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Mittwoch, 29. Oktober 2014

Innensenator und die Sicherheit in Berlin

Innensenator Frank Henkel hatte seinen Staatssekretär Bernd Krömer geschickt. Henkel musste als Vorsitzender des Aufsichtsrates kurzfristig an einer Sondersitzung der Olympiastadion GmbH teilnehmen. Mit seinen 59 Jahren ist Staatssekretär Krömer mehr als die Hälfte seines Lebens in der Regionalpolitik unterwegs. Nun unterstützt er seinen CDU-Freund Henkel in der Innenverwaltung.

Die heutige Gemeinschaftsveranstaltung von mpw Märkischer Presse- und Wirtschaftsclub und Preußischer Gesellschaft sollte der Frage nachgehen: "Wie sicher ist die deutsche Hauptstadt"?

Staatssekretär Bernd Krömer mpw
Staatssekretär für Inneres Bernd Krömer beim mpw
Zur Zeit kümmern sich 16.500 Polizeibeamte um die verschiedenen Facetten der Sicherheit in der Stadt. Davon sind schichtbedingt etwa 5.000 Beamte gleichzeitig im aktiven Einsatz. Nachdem es bis 2011 einen massiven Stellenabbau gegeben habe, sei inzwischen "umgesteuert" worden. 350 Nachwuchskräfte werden momentan ausgebildet. Man befinde sich zudem in der komfortablen Lage, dass es immer noch mehr Bewerber als Stellen gebe. Leider seien jedoch erhebliche Defizite bei der sprachlichen Kompetenz und der körperlichen Bewegungsfreiheiten zu verzeichnen, so dass es herausfordernd werden könnte, die in den nächsten zehn Jahren in Pension gehenden Polizisten zu ersetzen. Man betreibe jedoch in den sozialen Netzwerken entsprechende Werbekampagnen.

Eine Aufstockung des Personals sei auch in Sicht auf den erheblichen Zuzug von 250.000 Menschen notwendig. Es werde nicht nur Wohnraum, sondern auch ein Mehr an sicherheitsrelevanter Infrastruktur benötigt. Dazu zählen neue Polizei- und Feuerwehrwachen. Bezüglich des geeigneten Personals stehe die Innenverwaltung regelmäßig mit der Wirtschaft im Wettbewerb. Bei der Feuerwehr trete wegen der gesundheitsbedingten Notfallleistungen jetzt schon ein Mitarbeitermangel auf.

Staatssekretär Bernd Krömer mpw
Staatssekretär Bernd Krömer beim mpw
Eine der ersten Fragen aus dem Publikum ging erwartungsgemäß in Richtung Krawalle in Köln und Berlin. Laut Bernd Krömer sei die Berliner Polizei erfahren mit Randale-Demos. Dass man Polizisten die Straße entlang treibt, werde in Berlin nicht vorkommen. Man sei "gut vorbereitet auf solch eine Einsatzlage". Leider könne man jedoch nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen, da bei den regelmäßigen Treffen des Innenausschusses demokratische Kämpfe um die Bewertung von Polizeieinsätzen ausgetragen werden. Gerade bei diesen nicht immer sachdienlichen Auseinandersetzungen im Abgeordnetenhaus sei es wichtig, dass sich die Polizei der Unterstützung des Innensenators und der Innenverwaltung sicher sein könne.

Es folgten mehrere ausführliche Koreferate mit Erfahrungsberichten über Wohnungs- und Büroeinbrüche, über dunkle Wohngegenden und Täterbanden mit Migrationshintergrund. Einige Publikumsreferenten ließen ihr Wissen aus der B.Z. einfließen und gaben Ratschläge zu Brennpunkten wie den Görlitzer Park oder den Alexanderplatz.

"Sie pflegen Dinge, die Sie nicht beurteilen können", kommentierte der Staatsekretär das gefährliche Halbwissen und ging dann auf die angesprochenen Themen ein. Beim Görlitzer Park habe es bereits 285 Einsätze gegeben und es seien diverse Verfahren eingeleitet worden. Der Alexanderplatz habe eine Tagesfrequenz von 300.000 Personen, was zwar ein gewisses Konfliktpotenzial berge, aber anhand dieser Zahlen durchaus zu relativieren sei.

Staatssekretär Bernd Krömer mpw
Staatssekretär Bernd Krömer beim mpw
Für den Laien ist es nicht einfach, die Zuständigkeiten für bestimmte Tatbestände zu erkennen. So falle ein in der Grünanlage geparkter Pkw nicht in den Zuständigkeitsbereich der Polizei sondern des Ordnungsamtes. Die Polizei beschäftige sich mit dem fließenden Verkehr und das Ordnungsamt mit dem ruhenden. Auch bei der stammtischgerechten Beurteilung von Zuständen wie an der Gerhart-Hauptmann-Schule in Kreuzberg müsse man die Zuständigkeiten betrachten. Solange die Situation nicht eskaliert, dürfe die Polizei nur eingreifen, wenn der Betreiber, hier das Bezirksamt, den ausdrücklichen Wunsch um Hilfe äußere. Das erinnert an das Hochwasser der Elbe 2002. Dieses konnte auch deshalb so erfolgreich die Dresdner Innenstadt überfluten, weil die Zuständigkeiten auf so breite Schultern verteilt waren, die es damals in einem demokratischen Diskussionsprozess zu konsolidieren galt.

Unsere Frage zu den Erfolgen des Deutsch-Polnischen Polizeiabkommens aus Mai 2014 beantwortete Bernd Krömer in der Form, dass das mehr das Land Brandenburg betreffe und in Polen ja ohnehin solch ein gutes Gehaltsniveau erreicht sei, dass man dort inzwischen auch die Autos kaufen könne. Polen in Funktion eines Transitlandes für Diebstahlbeute war in seiner Betrachtung sekundär.

Zum Schluss durfte der Staatssekretär für Inneres noch einige Wünsche äußern. Neben dem Wunsch nach einem positiven Wahlergebnis für seine Partei wünschte er sich noch Olympia in Berlin und einen stärkeren Ausgabenfokus auf die innere Sicherheit.

Autor: Matthias Baumann

Dienstag, 30. September 2014

BND und die Wahrnehmung von Konflikten

Sucht man bei Google nach Ernst Uhrlau, wird einem zunächst "Urlaub" vorgeschlagen. Bunte Bilder aus aller Welt schmücken die Ergebnisseite. Erst wenn man die Suche um ein Leerzeichen und die Buchstabenfolge "bnd" ergänzt, erscheint der ehemalige BND-Chef Ernst Uhrlau. Vor vierzig Jahren begann Ernst Uhrlau als Lehrkraft an der Landespolizeischule Hamburg und erreichte den Höhepunkt seines beruflichen Werdeganges Ende 2005 als Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Ernst Uhrlau ist ein Sicherheitsexperte, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat und den Teilnehmern des heutigen Unternehmerfrühstücks der Preußischen Gesellschaft im Hilton einige interessante Zusammenhänge erläutern konnte. Da er seit 2012 außer Dienst ist, habe er nun auch mehr Freiheiten in der Argumentation.

Viele Konflikte nehme man hier in Europa gar nicht wahr, was auch darin begründet sei, dass die Medien gar keinen Platz mehr dafür zur Verfügung hätten. Deshalb konzentriere man sich dort nur auf ausgewählte Krisenherde.

BND Präsident a.D. Ernst Uhrlau
BND-Präsident a.D. Ernst Uhrlau mit Michael Kayser und Volker Tschapke (vlnr.)
In Fernost sei inzwischen ein Machtkampf um Inseln entbrannt, deren Zugehörigkeit nie so recht definiert war. Nach erfolgreichen Probebohrungen setze China nun die Macht des Stärkeren ein, um sich Rohstoffe und Fischereipotenziale zu sichern.

Priorisiert werden von der deutschen Presse eher die näheren Konflikte wie Ukraine und Nahost. Dadurch könnten in Teilen der Erde Entwicklungen stattfinden, deren Folgen uns in den nächsten Jahren zunehmend beschäftigen werden. Was niemand wusste ist, dass Nigeria inzwischen die Wirtschaftsführung des Kontinentes vor Südafrika eingenommen hat. Die allgemeine Unwissenheit bedingt, dass die dortigen Probleme inklusive Boko Haram nicht in den Griff zu bekommen sind.

Russland koppele sich zunehmend von Europa ab und richte seine Aufmerksamkeit auf China und Fernost. Wichtig dabei sei, dass die Partnerstaaten es nicht so genau mit den Freiheiten der Bevölkerung nehmen. In Russland habe Putin jedoch die Führungsriege und das Volk hinter sich, da er als Inbegriff von Stabilität und Berechenbarkeit angesehen werde.

Dass Unwissenheit vor Strafe nicht schützt, haben die USA insbesondere beim aktuellen IS-Thema erleben müssen. Sie seien plötzlich aufgewacht als die erste amerikanische Geisel enthauptet wurde. Plötzlich habe man erkannt, das ehemalige Verbündete zu Feinden geworden sind. Plötzlich habe man gesehen, dass die Gegner über gut ausgebildete Militärkräfte, moderne Waffensysteme und durch Frustration motivierte Bevölkerungsgruppen verfügen. "Es wäre mir peinlich gewesen, wenn ich die Verantwortung gehabt hätte und mir diese Entwicklungen entgangen wären", kommentierte Ernst Uhrlau dieses plötzliche Erwachen der USA. Ein Nachrichtendienst müsse die Lage durch vielfältige Informationen, durch "read the lips" und die rote Linie der Handlungsweisen von Spitzenpolitikern beurteilen.

Dabei wurde dieser Konflikt schon lange Zeit vorher angeheizt. Es gab Unterstützung der Moslembrüder durch die Türkei, um die Kräfteverhältnisse in bestimmte Richtungen zu verlagern. Es gab die Ausrüstung der irakischen Streitkräfte, die nun vom IS "gekauft" wurden. Und zwischendrin immer wieder die tsunamigerechte Einstellung "guckt mal, das Wasser geht gerade wieder zurück", bevor die eigentliche Welle über das Land fegt. Der zweifelhaft agierende Türke Erdogan sieht sich nun selbst in einer ungeplanten Lage, da die IS einen Keil zwischen die kurdischen Kantone getrieben habe und Grenzsicherungen und Flüchtlingsströme nicht mehr kalkulierbar seien.

"Erst mitzündeln und dann bei der Feuerwehr dabei sein", war Uhrlaus lakonische Zusammenfassung dieser politischen Spiele.

Zu den Luftschlägen sagte Ernst Uhrlau, dass diese nur mit genauer Kenntnis erfolgreich seien. Ohne Bodentruppen könne man diesen Konflikt nicht lösen. Da die Zielbestimmung zu ungenau sei und zwischen Abflug und Beschuss wieder ganz andere Konstellationen am Boden herrschen können. Man müsse die Gegner an ihren empfindlichen Stellen wie beispielsweise den Finanzströmen treffen, zumal die flüchtenden Streitkräfte nicht nur moderne Waffen, sondern auch weitere notwendige Ressourcen hinterlassen hatten.

Interessant waren auch die Ausführungen über den Terror-Tourismus aus Europa. Dieser gestalte sich mengenmäßig sehr unterschiedlich, da es in den EU-Staaten unterschiedliche islamistische Migrantenstrukturen gebe, die nicht unbedingt mit dem IS harmonieren. Ernst Uhrlau betonte, dass es sich in jedem Fall um einen "religiösen Split" handele, in den nicht nur die Region, sondern auch Europa und die USA mit Langzeitwirkung verwoben sein werden.

Anschließend unterhielten wir uns noch über die möglichen Manipulationsszenarien bei Bildern und Videos, die Echtheit und Aktualität von Pressefotos sowie die ambivalente Verwertbarkeit von Satellitenaufnahmen.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 5. September 2014

Quelle des Mondes - Chinesisches Mondfest

Man konnte ihn gut sehen über dem Hilton am Gendarmenmarkt: den Mond. In Shanghai sieht man ihn zurzeit in einer anderen Form als hier.

Chinesisches Mondfest im Hilton
In Shanghai wird zurzeit eine der größten logistischen Herausforderungen des chinesischen Jahres gemeistert. In ganz China reisen die Familien zu ihren großen Verwandtschaftstreffen. Anlass ist das jährliche Chinesische Mondfest.

Auch in diesem Jahr hatte das Chinesische KulturzentrumBerlin zusammen mit der Preußischen Gesellschaft zum Chinesischen Mondfest ins Hilton eingeladen.

Auch in diesem Jahr kamen wieder zahlreiche Gäste aus Diplomatie, Politik und Wirtschaft. Botschafter Shi Mingde wurde durch seinen Gesandten-Botschaftsrat Han Guangming vertreten. Das Mondfest war so gut besucht, dass sich ein frühes Erscheinen zur Sicherung der besten Plätze durchaus gelohnt hatte.

Chinesisches Mondfest im Hilton
Chinesisches Mondfest im Hilton - gut besucht von Gästen aus Diplomatie, Politik und Wirtschaft
Nach einer kurzen Begrüßung begann das sechzehnteilige Programm. Die musikalischen und tänzerischen Darbietungen waren sehr abwechslungsreich und liefen auf höchstem Niveau. Besonders interessant fanden wir die Interpretation moderner internationaler Musik auf folkloristischen Instrumenten. Die Musiker des Quintetts „Quelle des Mondes“ verschmolzen regelrecht mit ihren Instrumenten, so dass der Hörgenuss mit einem optischen Genuss gepaart war.

Chinesisches Mondfest im Hilton

Chinesisches Mondfest im Hilton
Chinesisches Mondfest - Theaterakademie Shanghai
Im Anschluss gab es neben einem chinesischen Buffet wieder den traditionellen Mondkuchen. Dieser schmeckt wie Marzipan und hat eine gesalzene Eigelb-Füllung in Form eines Vollmondes.

Der Mondkuchen ist laut einem Welt-Artikel inzwischen ins Visier der chinesischen Behörden geraten. Wurde er doch bei Bedarf oder einfach nur zur Erhaltung der Freundschaft gerne zusammen mit Geldzuwendungen an Amtsträger übermittelt. Da China weltweit die härtesten Anti-Korruptionsgesetzte bis hin zur Todesstrafe hat, stellt ein Vorgehen gegen die Mondkuchen-Korruption einen konsequenten Schritt dar.

Vielen Dank an die Veranstalter und Sponsoren des Abends.

Videos:

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 10. April 2014

Tradition mit Bestand - Preußische Gesellschaft

Neun Tage nach Bismarck hat er Geburtstag. Der neue und alte Präsident der Preußischen Gesellschaft. Volker Taschapke wurde vor einigen Tagen im Amt bestätigt und feiert heute seinen Geburtstag. Vor 21 Jahren kam er nach Berlin, genau an Bismarcks Geburtstag.

Volker Tschapke Preußische Gesellschaft
Volker Tschapke - Präsident der Preußischen Gesellschaft
Bei unserem gestrigen Meeting im Hilton brachte Volker Tschapke dieses Datum mit weiteren Ereignissen der preußischen Geschichte in Verbindung. Sein Wissen ist enorm und seine Beziehungen reichen in die Büros der regionalen und internationalen Politik. Er begegnet uns in der IHK Berlin, der wirtschaftlich orientierten Stallwächterparty im Châlet Suisse oder anderen Gelegenheiten.

Von daher ist es fast schon normal, wenn der chinesische oder japanische Botschafter zu den Veranstaltungen der Preußischen Gesellschaft referieren oder der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages in kleiner Runde beim Unternehmerfrühstück über die Herausforderungen in seinem Arbeitsgebiet berichtet. Volker Tschapke hat ein breites Netzwerk, welches er kontinuierlich ausbaut und gerne zur Verfügung stellt.

Wo nimmt der Mann diese Energie her?

Es wird wohl ein Mix aus Prinzipien, konsequent gelebten preußischen Tugenden und Gottvertrauen sein, dass diesem Motor der Preußischen Gesellschaft den Kraftstoff gibt.

Autor: Matthias Baumann

Sonntag, 19. Januar 2014

Neujahrsempfang 2014 der Preußischen Gesellschaft

Wenn sich alle Chinesen zum heutigen Neujahrsempfang der Preußischen Gesellschaft angemeldet hätten, wäre die Schlange an der Garderobe des Hilton am Gendarmenmarkt sechszehn Mal um den Erdball gegangen. Während unser neues Jahr bereits zweieinhalb Wochen alt ist, beginnt das Jahr des Pferdes in China erst am 31.01.2014. Das Pferd symbolisiert Stärke und Erfolg.

Preußische Gesellschaft Neujahrsempfang
Preußische Gesellschaft - Neujahrsempfang 2014
Über die Erfolge in der Zusammenarbeit zwischen China und Deutschland berichtete der chinesische Botschafter Shi Mingde in seinem Grußwort. 7500 deutsche Firmen seien in China aktiv und chinesische Touristen verbringen durchschnittlich zwei Tage in Deutschland. Dabei geben sie pro Tag über 800 Euro aus. Ein besonders begehrtes Ziel sei das geschichtsträchtige Potsdam mit seiner besonderen Architektur und Landschaftsgestaltung. Berlin spiele nur eine untergeordnete Rolle und werde vorwiegend zum Shoppen genutzt.

Botschafter Shi Mingde freute sich aber auch über die vielen offiziellen Besuche, die gegenseitig stattfinden. So habe Bundeskanzlerin Merkel schon sechs Mal sein Land besucht und 2014 werden wieder hochrangige chinesische Gäste in Deutschland erwartet.

Preußische Gesellschaft Neujahrsempfang
Andreas Eichler und Chinas Botschafter Shi Mingde
Volker Tschapke, Präsident der Preußischen Gesellschaft, stellte China in seiner Eingangsrede als eine Wirtschaftsmacht dar, die inzwischen sogar die USA überholt habe. Er war noch sichtlich beeindruckt von seiner letzten Chinareise.

Die Preußische Gesellschaft erlebt zur Zeit eine Verjüngung. Etwa zehn Jugendliche wurden in den letzten Monaten als Mitglieder aufgenommen und warben auf diesem Neujahrsempfang erfolgreich um weitere Anhänger der sieben preußischen Tugenden.

Beim folgenden Get Together trafen wir einige bekannte Militärattachés und Berliner Unternehmer wieder. Vor der Kulisse des Gendarmenmarktes wechselten wir auch einige Worte mit dem sympathischen Repräsentanten Chinas.

Autor: Matthias Baumann

Montag, 25. November 2013

Frühstück mit dem Wehrbeauftragten des Bundestages

Es ist schon traurig, wenn man an die Erosion Europas im weltpolitischen Kontext denkt. Nicht nur, dass sich die Bevölkerungszahl ausdünnt. Auch wirtschaftlich legen insbesondere die asiatischen Länder so zu, dass Volker Tschapke, den wir bereits im Foyer des Hiltons trafen, von seiner Chinareise berichtete: "Die haben uns nicht eingeholt. Die haben uns schon überholt."

Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus
Wehrbeauftragter Königshaus im Hilton am Gendarmenmarkt
Das herrliche Wetter und das gute Frühstück konnten die Stimmung deutlich verbessern, und so waren wir gespannt, was der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages Hellmut Königshaus (FDP) zur Zukunft der Bundeswehr zu sagen hatte.

Der Wehrbeauftragte stellt die parlamentarische Kontrollinstanz der Bundeswehr dar. Unangemeldet darf er die zivilen und militärischen Einrichtungen besuchen und seine eigene Meinung zu wehrpolitischen Themen einbringen.

Diese Meinung korreliert nicht immer mit der des Verteidigungsministers, so dass ihm schon entgegengehalten wurde: "Der nervt".

Hellmut Königshaus ging in seiner Rede auf die präventiven Qualitäten von Drohnen, die Truppenstärke und demographische Herausforderungen ein. Auch das Thema Qualifikation in Breite und Tiefe spielte eine Rolle. Besonders bewegt war er über die soziale Situation in der Truppe mit einer hohen Rate an Scheidungen und sogar Suiziden. Die Truppe fungiere letztlich als eine Art Ersatzfamilie, da schon aus rein zeitlichen Gründen kaum soziale Kontakte zu Sportvereinen, Kirchenchören oder anderen Netzwerken möglich seien.

Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus
Volker Tschapke und Hellmut Königshaus
Was den Verteidigungshaushalt betrifft, liegen Deutschland und die anderen EU-Staaten weit unter dem durch die NATO vorgesehenen Limit. Allein Polen setze konsequent den verfassungsmäßig festgeschriebenen Anteil am Bruttoinlandsprodukt für Verteidigungsausgaben ein.

Interessant war auch die Zusammensetzung des Publikums dieses durch die Preußische Gesellschaft organisierten Unternehmerfrühstücks. Es saßen diverse europäische und südamerikanische Militärattachés den Teilnehmern aus der Wirtschaft gegenüber. Der Militärattaché Polens freute sich über das Lob seines Landes und reihte sich in die anschließende Fragerunde ein.

Das Format dieses Unternehmerfrühstücks ermöglichte dann jedoch eine zügige Rückkehr in die Büros und die vor uns liegende Arbeitswoche.

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 21. September 2013

Chinesisches Mondfest am Gendarmenmarkt

Diplomaten, Unternehmer und Mitglieder der Preußischen Gesellschaft trafen sich gestern zu einem Gala-Abend anlässlich des Chinesischen Mondfestes. Das Mondfest geht auf eine alte chinesische Sage zurück, die sich mit Liebe, ewigem Leben und unterschiedlichen Interessen der Beteiligten beschäftigt.

Chinesisches Mondfest Hilton
Chinesisches Mondfest im Hilton
Das Chinesische Mondfest ist eine wichtige Zeit für Familien und Liebespaare. Man betrachtet den Mond, träumt und isst süßen Mondkuchen.

Das Publikum wurde stilecht in die chinesische Kultur einbezogen. Das Chinesische Kulturzentrum hatte das Musik- und Tanztheater Zhejiang aus einer der kleineren Provinzen Chinas einfliegen lassen.

Die Künstler stellten die Vielfalt chinesischer Instrumente vor und faszinierten die Zuhörer mit den unterschiedlichsten musikalischen Darbietungen. Auch die Tänze waren sehr ausdrucksstark. Es ging darin um die beiden Hauptthemen Partnerschaft und Tee.

Chinesisches Mondfest Hilton
Chinesisches Mondfest im Hilton am Gendarmenmarkt - Vielfalt chinesischer Musikinstrumente

Wir freuten uns, dass wir an diesem Abend neben Volker Tschapke auch andere gute Bekannte, wie Oberst Rondanelli, Orloff Kurt und Frau Dr. von Garrel trafen. Stefan Lutz Deerberg von Hainan-Airlines hatte an einem Informationsstand alle Hände voll zu tun. Seine Fluggesellschaft war eine der Sponsoren des Abends. Hainan-Airlines ist Premium-Anbieter für Geschäftsflüge nach China.

Die Dental-Kliniken Casa Dentalis verteilten gleich am Eingang Gutscheine für eine professionelle Zahnreinigung. Den Wert dieses Gutscheins weiß man zu schätzen, wenn man solch eine Zahnreinigung bereits in Anspruch genommen hatte und Zeit- und Kostenaufwand kennt.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 19. September 2013

Abgeordnetenhaus-Präsident Ralf Wieland und die Wahl

Beim heutigen Unternehmerfrühstück der Preußischen Gesellschaft wurde Ralf Wieland, Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin, die brisante Frage "Wie weiter nach der Bundestagswahl? Aussichten aus Berliner Perspektive" gestellt.

Ralf Wieland Präsident Abgeordnetenhaus Berlin
Ralf Wieland - Präsident des Abgeordnetenhauses von Berlin
Als SPD-Abgeordneter ist er Teil der großen Koalition unserer Stadt. Sehr pragmatisch und mit einem Höchstmaß an objektiver Einschätzung ging er in seiner Rede auf die oben genannte Frage ein und schilderte sehr anschaulich die verschiedenen Faktoren, die bei der Verschiebung oder Stabilisierung von Machtverhältnissen eine Rolle spielen.

Interessant waren auch seine Ausführungen zum Thema Erst- und Zweitstimme, mit denen der Wähler sehr wohl Einfluss auf Regierungspartei und Koalitionspartner nehmen kann.

Er thematisierte das Zusammenspiel von CDU und CSU, mögliche Konstellationen von bekannten kleinen oder großen Koalitionen und offenbarte seine Einschätzung des Ergebnisses. Am Sonntag schauen wir, ob die Hypothese mit der Realität korelliert.

Ralf Wieland Präsident Abgeordnetenhaus Berlin
Ralf Wieland - Unternehmerfrühstück am Gendarmenmarkt
"Nach 18:00 Uhr redet man wieder über Inhalte", sagte Ralf Wieland in Bezug auf die Hektik und Anspannung, die allgemein in den Parteien vor der Wahl herrscht. Eine gewisse Vorwahl-Lähmung hatten auch wir bei unseren diversen Besuchen in Ministerien und Behörden spüren können.

"Was gibt es schöneres als einen Morgen in guter Gesellschaft, mit Kaffee und einem herrlichen Blick auf den Gendarmenmarkt", war Ralf Wielands Begrüßungsstatement, als er gegenüber von Volker Tschapke und uns Platz genommen hatte. Neben Ralf Wieland saß die Botschafterin Boliviens Elizabeth Salguero Carrillo, die sich insbesondere für die außenwirtschaftliche Komponente desWahlausganges interessierte.

Nach der üblichen Fragerunde konnten Ralf Wieland und die Teilnehmer ins Tagesgeschäft starten. Das ist es, was das Format eines Unternehmerfrühstücks so effektiv macht.

Autor: Matthias Baumann

Freitag, 21. Juni 2013

GPCCI Deutsch-Philippinische IHK im Berlin Capital Club

Die Preußische Gesellschaft ist bekannt für ihre spannenden Vorträge zu wirtschaftlichen und politischen Themen, die in der Regel von hochkarätigen Insidern referiert werden.

Heute besuchten wir wieder ein Unternehmerfrühstück im Berlin Capital Club und wollten erfahren, was Dr. Ing. Günter G. Matschuk über "Geschäftsmöglichkeiten in den Philippinen" zu berichten hat.

GPCCI Deutsch-Philippinische IHK Berlin Capital Club
Dr. Ing. Matschuck - GPCCI Deutsch-Philippinischen IHK
Dem charmanten und agilen Mitsiebziger konnten wir gut folgen und waren erstaunt, welch umfangreiche Zusammenhänge es zwischen Deutschland und den Philippinen gibt.

"Wir haben ein gemeinsames Vater Unser."

Das war ein Schlüsselsatz, der die Wertestruktur dieses Landes und seiner optisch attraktiven Bevölkerung ausdrückt.

Die Philippinen haben etwa 110 Mio. Einwohnener, von denen 83% Katholiken und 8% Protestanten sind. Das Durchschnittsalter liegt bei 23,1 Jahren. Letzteres erklärt wohl auch, warum die Philippinen mit 450 Mio. SMS pro Tag als "Texting capital of the world" gehandelt werden.

Zwei Philippinerinnen wurden bereits zur Miss World gewählt. In diesem Zusammenhang erklärte uns Dr. Ing. Matschuck, dass die Hauptpriorität des echten Philippinen seinem Körper gilt. Das Wichtigste ist, was sich im, mit und um den Körper direkt abspielt. Das beginnt bei der Kleidung und endet bei einer erheblichen Geruchssensitivität, die darin gipfelt, dass auf den Philippinen Autos nach Geruch und nicht nach Leistung oder Ausstattung verkauft werden.

GPCCI Deutsch-Philippinische IHK Berlin Capital Club
GPCCI Deutsch-Philippinische IHK im Berlin Capital Club
Auch wenn bei diesem Vortrag für Investitionen in den Philippinen geworben wurde,  muss doch erwähnt werden, dass es noch erhebliche Hindernisse bei der freien Entfaltung internationaler Geschäftsideen gebe. Am besten wäre die Gründung einer Bank, wonach sich der Rest deutlich einfacher gestalte.

Etwa 10 Mio. Philippiner arbeiten in anderen Ländern und integrieren sich dort gerne in die entsprechenden Kulturen. Viele von ihnen sind mit Einheimischen verheiratet. Besonders konsequent unterstützen sie ihre Familien in der Heimat und haben damit auch einen erheblichen Beitrag dazu geleistet, dass die Philippinen schon so einige regionale Krisen überstanden haben.

Besonders stark ist die philippinische Wirtschaft im Bereich Elektronik und bei Callcentern. Der Callcenter-Bereich erlebt eine solch starke Blüte, dass händeringend auch im Ausland nach englischsprachigen Fachkräften gesucht wird.

GPCCI Deutsch-Philippinische IHK Berlin Capital Club
GPCCI Deutsch-Philippinische IHK im Berlin Capital Club
Überhaupt wird schon etwas humorvoll gesagt, dass die Philippinen der nächste Bundesstaat der USA werden könnten, da es die drittgrößte Nation mit Englisch als Hauptsprache ist.

Politisch ging es in den letzten 50 Jahren immer wieder auf und ab. Nach Diktator Marcos folgten weitere fünf Präsidenten und Präsidentinnen, die entweder familiäre Bonuspunkte hatten, als Schauspieler sympathisch wirkten oder einfach clever die Gunst der Stunde nutzten.

Leider gab es zwischenzeitlich einen erheblichen Werteverfall in Richtung Korruption, der sich in neun Jahren Gloria Macapagal-Arroyo in sämtliche Gesellschaftsbereiche durchschleifen konnte. Beningo S. Aquino III (der dritte Aquino) ging deshalb mit einem Satz in den Wahlkampf: "Ich schaffe die Korruption ab." Und das sei ihm in seiner inzwischen dreijährigen Amtszeit bereits ganz gut gelungen.

Zu Beginn der anschließenden Fragerunde drückte einer der anwesenden Exzellenzen aus, dass er den Vortrag von Herrn Matschuck exzellent fand. Dr. Ing. Matschuk habe es verstanden, in nur einer Stunde so plastisch eine ganze Nation darzustellen.

Dem können wir uns uneingeschränkt anschließen. Vielen Dank.

Autor: Matthias Baumann

Samstag, 27. April 2013

Bandscheibenvorfall, Rückenschmerzen und ein Besuch in der Avicenna Klinik

Bandscheibenvorfälle und Rückenbeschwerden gehören inzwischen zum Alltag in unserer Gesellschaft. Etwa 80% der Bevölkerung werden einmal im Leben damit konfrontiert und etwa 30% leiden regelmäßig darunter.

Bandscheibenvorfall Rückenschmerzen Avicenna Klinik
Dr. Sabarini - Direktor Avicenna Klinik
Betroffen sind insbesondere auch Personen mit Bürotätigkeit. Wenn nicht rechtzeitig mit rückenfokussiertem Sport begonnen wird, verkümmern die entsprechenden Muskelpartien und die Bandscheiben verlieren ihren stabilen Halt, so dass sie in der Folge ein mehr oder weniger schmerzhaftes Eigenleben führen können.

Dr. Munther Sabarini, Direktor der Avicenna Klinik, stellte in seinem gestrigen Vortrag heraus, dass es besonders wichtig sei, den Hauptgrund des Rückenleidens zu ermitteln. Es gebe immer einen Hauptgrund und diverse untergeordnete Begleitursachen. 75% der Patienten erleiden Rückfälle, weil nur an den Symptomen gearbeitet wurde, aber der Hauptgrund nicht identifiziert worden sei.

Avicenna Klinik
Andreas Eichler und Dr. Sabarini
Die Avicenna Klinik verfügt daher über eine umfangreiche Palette von Diagnosegeräten, die eine präzise Lokalisierung der Hauptursache des Rückenleidens ermöglichen. Dr. Sabarini führte uns nach seinem Vortrag durch die Klinik und zeigte uns die Abteilungen für die Diagnose, den hochmodernen OP-Bereich und die hotelähnlich eingerichteten Patientenzimmer.

Für etwa drei Tage bleibt ein Patient in der Avicenna Klinik, wenn er sich beispielsweise für eine Zelltransplantation seines Bandscheibengewebes entscheidet. Gerade dieses Verfahren ist sehr interessant, da Gewebe der abgenutzten Bandscheibe entnommen, mit viel Eigenblut versetzt und dann extern vermehrt wird. Wenn nach einigen Wochen oder Monaten genügend Gewebe aufgebaut ist, wird es dem Körper wieder zugeführt und damit die Bandscheibe mit frischem körpereigenen Gewebe ergänzt.

Avicenna Klinik
Diplomaten in der Avicenna Klinik
Es ging aber nicht nur um fachliche Dinge. Dr. Munther Sabarini führte seine Begrüßung damit ein, dass er diese Veranstaltung zu Ehren von Volker Tschapke und der Preußischen Gesellschaft durchführe.

So begann der Abend mit verschiedenen professionellen Gesangsdarbietungen und klang mit einer reichhaltigen Auswahl an orientalischen Leckerbissen aus.

Avicenna Klinik
Rahmenprogramm Avicenna Klinik
Der Nachbartisch war mit Vertretern des Diplomatischen Corps besetzt, zu denen unter anderem auch der panamaische Botschafter mit seiner Gattin und der albanische Militärattaché gehörten.

Der Rahmen war insgesamt auch geeignet als nachträglicher Geburtstagsgruß an Volker Tschapke.

Vielen Dank für diesen informativen und entspannenden Abend.

Autor: Matthias Baumann


Freitag, 5. April 2013

Preußische Gesellschaft

Nachdem wir bereits an mehreren hochinteressanten Veranstaltungen der Preußischen Gesellschaft teilgenommen hatten, trafen wir uns gestern mit Volker Tschapke, dem Präsidenten der Preußischen Gesellschaft.

Preußische Gesellschaft Hilton Gendarmenmarkt
Preußische Gesellschaft am Gendarmenmarkt
Bei Tee und Kaffee im Foyer des Hilton am Gendarmenmarkt plauderten wir über weltpolitische Entwicklungen, gemeinsame Bekannte und Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit.

Bemerkenswert ist die außerordentlich weitreichende regionale und internationale Vernetzung von Volker Tschapke. So ist es gang und gäbe, dass bei Veranstaltungen der Preußischen Gesellschaft immer eine erlesene Schar von Botschaftern und Attachés zugegen ist. Das reichhaltige Infomaterial zur Preußischen Gesellschaft wird daher auch immer mit der neuesten Ausgabe des Diplomatischen Magazins ergänzt. Viele der Exzellenzen sind mit Volker Tschapke als Freund verbunden, so dass er mit ihnen in der außerprotokollarischen Du-Form redet.

Die Preußische Gesellschaft hat sich per Satzung der Erforschung und Darstellung preußischer Geschichte und Tradition verpflichtet. Eine Tradition, die erheblich zur Entwicklung unseres Landes und zur Etablierung klar definierter Werte in unserer Gesellschaft beigetragen hatte. Werte übrigens, die an Deutschen auch über die Grenzen hinaus geschätzt werden. Hier sieben "Preußische Tugenden":

1) Arbeits- und Leistungsbereitschaft
2) Pflichterfüllung
3) Ehrlichkeit
4) Treue Verantwortung
5) Gerechtigkeit
6) Sparsamkeit
7) Toleranz

Im Anschluss an unser Gespräch mit Volker Tschapke fand das monatliche Preußenforum statt. Gastredner war diesmal Prof. Rainer Mannel von der TU. Er referierte über "Konfliktherde in Nord-Nordwestafrika (Mali) & Syrien".

Preußische Gesellschaft Preußenforum
Preußische Gesellschaft - Preußenforum mit Prof. Mannel
Prof. Mannel machte deutlich, dass Mali und Syrien  Themen sind, die uns deutlich mehr tangieren, als es die Medien uns glauben lassen wollen. Es wurden Hintergründe beleuchtet, energiepolitische Interessen von Drittstaaten erörtert und einige beunruhigende Zukunftsszenarien dargestellt.

Auch wenn er die volle Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft genoss, musste er den Vortrag stark kürzen. Als Essenz konnte man entnehmen, dass der eigentliche Konfliktherd im Nahen Osten liegt, wo der Ölpreis festgelegt wird, asymmetrische Konflikte ausgetragen werden, ökologische Lasten zu bewältigen sind und religiöse Konflikte auf die ganze Welt übertragen werden sollen. Den Arabischen Frühling betrachtete Prof. Mannel in Sicht auf das entstandene politische Vakuum sehr skeptisch.

Seinen Vortrag schloss er mit den Worten "Die Geschichte lehrt ständig, findet aber keine Schüler."

Dank der Moderation von Volker Tschapke wurde die anschließende Fragerunde kein Podium für Koreferate, sondern konnte für zielführende Fragestellungen genutzt werden.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 14. März 2013

Japanischer Botschafter im Berlin Capital Club

Das gestrige Unternehmerfrühstück im Berlin Capital Club hatte die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Japan und die aktuelle wirtschaftliche Lage Japans zum Thema. Gastgeber war auch diesmal wieder die Preußische Gesellschaft.

Berlin Capital Club Japanischer Botschafter Takeshi Nakane
Japanischer Botschafter Takeshi Nakane
Als kompetenter Gastredner war der japanische Botschafter Takeshi Nakane erschienen.

Nach einem kurzen Ausflug in die Geschichte, worin er den deutschen Einfluss auf die japanische Verfassung würdigte, ging er auf die aktuelle wirtschaftliche und politische Situation in Japan ein.

Nach Fukushima setzt Japan seine Anstrengungen daran, die Atomkraftwerke mittelfristig abzuschaffen und andere Formen der Energiegewinnung einzusetzen.

Dabei hat Japan als Inselstaat eine besondere geografische Herausforderung zu meistern. Die in anderen Ländern üblichen Kooperationen mit grenzüberschreitenden Energieversorgungsnetzen sind in Japan kaum möglich. Das bietet erhebliche Chancen für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien.

Sehr angenehm war, dass Botschafter Takeshi Nakane die starke Wirtschaftsmacht Japan nicht als Wettbewerber, sondern als Partner darstellte. Er ging auf das Auf und Ab bei den Wechselkursen zum Yen ein und freute sich, dass der Kurs inzwischen wieder konsolidiert sei.

Berlin Capital Club Gendarmenmarkt
Berlin Capital Club am Gendarmenmarkt
In der anschließenden Fragerunde kam zum Ausdruck, dass es schade sei, dass Japan zwei Jahre nach Fukushima aus dem Fokus des allgemeinen Interesses gewichen ist und der Blick mehr in Richtung China geht. Dabei hatte Japan über viele Jahre die Jugendkultur und den technologischen Fortschritt in Deutschland beeinflusst.

Gerade letzteres Thema wurde im Anschluss an den Tischen weiter diskutiert.

Vielen Dank an Volker Tschapke von der Preußischen Gesellschaft für die Organisation dieses interessanten Unternehmerfrühstücks.

Autor: Matthias Baumann

Donnerstag, 7. März 2013

Chile und die Pickelhauben

Bundeskanzlerin Angela Merkel staunte nicht schlecht, als sie bei ihrem jüngsten Besuch in Chile von Uniformierten mit Pickelhaube begrüßt wurde.

Volker Tschapke Renato Rondanelli
Volker Tschapke und Renato Rondanelli
Dieser Helm ist nur ein kleines Beispiel der Dinge, die Chile aus Deutschland übernommen hatte. Beim heutigen Abend mit Oberst i.G. Renato Rondanelli, Verteidigungsattaché der Botschaft von Chile, wurde so einiges über die lange Tradition der Zusammenarbeit berichtet. Chile hatte bereits im 19. Jahrhundert mehrere preußische Offiziere unter Vertrag genommen, deren nachhaltiger Einfluss noch heute präsent ist.

Chile hat eine ungewöhnliche geografische Lage mit einer Kontinentalfläche von 756.626 m² und einer Küstenlänge von ca. 4.300 km. Ein Teil der Antarktis gehört ebenfalls zu Chile.

Volker Tschapke von der Preußischen Gesellschaft freute sich als Organisator des Abends, auch einige südamerikanische Botschafter und die Verteidigungsattachés von Brasilien, Argentinien und Albanien begrüßen zu können. Renato Rondanelli hatte als besondere Überraschung noch einen chilenischen Rotwein mitgebracht, der allgemeinen Anklang fand und die anschließenden Gespräche mit den Diplomaten abrundete.

Autor: Matthias Baumann