroleiter endlich mal in einer echten Kaserne wohnen und die echte Truppenküche ausprobieren. In diesen Genuss kommen gerade zivile Büroleiter nur selten. An der Marinetechnikschule gab es Motoren, Geschütze und weitere interessante Dinge zu bestaunen. Auch Sport und Brandschutzsimulationen waren dabei. Am zweiten Tag ging es nach Rügen auf die Korvette „Braunschweig“. Die Besatzung erklärte die vielen Bewaffnungen und deren Zweck. Es gab die obligatorische Brandschutzübung und ein „Mann über Bord“. Highlight waren dann die drei Schuss mit der 76-mm-Bordkanone. Die Reise bot einen stetigen Wechsel zwischen militärischer Information, Vernetzung und Tourismus. Letzterer wurde auf Rügen mit Prora, Binz und Putbus bedient.

Autor: Matthias Baumann